s Black Death (2010) Review - Fantasy FilmFest Mobil
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Reviews Black Death

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Reviewer

landscape * 8.5

mediaeval eastern germany

Bis auf die Sequenzen "Osmund als erwachsener Mann", die ohne Verlust herausgeschnipselt werden können, ein sehr, sehr guter Streifen. Habe mich an Hermans "Türme von Bos-Maury" erinnert gefühlt, so gut sind Atmosphäre und Charaktere des Mittelalters getroffen worden.
Und das ein Brite uns zeigt, was es in Ostdeutschland zu sehen gibt, finde ich ebenfalls interessant, hihi.
Mehr History als Fantasy, also mehr wie Braveheart und nicht so wie Behemoth, wenn ich das mal so als Vergleich sagen kann. Und ganz anders als Severance.

war im Cinemaxx 3, Hamburg

Lovecraft * 8.0

Boromir und Aguirre ziehen durch den Osten...

Ein kleines Dorf, das von der Pest verschont bleibt, und in dem Tote wieder zum Leben erweckt werden? Das kann nicht angehen, befindet der Bischof und schickt Boromir, sorry, Sean Bean mit einer Handvoll finsterer Getreuer sowie einem Karren voll lustiger Folterwerkzeuge los, dem blasphemischen Spuk ein Ende zu bereiten.

"Black Death" kommt inhaltlich angemessen düster daher, die Landschaftsaufnahmen aus Sachsen und Sachsen-Anhalt sind stimmungsvoll, der Cast wurde gut zusammengestellt. Mir persönlich hat die Story, inklusiver mancher Twists, gut gefallen, sowie die Tatsache, dass der Film betreffend Gut und Böse keinesfalls eine eindeutige Position bezieht. Die Welt scheint im Chaos zu versinken, und Rettung gibt es für niemanden. Auf den Epilog hätte ich insgesamt auch verzichten können, aber er verpasst dem Film noch eine weitere, bittere Note.

Gibt es denn nun einen Necromancer? Definitiv: Der Regisseur hat Klaus Kinski von den Toten auferstehen lassen - achtet auf den stummen Spießgesellen mit dem mürrischen Gesichtsausdruck. Well done, Mr. Smith! Und bis zum nächsten Mal!

verweste im Cinemaxx 7, Berlin

funky_mariechen * 5.0

Francis S * 3.0

Dieser Review enthält SPOILER!
Black Death ist ein solider und spannender, aber wenig überraschender Abenteuerfilm.
Eine Gruppe um Ritter Ulrich soll ein Dorf ausfindig machen, in dem die Pest noch nicht gewütet hat. Es kursieren außerdem Gerüchte, dass in diesem Dorf Tote zum Leben erweckt werden.
Dass die Männer nicht gerade mit guten Absichten unterwegs sind, wird schnell klar. Begleitet werden sie vom jungen Mönch Osmund, der die Reise zum Wiedersehen seiner große Liebe nutzen will.
Im Dorf werden sie freundlich empfangen - doch es gehen wahrlich seltsame Dinge vor.
Der Film schlägt sich auf keine Seite - was verständlich sein mag - aber dadurch ist er auch ziemlich belanglos und schnell vergessen.

Erstveröffentlichung

goutierte im Cinemaxx 7, Berlin

ritch * 7.0

Erfreulich

Statt auf langweiliges Gemetzel oder (billige) Effektorgien setzt dieser Mittelalterfilm tatsächlich auf eine gute Geschichte. Zudem wird die Thematik "Glauben" nicht so einseitig behandelt, wie in vielen amerikanischen Filmen.

Eine echte Überraschung.

war im Cinedom 9, Köln

GeorgeKaplan * 8.0

Reise in die Finsternis

Ein junger Mönch soll anno 1348 Ritter zu einer Stadt führen, die von der Pest verschont ist und zu der das Gerücht umgeht, dort kehren Tote zu den Lebendigen zurück. Auf seinem Weg dorthin sieht er, wie die Pest wütet, der immerhin die Hälfte der Bevölkerung Europas zum Opfer fallen wird. Er sieht Flagellationen, Hexenverfolgung, Scheiterhaufen. Nur von Gottes Gnade ist nichts zu sehen.

Was anfangs reine Beobachtung einer Welt ist, die im Chaos versinkt, wird zunehmend eine Reise zu sich selbst, und da ist BLACK DEATH von Joseph Conrads "Herz der Finsternis" nicht mehr weit entfernt. Spätestens mit der Ankunft im Dorf muss der Mönch sein Gewissen erforschen und seinen Glauben einer existentiellen Prüfung unterziehen.

