s BuyBust (2018) Review - Fantasy FilmFest Mobil
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Reviews BuyBust

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Reviewer

Lovecraft * 7.0

Schelle links, Schelle rechts

Zusammengewürfeltes Polizeikommando will den Gangster Biggy (Lechtermann?) in den Slums von Manila festnehmen und löst mit seiner Aktion, zusätzlich sabotiert durch einen Maulwurf, ein Massaker aus.

Philippinischer Kracher in Dauerfeuer-Modus, der in diverser Hinsicht an Black Hawk Down erinnert – gerade auch, was den unfassbaren Bodycount angeht. Erstaunlich, wie "gleichberechtigt" hier gestorben wird, was Frauen und Männer angeht. Beeindruckend das Tempo und diverse spektakuläre Plansequenzen. Wenn es dieses Jahr auf dem FFF ein einziger Actionfilm sein soll, dann dieser.

guckte im ZOO Palast, Berlin

Leimbacher-Mario * 6.0

Wer, wie was? Wieso, weshalb, warum? Wer nicht fragt bleibt dumm!

Kann man einen Film zuerst hassen und dann doch irgendwie ganz süß finden?
Warum schleichen die da anfangs fast 45 (!) Minuten rum?
Wie, nur 13 Tote? ;)
Wo sind die Bad Boys und ihr Jeep, wenn man sie mal braucht?
Kann da überhaupt irgendjemand besser als durchschnittlich Kampfsport?
Warum kaufe ich keinem das Sonderkommando ab?
Soll das ernst gemeint sein?
Verbietet sich der Vergleich zu "The Raid" nicht?
Erkennt man die Mühe und den Willen?
Der Arme, der die Wasserrechnung begleichen muss!?
Munition geht nicht aus?
Wie lange habt ihr für das lange Take gebraucht?
Brauchte ich einfach was Zeit um auf dieses dümmliche Level zu kommen?
Ist das noch Trash oder kann das schon weg?
Wo ein Wille da ein Weg?
Wo war die Story nochmal?
Haben Philippinen neun Leben?
Hat sich bei den Dreharbeiten jemand verletzt?
Will man davon mehr sehen?
Tut das schon weh oder ist das gute, strunzdumme Unterhaltung?
Oder gar ein satirischer Kommentar auf den Sisyphus-Drogenkrieg?
Nimmt das einer ernst?
Ein Partyhit, zumindest mit Vorspulen des ersten Drittels?
Wenn's läuft, dann läuft's?
Will ich das öfters sehen?
Will ich das kaufen?
Kann ich das Gutheißen?

Fazit: Gewollt aber kaum gekonnt, engagiert aber ohne Talent, brutal aber kaum Power, hanebüchen aber dennoch stumpf-sympathisch. Action-Trash in Reinform, wie man ihn nur noch selten sieht. "The Raid" in Amateur. Zynisch, billig, hart. Mit einem Bodycount jenseits von Gut und Böse. Ha Ha Ha.

war im Residenz, Köln

Giallorossa * 5.0

Philippinen-Massaker ohne Sinn

Zugegeben, bei diesem Film rumst und scheppert es gewaltig, auch ist die Anzahl der Toten völlig unübersichtlich. Aber zum einen ist es schwierig, gut und böse auseinanderzuhalten, zum anderen haben die Protagonisten - wie bei Asiaten häufig - wohl mehr als ein Leben, da auch mehrere Messerstiche hintereinander oder auch Kugeln nahezu problemlos weggesteckt werden. Irgendwann habe ich dann bei dem vielen Gemetzel abgeschaltet, da es zu unübersichtlich war.

Absoluter Durchschnitts-Actionfilm!

verweste im Cinecitta', Nürnberg

D.S. * 6.5

Drogenkrieg gefährdet Ihre Gesundheit

Militärisch ausgebildete Elite-Cops einer Anti-Drogen-Sondereinheit als Helden im bewaffneten Straßenkampf gegen so ehr- wie skrupellose Junkie-Gangster und Kartell-Schergen, einen Judas in den eigenen Reihen und irgendwann die halbe Bevölkerung eines Slums in Manila: Hier wird nicht gekleckert, sondern geklotzt. Und das – nach einer ausführlichen Eröffnung inklusive hundertfach gesehener Bootcamp-Montage – ganz ohne Atempause: Wenn die Klopperei, Stecherei, Schießerei in den engen Gassen der Ghetto-Siedlung schließlich losbricht, hört sie für die nächsten 90 Minuten auch nicht mehr auf.

