s Await Further Instructions (2018) Review - Fantasy FilmFest Mobil
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Reviews Await Further Instructions

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Reviewer

Leimbacher-Mario * 7.5

Familiengrab

"Await Further Instructions" ist ein kleiner Technik-Schocker im Stile der "Twilight Zone" oder von "Black Mirror". Zudem auch noch weihnachtlich und ein höllisches Familientreffen: Sohn kommt mit seiner neuen Freundin an Heiligabend zu seiner Familie und schnell machen sich Vorurteile und Bosheiten gegenüber der indisch-stämmigen Schönheit breit. Doch als die beiden am nächsten Morgen verständlicherweise das Haus verlassen wollen, sind alle Ausgänge von einem metallischen Material versperrt, was die Spannungen in der "ganz normalen" britischen Familie natürlich nicht gerade auflockert...

Mir gefallen solche kleinen, fiesen Kammerspiele. Trotz Overacting, trotz überzogen-unsympathischer Figuren, trotz für viele unbefriedigendem Finale. Hier funktioniert das Übertreiben, Überziehen, Drübersein um seine Punkte klar zu machen. Jeder kennt die Unlust und teilweise sogar das unterschwellige Grauen vor der eigenen Familie, vor der buckeligen Verwandtschaft, vor der dunklen Vergangenheit. Und genau diese tief verwurzelten und gut unterdrückten Konflikte und Ängste bringt das Szenario auf die Spitze. Kombiniert mit dem Mysteryaspekt, dem Hinterfragen von Obrigkeiten und der allumfassenden Macht der Flimmerkiste ergibt das eine durchaus fesselnde Familienzusammenkunft. Inklusive einem Finnish ganz in der Tradition von "Hellraiser", "Videodrome" und "Tetsuo". Nur platter.

Fazit: Schöner Paranoia-Cocktail mit einer brutalen (und manchmal anstrengenden) Mischung aus Hektik, Panik und allerlei Phobien. Vor allem vor Weihnachten und der Familie. Starkes Teil, das sicher noch kleinere Wellen schlagen wird!

staunte im Residenz, Köln

Janina Himmen * 7.0

Our House

Familienstreitereien zu Weihnachten sind anstrengend, und dann wird man auch noch plötzlich im Haus festgesetzt. Eine Quarantäne-Maßnahme der Regierung? Nur über den Fernseher werden Botschaften übermittelt, und die haben es in sich. Während der dominante Familienvater darauf besteht, dass man den Befehlen blind zu folgen habe, sind einige Anwesenden skeptisch, ob das wirklich zu ihrem Besten ist.

AWAIT FURTHER INSTRUCTIONS fühlt sich an wie eine Folge der TWILIGHT ZONE oder von BLACK MIRROR. In der Ausnahmesituation eskalieren die Probleme, die die Familienmitglieder sowieso schon miteinander hatten, sehr schnell. Außerdem geht es darum, ob wir alles glauben sollen, was das Fernsehen uns erzählt, und wie bereitwillig wir Befehlen folgen, ohne sie zu hinterfragen.

Das alles hat mir eigentlich ziemlich gut gefallen, allerdings hatte ich zwei Probleme mit dem Film, die für mich schwerer wiegen, je mehr ich darüber nachdenke.

Zum einen werden die meisten Charaktere DERART überzogen bösartig oder abgestumpft dargestellt, dass sie zu reinen Karikaturen verkommen. Die einzigen halbwegs normal agierenden sind hier die beiden Protagonisten, und sobald sie mit dem Rest der Familie in einem Raum sitzen, wirkt es, als hätte man echte Menschen mit Comicfiguren gemischt. Natürlich gibt es Familien, in denen überproportional viele Arschlöcher vorkommen. Und natürlich würden viele von uns im Schockzustand nicht mehr klar denken können. Aber hier wurde meiner Meinung nach über das Ziel hinausgeschossen.

Ein zweites Problem ist das Ende. Ohne zu spoilern: An sich fand ich es nicht schlecht, aber vielleicht hätte man weniger zeigen sollen, damit nicht durch die letzten Szenen noch so viele Fragen aufgeworfen werden?