Christopher Smith gelingt dabei das Kunststück, tatsächlich dem Zuschauer ab einem gewissen Punkt das mittelalterliche Denken und Handeln so nahe zu bringen, dass man bereit ist, der abergläubischen Logik zu folgen. Weiterhin gebürt ihm auch Lob für den Epilog, der zwar stilistisch die strenge Einheit von Zeit, die der Film bis dahin hatte, durchbricht und damit zunächst etwas überflüssig wirkt, aber die Bitterkeit mit allen Konsequenzen deutlich werden lässt und damit den Zuschauer in die Nacht entlässt.

goutierte im Cinedom 9, Köln

FFFler * 7.5

Hätte das 2:2 gezählt ... wir wären Weltmeister geworden...

Was im Trailer wie ein mittelalterlicher Horrorfilm vom Genreexperten Christopher Smith (der bei der Vorstellung übrigens lieber über die Fußball-WM reden wollte als über seinen eigenen Film ;) aussah, entpuppt sich schnell als atmosphärisch dichtes Drama, dessen Horrorelemente einzig und alleine in der Gruppendynamik der Menschen zu finden sind. Das Ganze erinnert an den hervorragenden The Wicker Man von Robert Hardy und braucht sich vor diesem auch nicht zu verstecken. Die Geschichte ist gut genug, die Charaktere glaubwürdig geschrieben und so zeigt Smith hervorragend die Abgründe der Menschen und vor allen Dingen, welch negativen Einflüsse religiöser Fanatismus mit sich bringen kann. Eine Empfehlung für alle, die atmosphärisch dichtes Kino über die Abgründe der menschlichen Seele zu schätzen wissen.

war im Cinemaxx 7, Berlin

Filmfan * 2.5

Die Pest über eurer beider Häuser!

... oder besser über den Regisseur. Ich habe ein Problem mit Filmen, in denen die Botschaft offenbar wichtiger ist als die Präsentation - weil das Budget offenbar nicht hoch genug ist, um die Präsentation über das Niveau eines LARP-Filmchens zu heben. Und natürlich muss mit Gewalt die Botschaft rein gehämmert werden, dass das Christentum - wahlweise Religion an sich - nur Gewalt bringt. Und schön, dass es keine Magie im Film gibt und das ganze soooo realitätsgetreu ist. Um einen Ex-(und verdammt alten) Kanzler zu zitieren: Es kommt darauf an, was hinten raus kommt - und das war nicht lecker. Ich werde mal recherchieren, ob dem Sean Bean à la Nicolas Cage und Wesley Snipes Steuerschulden bis zum Hals stehen. Für mich sind solche Schauspieler ein Kriterium, um bei Filmen ganz ganz vorsichtig zu sein.

war im Metropolis 8, Frankfurt

lexx * 7.5

Carpe diem

Meine Vorfreude auf diesen Film war groß, nicht nur die Kritiken waren überwiegend positiv, das finstere und annähernd realistisch dargestellte Mittelalter Setting ist auch eines meiner liebsten. Der Film bietet dann auch das was davon zu erwarten ist, verschenkt aber in zweidrittel der Zeit die Möglichkeit zu einem wirklichen Kleinod, weil Black Death in dieser Zeitspanne leider zu sehr dahinplätschert und erst im letzten Drittel die Intensität ordentlich hochschraubt. Hätte Christopher Smith die dramaturgische Spannung auch nur ansatzweise den ganzen Film über durchgezogen, für mich als Liebhaber solcher Filme wäre das ein 10er Kandidat gewesen, denn ansonsten lässt sich die Pestilenz in keinster Weise lumpen und es ist ein pures Vergnügen das finstere Setting auf sich wirken zu lassen. Einzig die eine Massenkampfszene wirkte sehr Amateurhaft, wilde, hektische Schnitte, ein paar schnelle Splattereinlagen, hier hätte ein richtiger Kampfchoreograph wahre Wunder bewirkt, ohne das dies dem Film jedoch geschadet hat, da Actionfans und die Spaßfraktion hier sowieso falsch aufgehoben sind.
Meine Bitte an die Regisseure und natürlich auch an die Festivalbetreiber: Bitte bitte bringt mehr realistische Filme aus dem Mittelalter, viel mehr davon!!

glotzte im Metropolis 1, Frankfurt

ElisabethMaurer * 8.0

Black Death

Erstveröffentlichung

saß im Metropolis 8, Frankfurt

Rohrkrepierer * 8.0

Altbekanntes in souverän

Gut ausgestattet, starke und glaubwürdige Darsteller und Charaktere, schöne Geschichte und ein bedrückendes Ende machen aus BLACK DEATH einen überraschend guten und spannenden Film, der den Zuschauer lange Rätseln lässt, ob es sich nun um einen Historien- oder einen Fantasyfilm handelt und genau deswegen etwas Besonderes ist.
Kein Meisterwerk, aber ein starker Film der in seinem Bereich herausragt und stellenweise in dem Dargestellten sogar recht mutig daherkommt. Schön.

verweste im Cinecitta' 3, Nürnberg

Alan Smithee S * 8.0

Dieser Review enthält SPOILER!
Mit "Black Death" folgte für mich nach Ridley Scotts Neuinterpretation von "Robin Hood" der zweite Film in diesem Jahr, der sich bei seiner Darstellung des Mittelalters um wesentlich mehr Realismus bemüht, als man es sonst gewohnt ist.

