s Cypher (2002) Review - Fantasy FilmFest Mobil
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Reviews Cypher

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Reviewer

life.sux * 6.0

Ich bin als langjähriger Filmfest-Besucher schon einige Male auf hochtrabende Texte des Festival-Programmhefts bzw. der Homepage hereingefallen. "Cypher" gehört jedoch nicht zu den Filmen, bei denen die Filmbeschreibung der offiziellen Filmfest-Homepage zu dick aufträgt. Allerdings gerät man keineswegs "[...] mit jeder Minute tiefer in den Bann dieses Films." Der Anfang weckt wenig Interesse und macht es dem Zuschauer schwer, sich für den Film zu begeistern. In den Bann des Films wird man erst später gezogen, denn der Handlungsverlauf ist, nachdem die Anlaufschwierigkeiten überwunden sind, überraschend und selten vorhersehbar, der Zuschauer bleibt lange im Unklaren über die wahre Identität des Morgan Sullivan alias Jack Thursby.
Die Ernüchterung setzt wieder ein, wenn das Ende naht und man den Grund für alles, was im Film passiert ist, aufgetischt bekommt. Ein schlechtes, typisch amerikanisches Ende.
Der Film ist nicht schlecht, aber bei der Auswahl Filme, die das Festival dieses Jahr aufbietet, würde ich diesen Film nur bedingt weiter empfehlen.

panamajo S * 8.5

Dieser Review enthält SPOILER!

Herausragend

Endlich was neues vom Cube-Regisseur! Und wie zu erwarten was Gutes!
Auf Splatter wird diesmal komplett verzichtet, statt dessen erfahren wir endlich, warum Geschäftsberichte immer so langweilig und langwierig vorgetragen werden müssen...
Der Vergleich mit "the usual suspects" ist insofern gerechtfertigt, als daß die Hauptperson (und damit der Zuschauer) in einem Plot agieren muß, der sich ständig ändert. Wer sind die wirklichen Guten, wer die Bösen? Wem kann ich vertrauen?

Spoiler:
ärgerlich nur die typischen Amifilm-Geschichten, z.B.:
- in den Flashbacks der Hauptfigur wird für einem einigermaßen aufmerksamen Zuschacher die Auflösung kurz vor Ende des Films nahegelegt, nur um sie 5 min später zu bestätigen ("oh bin ich schlau" denkt der Durchschnittsami dann wohl - unnötig)
- das unterirdische Geheimlabor des Superhackers ist eine einzige Lachnummer, da häufen sich die logischen Fehler und peinlichen Dutzendwaren Computergrafiken wieder mal...
Oder wer baut einen Ausgang einer >300 Stockwerke unter der Erde liegenden Festung so, daß er 2 m über der Erde ausgefahren wird und eine Treppe nach _unten_ benötigt? Baaka!

Felix Schweiger * 8.0

Sein oder Schein

In der nahen Zukunft. Morgan Sullivan, ein langweiliger Biedermann, steigt in die Welt der extremen Wirtschaftsspionage ein. Er verwickelt sich in ein Spiel aus Sein und Schein, und schon bald stellt er sich die wichtige Frage: "Wem kann ich trauen?"
Schon vorher mit Vorschusslob überhäuft, da vom Cube-Schöpfer, kann der Film seiner Erwartungshaltung dennoch gerecht werden. Auch wenn die Story für sich nicht mehr ganz so genial ist, so wirkt die Umsetzung und das Endergebnis gelungen. Bonus für das Gesamtdesign. Leichten Punktabzug für gewisse designbedingte "seltsame" Geschehnisse.
Fazit: SF-Thriller der gehobenen Art. Intelligent und fesselnd.

