s American Mary (2012) Review - Fantasy FilmFest Mobil
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Reviews American Mary

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Reviewer

meiklsan * 7.0

Body Modifications

Für Freunde des etwas ungewöhnlicheren ruhigen Gothic-Horror-Films ist diese überraschende Independent-Produktion bestimmt eine kleine Perle.
Die Soska Sisters, die im Jahre 2009 mit ihrem Exploitationfilm "Dead Hooker in a trunk" in Fankreisen bereits für etwas Aufsehen sorgten, konfrontieren uns in ihrem Zweitlingswerk mit einer beklemmenden, fiktiven, aber nicht unbedingt völlig realitätsentfernten Underground-Story rund um das Thema Body Modification.
Nüchtern betrachtet könnte man auch sagen, dass die Hauptdarstellerin Mary Mason, unschuldig gespielt von Katharine Isabelle, als Medizinstudentin eigentlich nur einen lukrativen neuen Nebenjob gefunden hat und mehr oder minder freiwillig als "Body Modification Wunscherfüllerin" in eine Welt unvorstellbarer "Surgical Desires" gezogen wird.
Die Mischung aus unangenehmem Female-Revenge-Thriller, teilweise Lynch-artigem Mystery Touch und extremster Form von "Forced Body Modification" macht diesen Film aber trotz seiner ruhigen actionlosen Erzählweise dennoch zu einem mindestens "One See Adventure"!
Auf dem Screamfest 2012 hat dieser Film deshalb nicht unberechtigt 5 Awards gewonnen!
Und wer die beiden verantwortlichen "Soska Regie-Sisters" auch mal in Live-Action sehen will, wird bestens bedient, denn auch sie kommen unter das Skalpell der American Mary!

D.S. * 7.5

Sick, schön, speziell.

Die "Twisted Twins" Jen und Sylvia Soska wirken super sympathisch und haben definitiv einen Riecher für ungewöhnliche Stoffe. Was sie allerdings nicht haben, ist ein Übermaß an schauspielerischem Talent. Einer der Gründe, weshalb ihr Debüt - der Grindhouse-Versuch DEAD HOOKER IN A TRUNK - über weite Strecken so schwer erträglich ist: Da übernahmen sie nämlich neben Buch und Regie auch noch die Hauptrollen. Ein weiterer Grund ist die, nun ja, Bildsprache, der man an allen Ecken und Enden das nicht vorhandene Budget anmerkt und die viele reine Amateurproduktionen im Vergleich fast wie Hollywood-Glamourwerke scheinen lässt.

Beste Voraussetzungen, dass AMERICAN MARY mehr Spaß macht: Denn hier treten die Regisseurinnen nur in einem kurzen Cameo selbst vor die Kamera, und vor allem war hier der nötige Finanzrahmen eindeutig gegeben, was vermutlich zu guten Teilen der Vermittlung und Förderung durch Soska-Fan Eli Roth geschuldet ist.

Wie auch immer, in Sachen Stil wird hier nun Vollgas gegeben, genau wie in Sachen abgetrennte oder sonst wie „verschönerte" Körperteile: Every Horrorfan’s Darling Katharine Isabelle spielt Chirurgin in spe Mary Mason, die sich wegen akuter Geldprobleme und noch akuterer Enttäuschung über die Kaltblütigkeit des akademischen Betriebs zunächst eher unfrei- bis widerwillig, dann jedoch immer enthusiastischer einem extremen Sub-Genre des Operateurwesens zuwendet: der Body Modification. Sei es Zungenspaltung, Genital-Manipulation oder eben freiwillige Amputation: Mary ist bald für alles zu haben. Aber die bösen Seelen-Trümmer der Vergangenheit lassen sie nie ganz los...

AMERICAN MARY fühlt sich zwischendurch zwar auch mal leicht zäh an, da der Geschichte kurzzeitig ihr roter Faden und eine sauber anziehende Dramaturgie etwas abhanden kommen. Und ob der Klimax so optimal gewählt und gestaltet wurde, ist auch Geschmackssache.

Dennoch fasziniert und beeindruckt der Film größtenteils (zumindest, wenn man einen einigermaßen starken Magen und Interesse am Abseitigeren hat). Das ist einerseits der atmosphärischen Inszenierung und dem düsteren, stimmigen Look geschuldet, die einen glatt hypnotischen Sog auf den Betrachter ausüben. Andererseits und vor allen Dingen aber Katharine Isabelle, die wirklich großartig spielt: So intensiv und überzeugend, dass man sie endlich nicht mehr nur als die „ewige Ginger" im Kopf behalten wird.

