Reviewer
D.S. * 7.5
Deepfake it till you make it
APPOFENIACS bildet gemeinsam mit GOOD LUCK, HAVE FUN, DON’T DIE so etwas wie die aktuelle Speerspitze der apokalyptischen Zukunftsvisionen zum Thema „KI und die Folgen“. Er ist dabei zwar natürlich deutlich weniger groß budgetiert als der Trip von Gore Verbinski, dafür jedoch wesentlich, wesentlich brutaler und mindestens genauso überdreht. Im Mittelpunkt der episodenhaften Handlung steht eine Deepfake-App, die in die Hände eines rachsüchtigen Losers fällt. Er nutzt sie ohne Hemmungen und löst dadurch eine Reihe unschöner Ereignisse im Leben verschiedener Menschen aus, die immer weiter eskalieren – bis sich die Handlungsfäden in einem sensationell blutig-komischen Finale kreuzen.
Die Erzählung ist – abgesehen von einem kurzen Durchhänger ungefähr in der Mitte des Films – großartig unterhaltsam gestaltet, temporeich und so gemein wie clever. Vor allem, da das dargestellte Szenario nicht wirklich weit weg von den bereits heute vorhandenen technischen Möglichkeiten angesiedelt ist (man denke an den Fall Christian Ulmen/Collien Fernandes), sorgt sie auch für mitunter starke Beklemmung. Allerdings ist das Geschehen hier derart überzeichnet, dass der Eskapismus-Aspekt doch deutlich überwiegt. Zum Ende hin bekam ich jedenfalls vor lauter Absurdität und gnadenlos aufgedrehtem Gore-Level kaum noch den Mund zu und hatte dank fassungslosem Lachen glatt Tränen in den Augen.
Für mich ganz klar ein Highlight des diesjährigen Programms, das man sich auf keinen Fall entgehen lassen sollte. Gute 7,5 von 10 Punkten.
Die Erzählung ist – abgesehen von einem kurzen Durchhänger ungefähr in der Mitte des Films – großartig unterhaltsam gestaltet, temporeich und so gemein wie clever. Vor allem, da das dargestellte Szenario nicht wirklich weit weg von den bereits heute vorhandenen technischen Möglichkeiten angesiedelt ist (man denke an den Fall Christian Ulmen/Collien Fernandes), sorgt sie auch für mitunter starke Beklemmung. Allerdings ist das Geschehen hier derart überzeichnet, dass der Eskapismus-Aspekt doch deutlich überwiegt. Zum Ende hin bekam ich jedenfalls vor lauter Absurdität und gnadenlos aufgedrehtem Gore-Level kaum noch den Mund zu und hatte dank fassungslosem Lachen glatt Tränen in den Augen.
Für mich ganz klar ein Highlight des diesjährigen Programms, das man sich auf keinen Fall entgehen lassen sollte. Gute 7,5 von 10 Punkten.
Leimbacher-Mario * 6.0
Deepfakes of Death
„Appofeniacs“ wirkt als hätte man die wild-videotischen Tarantino-Epigonen der 90er mit dem aktuellen Hype, Wahnsinn, Angstrundumschlag rund um K.I. gekreuzt - herausgekommen ist eine genauso schmissige, unberechenbare, blutige wie nervige, oberflächliche, freche Hatz. Über ein paar absolut unsympathische Figuren in einer verkappt-gekippten Welt, in der man nicht mehr glauben kann, was man sieht und mehr Panik als gesunder Menschenverstand regiert…
A.I. Unchained
So ganz weiß man bei „Appofeniacs“ (fragt mich nicht wofür das steht) nie wo man dran ist. Realität und K.I. kreuzen sich, immer in-your-face, sehr direkt und doch unterschwellig ziemlich undurchschaubar. Episodisch, verschachtelt, sprunghaft. Und nervig ohne Ende zum Großteil. Ich glaube hier meint jemand, er wäre weitaus genialer und cleverer als er eigentlich ist. Eine Abrechnung mit Los Angeles. Eine Warnung Hals über Kopf. Warum mir der scharfe Querschläger dennoch nicht allzu übel aufschlägt? Weil ich das Konzept mag und einzelne Momente Szenenapplaus ziehen, weil „Appofeniacs“ doch ganz gut in die aktuelle Zeit und Generation passt, weil er eben maximal unberechenbar scheint. Mich hätte nicht überrascht, wenn am Ende gestanden hätte: „Dieser Film wurde größtenteils mit K.I. gemacht“. Hat er allzu viel zu sagen bzw. bezieht deutlich Stellung? Eher nicht. Ist der Mittelteil lahm und misslungen? Eher ja. Sind das wohl etwas zu viele Figuren und die dazu noch wie gesagt höchst unleidlich und ätzend? Leider ja. Und trotzdem ist „Appofeniacs“ kurzweilig und kreuzkonfus genug, um einen zumindest bei der splattrigen Stange zu halten. Man will schon wissen, was hinter der nächsten Ecke lauert. Ein gewisser Trashfaktor ist auch kaum zu leugnen. Zumindest näher als echter Anspruch. Wahnsinn ohne Methode. Selbst wenn sich das psychosexuell-digitale Treiben wohl eher für einen geilen Trailer als einen durchgehend guten Film anbietet.
