s Death Sentence (2007) Review - Fantasy FilmFest Mobil
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Reviews Death Sentence

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Reviewer

Jochen S * 7.0

Dieser Review enthält SPOILER!

Solider Selbstjustiz-Thriller

Death Sentence war die groß angekündigte Sneakvorstellung, die im Grunde nicht geheim war. Kevin Bacon gibt hier den Rächer seines älteren Sohnes, der das Opfer eines barbarischen Initiations-Ritus einer Bostoner Gang wird. Nachdem Bacon Rache am Mörder seines Sohnes genommen hat, gerät seine Familie ins Fadenkreuz der schießwütigen Bande. Bacon entwickelt sich immer mehr zu einem drastischen Racheengel, bis er am Ende als eine Mischung aus Mad Max und Terminator mit einer gewaltigen Shotgun den Gangmitgliedern ihre Körperteile einzeln wegpustet. Das Waffenarsenal wird übrigens von einem schmierigen Händler zur Verfügung gestellt: Eine Nebenrolle, die John Goodman Gelegenheit gibt, allen anderen die Schau zu stehlen. - Death Sentence ist ein geradliniger, äußerst brutaler Selbstjustiz-Thriller. Wer den Trailer kennt, kennt den Film. Saw-Regisseur James Wan liefert hier beinhartes Actionkino ab, das in seinen Gewaltdarstellungen ans 80er-Jahre-Kino erinnert. Bedauerlicherweise wird der Spaß am Rachefeldzug immer wieder durch weinerliche Gespräche zwischen Bacon und seiner Frau, in der furchtbarsten Szene zwischen Bacon und seinem im Koma liegenden Sohn am Krankenbett, unterbrochen. Da eine echte Bindung zu der amerikanischen Vorzeigefamilie nie zustande kommt (sie wird als zu perfekt vorgestellt, um als glaubwürdig durchzugehen - da helfen auch keine auf authentisch getrimmten Home-Video-Aufnahmen), nerven diese larmoyanten Einlagen nur und man sehnt sich die nächste Actionszene herbei. - Im Übrigen wartet Death Sentence mit mehreren bemerkenswert langen Steadicamfahrten auf. So bemerkenswert, dass unser FFF-Ansager sogar vor Filmbeginn auf sie hinwies. - Dieser Kevin-Bacon-Film ist ein Fest für Freunde harter Action, denen es nichts ausmacht, auf eine innovative Story zu verzichten. Death Sentence wird es aber keinesfalls ungeschnitten mit einer 16er-Freigabe in deutsche Kinos schaffen.

war im Cinemaxx 6, Berlin

MiniMe69 * 9.5

Death Wish 2007

Und ich dachte, solche Filme werden schon gar nicht mehr gemacht...

Nun war es also doch Death Sentence, die am Ende gar nicht mehr so geheime Sneak Preview. Hat mich sehr gefreut, da ich mich schon geärgert hatte, dass ursprünglich nur die Münchner in den Genuss dieses Films kommen sollten.

Death Sentence basiert lose auf dem 70er Jahre Roman DEATH WISH von Brian Garfield und ist damit eine Art Quasi-Remake von dem, auch auf diesem Werk beruhenden, damaligen "Skandalfilm" Death Wish/ Ein Mann sieht Rot mit Charles Bronson von 1974.

Mit letzterem hat er trotz deutlicher Story-Abweichungen vor allem die Grundhaltung (Selbstjustiz ja oder nein) gemeinsam, es geht um Rache in ihrer ursprünglichen Form: Auge um Auge, Zahn um Zahn etc. und es geht um die Folgen dieser Rache für alle Beteiligten.
Der Film appelliert dabei (wie in dieser Art Film üblich) sehr geschickt an die niederen Instinkte in uns allen und wirft die alte Frage auf: Was würdest Du tun, wenn Deiner Familie etwas zustößt, würdest Du auf das Gesetz vertrauen oder es in Deine eigenen Hände nehmen. Als solches könnte man den Film durchaus auch als Kommentar über das Für und Wider der Todesstrafe sehen.

Da der Film trotz Schilderung der mit Selbstjustiz verbundenen Konsequenzen - ähnlich dem Film mit Charlie Bronson - wohl eher zur biblischen Strafauslegung neigt, sollte, wer hiermit ein Problem hat, den Film besser meiden...

Dies vorausgeschickt hat mich (und nach dem immer wieder einsetzenden Szenenapplaus zu urteilen auch meine Mitzuschauer) der Film bestens unterhalten. Er erzählt eine schnörkellose Rachegeschichte in aller gebotenen Härte und Konsequenz ohne ständig den moralischen Zeigefinger zu heben und geht dabei bis zum folgerichtigen Ende.

