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Reviews The Card Player

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Reviewer

Roughale * 5.5

Argento mit Schwächen

Der Abschlussfilm der Hamburger Nächte war etwas enttäuschend, weil er zum einen für einen Argentofilm etwas zahm war und zum anderen viele Elemente, die einen guten Argentofilm ausmachen, vermissen lies, das war im besonderen, die Kameraarbeit, die hier eher TV Niveau hatte, schade.

Die Story war ok, etwas TV Krimi Niveau, mit nicht wirklich überaschendem Ende.

war im Cinemaxx, Hamburg

Mirco Hölling S * 1.0

Dieser Review enthält SPOILER!

Argento aufm Berg

Als Prämisse muss gesagt sein: Ich bin ein starker Argento-Verehrer und betrachte viele seiner Filme als optisch wegweisend, wenn auch narrativ selten wirklich stark. Seit TRAUMA jedoch bin ich entsetzt über die schwachen Leistungen (Ausnahme: Der wundervolle STENDHAL-SYNDROME), was Buch und Schauspielführung angeht. Zumindest in TRAUMA hat er sich ja noch bemüht, optisch einiges zu bieten, aber in PHANTOM oder SLEEPLESS kam die Bildgestaltung über Durchschnitt und die Schauspielführung über Lächerlichkeit ja nicht mehr hinaus.

Und nun das.....

Entsprechend auf das Schlimmste gefasst, hab ich mir den allerschlechtesten Film des Jahres angeschaut. Gottseidank war dieser Schrott wiederum nun sooooo miserabel, dass man sich zumindest prächtig amüsiert hat. Selten habe ich in letzter Zeit ein gerammelt volles Kino so herzhaft lachen sehen. Kunststück: Jagte doch eine Lächerlichkeit die nächste.

Aber der Reihe nach:

Argentos früheres Markenzeichen war die elegante, zum Teil ekstatische Bildgestaltung!!! Hiervon GAR keine Spur. Fernsehniveau! EINE Einstellung war ganz nett, der Rest konventionell und ohne Esprit und Inspiration. Für Beleuchter war wohl kein Geld mehr über, denn das z.T. spärliche Licht sah aus wie von Baulampen ausm OBI-Markt. Argento!! Sechs, setzen!!

Drehbuch: Seien wir ehrlich!! Das konnte er noch nie gut. Bis auf PROFONDO ROSSO, STENDHAL SYNDROME und (bedingt) TWO EVIL EYES war ihm Figurenzeichnung immer wurscht. Aber was hier geboten wird, grenzt an eine Frechheit. Wenn der Film in den 70ern entstanden wäre, würde man ihn vermutlich Lenzi oder Bianchi zuordnen, nicht aber dem Meister himself. Derart blasse und stereotype Figuren habe ich selten zu Gesicht bekommen. Das hat dann mehr was von der Rosamunde-Pilcher-Verfilmung der Woche als von ernsthafter Personenzeichnung. Der Plot selber ist ebenso hingerotzt, dass man eigentlich sauer sein sollte, wenn man nicht so viel lachen müsste. Der Versuch, einen spannenden Who-dun-it-Plot zu fabrizieren, geht komplett nach hinten los, da die Herleitung der Auflösung derart an den Haaren herbeigezogen und megahyperkonventionell ist, dass man sich vor Lachen im Kinosessel krümmen muss.

Schauspielführung: War auch nicht seine Stärke. Speziell bei TENEBRE oder OPERA wird schon in einigen Dialogen die Grenze des Erträglichen gestriffen. Nach SLEEPLESS dachte ich jedoch, schlimmer geht’s nimmer....aber das war immerhin ein chargierender Max von Sydow!! Immer noch besser als chargierende Vollwürste, wie im CARDPLAYER. Diese Leistungen (fast alles Italiener, die jedoch permanent grauenvolles Englisch radebrechen, mit völlig falschen Konotationen drauf los brabbeln) sind das spassigste, was ich seit BESTIE AUS DEM WELTRAUM, PROVINZ OHNE GESETZ und DIE GNADENLOSEN SIEBEN gesehen habe. Die anderen 250 Leute im Kino sahen es wohl ähnlich, da sich fast schon tumultartige Situationen ergaben. Wildfremde Menschen fielen sich mit tränenfeuchten Augen in die Arme und schworen Argento ewige Treue, sofern er nur weiter so lustige Filme macht. Der ausgelassenen Stimmung wohl taten dann auch noch so wahnsinnig "surreale" Momente wie ein sehr kleiner, sehr dicker Pathologe, der in wilden Verrenkungen zur Wand tänzelt, um aus dieser die Leiche herauszufahren. Kaum sind die Polizisten wieder weg, schmettert er dann neben dieser Leiche eine Puccini-Arie!! Hat Argento was geraucht?????????? Spitze auch die Idee, zwei Computerexperten der Polizei so aussehen zu lassen, wie sich 12-Jährige solche Menschen vorstellen. Der eine mit wilden Haaren und dürr à la Benigni und der andere dick, mit Hornbrille und lustigem bunten selbstgestricktem Schal. Warm am Bein runter lief es mir auch, als die Hauptdarstellerin den Supermachobullen, den sie auch flachlegen will, in ihre Wohnung einlädt und diesem Hardcore-Trinker einen Drink anbietet.
Dialog (übersetzt):
Er (auf das Glas weisend): Was ist das?
Sie: Karottensaft!!!

