s The Connection (2014) Review - Fantasy FilmFest Mobil
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Reviews The Connection

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Reviewer

D.S. * 7.5

Mehr Stil geht nicht

Ein episches Crime-Drama, das so nur aus Frankreich kommen kann – und derart viel Stil und Klasse ausstrahlt, dass man sich auch über 135 Minuten hinweg kaum daran satt sehen kann.

THE CONNECTION fühlt sich an wie ein Maßanzug: Hier passt einfach alles perfekt, und man weiß das schon nach ein paar Sekunden. Eine knallharte Story um ein Drogenkartell unter einem skrupellosen Kingpin und einen wie besessen dagegen vorgehenden, charismatischen Untersuchungsrichter. Ein grandios authentisches 70er-Jahre-Setdesign samt stimmigen Kostümen und (fast immer) passendem, umwerfendem Soundtrack. Brillante Charakterdarsteller, unter denen vor allem Jean Dujardin seine ganze Klasse zeigen kann. Eine temporeiche Inszenierung mit exakter Montage, die bei allen Handlungs-Untiefen, allen personellen Verflechtungen und Verwirrungen nie die Übersicht verliert – und schon gar nicht langweilt.

Das auf wahren Gegebenheiten basierende Epos von Cédric Jimenez über Marseille als Heroinhauptstadt Europas, über den Kampf zweier obsessiver Charaktere gegeneinander und gegen die Limitierungen, die ihnen von ihrem jeweiligen Umfeld auferlegt werden, ist meisterliches Erzählkino mit einer selten gelungenen Kombination aus Stil und Story-Substanz; ein berauschender Nostalgietrip und gleichermaßen ein kontinuierlich fesselnder Cop-Thriller klassischer Prägung.

Gehört ganz ohne Frage zum Besten, das dieses Genre in den letzten Jahren hervorgebracht hat und kann auch Nicht-Fans wie mich absolut begeistern. Nicht verpassen! 7,5 Punkte.

saß im Cinestar, Frankfurt

Herr_Kees * 7.0

French Cocaine in the USA

Auch wenn der spannende Polizeithriller die französische Seite der FRENCH CONNECTION zeigt, erinnert er eher an Gangster-Epen wie de Palmas SCARFACE oder PUBLIC ENEMY NO. 1 – Kamera, Schnitt, cooler Soundtrack und liebevolle Retro-Ausstattung sorgen dafür, dass die Überlänge kaum spürbar wird und man ist bestens unterhalten, auch wenn Jean Dujardin vielleicht etwas zu selbstsicher spielt und man am Ende rückblickend etwas die Substanz vermisst.

verweste im Metropol, Stuttgart

landscape * 9.5

Pflicht

Aus der Zeit, als die Autos noch französisch aussahen, die Sondereinheit Jeans und Wildlederjacke trägt, es Telefonzellen gab und die Telekommunikation nur per Richttelefon abgehört werden konnte. Cop und Bulle sind sich hier ähnlicher als in manch anderem Streifen, aber sie sind weit entfernt davon, schwarz-weiß gezeichnet zu sein. Es ist fast wie eine Wette zwischen Gentlemen: Wer wird am Ende gewinnen?

war im Savoy, Hamburg

Christian * 9.0

Vive la French!

Regisseur Cedric Jimenez hat uns mit LA FRENCH einen Klassiker geliefert! Der geneigte Cineast konnte 135 Minuten mit der Zunge schnalzen, während er das wunderbare filmische Bonbon in seinem Mund wendete. Jede Einstellung eine Augenweide, mit viel Liebe zum Detail ein grandioses Setting und musikalisch ein genau abgestimmter Ton mit den perfekt eingestreuten Soundbits, das sind nur einige herausragende Merkmale.