Dabei wird die zum Einsatz kommende Gewalt von allen Parteien zwar sowohl erfrischend gnadenlos als auch durchaus einfalls- und abwechslungsreich gestaltet, dennoch setzen irgendwann gewisse Ermüdungserscheinungen ein. Das liegt zum einen daran, dass die Action meist ziemlich unübersichtlich inszeniert und wenig spektakulär choreographiert ist – und zum anderen ganz banal daran, dass ein reiner Gewaltexzess ohne ernsthafte Ansätze von weitergehender Handlung auf Dauer eben einfach nicht genug ist, um den Betrachter zu fesseln. Unser Einsatzkommando ist im Slum eingesperrt, wird von allen gejagt und muss gegen alle kämpfen: Das war‘s, das will nicht zum Ende kommen, das langweilt nach einer bestimmten Zeit ein wenig.

Klar, viel mehr als Nonstop-Action hatte etwa auch ein THE RAID nicht zu bieten, dieser wirkte aber wesentlich kompakter, war besser gefilmt und in seinen Fights auch deutlich aufregender gehalten – inklusive zahlreicher Martial-Arts-Sperenzchen, die bei BUYBUST fast komplett fehlen. Die mäßige Klasse der Action-Inszenierung zeigt sich idealtypisch an einer Szene, die den berühmten „Hammer-Lauf“ aus OLDBOY nachstellt, aber nicht mal entfernt so eindrucksvoll wirkt. Eine andere Sequenz zitiert HARDCORE HENRY, mit subjektiver Kamera einmal quer durch den Saal metzelnd: nett, aber nach dem Original und THE VILLAINNESS nun eben auch nichts ganz so Besonderes mehr.

Das soll nun allerdings nicht heißen, dass BUYBUST ganz ohne Meriten wäre. Phasenweise lässt einem seine Exzessivität schon die Spucke wegbleiben, denn hier werden buchstäblich keine Gefangenen gemacht, so etwas wie Mitleid oder Gnade ist auf keiner Seite jemals vorhanden. Zudem kann der Film atmosphärisch überzeugen, wirkt mit seinem nächtlichen abgeschlossenen Ghetto-Setting beklemmend und schmutzig, rauh und bedrohlich.

Außerdem erweist er sich in seiner Aussage letztendlich doch als ein bisschen tiefgründiger, als es zunächst den Anschein hat. Über eine lange Zeit hinweg könnte man BUYBUST nämlich glatt als lupenreine Duterte-Propaganda deuten: Unsere Cops, unsere Helden, sind tatsächlich genauso gnadenlos unterwegs wie die nominellen Gangster; sie nehmen Todesfälle nicht etwa nur in Kauf, sie legen es bewusst auf sie an. Das spiegelt natürlich die Realität des philippinischen „Kriegs gegen Drogen“, in dem zur Ermordung von Dealern aufgerufen wird – und legitimiert sie, wie es scheint: Denn im Gegensatz zu den gesichts- und charakterlosen Kriminellen haben die Mitglieder der Polizeieinheit hier Namen, Dialoge und in manchen Fällen sogar eine Backstory, sie werden also eindeutig als die „Guten“ skizziert, die als einzige eine Rolle spielen – das Menschenverachtende ihres Tuns wird aber kein einziges Mal thematisiert oder gar kritisiert, wodurch es als ganz normal, als mindestens unvermeidbar, wenn nicht gar „richtig“ erscheint.

Im Finale kippt dies aber; BUYBUST bezieht erstaunlich eindeutig Position und erweist sich in gewissem Maße als gesellschafts- und regierungskritischer Kommentar. Das wertet ihn auf; Actionfans werden aber auch unabhängig davon ihren Spaß mit dem Film haben. Er hätte nur noch deutlich besser sein können – mit einer interessanteren, umfassenderen Handlung, mit besser inszenierten Fights, mit einer um mindestens 20 Minuten kürzeren Laufzeit. So bekommt er von mir nur knappe 6,5 Punkte. Lohnt insgesamt aber allemal – ich sage nur „Gartenschere“.

war im Harmonie, Frankfurt

Herr_Kees * 4.0

Ein einziges Hauen und Stechen

THE RAID hat gezeigt, wie man trotz reduzierter Story mit einer klaren Struktur, Charakteren mit etwas emotionaler Backstory und vor allem einer meisterhaften Action-Choreographie ein kleines Genre-Highlight realisiert.