Lieber Dario, was soll das????

Derartige Situationen gab es noch zig, aber ich habe zu viele vergessen, die Gags kamen Schlag auf Schlag.

Musik: Simonetti wieder am Werke. War doch die Musik m.E. das einzig überzeugende an SLEEPLESS, geht diese in diesem Schundwerk auch ÜBERHAUPT nicht. Bezeichnend, dass die Hauptdarstellerin auf ein Radio schießt, aus der das Main-Title-Theme ertönt. Als die Musik verstummte, gab es in der von mir besuchten Vorstellung Szenenapplaus von völlig genervten Zuschauern.

Härte: Viele Leute haben sich m.E. in dem schlechten SLEEPLESS von der guten Musik, Argentos gutem Namen und nicht zuletzt der deutlichen Härte und den graphischen SFX blenden lassen. Zumindest was den letzten Teil angeht, gibt es diesmal keine Gefahr. Der Film hat in jeder Szene "BILLIG!!" rechts oben in der Ecke stehen, so dass für SFX offenbar kein Geld da war. Zwar gibt’s n paar Szenen, wo Leichen mit Pinzetten untersucht werden, was recht schleimig ist, aber das war’s auch schon. Sonstige Gewalt findet im Off statt. Schade, denn bei DEN Darstellern hätte ich mir ein Blutmassaker gewünscht und es wirklich genossen.

Resümee: Ich habe die Theorie, dass Argento nach seinem unbefriedigenden Amerikaausflug zu TWO EVIL EYES die Filmerei an den Nagel gehängt hat und jetzt irgendwo in der Toskana auf einem Gehöft Briefmarken sammelt oder ähnliches. Um seinen Namen nicht sterben zu lassen, hatte sein Kumpel, der Trash-Regisseur Luigi Cozzio (STAR CRASH, THE BLACK CAT) die Idee, in Argentos Namen TRAUMA, PHANTOM und SLEEPLESS zu drehen. Nur als STENDHAL SYNDROME anstand, hatte Cozzi keine Zeit und der ungleich talentiertere Michele Soavi musste einspringen.

Und Argento sitzt aufm Berg und lacht sich tot.

Fazit: Der allerletzte Dreck!! Trotzdem nicht verpassen. Habe lange nicht mehr so gelacht.

Mirco Hölling (22.03.2004)

war im Cinemaxx, Hamburg

marco * 3.0

Enttäuschend

Hab den Film schon früher auf italienisch gesehen und war sehr enttäuscht. Das einzig gelungene waren die "Leichenszenen", diese hat Argento ziemlich realistisch umgesetzt. Aber, wie hier schon gesagt wurde, leider war sonst alles auf TV-Niveau...

In einem Interview habe ich gelesen, dass Argento diesen Film nach den Regeln des Dogma-Films drehte, weil er zu der Zeit sehr davon fasziniert war. Leider bringt diese Stilrichtung einer filmischen Umsetzung nicht wirklich viel Gutes entgegen. Wenn jemand Argento sehen will, dann erwartet er nicht Verzicht auf jegliche künstliche Lichtquelle etc.... Dadurch kommt keine typische "Argento-Atmosphäre" auf und jegliche Stimmung wird im Keim erstickt.

Die Story ist auch nicht gerade genial. Die Suche nach dem Mörder eher uninteressant. Aber wer guckt schon Argento-Filme wegen der Handlung...

Fazit:
Diesen Film kann ich guten Gewissens niemandem empfehlen...

Umelbumel * 4.0

Irgendwie komisch...

