s Beasts of the Southern Wild (2012) Review - Fantasy FilmFest Mobil
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Reviews Beasts of the Southern Wild

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Reviewer

sirolaf * 10.0

Magie

war im Cinemaxx 7, Berlin

landscape * 8.5

Um Leben und um Tod...

... geht es in diesem schönen Film, um Freude und Leid, und um Familie. Im flachen Küstenland, das in der Hurrikansaison in den Fluten versinkt, versuchen die Menschen sich gegenseitig zu helfen, denn wenn ein Teil wegbricht, dann fällt alles auseinander.
Wunderbar die einfache Sprache voller Mystizismen, in der Hushpuppy ihre Geschichte erzählt. Könnte der Publikumsliebling werden, dieser Debütfilm, denn Hushpuppy ist einfach wunderbar. Ihr Vater, die Lehrerin, die Säufer und all die anderen Bathtubians wirken einfach echt.

verweste im Cinemaxx 8, Hamburg

Lizzie * 6.0

Das ist ein Film, den ich wirklich unglaublich gern mögen wollte: Fabelhafte Landschaften, tolle Laienschauspieler, bezaubernde sechsjährige Hauptdarstellerin zum Knuddeln, erhebender Soundtrack, originelles Thema, Sozialrealismus gepaart mit magischen Elementen, und zudem ein wahnsinnig sympathischer Regisseur (wie man beim Q&A sehen konnte). Ich wollte ihn wirklich, wirklich mögen. Und doch habe ich in den 92 Minuten viermal auf die Handy-Uhr geschaut.
Ein langsamer, wirklich schön anzusehender Film, der sicherlich viele Menschen in seinen Bann zieht. Aber dann doch nicht alle. Sorry.

war im Cinemaxx 8, Hamburg

Herr_Kees * 6.0

Who the Man?

war im Metropol 1, Stuttgart

Francis * 10.0

Dies ist ein Film, der sich jeder Beschreibung entzieht und dessen Genre wohl erst noch erfunden werden muss: eine Geschichte so rührend und tragisch und doch so voller Leben. Sie ist mit nichts vergleichbar, was ich bisher gesehen habe.
Hushpuppy, ein sechsjähriges Mädchen lebt mit ihrem Vater an einem von der Zivilisation fast völlig vergessenen Ort - The Bathtub - ein Sumpfgebiet im südlichen Louisiana. Mit anderen Menschen bestreiten sie dort unter widrigsten Umständen ihren Lebensunterhalt. Als Hushpuppys Vater erkrankt, will er sie auf das Leben ohne ihn vorbereiten, doch der aufkommende Sturm und das eintreffende Hochwasser lässt alles anders kommen.
Trotz Distanz der Kamera wie in einem Dokumentarfilm ist der Zuschauer immer bei Hushpuppy, ihren Gedanken und Gefühlen. Erreicht wird dies durch Hushpuppys Erzählungen aus dem Off.
Regisseur Benh Zeitlin hat mit seinem ersten Spielfilm Maßstäbe gesetzt. Besetzt mit Laiendarstellern ist ein neues Meisterwerk entstanden.

Erstveröffentlichung

war im Cinemaxx 7, Berlin

D.S. * 4.0

Nicht mein Fall.

Keine Frage, BEASTS OF THE SOUTHERN WILD ist großes Kino. Er verknüpft auf sehr ungewohnte Weise Genres und Wahrnehmungswelten, besticht durch eine tolle Hauptdarstellerin und einen großartigen Score, strahlt echte Poesie aus - vor allem durch die ganz eigene Deutung der Welt in der Off-Erzählung der kleinen Hushpuppy, die mit ihrem unerschütterlichen Optimismus, kindlicher Fantasie und ungebremster Lebensfreude auch die widrigsten Umstände in einer daseinsfeindlichen Umgebung spielend in leicht zu bewältigende Herausforderungen verwandelt. Ab und an tauchen wir auch visuell in diese magisch anmutende Welt Hushpuppys ein; viel zu selten, denn dies sind die außergewöhnlichsten Momente des Films.

