s The Dead Girl (2006) Review - Fantasy FilmFest Mobil
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Reviews The Dead Girl

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Reviewer

Sidschei S * 8.0

Dieser Review enthält SPOILER!

1 totes Mädchen - 5 damit verbundene Schicksale

-- Keine Ahnung, ob das wirklich Spoilerwürdig ist. Aber ich kennzeichne es lieber mal so, da ich durch die explizite Nennung der Geschichten evtl. die Überraschung verderben könnte --

"The Dead Girl" präsentiert sich in seiner Gesamtheit als Episoden-Filmchen, welches zu Beginn als solches nicht wirklich erkennbar ist... außer man war zu neugierig und hat die Inhaltsangabe gründlich durchgelesen :p

Den Stein des Anstosses stellt ein totes Mädchen dar, welches von einer von der pflegebedürftigen Mutter schikanierten Frau gefunden wird und, wie der weitere Film zeigen wird, nicht nur ihr Leben maßgeblich verändern wird.

Im Folgenden sehen wir 3 weitere Episoden, die alle etwas Grundanderes zeigen und erstmal keinen Bezug zueinander zu haben scheinen, aber alle eines gemeinsam haben: Ihr Leben wird sich durch die Leiche maßgeblich ändern! Sei es die Medizinstudentin, ein Ehepaar oder die Mutter der Toten. Einfühlsam und interessant wird dabei deren Geschichte erzählt, die durch die Einwirkung des Leichenfundes nicht nur die drastischen Veränderungen ihres eigenen Lebens zeigt, sondern auch Stück für Stück mehr über den Todesfall aufdeckt. Schier gar unauffällig und im Stillen - inklusive der nahezu klammheimlichen Vorstellung des Mörders des Mädchens.

Den Höhepunkt setzt "The Dead Girl" dann in der fünften und letzten Episode, in welcher wir die letzten Minuten im Leben des Opfers verfolgen dürfen, welche ihren fulminanten Abschluss im treffsicheren und - eventuell zum Leidwesen derer, die mehr erwartet haben - völlig blutlosen Ende findet und den schockierenden Paukenschlag zu setzen versteht, welcher einem jedenfalls länger in Erinnerung bleiben wird; zumindest sofern man bei "The Dead Girl" keinen spannenden Thriller oder gar blutigen Slasher erwartet - sondern mit dem einfühlsamen und großartigen Erzählkino klarkommt - was sicherlich nicht jeder und wahrscheins auch nicht unbedingt viele werden...

So einen seltsam verstörten und doch grandiosen Film kann wohl nur eine Frau auf die Leinwand bringen. Mit viel Fingerspitzengefühl erzählt Regisseurin Moncrieff die fünf unterschiedlichen Episoden ihrer Geschichte, die jede für sich allein durch ihr jweiliges Ende Höhepunkte zu setzen verstehen.
Etwas gewöhungsbedürftig ist anfänglich etwas die Realisierung des Filmes, die zwar durchgehend professionell ist, aber auf ihre spezielle Art und Weise - welche letzten Endes genau den Reiz des Filmes unterstreicht - ungewohnt anmutet in ihrem hobbymäßig wirkenden Erscheinungsbild. Auch weisen die einzelnen 5 Episoden streckenweise kurze Hänger oftmals in der Mitte auf, die sich aber niemals zu lange hinziehen, um das Interesse am Film zu schmälern.

Schauspielerisch gibt es am Cast von "The Dead Girl" absolut nichts auszusetzen. Mit gekonnter Darbietung bringen sie die Vorstellungen der Regisseurin auf die Leinwand und verstehen ebenfalls zu begeistern. Besonders die bisher eher als kleine Beauty in Erscheinung getretene Brittany Murphy als versiffte Drogenabhängige versteht gekonnt fluchend zu überzeugen.

Fazit:
Irgendwie seltsam, aber faszinierend interessant! "The Dead Girl" ist ganz bestimmt kein Film für Jedermann. Wer aber Lust auf ein Stück gekonntes Erzählkino mit vielen feinen Nuancen in düster-seltsamer Atmosphäre hat, kann sich auf "The Dead Girl" zumindest mal einlassen! Das gekonnte Ende erhascht von mir einen Extra-Punkt, so dass meine Endwertung 8/10 lautet!

saß im Metropol 1, Stuttgart

GeorgeKaplan * 8.0

Anatomie eines Mordes

Leichte Kost war das ganz sicher nicht. "Dead Girl" ist nun auch alles andere als ein einfacher Episodenfilm, sondern fängt im Epizentrum an, beobachtet dann die Wellen, die das Gewaltverbrechen schlägt, um dann zum Schluß wieder zum Ursprung zurückzukehren.

Ungewöhnlich, vor allem für eine us-amerikanische Produktion: keine der handelnden Personen wird verurteilt. Das klingt leichter als es ist, etwa wenn der Mörder zwar mit seinen Taten konfrontiert wird, das aber zu keiner wie auch immer gearteten Konsequenz führt. Letztlich müssen alle mit ihrem Schicksal, sei es als Täter oder Opfer, alleine zurechtkommen. In den schönsten Momenten finden aber Menschen zusammen, die sonst nie zusammen gefunden hätten.