Fazit: Interessante Ideen von heute, episodisch-aggressiver Aufbau wie in den 90ern und komplett nervtötende Figuren wie selten… Plus ein explosives Splatterfinale. Und einem langen Hänger in der Mitte. „Appofeniacs“ macht ein paar Sachen verdammt richtig, einige aber auch frustrierend dumm. Inhalt wird nicht hängen bleiben. Konzept könnte es schon eher.
A.I. Unchained
So ganz weiß man bei „Appofeniacs“ (fragt mich nicht wofür das steht) nie wo man dran ist. Realität und K.I. kreuzen sich, immer in-your-face, sehr direkt und doch unterschwellig ziemlich undurchschaubar. Episodisch, verschachtelt, sprunghaft. Und nervig ohne Ende zum Großteil. Ich glaube hier meint jemand, er wäre weitaus genialer und cleverer als er eigentlich ist. Eine Abrechnung mit Los Angeles. Eine Warnung Hals über Kopf. Warum mir der scharfe Querschläger dennoch nicht allzu übel aufschlägt? Weil ich das Konzept mag und einzelne Momente Szenenapplaus ziehen, weil „Appofeniacs“ doch ganz gut in die aktuelle Zeit und Generation passt, weil er eben maximal unberechenbar scheint. Mich hätte nicht überrascht, wenn am Ende gestanden hätte: „Dieser Film wurde größtenteils mit K.I. gemacht“. Hat er allzu viel zu sagen bzw. bezieht deutlich Stellung? Eher nicht. Ist der Mittelteil lahm und misslungen? Eher ja. Sind das wohl etwas zu viele Figuren und die dazu noch wie gesagt höchst unleidlich und ätzend? Leider ja. Und trotzdem ist „Appofeniacs“ kurzweilig und kreuzkonfus genug, um einen zumindest bei der splattrigen Stange zu halten. Man will schon wissen, was hinter der nächsten Ecke lauert. Ein gewisser Trashfaktor ist auch kaum zu leugnen. Zumindest näher als echter Anspruch. Wahnsinn ohne Methode. Selbst wenn sich das psychosexuell-digitale Treiben wohl eher für einen geilen Trailer als einen durchgehend guten Film anbietet.
Fazit: Interessante Ideen von heute, episodisch-aggressiver Aufbau wie in den 90ern und komplett nervtötende Figuren wie selten… Plus ein explosives Splatterfinale. Und einem langen Hänger in der Mitte. „Appofeniacs“ macht ein paar Sachen verdammt richtig, einige aber auch frustrierend dumm. Inhalt wird nicht hängen bleiben. Konzept könnte es schon eher.
war im Residenz, Köln
Herr_Kees * 3.5
TarantiNO
Die Story: Ein Arschloch macht Deepfakes und viele andere Arschlöcher müssen deshalb sterben. Dazu gibt es zahlreiche Dialoge über Popkultur, die korrekte Bezeichnung von Genussmitteln und einen Trinkgeld-Rant. Bis mal wieder jemand gewaltsam ums Leben kommt. Schnitt, nächste Episode.