Trotz all dieser Stärken, der Einzigartigkeit und erzählerischen Klasse des Films hat er mich persönlich aber überhaupt nicht angesprochen. Er kam mir viel zu tranig und lieb daher, verbreitet eine Weltsicht, die nun mal nicht zu meiner passt und erzählt eine Story, die mich schlicht nicht sonderlich interessiert oder gar berührt hat - auch wenn man mir da jetzt gerne gesellschaftspolitische Ignoranz vorwerfen kann.

Das sind natürlich alles extrem subjektive Anmerkungen und darum sicher nicht als Maßgabe für eine Empfehlung zu gebrauchen. BEASTS... hat eine objektivere Einordnung und eine Wertschätzung seiner Stärken verdient, aber ich selbst konnte nun mal nur sehr wenig mit ihm anfangen und kann ihm deshalb leider auch nicht mehr als 4 Punkte geben. Shame on me.

Nebenbei möchte ich aber noch anmerken, dass ich einen Film in gewisser Hinsicht sehr unglaubwürdig finde, der so offensichtlich Partei für die Schwachen ergreifen will - dann aber gleich in mehreren Szenen in Großaufnahme das Ermorden und Fressen der Schwächsten lustvoll zelebriert. Wie hier mit Tieren umgegangen wird, ist wirklich nicht mehr feierlich.

war im Metropolis 8, Frankfurt

Dick_Laurent * 5.5

Subjektive Wahrnehmung

Über die Frage, was der Film auf dem FFF zu suchen hat, möchte ich mich hier nicht auslassen, zumal eine solche Diskussion nichts über die Qualität des Werkes aussagt. Leider war das nicht die einzige Frage, die sich mir beim Betrachten stellte. Schon das Sichten des Trailers hatte bei mir für Stirnrunzeln besorgt. Nach den ganzen positiven Kommentaren und Rainer Stefans Aussage, "das schönste Centerpiece überhaupt" im Programm zu haben, wollte ich den "Beasts" dann doch eine Chance geben. Und damit wären wir wieder bei den eingangs erwähnten Fragen während des Films: Wo war sie nur, die viel gespriesene Poesie und Magie? Warum hat mich das Ganze nicht gepackt?

Ein Problem von "Beasts" ist sicherlich die unsägliche, wackelige Handkamera, die mir zunehmend auf die Nerven ging. Zugegebenermaßen hat man die geschilderte Welt aus Dreck und Müll als Handlungsort so noch nie zu Gesicht bekommen (auch, wenn das Interesse am einfachen Leben in einfachsten Verhältnissen ein wenig an die Werke Kusturicas erinnert), doch hilft das leider nicht, wenn man vor lauter Gewackel kaum was erkennt. Irgendwann habe ich mich dann auch gefragt, was mir der Film eigentlich erzählen will - und wenn man das dann auf den Reifeprozess eines kleinen Mädchens herunterkocht, ist das Ergebnis dann doch arg banal. Die verwendeten Metaphern sind dabei derartig platt und mit dem Holzhammer (schwach animiert) präsentiert, dass keine Begeisterung oder gar große Empathie für die Charaktere aufkommen mag. Was bleibt ist ein Independentfilm, der mit seiner hollywood’schen Holzhammersymbolik eher den Massengeschmack bedient. Das ist dann doch arg belangslos und, wenn überhaupt, nur wegen des Settings interessant.