Stellenweise durchaus krasser Stoff zwischen Splatter, schwarzem Humor und Drama, der mit heftigen Bildern genauso überzeugt wie mit stimmiger Atmosphäre. Für mich ein klares Must-see!

Herr_Kees * 8.5

My Body is a Cage

Sehr sehr schwarze Bodyhorror-Komödie, die des öfteren an die Schmerzgrenze geht, aber auf kranke Weise fasziniert und meist nachvollziehbar bleibt - mit einer supercoolen Katharine Isabelle.

saß im Metropol, Stuttgart

reese * 7.0

Etwas mehr wäre mehr gewesen

Interessantes Thema, gute Hauptdarstellerin - alles in allem ein gelungener Film. Aber ein bisschen graphischer hätte er bei dem Thema schon sein können.

war im Cinestar, Berlin

Francis * 9.0

Erstveröffentlichung

verweste im Cinestar, Berlin

Leimbacher-Mario * 6.5

Frankensteins Braut

"American Mary" bietet richtig viel, um zu einem Kultfilm einer speziellen Gruppe aufzusteigen. Zwei jetzt schon kultige Regisseurinnen, ausgefallenen Gore, eine göttliche Hauptdarstellerin aus der Hölle & mit Rache-/Body-Modification-Themen, die selten kombiniert wurden & spezielle Leute ansprechen. Leider nutzt der Film dieses Potenzial meiner Meinung nach etwas zu zaghaft & obwohl die Geschichte einer angehenden Chirurgin, die sich mit Body-Modifikationen im freakigen Untergrund selbstständig macht, kurzweilig ist & Spaß macht, fehlen für mich die Wow-Momente, die sich im Gedächtnis festsetzen.

Uneingeschränkt liebe ich hier eigentlich nur Mary selbst. Was Frau Isabelle hier abliefert, ist die morbide Krönung & zeigt mehr als nur ihr Talent. Das ist vielleicht die Geburt einer kommenden B-Movie-Königin. Wie sie die zerstörte & seltsame Chirurgin aus der helfenden Hölle darstellt, ist das Ticket oder die Blu-ray allein wert. Dazu kommt noch ein hübscher Style des gesamten Films, sehenswerte Nebencharaktere & das Thema, welches befremdlich & faszinierend zugleich wirkt. Die Soska-Sisters glänzen also auch genügend & sind nicht nur in ihren Nebenrollen als teuflische Schwestern aus Berlin top. Mit mehr Budget schaffen die zwei auch noch viel mehr, selbst wenn ich den Stoff von Cronenberg selbst realisiert noch lieber gesehen hätte. Aber der ist ja auch nicht mehr das, was er einmal war...

Die OPs sind blutig & die Ideen der Patienten sehr speziell - richtige Spitzen werden aber selten erreicht, man wird das Gefühl nicht los, dass die Handbremse noch etwas schleift. Vieles hat man bei Nip/Tuck vor 10 Jahren schon ähnlich gesehen, im Fernsehen wohlgemerkt. Nur die eigentliche Rache an Marys Peiniger bleibt im Gedächtnis - das hätten Pinhead & Co. auch nicht besser hingekriegt. Außerdem wirkt das Ende seltsam abrupt & unpassend. Kein moderner Klassiker, aber gute Unterhaltung für Freunde des Abgründigen.

Fazit: ein Möchtegern-Cronenberg & auch etwas Clive Barker ist nicht zu übersehen. Zeug zum Kultklassiker war da, Mut & Budget zum richtig großen Wurf fehlten aber. The Twisted Twins sind aber im Horrorbereich definitiv eine aufsteigende Macht, die es sich lohnt, im Auge zu behalten!

38 Bewertungen auf f3a.net

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Bewertungen

American Mary
  • Score [BETA]: 64
  • f3a.net: 6.5/10 38
  • IMDb: 6.1/10
  • Rotten Tomatoes: 67%
Bewertungen von IMDb, Rotten, Meta werden zuletzt vor dem Festival aktualisiert, falls verfügbar!
© Fantasy FilmFest Archiv 2020-09-20 02:43

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