Über die Darsteller wurde ja schon lobend gesprochen, und dabei fast noch untertrieben. Was da an Emotionen auf der Leinwand rübergebracht wird, ist schon enorm. Ich würde mich freuen, wenn der Film auch ein reguläres Publikum finden würde. Verdient hätte er es.

war im Cinedom 4, Köln

die_Lachsschaumspeise * 9.0

"What was it like, finding that dead girl?"

Zwischen den Baumreihen einer Obst-Plantage in den Bergen findet eine Frau die verstümmelte Leiche eines ermordeten jungen Mädchens. Diese Entdeckung beeinflusst sowohl das Leben und die Beziehungen der Finderin als auch die von drei anderen Frauen, deren Geschichten in vier lose miteinander verbundenen Episoden erzählt werden. Zuviel zum Inhalt dieser Episoden zu sagen, würde meiner Meinung nach dem Film-Erlebnis seine Intensität nehmen. Jedoch lässt sich sagen, das sowohl neue Beziehungen zwischen vorher einander Unbekannten entstehen als auch alte Bande zerstört und /oder gekappt werden.

In ausgewaschenen Farben präsentiert uns der Film das Bild einer Gesellschaft, in der Ideal / Wunschvorstellung und soziale Realität / Alltag so weit auseinanderklaffen, dass alle Versuche, zwischen Beiden eine Deckungsgleichheit herzustellen, letztendlich scheitern müssen. Zwischen Mikrowellen-TV-Tray-Fraß, öden Shopping Centern und einsamen Telefonzellen an menschenleeren Ausfalls-Strassen verlieren sich die Träume der Protagonistinnen genau so wie die Spuren des "Dead Girl". Ihren Mitmenschen nur schwer vermittelbare Sehnsucht, Kommunikationsunfähigkeit, und der Unwille / die Unfähigkeit, sich das Scheitern der eigenen Träume einzugestehen, bestimmen die Handlungen der Charaktere. Die Auswirkungen von und der Umgang mit Geschlechtermachtverhältnissen werden dabei genauso angeschnitten wie verschiedene Formen von Beziehungen unter Frauen, und die (Un)Möglichkeiten, diese auszuleben. Jedoch legt die Art und Weise, wie die Geschichte erzählt wird, nie eine Vorverurteilung nahe, es liegt an den Zuschauenden, sich im Kopf ein Bild zusammenzusetzen und zu verstehen versuchen. Die Handlungen der Frauen bleiben alle nachvollziehbar und werden schlussendlich auch in ihrer Tragik und Schockhaftigkeit verstehbar.

Die abschliessende Episode schildert den letzten Tag im Leben der Ermordeten. Die Tat selbst wird nicht gezeigt, auch ihre näheren Umstände nicht. Die soziale Tristesse, in der die Menschen Jede_r für sich mit ihren Unvollkommenheiten, Hoffnungen und Traumata leben, ist dabei aber im Laufe des Films so deutlich geworden, dass Eine_n Motive und Topoi des Films noch lange nach dem Verlassen des Kinosaals beschäftigen.

Ein in all seiner Traurigkeit tief bewegender, anrührender Film, mit einer absoluten Ausnahme-Besetzung, die so unglaublich gut spielt, wie ich das in der Gesamtheit der cast bei einem Film schon lange nicht mehr erlebt habe. Brittany Murphy als impulsiv-traumabeladene Neo-Goth-Sexarbeiterin liefert hier die wohl beste Vorstellung ihrer an Höhepunkten nicht gerade armen Karriere ab, und auch die wunderbare Toni Collette als verhuschte Tochter einer herrschsüchtigen Übermutter, sowie Rose Byrne als emotional eingekapselte Pathologin, Mary Beth Hurt als sozial vereinsamte Ehefrau, Kerry Washington als Mitbewohnerin und Geliebte der Toten, und Marica Gay Harden als gutbürgerlich-verzweifelte Mutter legen hinreissende und noch lange hängenbleibende Ausnahme-Performances hin.

Harter Tobak, auf jeden Fall, und nichts für Popcorn-Kino-Fans. Wer aber aussergewöhnliche, ruhig erzählte und tief bewegende sowie zum Nach- und Weiterdenken anregende Filme mag, sollte sich "The Dead Girl" nicht entgehen lassen.

war im Cinemaxx 1, Hamburg

Roughale * 5.0

Einer der gross angekündigten Filme der FFF Nights 2007, zugegeben, er war interessant angelegt, gut erzählt und auch herausragend gespielt, nur war er leider etwas zu langweilig erzählt und es fehlte mir an einer spannenden Wendung, die die interessante Erzählstruktur irgendwie erwarten liess, die kam aber nicht. Insofern blieb ein enttäuschter Eindruck bei mir zurück. Ich denke der Film war nicht gut als Opening Film in Hamburg platziert...

staunte im Cinemaxx 1, Hamburg

29 Bewertungen auf f3a.net

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Bewertungen

The Dead Girl
  • Score [BETA]: 59
  • f3a.net: 5.9/10 29
Bewertungen von IMDb werden zuletzt vor dem Festival aktualisiert, falls verfügbar!
© Fantasy FilmFest Archiv 2020-09-19 05:11

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