staunte im City, München

Bobshock * 7.0

Ein visueller Leckerbissen

Schon die Anfangs- und Schlusscredits von Cypher überzeugen durch stilvolles Design und intelligenten Schnitt. Jeremy Northam spielt exzellent den unscheinbaren Vertreter, der einen neuen Job annimmt und dabei seine Identität verliert. Immer tiefer verwickelt er sich und die Zuschauer in das mittelmäßige Drehbuch, bis es zu einer (etwas gewollt) überraschenden Auflösung kommt. Schade eigentlich... Etwas mehr Spannung in der Inszenierung und eine Fokussierung der Handlung auf die interessanten Teile (z.B. Lucy Liu (o;), hätten aus diesem Film einen Klassiker wie Brazil, Matrix oder Blade Runner machen können.

ZardoZ S * 8.0

Dieser Review enthält SPOILER!
Cyper ist ein moderner Sci.-Fi Thriller mit aussergewöhnlicher Optik, die mir ausgesprochen gut gefallen hat und mich schon in den ersten Minuten gefesselt hat. Die Story um konkurrierende Megakonzerne und einen totalitäen Überwachungsstaat gefiel mir noch besser ! Leider verliert auch der aufmerksamste Beobachter irgendwann den Überblick, wer für oder gegen wen arbeitet, wem man noch trauen kann und wer sein Freund ist - denke aber, dass dies fast schon beabsichtigt ist. Einziges (kleines) Manko ist der Schluss, den ich aber weitaus weniger störend fand als manch andere. Zwar ist er wirklich ein wenig Hollywood-like, doch zerstört er weder den Gesamtkontext noch ist er völlig schwachsinnig... mir gefiel er eigentlich. Was mir noch auffiel war, dass der Hauptdarsteller genauso gespielt hat wie Robin Williams in One Hour Photo, seltsam...

war im Metropol, Stuttgart

Herr_Kees * 7.0

This is your life

Die Messlatte für Vincenzo Natali hängt nach CUBE natürlich ganz schön hoch. Aber selbst von einem anderen Regisseur hätte mich dieser Film enttäuscht.

Pluspunkte sind Ausstattung und Design, auch die Schauspieler sind in Ordnung und die Story scheint anfangs ganz interessant. Womit wir bei der Minusseite wären. Mit zunehmender Laufzeit verliert der Film seine Zuschauer nämlich an immer verworrenere Spionage-Gegenspionage-Konstellationen und immer unglaubwürdigere Science-Fiction-Klischeeszenarien. Eine Identifikation mit oder Sympathie für den Hauptdarsteller wird unmöglich, und der Film lässt einen nach einer Weile ziemlich kalt.

Die Auflösung ist dann schon mehr oder weniger logisch, aber leider auch alles andere als neu und lässt einen ziemlich unbefriedigt zurück. Das soll’s jetzt gewesen sein? Ich wünsche mir für die Zukunft wieder Filme, die Geschichten erzählen und Ideen haben und nicht nur eine Schlusspointe.

verweste im Metropol, Stuttgart

djurunga * 9.5

Agententhriller der Superlative

Nur aus organisatorischen Gründen - und nur als Ersatz für einen Film, den ich nicht wahrnehmen konnte, habe ich mir Karten für Cypher besorgt. Fast ohne Erwartungen bin ich in einer der hinteren Reihen gesessen -- und war, bereits nach der ersten 1/4 h im Bann dieses verwirrenden, äußerst spannenden Thriller, mit dem sich ein James Bond oder Mission Impossible nur schwer messen können. Die Atmosphäre und die schauspielerische Leistung von Jeremy Northam haben die excellente, wenn auch etwas abgehobene Science Fiction Story zur Krönung gebracht. Durch derartige Beiträge kann ich durchaus Gefallen an diesem Filmgenre finden, obgleich ich eher Grusel und Psycho bevorzuge. Diesen Film werde ich auf jeden Fall noch einmal sehen!

war im Metropol, Stuttgart

D.S. * 7.5

Billig, aber intelligent

Vergeßt alle Assoziationen zu CUBE: CYPHER ist weitgehend ein sehr "normaler" Film. Relativ dialoglastig, mit nur wenigen Spezialeffekten und ebenso wenigen Actionsequenzen. Ein Film über Industriespionage in der Computerindustrie. Das Thema ist also eher konventionell - allerdings gibt es einige Merkmale, die CYPHER deutlich von der Masse abheben und ihn eben doch zu einem typischen Natali-Film machen. Zu einem Film, der den gewöhnlichen Rahmen sprengt.