war im Cinedom 9, Köln

lexx * 10.0

Hushpuppy

Nach Wunsch von Rosebud soll der Centerpiece des Fantasy Filmfestes jedes Jahr alles das vereinen, was das Filmfest ausmacht. Das ist sehr weit gegriffen und kaum zu bewältigen. Ich persönlich würde sagen, der Centerpiece soll besondere Leidenschaft und Experimentierfreude vermitteln, sowie in besonderen Momenten pure Magie ausstrahlen. Ich finde "Beasts of the Southern Wild" vermittelt genau das perfekt und deshalb ist diese Wahl für mich absolut nachvollziehbar. Ich gehe sogar noch weiter, Rosebud würden sicher sehr gerne weitere Filme dieser Art auf dem Festival zeigen, solche besondere Perlen sind aber nun mal rar gesät. Was ein etwas nerviger Werbespot "Wir haben keine Zuschauer, wir haben Augenzeugen", zu vermitteln versucht, das erlebt man beim diesjährigen Centerpiece hautnah. Ein Film voller Dynamik und Improvisation, nichts wirkt geschauspielert, fast schon dokumentarisch anmutend, wie aus dem echten Leben gegriffen. Da stört mich die vielleicht etwas einfach gehaltene Geschichte überhaupt nicht, wenn das menschliche Beziehungsgeflecht dafür derart sensibel und leidenschaftlich dargebracht wird. In einer Welt wie man sie authentischer nicht darstellen kann, von Menschen bevölkert, wie sie realistischer nicht agieren können. Alleine die Lokation rechtfertigt für mich die Ausstrahlung auf dem Fantasy Filmfest, so etwas sieht man nicht sehr oft. Wie schon bei "Eden Log" ist es bei "Beasts of the Southern Wild" äußerst wichtig, sich komplett auf diese Welt einzulassen und es bereits als Genuss anzusehen, ein Teil davon zu werden und sich aufsaugen zu lassen. Für mich ein besonderer Film, mit einer ganz besonderen Aura.

guckte im Metropolis 9, Frankfurt

ArthurA * 8.0

Wunderschöne, wenn auch nicht makellose Fabel

Hört man heutzutage von einem amerikanischen Independent-Drama, welches sich mit den Auswirkungen von Hurricane Katrina auf die Bevölkerung von Louisiana auseinandersetzt, dann erwartet man ein Stück harte, deprimierende Kost. Hat man es mit einem optimistischen Filmemacher zu tun, dann erhalten die Charaktere zumindest ein Happy End und die Geschichte wird mit viel Humor und Herz versehen. Vor allem würde man bei der Prämisse und trotz des Independent-Siegels wahrscheinlich einen Film nach einem gewohnten Muster erwarten. Es dauert keine fünf Minuten, bis Beasts of the Southern Wild den Zuschauer vom Gegenteil überzeugt.

Wie seine Charaktere, die Bewohner von Bathtub, weigert sich der Film jeglichen Regeln zu folgen. Er macht sein eigenes Ding und ist dabei so von sich überzeugt wie seine kleine Heldin. Von der ersten Minute an zieht der diesjährige Sundance-Gewinner den Zuschauer in seinen Bann und entführt ihn in die magische, surreale Welt von Bathtub, gesehen durch die wissbegierigen Augen einer jungen Philosophin.

Angelehnt ist das Setting tatsächlich an die reale Insel Isle de Jean Charles, doch man fühlt sich in eine andere, archaische Welt hineinversetzt, die sich jenseits von Zeit befindet. Es sind die einfachsten Verhältnisse, in denen diese Menschen leben, doch sie sind glücklich und sie haben einander. So ist jedenfalls Hushpuppys Sicht auf die Dinge. Ihre Kindheit sieht für den in „normalen" Verhältnissen aufgewachsenen Außenbetrachter nicht sonderlich optimal aus, doch sie könnte kaum glücklicher sein.

Das größte „Problem" von Beasts of the Southern Wild ist wohl, dass er mit seiner furiosen Eröffnung, die in einem perfektes Zusammenspiel von Bildern und Musik ein buchstäbliches Feuerwerk an nicht zu bändigender Energie auf der Leinwand entfacht und so die Welt von Bathtub vorstellt, viel von seinem Pulver verschießt. Es ist ein grandioser Einstieg, der zu den besten Filmszenen des Jahres 2012 gehört und ein gutes Argument dafür vorlegt, dass die von Zeitlin mitkomponierte zauberhafte Musik bei den kommenden Oscars auf jeden Fall Berücksichtigung finden sollte. Doch zu diesem Zeitpunkt hat der Film die eigene Messlatte fast unerreichbar hoch gelegt.

Erstveröffentlichung

war im Cinedom 9, Köln

BuzzG * 9.5

Erstveröffentlichung

FFFler * 6.0

Once there was a Hushpuppy ...