Der Film war ziemlich schlecht, doch war er teilweise so schlecht, dass es schon wieder lustig war. Die Schauspieler sind so eine Katastrophe, aber das stört nicht wirklich, weil man ständig was zum Lachen hat. Die Story ist verdammt öde und hätte auch bei einer guten Umsetzung nur bedingt überzeugen können. "Harte" Szenen gab es nicht und vorhersehbarer hätte der Film nicht verlaufen und enden können. Alles in allem doch ziemlich schlecht, aber weil alles so unfreiwillig komisch wirkte, irgendwie doch ein bißchen lustig. Kann ihn aber nicht empfehlen...

war im Cinemaxx, Hamburg

Ulrike * 2.5

Früher war alles besser...

...und auch der Herr Argento hat schon mal bessere Filme gemacht. Zugegebenermaßen ist Argento tatsächlich Geschmackssache, ich für meinen Teil liebe Filme wie Suspiria oder Inferno für das Licht und die Inszenierungen, seine Giallos,... ich will jetzt nicht ins Schwärmen verfallen.

Tatsächlich weiß ich nach diesem Film nicht, wen ich mehr hassen soll: ihn oder mich.

Ihn, weil er besser gar keine Filme mehr machen würde als so einen Mist und mich, weil ich trotz der schlechten Kritiken drin war bzw. nach "Sleepless" und auch generell eine gewisse Erwartungshaltung hatte und bitter enttäuscht wurde.

Sie sollten sich schämen, Herr Argento!
So entzaubern sich Helden... heul...
(die zweieinhalb Punkte dafür, dass ich mich dank der unfreiwilligen Komik kaputtgelacht habe, wenn auch mit einem tränenden Auge)

FFFler * 5.0

Trash, aber lustig

Da ich ne Supergurke erwartet habe wurde ich von Dario Argentos Thriller doch positiv überrascht. Grund dafür war sicherlich nicht die Qualität des Filmes, denn die ist teilweise unter aller Sau, aber das so konsequent, dass es bei mir ein so schlecht dass es schon wieder lustig ist Gefühl auslösen konnte. Die Dialoge sind grottig, die Story nett (Pokerbonus), aber derart schlampig in der Ausführung, dass man sich über die komplette Laufzeit fragt ob die Macher den Film vor der Veröffentlichung überhaupt mal in Augenschein genommen haben. Aber wie gesagt: Ich habe mich sehr gut unterhalten gefühlt und mit dem ein oder anderen Bier, sowie der richtigen Meute kann der Film Spaß machen.

Leimbacher-Mario * 3.5

Argento, wo bist du hin?

Die früheren Filme von Dario Argento sind magisch & haben Horror-Geschichte geschrieben. Die neueren Filme, unter anderem angeführt von "Il Cartaio" / "The Card Player", sind aber in fast allen Belangen das Gegenteil. Vergleiche mit "Suspiria" & Co. enden peinlich & man könnte meinen, es wäre unmöglich derselbe Regisseur. Aber auch losgelöst von unfairen Vergleichen ist dieser Neo-Giallo maximal Mittelmaß, wirkt eher wie ein billiger Versuch, Torture-Filme à la "Saw" mit dem Giallo zu kreuzen.

Es geht um einen Killer, der eine italienische Stadt & Polizeieinheit in Atem hält, indem er diese zu Online-Kartenspiel-Duellen herausfordert - als perfider Einsatz steht jedes Mal das Leben einer jungen Frau auf dem Spiel, welche dann live im Netz umgebracht wird. Klingt nicht nur wie typischer DTV-Quatsch aus den Anfangsjahren des neuen Jahrtausends, ist auch nicht mehr als das. Anders als frühere Werke des Meisters stellt sich hier weder Schönheit noch Spannung ein, eher eine seltsame Kälte, die Desinteresse transportiert.

Kälte passt eigentlich zu einem Thriller, trotzdem hat mich das Ganze eher aufgeregt als gepackt. Auch Gore wird hier eher kleingeschrieben. Und wenn dazu dann noch eher überschaubar gute Schauspieler uninteressante Charaktere spielen, fragt man sich schnell, was der Film denn eigentlich bieten soll, um zu gefallen. Am ehesten könnte man da noch die in Ansätzen nette Idee mit dem Online-Gaming nennen***SPOILER*** - was dann aber der erzwungen wirkende Twist am Ende eher wieder in Augenrollen verwandelt. Kann man einmal gucken, kauft man ihn sich allerdings, könnte man sich ärgern & ihn sicher nicht allzu oft in den Player wandern lassen.

Fazit: Bitte Dario, ruh dich auf deinen Frühwerken aus & zieh deinen Namen nicht mit so einem Semi-Schund in den Dreck! Höchstens mal leihen, wenn nichts anderes greifbar ist, um zu sehen, wie tief der Meister gefallen ist...

30 Bewertungen auf f3a.net

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The Card Player
  • f3a.net: 3.4/10 30
© Fantasy FilmFest Archiv 2020-09-20 11:52

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