Die Kamera bleibt oft in Bewegung und nimmt den Betrachter mit auf die Fahrt durch die 70er-Jahre in Südfrankreich, wo das weiße Pulver zu jener Zeit eine große Rolle spielt. Jiminez führt die beiden Hauptprotagonisten, den frischgebackenen Chef der Antidrogensondereinheit, gespielt von Jean Dujardin (beeindruckend authentisch), und den Paten von Marseille, dargestellt von Gilles Lellouche, in aller Ruhe ein. Er zeichnet nicht nur die Fassade der beiden Gegenspieler, sondern meisselt Stück um Stück ihren Charakter frei. Hier werden nicht Held und Antiheld positioniert, sondern das Leben mit all seinen Fallen beschrieben.

LA FRENCH ist die französische Variante eines italienischen Mafia-Epos und erledigt dabei ihre Aufgabe so brillant, dass man nicht nur den nächsten Südfrankreich-Urlaub planen will, sondern gleich auch wieder an all die großen Mafiafilme erinnert wird.

9 Auftragsmorde

ArthurA * 8.0

Cooles Gangsterkino

Es gibt einen Grund, weshalb die deutschen Beiträge beim Fantasy Filmfest in der Regel sehr rar gesät sind (dieses Jahr ist eine Ausnahme), während die Franzosen sich schon lange als fester Bestandteil des Festivals etabliert haben. Unsere gallischen Nachbarn haben es einfach drauf und wissen, wie man gutes, hochwertiges Kino produziert in den Genres, die bei uns die Studios gar nicht erst anfassen wollen. Nicht nur im Horrorkino haben sich die Franzosen im letzten Jahrzehnt immer wieder aufs Neue bewiesen, auch französische Action- und Gangsterfilme vom Feinsten bekommen wir regelmäßig vorgeführt. The Connection von Cédric Jimenez ist ein solches Gangsterepos, das in seiner sehr stilsicheren Machart mit jedem Hollywood-Werk mithalten kann, jedoch ein Stück rauer daherkommt. Jedem Cineasten sollte The French Connection mit Gene Hackman, hierzulande ursprünglich als Brennpunkt Brooklyn bekannt, ein Begriff sein. The Connection beleuchtet die französische Seite dieser Geschichte. Sicherlich ist der Film eine Spur konventioneller als der britische Hyena vom Vortag, jedoch keineswegs schlechter. Der Film fängt die Siebziger-Ära von Marseille samt Wildlederjacken, Koteletten, Glamour-Discos, Kettenrauchern und gelegentlichen Gewaltausbrüchen auf offener Straße wundervoll ein. Es ist tolles, schön abgefilmtes, altmodisches Kino, das die große Leinwand verdient hat. Doch das Juwel des Films sind seine beiden Hauptdarsteller. Als Kontrahenten gehen Dujardin und Lellouche in ihren Rollen voll auf, wobei Lellouche den komplexeren Part hat. Beide sind Familienväter und obwohl der Film nie Zweifel daran lässt, dass Tany ein skrupelloser Krimineller ist, wird er trotzdem nicht als eindimensionale Schablone gezeigt, sondern als ein Mensch, der seine Frau und Kinder liebt, der den Verlust seiner Freunde betrauert und der nicht einfach zu sinnloser Gewalt greift. Obwohl man um seine Missetaten Bescheid weiß, kommt man nicht umhin, mit ihm ebenso mitzufühlen wie mit Michel und gerät in ein Dilemma der Sympathien.