Recht überraschend hat Benh Zeitlins Fantasydrama in den wichtigen Kategorien Oscarnominierungen einheimsen können. Auch wenn das im Ansatz durchaus verständlich ist, muss einem der Film auch liegen. Optisch präsentiert sich der Film einwandfrei, die Musik ist klasse und die beiden Hauptdarsteller Quvenzhane Wallis und Dwight Henry gar fantastisch. Dennoch steht und steht und fällt der Film letzten Endes mit der Frage, ob er den Zuschauer berühren kann oder nicht. An mir persönlich ist der Film komplett vorbei gezogen. Sicherlich ist Beasts of the Southern Wild technisch einwandfrei, doch die Geschichte hat es zu keiner Sekunde geschafft mich zu bewegen, berühren oder gar Neugierde auf die nächste Sequenz zu wecken. Sehr schade eigentlich.

Leimbacher-Mario * 7.5

Die magische Flut

Im fast mit dem Oscar bedachten "Beasts of the Southern Wild" geht es um die kleine Hushpuppy, welche mit einem sterbenden Vater & ihrem überfluteten Bayou umgehen muss. Während dieser schwierigen Prüfung (ganz nebenbei machen sich vom Nordpol auch noch riesige Wildschweine auf zu ihr) & der Suche nach ihrer Mutter lernt die Kleine, wie wichtig Liebe, Familie, Mut & das Leben in einer Gemeinschaft sein können.

"Beasts of the Southern Wild" ist das fantastische, bessere Pendant zum neueren "Lost River" aka Ryan Goslings Regie-Premiere. Beide sind wunderschön, mystisch, fantastisch, in beiden wird nicht viel geredet & in beiden gibt es überflutete Landstriche. Beides sind Arthouse-Filme, beide sind cool. Aber warum bekommt die Bayou-Ballade von mir eine doppelt so hohe Wertung wie der neue Mystery-Polarisierer? Erst recht, wenn ich eigentlich eher auf düstere, gruseligere Themen stehe?

"Beasts" hat mehr Herz, eine kleine Hauptdarstellerin aus Zucker, hat eine etwas klarere Story & Aussage (Mut & Zuversicht in die Zahnrädchen der Zeit). Aber vor allem mehr Herz & Feeling. Der kleinen Hushpuppy gönnt man einfach nur Gutes & die Welt um sie herum ist ebenso fantastisch wie realistisch, eine geradezu magische Mischung. Auch BotSW ist stellenweise langatmig & langweilig, aber da helfen die kurze Laufdauer & bildschöne Aufnahmen drüber weg. Und selbst, wenn Stil & Technik nicht ganz so hübsch wären, wäre da immer noch die kleine Protagonistin mit allen Sympathien im Rücken. Der gesamte Film erstickt nicht in künstlerischem Anspruch, sondern verbindet diesen gefühlvoll mit den liebenswerten Charakteren, der verträumt-gefährlichen Kulisse & einer einmaligen Bildsprache. Für ein Regiedebüt extra lobenswert. Irgendwie ein magischer Kinderfilm, gleichzeitig aber auch intim, intellektuell & groß in seinem Denkansatz, überfordernd für fast alle Kinder. Aber man muss ja nicht jeden Film als Kind direkt komplett verstehen, in manche kann man auch lohnenswert hineinwachsen. BotSW gehört sicherlich dazu & jeder Betrachter, ob jung oder alt, wird dankbar sein für den Film als Tipp. Ein sehenswert-zauberhafter Film, wie gemacht für die große Kinoleinwand!

Fazit: unheimlich hübsch, super süß, stellenweise etwas zäh - aber insgesamt sehenswert, nicht nur für Bayou-Fans. Weltkino par excellence!

67 Bewertungen auf f3a.net

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Bewertungen

Beasts of the Southern Wild
  • Score [BETA]: 81
  • f3a.net: 7.3/10 67
  • IMDb: 7.7/10
  • Rotten Tomatoes: 86%
  • Metacritic: 86/100
Bewertungen von IMDb, Rotten, Meta werden zuletzt vor dem Festival aktualisiert, falls verfügbar!
© Fantasy FilmFest Archiv 2020-10-29 12:38

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