Der hochgehypte BUYBUST hat mit seinem Vorgänger im Geiste nur die Einfachheit des Plots gemein und enttäuscht ansonsten auf ganzer Linie. Statt rasanter Action gibt es endlose Ballereien, statt eleganter Fights stümperhafte Rangeleien, statt klarer Choreographie ein einziges Hauen und Stechen, alles höchst unübersichtlich mit unruhiger Handkamera und Schnittgewitter inszeniert.

Klar, dass dadurch das Chaos der Situation und die Unmittelbarkeit der Action vermittelt werden sollten, die Wirkung ist jedoch vor allem nervtötend und anstrengend, vor allem über eine Laufzeit von 127 Minuten – zumal einem keiner der Charaktere auch nur ansatzweise sympathisch ist.

guckte im Metropol, Stuttgart

Alexander * 2.0

Unterste Schublade

Die mit primitivsten Klischees überladenen, viel zu langen 127 Film-Minuten von „Buybust“ hätten ohne weiteres um mindestens 45 Minuten gekürzt werden können, denn so lange dauert es bis in diesem langweiligen Film überhaupt mal etwas passiert, was angesichts der Tatsache, das es sich bei „Buybust“ doch um einen reinrassigen „Action“ Film ohne jegliche Komplexität oder Tiefgang handelt, schon sehr traurig ist.

Doch notfalls ginge auch das in Ordnung, wären die sehr spät einsetzenden Kampfszenen, die stellenweise fast schon absurd albern wirken, nicht so grauenvoll choreographiert, und würde man nicht wirklich in jeder zweiten Einstellung irgendwelche Polizisten durch die immer gleichen (überwiegend schlecht gemachten) Slum-Sets tappen und in mies ausgeleuchteten und billig wirkenden Attrappen irgendwelcher Wellblechhütten wild um sich ballern sehen. Das ist weder spannend, noch dramaturgisch gut umgesetzt, sondern vollkommen konfus, diffus, Apfelmus… und nach sehr kurzer Zeit bereits einfach nur noch ermüdend.

Die durch die Bank talentfreien Darsteller wurden sehr wahrscheinlich in einem Slum von Manila zwangsrekrutiert und vom reaktionären Präsidenten der Philippinen dazu gezwungen, in diesem ultraflachen Werbefilm für Drogen-Squads mitzuwirken. Die platten „Dialoge“ sind aus der untersten Schublade des Satzbaukastens, sogar jeder „Rambo“ Film hat bessere Zweizeiler, und auch mehr Hirn als dieser Actionmüll, dessen Handlung locker auf einen halben Bierdeckel passt.

Brachiales, repetitiv inszeniertes Actionfutter für Anspruchslose an dem sich allenfalls noch einige wenige, leicht zu befriedigende Hardcore-Actionfans berauschen mögen. Der verwöhnte Cineast jedoch wendet sich angesichts des Sinn-befreiten, handlungsarmen Dauer-Gemetzels mit lieblos draufgeschusterter Tonspur nur noch peinlich betreten ab und verlässt wahrscheinlich auch vorzeitig und zutiefst entnervt den Kinosaal, um sich Aspirin zu holen. Weniger wäre hier durchaus „mehr“ gewesen, denn hier gibt’s auf die Fresse in Dauerschleife und das stresst.

Gäbe es nicht den noch schlechteren „Future World“, wäre „Buybust“ der für mich mit weitem Abstand langweiligste und nervtötendste Film auf dem FFF dieses Jahr. Mit etwas Glück werde ich beide Machwerke aber schon bald wieder vergessen haben.

35 Bewertungen auf f3a.net

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Bewertungen

BuyBust
  • Score [BETA]: 68
  • f3a.net: 6.2/10 35
  • IMDb: 7/10
  • Rotten Tomatoes: 73%
  • Metacritic: 68/100
Bewertungen von IMDb, Rotten, Meta werden zuletzt vor dem Festival aktualisiert, falls verfügbar!
© Fantasy FilmFest Archiv 2019-11-15 13:38

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