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Review Der Bunker

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Deutsches Kino hat wieder Mut & Kreativität
von Leimbacher-Mario

Warum sprechen die Deutsch? Der kann doch niemals aus Deutschland kommen! Zu verrückt, zu neben der Spur, zu verspielt, zu kreativ, zu krank. Doch, er kann! Bravo & Danke zu diesem Film mit Kultpotenzial, an alle Beteiligten. Auch wenn er mir nicht komplett zugesagt hat, ich ihn mir noch nicht mal kaufen werde, ich sogar teilweise gelangweilt war, bin ich beeindruckt.

Der Bunker verweigert sich eigentlich allen Realitäten & auch seine Geschichte (die aber leider nirgendwo richtig hinführt) anzureißen, verrät eigentlich schon zu viel. Ein junger Student mietet sich in einen abgeschiedenen Bunker im Wald ein & bekommt von der Familie dort den "kleinen" Sohn aufgeschwätzt, den er mit Privatunterricht zum Präsidenten schulen soll. Klingt so schon leicht neben der Spur, aber glaubt mir, das ist noch gar nichts! Ein morbides Kammerspiel mit einigen tiefergehenden Denkansätzen zu Erziehung & Familienleben sowie typisch deutschem Verhalten - aber absolut auf internationalem Niveau & komplett gegen den normalen deutschen Comedy-Stil gekämmt. Schon allein deswegen Kudos!

Für einen wirklich guten Film reichen mir Mut, ein cooler Style & ein schlauer Kunst-Ansatz aber nicht ganz. Die Musik schleicht sich ins Ohr, ist kultig as hell, sogar die Credits sind für einen deutschen Film à la bonheur. Aber die Geschichte war über 90 Minuten dann doch etwas anstrengend, Geschichte kann man es sogar gar nicht so richtig nennen. Eher zusammengereihte skurrile Ideen, noch durchgeknalltere Charaktere & eine besondere Grundidee. Man merkt schnell, Kreativität über Kreativität. Kreativität über alles. Aber reicht das für z.B. den Fresh Blood Award auf dem Festival? Ganz klares Nein.

Die Schauspieler spielen richtig genial, sowohl einzeln als auch an den traumgleichen Szenen z.B am Essenstisch merkt man Spielfreude & Humor. Und mich hat Daniel Fripan als kleines Kind überhaupt nicht gestört, ganz im Gegenteil, eher ein passendes & oft richtig lustiges Highlight. Sicher das, woran man sich am stärksten erinnern wird, wenn Zeit vergangen ist. Manchmal schüttelt man den Kopf, manchmal lacht man laut, manchmal bleibt einem das Lachen im Hals stecken.

Fazit: überspitzt, wahnwitzig, surreal, verkopft & zugleich spontan erscheinend - eine Interpretationslehrstunde als bizarres Kammerspiel!

war im Residenz, Köln

48 Bewertungen auf f3a.net

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Bewertungen

Der Bunker
  • Score [BETA]: 59
  • f3a.net: 5.5/10 48
  • IMDb: 6.3/10
Bewertungen von IMDb, Rotten, Meta werden zuletzt vor dem Festival aktualisiert, falls verfügbar!
© Fantasy FilmFest Archiv 2020-01-18 10:07

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