Das fängt schon damit an, daß Spionage als Thema nicht komplex genug scheint: hier geht es um Doppel-, nein Dreifach-, nein Vierfach-,... Spionage. Wir begegnen Morgan Sullivan, der sich als Undercover-Agent bei der Firma Digicorp bewirbt und den Auftrag erhält, den Konkurrenten Sunways auszuspionieren. Doch schon bei seinem allerersten Einsatz als "Jack Thursby" lernt er die hübsche Rita kennen, die ihn bald vor üblen Plänen seitens seines Arbeitgebers warnt und ihn dazu bringt, sich als Doppelagent zu verdingen - bei Sunways. Und das ist noch lange nicht das Ende der verwirrenden Reisen Sullivans durch verschiedene Realitätsebenen und Identitäten, durch Lug und Trug und Verrat... Dabei muß sich Sullivan - genau wie der Zuschauer - ständig fragen: Wem kann ich wirklich vertrauen? Was ist hier gerade Realität und was Fiktion?

Das Konzept des Films ist nicht neu - ähnlich gelagerte Storyideen hat es bereits mehrfach gegeben. Und einem dieser Vorbilder - mit Mikey Rourke in der Hauptrolle - verdankt CYPHER wohl auch ganz explizit seinen Titel. Und leider läßt sich die Auflösung des Mysteriums nach einer gewissen Zeit auch relativ leicht erahnen - eine Auflösung übrigens, durch die sich der Film zu reinem Popcornkino degradiert. Fragen bleiben am Ende jedenfalls keine offen. Dennoch funktioniert CYPHER, mehr noch: er fasziniert. Denn der recht verworrene Handlungsablauf mit seinem häufigen Wechsel der Realitäten legt ein ziemliches Tempo vor - was auf visueller Ebene noch gesteigert wird durch mehrere hypnotische Zwischensequenzen, rauschhafte Bildfolgen, die den Zuschauer geradewegs in die Leinwand und in die Psyche Morgan Sullivans zu ziehen scheinen. Zudem ist Natali einfach ein begnadeter Erzähler: zwar bleiben wir recht lange im Unklaren darüber, was hier eigentlich vor sich geht, doch werden ständig Clues und auch rote Heringe eingestreut, die uns bei der Stange halten, unser Interesse an der Story und vor allem ihrer Auflösung schüren.

Ein deutlicher Negativpunkt sind sicher die oftmals jämmerlich billig wirkenden Sets und Bauten. Für CUBE stand wahrscheinlich noch wesentlich weniger Geld zur Verfügung - angesichts des sehr spartanischen Sets fiel das dort aber nicht so ins Gewicht wie hier, wo wir mit einer Vielzahl unterschiedlichster Handlungsorte konfrontiert werden. Der billige Look schmälert die Begeisterung für das Geschehen manchmal merklich, weil eine so intelligente und "sophisticated" Story in einem solch "notdürftigen" Rahmen einfach deplaziert wirkt. Dieser Punkt trägt dann, wie auch das erwähnt vorhersehbare und "billige" Ende, dazu bei, daß CYPHER wohl kein Film geworden ist, an den man sich lange erinnern wird. Erst recht kein Meilenstein, kein so originelles und verstörendes Meisterwerk wie CUBE.

