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Review Bound to Vengeance

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Racheengeltrainingsprogramm
von meiklsan

Naja, so wild war das jetzt auch wieder nicht. Entweder bin ich nach 20 Jahren FFF wirklich schon so abgebrüht, dass mich nichts mehr schocken kann, aber die im Vorfeld erwähnten Walk-Outs kann ich eigentlich nicht verstehen, zumindest nicht hinsichtlich der physischen Härte. Außer die Leute sind vielleicht gegangen, weil sie den Streifen womöglich einfach nur schlecht fanden!? In Frankfurt ist heute eigentlich alles ruhig geblieben, sowohl während des Filmes als auch danach und geschnarcht hat auch keiner, grins.
Die Basis-Story wurde hier ja bereits mehrfach erwähnt, deshalb spare ich mir weitere Ausführungen dazu. Anfänglich fühlte ich mich tatsächlich auch schon fast dazu verleitet, den Film abzuhaken, denn man merkt ihm schon seinen kleinen, nur begrenzten Indie-Charakter an. Der Rachefeldzug unserer Protagonistin wirkt leider doch etwas aufgesetzt und man kauft ihr das innere echte Rachebedürfnis nicht immer vollends ab. Das liegt vielleicht auch daran, dass ihr Leidensweg in die Gefangenschaft nicht explizit und detailliert beleuchtet wurde, wie das in anderen Rache-Filmen meist ausgiebig zelebriert wird. Unsere Newcomer-Vengeance-Lady wirkt also quasi wie eine ins kalte Wasser geworfene „Revenge Trainee“ und mutiert von jetzt auf gleich zum Racheengel.
Aber nach einer gewissen Zeit fühlt man sich trotzdem irgendwie in die Story hineingezogen, bleibt am Ball, wird neugierig und fühlt wenigstens ein wenig mit. Ein Mitfiebern im klassischen Sinne mit tiefer Betroffenheit ist es aber nicht! Der Film ist kurzweilig, voller Überraschungen, bietet genügend Blood, Action und Spannung und wurde von den Machern vermutlich mit viel Leidenschaft zum Genre ins Leben gerufen.
Manchmal entwickelt sich sogar gegenüber dem Antagonisten ein gewisses Mitgefühl, denn er hat während dieser „Tour de Force“ körperlich durchgehend das größere Leid zu ertragen, als es scheinbar all seine Opfer durchleben mussten. ***SPOILER***Interessant ist auch zu vermerken, dass die zu befreiende Frau Nr. 3 ihre Opferrolle scheinbar im Rahmen eines SM-Hintergrundes sogar sehr gerne weiter ausgelebt hätte und NICHT befreit werden wollte!
Den geistigen Missstand unseres Antagonisten können vermutlich nur Psychologen richtig deuten. Besonders deutlich wird dieser Umstand dann auch in der Schlusssequenz!
Round about: Es ist vieles an den Haaren herbeigezogen, es bleiben viele Logiklöcher und es fließt viel Blut!***SPOILER***
Aber eine Erkenntnis bleibt: Vertraue nicht blind deinen Facebook-Freunden, poste nicht zu viele Bilder und lass deine Familie aus dem Spiel.
Fazit: Der Film hat definitiv keinen Sensations-Charakter! Ein halbwegs guter ambitionierter Indie-Erstling, blutig, kurzweilig und mit Mini-Botschaft!

goutierte im Cinestar, Frankfurt

49 Bewertungen auf f3a.net

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Bewertungen

Bound to Vengeance
  • Score [BETA]: 42
  • f3a.net: 5.8/10 49
  • IMDb: 5.8/10
  • Rotten Tomatoes: 20%
  • Metacritic: 31/100
Bewertungen von IMDb, Rotten, Meta werden zuletzt vor dem Festival aktualisiert, falls verfügbar!
© Fantasy FilmFest Archiv 2020-01-18 09:51

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