Das zentrale Thema des Films ist die Pest und damit auch der Umgang der Menschen mit dem Tod, ihr Versuch ihn gedanklich greifbar zu machen.
Die Furcht vor dem Tod wird durch eine verheerende Epidemie wie die Pest allgegenwärtig. Als Erklärungsansatz bleibt den Menschen in der Zeit vor der Aufklärung da im Grunde nur die Religion:
Während der Eingangsmonolog die Pest als Teufelswerk verdammt und durch die parallele Aufnahme einer Ratte mit unserem heutigen wissenschaftlichen Kenntnisstand kontrastiert, interpretiert ein Charakter die Epidemie später im Film als Strafe Gottes für Kriegsverbrechen der englischen Armee. Der Tod lässt die Menschen mit seiner scheinbaren Willkürlichkeit hilflos zurück, und so werden mitunter Sündenböcke gesucht, deren Verbrennung den Menschen hilft ihre Wut und Verzweiflung zu bewältigen, gleichzeitig aber auch die Vormachtstellung der Kirche sichert.

Die Handlung des Films konzentriert sich auf den jungen Novizen Osmund, der sich einer Gruppe Soldaten anschließt, um mit seiner heimlichen Freundin Averill eine gemeinsame Zukunft haben zu können. Die Gruppe wird vom streng gläubigen Ulric angeführt und sucht im Auftrag des Bischofs ein Dorf, das von der Pest bisher völlig verschont geblieben ist, wohinter die Kirche den Einsatz schwarzer Magie vermutet. Nach einer überaus blutigen Auseinandersetzung mit Räubern finden sie Dank Osmunds Hilfe schließlich das Dorf, und lange Zeit bleibt auch für den Zuschauer unklar, ob sich die charismatische Dorfvorsteherin Langiva (wunderbar gespielt von Carice van Houten) tatsächlich übernatürlicher Hexenkräfte bedient...

"Black Death" bietet keinen spannenden Plot im klassischen Sinne, hat mich mit seinem Diskurs über das Verhältnis von strenger Religiosität und Aberglauben über weite Strecken aber sehr gefesselt. Der Film schildert eindrucksvoll den Missbrauch dieser beiden Glaubensformen und lässt es aus meiner Sicht auf interessante Weise offen, ob und inwieweit man sie voneinander abgrenzen kann.

war im Metropolis 8, Frankfurt

Heidi S * 7.5

Dieser Review enthält SPOILER!

Mitteralterlicher Horror

Ach, wie mag ich das Mittelalter: eine Geschichte um einen jungen Novizen und sein Mädchen, die Pest und einen geheimnisvollen Auftrag. Sean Bean als Ritter Ulric ist gutbesetzt, wo gegen Eddy Redmayne mehr Charakter hätte haben können. Bis zur Ankunft im geheimnisvollen Dorf hat der Film eine mitteralterliche und düstere Atmosphäre. Gott ist sehr fern. Mit Ankunft im Dorf wird schnell klar, wie der weitere Verlauf des Filmes sein wird. Und doch gab es dann noch etwas Unerwartetes und Mystisches am Ende, wo man doch annahm, dass für alles einen weltlichen Grund gibt, dass das Dorf bislang verschont blieb.
Gut dargestellt ist, wie Langiva, gut gespielt von Carice van Houten, als Dorfhexe die unwissenden Dorfbewohner im Griff hat. Das ist Mittelalter pur. Auf der eine Seite die Kirche, die den jungen Novizen und Ulric ins Dorf schickt, um zu vernichten, was sie nicht begreifen können und auf der anderen Seite die naiven Dorfbewohner, die darauf hoffen, von der Pest verschont zu bleiben, wenn sie Langiva gehorchen.

Gute Atmosphäre, mit gut gewählten Schauspielern und Schauplätzen. Jedoch hat mir ab Mitte des Films ein fesselnder Plot gefehlt, gerade weil ich ahnte, wie es ausgehen wird.

69 Bewertungen auf f3a.net

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Bewertungen

Black Death
  • Score [BETA]: 71
  • f3a.net: 7.2/10 69
  • IMDb: 7.0/10
Bewertungen von IMDb werden zuletzt vor dem Festival aktualisiert, falls verfügbar!
© Fantasy FilmFest Archiv 2020-09-19 03:41

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