Neben diesen beiden Leinwandgrößen gerät der dritte große Star im Bunde, Benoît Magimel, als Tanys einstiger Verbündeter und späterer Konkurrent leider zu sehr in den Hintergrund und man hat auf jeden Fall das Gefühl, dass hier zugunsten der Laufzeit auf eine weitere Entwicklung der Figur verzichtet wurde. Darin liegt eigentlich die größte, vielleicht sogar einzige Schwäche des Films. Obwohl er mit 135 Minuten Laufzeit der längste Beitrag des Fantasy Filmfests 2015 ist, fühlt er sich insbesondere im finalen Akt etwas zu hektisch an. Schließlich deckt The Connection einen Zeitraum von sechs Jahren ab und man wird das Gefühl nicht los, dass hier einiges vereinfacht oder schlicht übersprungen wurde. Am Ende, wenn der Film der Zielgeraden atemlos entgegenhetzt, bleiben leider einige Fragen offen. Man wünscht sich, dass die Macher sich getraut hätten, in die Vollen zu gehen und ein dreistündiges Epos abzuliefern. Dieses wäre vielleicht zu einem Meisterwerk des Krimigenres geworden, so haben wir aber "nur" einen verdammt guten Gangsterfilm mit fantastischen Darstellern, und das ist schon mehr, als man von vergleichbaren deutschen Filmen der letzten Jahre behaupten kann.

Erstveröffentlichung

war im Residenz, Köln

Leimbacher-Mario * 8.5

Das französische "Heat"

"Der Pate", "Scarface", "French Connection", "Untouchables" oder "Goodfellas" - was hätte ich drum gegeben, solche Gangster-Klassiker auf ihrer Kinopremiere oder überhaupt im Kino genießen zu dürfen. Heute durfte ich auf dem FFF einem Film beiwohnen, der sich neben diesen einreihen wird & mit das Beste in Sachen Crime ist, das in den letzten 10 Jahren produziert wurde. Noch dazu kommt, dass Filme, die in den 70s/80s spielen, immer saucool sind.

In "The Connection" / "La French" / "Der Unbestechliche" folgen wir dem Kampf gegen das organisierte Drogenverbrechen in Marseille, sozusagen die andere Seite der French-Connection-Medaille. Dabei stehen sich der einflussreichste Gangsterboss der Stadt (& wahrscheinlich Frankreichs) & ein versiert-verbissener Polizeikommissar auf Augenhöhe gegenüber. Die zwei gar nicht so verschiedenen, aber trotzdem in komplett anderen Teams spielenden Männer werden von allen Seiten beleuchtet, privat wie beruflich, sind ebenfalls zwei Seiten einer Medaille. Man leidet überraschenderweise mit beiden erheblich mit, oder freut sich bei Erfolgen. So ein Duell gab es seit Pacino & De Niro in "Heat" nicht mehr, was Dujardin & Lellouche hier abliefern, ist das Highlight des Films. Trotz herausragendem Style samt cooler Musik, einer Jahre umspannenden Story & nie aufkommender Langeweile (trotz 138 Minuten!) sind es die zwei, an die man sich nach dem Film erinnert. Meine Herren, ihr habt es drauf!

Der Film wirkt, wie gesagt, stylisch top, aber nie überstilisiert. Die 70s erscheinen realistisch & rough, neon & trotzdem schmutzig. Viel besser geht es in Sachen Gangster-Epos nicht, die Franzosen ziehen mal wieder alle Register. Ein Genuss, gerade auch im Kino, dank imposanter Bilder & epischer Showdowns. Von harten Shootouts über lustige One-Liner bis zu glaubhaften Gefühlsausbrüchen, die mir fast Tränen in die Augen getrieben haben - alles par excellence in Idee sowie Ausführung! Der einzige Kritikpunkt wäre vielleicht, dass man fast alles schon mal ähnlich gesehen hat - aber wann hat man das heutzutage mal nicht? Eines der Highlights 2015 & über alle Masse erhaben!

Fazit: ein moderner Klassiker des Gangster-Cinemas & jetzt schon unantastbar!

war im Residenz, Köln

49 Bewertungen auf f3a.net

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Bewertungen

The Connection
  • Score [BETA]: 75
  • f3a.net: 7.8/10 49
  • IMDb: 7.1/10
  • Rotten Tomatoes: 83%
  • Metacritic: 67/100
Bewertungen von IMDb, Rotten, Meta werden zuletzt vor dem Festival aktualisiert, falls verfügbar!
© Fantasy FilmFest Archiv 2019-12-11 14:54

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