Trotz dieser Schwächen habe ich mich gut unterhalten gefühlt und sehe genau solche kurzweiligen Mystery-Filme gerne beim FFF. Deshalb runde ich auf 7/10 auf.

Erstveröffentlichung

war im Harmonie, Frankfurt

Herr_Kees * 2.5

Zu viel Fernsehen ist ungesund

Nick verbringt Weihnachten mit seiner indischen Freundin bei seiner dysfunktionalen Familie, deren Mitglieder wahlweise senil, unfreundlich, naiv, dumm oder offen rassistisch (bzw. alles zusammen) sind. Als wäre das noch nicht traumatisch genug, finden sie am Weihnachtsmorgen das Haus hermetisch versiegelt und auf dem Fernsehschirm erscheinen seltsame Anweisungen...

Die Ausgangssituation ist gar nicht mal uninteressant (wenn auch aus den zahlreichen „Confined Space Thrillern“ heraus zusammen konstruiert, die seit CUBE auf den Markt gekommen sind), aber der Film übertreibt es allein schon beim Setup, bis auf Nick und Anji sind alle reine Karikaturen und dass sich die Familienmitglieder später derart an die Gurgel gehen, wirkt noch unrealistischer als die vermutete Terrorattacke/Alien Invasion/Armeeübung und ihre Begleitumstände. Den Level an Subtilität kann man allein schon daran ablesen, dass die Familie doch tatsächlich auch noch „***SPOILER***Milgram“ heißt.

Während die Folgen inhaltlich vergleichbarer TV-Serien wie BLACK MIRROR, TWILIGHT ZONE, OUTER LIMITS & Co. im Schnitt 30 bis 60 Minuten dauern und man es verschmerzen kann, wenn mal eine Folge nicht überzeugt, quält man sich hier auf Spielfilmlänge mit unterentwickelten Charakteren, schlechten Dialogen und dämlichen Handlungen herum, nur um am Schluss mit einem albernen, billig getricksten 50er-Jahre-B-Movie-Finale abgespeist zu werden, das gerne kultig wäre (hallo Herr Cronenberg, hallo Herr Tsukamoto), letztlich aber nur peinlich ist.

Alexander * 7.0

Seven Characters in Search of an Exit

„Await ...“ fühlt sich herrlich kantig und unkommerziell an und verdient alleine schon deshalb die vollste Anerkennung, auch weil es sich bei dem Film eigentlich um den einzigen, echten Mystery-Beitrag in 2018 handelt. Als alter Fan der „Twilight Zone“ kann man gar nicht anders, als diesen Film gut zu finden.

Die ungewöhnliche Idee mag in Teilen vielleicht an Filme wie „Right at Your Door“ oder „The Divide“ erinnern, fasziniert aber durch eine klaustrophobische Grundstimmung, großartige Schauspieler und ein sich über die wirklich kurzweilige Spielzeit entfaltendes Schrecken-Szenario, das in seinem Minimalismus natürlich mehr Kammerspiel als Spielfilm ist.

Der vielleicht fieseste Film-Opa seit langer Zeit, ein zwangsneurotischer Soziopathen-Papi, eine übersensible Mutter… Nervenkrieg, Psychospielchen und dann auch noch Weihnachten. Da kommt Freude auf! Und wer der Meinung ist, die Charaktere wären in ihrer Boshaftigkeit vollkommen überzogen und unglaubwürdig dargestellt, den beglückwünsche ich zu seiner offensichtlich tollen Familie!

Was „Psycho“ fürs Duschen und „Jaws“ für den Badeurlaub war, ist „Await Further Instructions“ definitiv für das Weihnachtsfest. Ich bin jetzt schon drauf gespannt, wieviele der Zuschauer am 24. Dezember öfters mal prüfen werden, ob Eingangstür und Fenster blockiert sind …

30 Bewertungen auf f3a.net

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Bewertungen

Await Further Instructions
  • Score [BETA]: 82
  • f3a.net: 5.9/10 30
  • IMDb: 8.6/10
  • Rotten Tomatoes: 100%
Bewertungen von IMDb, Rotten, Meta werden zuletzt vor dem Festival aktualisiert, falls verfügbar!
© Fantasy FilmFest Archiv 2019-09-20 05:26

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