Dieser Film möchte sooo gerne PULP FICTION sein oder wenigstens irgendwas mit Tarantino, dass es schon zum Fremdschämen ist. Dabei kommt er mit seiner amateurhaften Tarantinoranwanzerei nicht mal an die mittelmäßigen 90er-Jahre-Klone dieses kurzlebigen Copycat-Subgenres heran. APPOFENIACS ist so möchtegern, dass einem das kalte Retrokotzen kommt.
An einer Auseinandersetzung mit KI ist der Film keine Sekunde lang interessiert, das Thema ist lediglich ein trendy Aufhänger, so wie der gesamte Film keinerlei Eigenleistung bringt, sondern sich nur an Etabliertem hochzuziehen versucht.
Irgendwo hier drin steckt vielleicht eine nette, etwas zu hysterische Splatterkomödie. Die Idee des Cosplay-Accessoirfabrikanten (Sean Gunn, der einzige „Star“ des Films), der besonderen Wert auf die volle Funktionsfähigkeit seiner Ausrüstungen und Waffen legt, sorgt zumindest im Finale für den einen oder anderen brutalen Überraschungseffekt. Aber bis dahin ist sämtlicher Goodwill, den man dem Film gegenüber möglicherweise mitgebracht hat, restlos verbraucht.
Das ist auch ein Tonalitätsproblem: Der Film kann sich schlichtweg nicht entscheiden, ob er Spannung und Involvement erzeugen will, ob man seine Charaktere und Situationen ernst nehmen soll, oder ob er lieber mit überkonstruierten Drehbuchzufällen sowie Splatter- und Schockmomenten arbeiten möchte im Sinne von „Guck mal, was ich kann“. Nun, das ist leider nicht viel, zumindest reicht es nicht für einen eigenständigen Film, der mehr ist als seine Zitate.
Ärgerlich, gerade bei dem Aufhängerthema, das eine deutlich intelligentere und reflektiertere Behandlung verdient hätte.
Dieser Film möchte sooo gerne PULP FICTION sein oder wenigstens irgendwas mit Tarantino, dass es schon zum Fremdschämen ist. Dabei kommt er mit seiner amateurhaften Tarantinoranwanzerei nicht mal an die mittelmäßigen 90er-Jahre-Klone dieses kurzlebigen Copycat-Subgenres heran. APPOFENIACS ist so möchtegern, dass einem das kalte Retrokotzen kommt.
An einer Auseinandersetzung mit KI ist der Film keine Sekunde lang interessiert, das Thema ist lediglich ein trendy Aufhänger, so wie der gesamte Film keinerlei Eigenleistung bringt, sondern sich nur an Etabliertem hochzuziehen versucht.
Irgendwo hier drin steckt vielleicht eine nette, etwas zu hysterische Splatterkomödie. Die Idee des Cosplay-Accessoirfabrikanten (Sean Gunn, der einzige „Star“ des Films), der besonderen Wert auf die volle Funktionsfähigkeit seiner Ausrüstungen und Waffen legt, sorgt zumindest im Finale für den einen oder anderen brutalen Überraschungseffekt. Aber bis dahin ist sämtlicher Goodwill, den man dem Film gegenüber möglicherweise mitgebracht hat, restlos verbraucht.
Das ist auch ein Tonalitätsproblem: Der Film kann sich schlichtweg nicht entscheiden, ob er Spannung und Involvement erzeugen will, ob man seine Charaktere und Situationen ernst nehmen soll, oder ob er lieber mit überkonstruierten Drehbuchzufällen sowie Splatter- und Schockmomenten arbeiten möchte im Sinne von „Guck mal, was ich kann“. Nun, das ist leider nicht viel, zumindest reicht es nicht für einen eigenständigen Film, der mehr ist als seine Zitate.
Ärgerlich, gerade bei dem Aufhängerthema, das eine deutlich intelligentere und reflektiertere Behandlung verdient hätte.
war im das Metropol, Stuttgart
20 Bewertungen auf f3a.net
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Bewertungen
Appofeniacs
- Score [BETA]: 75
- f3a.net: 5.9/10 20
- IMDb: 7.6/10
- Rotten Tomatoes: 91%