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Scrabble-Fieber!
von D.S.

Eine nicht ganz legale Party führt zum versehentlichen Tod eines unschuldigen Unbeteiligten – was tun? Die Polizei rufen wäre zu einfach, und man könnte ja auch im Knast landen. Also muss eine andere Lösung her. Die aber natürlich erst recht zu katastrophalen Konsequenzen führt...

Dieses Story-Set-up ist so alt und oft gesehen, dass BODY eigentlich gar nicht weiter der Rede wert wäre. Wenn es da nicht einige Aspekte gäbe, die einen echten Unterschied machen – zumindest über einen Teil der Laufzeit des Films hinweg. Zum einen sind da die Figurenzeichnung und das Spiel der Darstellerinnen: Unsere drei Freundinnen, die in der Nacht vor Weihnachten im fremden Haus zu viel feiern und trinken, wirken allesamt äußerst natürlich und mit Abstrichen auch sympathisch, bis es dann zum fatalen Unfall kommt und einige charakterliche Abgründe offenbar werden. Zum anderen wirken ihr Verhalten und ihre Entscheidungen sogar bis weit über diesen Punkt hinaus zur Abwechslung mal einigermaßen glaubwürdig, nachvollziehbar. Das kann man gar nicht genug loben, denn so kann man sich als Zuschauer tatsächlich wesentlich besser als üblich in die Figuren hineinversetzen und mitfiebern.

Ab einem gewissen Punkt kippt das aber leider auch hier; im letzten Drittel wird die Story von BODY, wird das Verhalten seiner Figuren zum typischen, sich nur noch â€×geschrieben“ anfühlenden Unwahrscheinlichkeits-Exzess. Schade ist dann auch, dass man das Schreiben nicht weit genug getrieben hat: Wenn das Drehbuch sich schon entscheidet, den zunächst durchaus so vorstellbaren, weitgehend realistisch wirkenden Rahmen zu verlassen, hätte es sich auch ein paar clevere Wendungen mehr einfallen lassen können. Es gibt einige davon, und die funktionieren auch ganz gut. Gegen Ende verflacht der Ablauf der Handlung dann jedoch ziemlich und führt viel zu straight zum unspektakulären Finale. Was umso mehr verwundert, da vorher mehrere Nebenhandlungselemente mit erweitertem Drama- oder Thrill-Potential eingeführt wurden – die aber überhaupt nicht weiterverfolgt und damit verschenkt werden.

So kann man sich BODY zwar durchaus ansehen, wird einigermaßen kurzweilig unterhalten. Zudem gibt es eine wirklich herausstechende, wenn auch handlungsseitig komplett unwichtige Szene zu bewundern: Das Partymachen der Mädels wird hier ausnahmsweise mal nicht mit fetten HipHop- oder Elektro-Beats unterlegt, sondern mit einem Walzer. Das bringt einen schon zum staunenden Grinsen. Abgesehen davon wird der Film jedoch nicht lange in Erinnerung bleiben, denn schon der Ausgang des Geschehens ist einem zuletzt eher egal.

Mehr als 5,5 Punkte sind deshalb nicht drin, was nach dem relativ vielversprechenden Anfang dann doch etwas enttäuscht. Es gibt allerdings zweifellos blödere Umsetzungen einer derartigen Storyidee. Und die Mädels sind wirklich ganz nett. Auch, wenn zumindest eine von ihnen das mit dem Scrabble-Spielen vielleicht lieber sein lassen sollte.

war im Cinestar, Frankfurt

38 Bewertungen auf f3a.net

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  • Score [BETA]: 60
  • f3a.net: 5.3/10 38
  • IMDb: 6.7/10
Bewertungen von IMDb, Rotten, Meta werden zuletzt vor dem Festival aktualisiert, falls verf├╝gbar!
© Fantasy FilmFest Archiv 2020-09-23 23:54

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