Aber nichtsdestoweniger haben wir hier einen extrem gut unterhaltenden und intelligenten Thriller vor uns, der weitaus besser funktioniert als die Mehrzahl der Möchtegern-cleveren Filme aus Hollywood. 7,5 Punkte

war im Cinemaxx, Berlin

kinokoller S * 7.5

Dieser Review enthält SPOILER!

Verwirrspiel

Ich hab’s schon immer gewusst, Meetings und Konferenzen dienen einzig einem Zweck: Gehirnwäsche.

Morgan Sullivan (Jeremy Northam) ist ein normaler U.S. Durchschnittsbürger, der ein eintöniges Leben in einer Vorstadt führt. Um aus der Tristesse auszubrechen bewirbt er sich bei einem technologischen Großkonzern, wo er als Agent arbeiten und unter falscher Identität bei der Konkurrenz Firmenspionage betreiben soll. Dazu reist er zu verschiedenen Kongressen und erkennt mit Hilfe der geheimnisvollen Rita Foster (Lucy Liu), dass weder seine Arbeit noch sein Leben das sind, wofür er sie hält und er als Marionette in einem verworrenen, gefährlichen Spiel von Doppelspionage gefangen ist.

Vincento Natali entwirft eine ungewisse Zukunft, die trotz geringem Budget optisch ansprechend gestaltet ist. Daß man über weite Strecken des Films genausowenig wie der Hauptakteur weiß, wo man eigentlich dran ist, fand ich höchst gelungen und der für Filmfreaks vorhersehbare finale Plottwist geht ebenfalls in Ordnung. Ließ Natalis Erstling CUBE den Zuschauer über dessen Hintergründe noch im Unklaren, platziert CYPHER am Ende schon eine etwas kitschige aber konsequente Lösung: "all you need is love".

Nicht ganz so gut wie CUBE, aber trotzdem sehenswert.

Frank * 8.0

Je weniger man im Voraus über diesen Film weiß, desto besser.

Morgan Sullivan (Jeremy Northam) nimmt einen Job für die Firma Digicorp an. Er erhält eine neue Identität. Ab sofort wird er als Jack Thursby Firmengeheimnisse und neue Produktideen der Konkurrenz an Digicorp senden. Schnell fühlt er sich in seiner neuen Rolle als "Agent" sehr wohl und aus dem vorher etwas konservativ wirkendem Morgan Sullivan wird ein selbstbewusster Whiskey trinkender Jack Thursby. Doch die hübsche Rita, die er an der Bar anspricht, (Lucy Liu), warnt ihm vor dem Konzern für den er arbeitet. Die Dinge seien nicht so, wie sie zu sein scheinen...

"Cube" Regisseur Vincenzo Natali hat mit "Cypher" einen elegant - stilvollen Spionagethriller in kühlen Farben gedreht. Der Film, in dessen Mittelpunkt ein Mann steht, der seine Berufung und Identität findet, gibt dem Agenten, Spionage und Identitätssubgenre neue Impulse.

"Cypher" ist inhaltlich anspruchsvoll und ein Film bei dem man aufpassen sollte, denn er steckt voller Rätsel, Geheimnisse und unvorhersehbarer Ereignisse, für unsere Hauptfigur, wie für den Zuschauer.
Extrem ruhig, von einem feinem, zurückhaltendem Jazzsoundtrack begleitet, dabei aber spannend inszeniert, fesselt "Cypher" den Zuschauer.

Nebenbei wird der am coolsten designte Hubschrauber präsentiert, der je in einem Film aufgetaucht ist.

Cypher ist niveauvoll, intelligent, raffiniert, sensibel, faszinierend und spacig mit magisch-hypnotischer Aura. Macht auch beim zweiten und sogar beim dritten Mal noch Spaß und hätte für einen Klassiker wahrscheinlich vor allem mehr Geld gebraucht.

28 Bewertungen auf f3a.net

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Cypher
  • f3a.net: 7.7/10 28
© Fantasy FilmFest Archiv 2020-09-21 08:48

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