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Review Bound to Vengeance

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Gar nicht mal so clever.
von D.S.

Selten dämlicher Exploitation-Streifen billiger Machart, der zunächst so wirkt, als wolle er eine schwarze Komödie sein – seinem unangenehmen Thema, nämlich der serienmäßigen Verschleppung von Frauen, zum Trotz. Nur allzu bald stellt sich jedoch heraus, dass die Splatstick-Highlights im ersten Filmdrittel wohl eher unfreiwillig komisch (um nicht zu sagen grenzdebil) sind. Der weitere Verlauf zeigt nämlich, dass sich der Film erschreckend ernst nimmt; mehr noch: für intelligent gehalten werden will.

Und als solches wird er ja u.a. auch von Rosebud angepriesen, wenn da im Programmheft etwa von „subversiv“ und „Gender-Abgründen“ die Rede ist. Aber sorry: die Story um eine junge Frau, die sich aus ihrer Kerkerhaft bei einem schmierigen Entführer befreit und in Minutenschnelle zum blutgeilen Racheengel mutiert, wirkt eher so, als sei sie von ein paar Dopeheads nach der achten Tüte zusammengezimmert worden. Figuren vom Reißbrett, derbste Unglaubwürdigkeiten im Verhalten derselben sowie jede Menge Logikfehler... okay, darüber kann man bei einem Hardgore-Streifen im „Midnight Madness“-Slot ja noch hinwegsehen. Und dass unsere Heldin sich, endlich wieder in Freiheit, dazu entschließt, das Suchen und Befreien weiterer Opfer ihres Peinigers nicht etwa den Profis von der Polizei zu überlassen, sondern die Sache selbst in die Hand zu nehmen: wer's braucht. Ist halt ein Film.

Wenn dann aber die ersten beiden Befreiungsaktionen zu hanebüchenen „Was schiefgehen kann, wird auch schiefgehen"-Albernheitsexzessen verkommen, fällt es schwer, noch irgendwas vom folgenden Geschehen ernst zu nehmen. Zumal es ohnehin weitgehend nach Revenge-Movie-Schema-F gestrickt ist, sonderlich überraschend wird es hier jedenfalls nie. Und der einzige vermeintliche Clou der Handlung ist nicht nur für halbwegs Genreerfahrene dank des Aufbaus der Erzählung mit immer wieder eingebauten Rückblenden Meilen gegen den Wind zu riechen: er wird sogar gegen Mitte der Laufzeit im Dialog explizit angekündigt.

Nein, intelligent wirkt hier definitiv gar nichts. Dennoch kann BOUND TO VENGEANCE einen halbwegs bei der Stange halten. Das liegt einerseits an seiner gesunden Härte und der temporeichen Inszenierung; auch wegen der Dämlichkeit vieler Entscheidungen unserer Protagonisten wird es niemals langweilig. Andererseits ist es halt auch immer wieder schön, mitzuerleben, wie fiese Dreckskerle ihrer gerechten Strafe zugeführt werden. Und Rachegelüste werden hier wirklich befriedigend anschaulich ausgelebt.

Mehr als 5 Punkte sind aber trotzdem nicht drin, denn der Film hat einfach zu viele Schwächen und ist trotz seines „Rollentausches“ bzw. Perspektivwechsels schlicht eindeutig nicht originell genug. Hätte letztendlich als schwarze Komödie vermutlich deutlich besser funktioniert.

PS: Dass als Adresse des letzten Hauses mehrfach „1408 Brown Street“ genannt wird, die Kamera uns dort dann aber in Großaufnahme die Hausnummer 2628 zeigt... naja. Oder habe ich da nur die „böse Ironie“ nicht verstanden?

staunte im Cinestar, Frankfurt

49 Bewertungen auf f3a.net

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Bewertungen

Bound to Vengeance
  • Score [BETA]: 42
  • f3a.net: 5.8/10 49
  • IMDb: 5.8/10
  • Rotten Tomatoes: 20%
  • Metacritic: 31/100
Bewertungen von IMDb, Rotten, Meta werden zuletzt vor dem Festival aktualisiert, falls verfügbar!
© Fantasy FilmFest Archiv 2020-01-24 23:19

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