Der Film ist bestens besetzt, allen voran die beiden Gegenspieler, der Gangleader einerseits und auf der anderen Seite der (auch durch seine eigenen Handlungen) zur Verzweiflung getriebene Familienvater.
Vor allem Kevin Bacon, wohl einer der besten und immer noch sträflich unterschätzten Charakterdarsteller Hollywoods, holt das Optimum aus seiner Rolle heraus, sei es in seiner Darstellung der Trauer und Verzweiflung über den Verlust oder in der sich dann im weiteren Verlauf einstellenden Wandlung zum eiskalten Rächer. Vor allem letzteres ist (trotz einiger Unglaubwürdigkeiten) sehr beeindruckend mit anzusehen und wenn Mr. Bacon am Ende dann tatsächlich Rache nimmt, dann wird man doch sehr deutlich (angenehm) an Filme wie etwa Klasse von 1984 oder etwa an den alten Steven Seagal Knaller "Out for Justice" (da war er noch richtig gut) erinnert...

Mit letzterem Film hat Death Sentence vor allem die doch sehr häufige und dann auch sehr realistische Darstellung von Gewalt gemeinsam.

Der Film ist sicher nichts für Zartbesaitete, eine FSK 18 ist hier wohl allein anhand der letzten halben Stunde des Films jetzt schon ziemlich sicher (ob wirklich uncut ist selbst dann noch unsicher).

Abgesehen davon ist der Film technisch hervorragend gemacht, die Kameraarbeit ist teilweise wirklich sensationell. Die auch bei Einleitung des Films von der FFF-Crew angesprochene Kamerafahrt in der Parkhausverfolgungsszene ist in ihrer Ausführung (ohne Schnitt) und in ihrer verblüffenden Wirkung meiner Meinung nach sogar vergleichbar mit der Kamerafahrt aus Tenebrae. Die Machart des Films allein hebt ihn damit weit über den größten Teil der Filme mit ähnlicher Thematik.

Alles in allem ein harter, gradliniger Actionstreifen mit tollen Schauspielern, wie man ihn heutzutage leider viel zu selten im Kino zu sehen bekommt.

Sehr empfehlenswert!

war im Cinemaxx 6, Berlin

FFFler * 7.5

Charles Bronson is back!

Meine Güte was für ein Trash ... aber im positiven Sinne, denn Death Sentence konnte mich durchweg unterhalten. Sicherlich die Story ist bescheiden, die Dialoge grottig und viel extremer könnte man Selbstjustiz nicht verherrlichen ... aber irgendwie ist das Ganze doch unterhaltsam. Ein Punkt dafür ist die überraschend gute Inszenierung, beginnend von der Musikuntermalung bis zur fast perfekten Kameraarbeit (die Parkhausszene ist ein Genuss für die Augen). Gut auch, dass sich der Film nicht immer ernst nimmt, einige lustige Momente einstreut und am Ende in eine Gewaltorgie ausartet auf die Charles Bronson stolz gewesen wäre. Sicherlich nicht jedermanns Fall, aber wenn man mit der richtigen Einstellung heran geht kann man viel Spaß haben.

PS: Meine Güte was war denn hier mit John Goodman los? Lang in der Versenkung verschwunden und dann spielt der hier mal die coole Sau vom Dienst und alle an die Wand.

kinokoller * 6.5

"at last we’ll have revenge"

Nach "Dead Silence" kommt von "Saw"-Erfinder James Wan also "Death Sentence", welcher in den Feuilletons überwiegend verrissen wurde. Gesehen in einer Sneak Preview, uncut.

Was als nicht ganz klischeefreies* aber wirklich nervenkitzelndes Selbstjustiz-Thriller-Drama beginnt, mündet in einem (blut)spritzigen No-Brain-Actioner für große Jungs, in dem John Goodman schonmal einen Tarantino-lastigen Monolog zum Schlechtesten geben darf, die Polizistin einen verbalen Tiefenrekord nach dem anderen aufstellt und Kevin Bacon ’ne peinlichere Frisur trägt als die Kids auf den Kölner Ringen.

Ja, Wan hat sich tatsächlich so einige Schnitzer erlaubt - was natürlich auffällt, aber seltsamerweise nicht im geringsten störte. Selbst unfreiwillig komische Szenen wurden vom (vermtl. durch deutsche Schrottproduktionen nach Abwechslung geradezu lechzenden) Sneak-Publikum mit Applaus honoriert.

Uns so hat’s mich trotz fehlender Logik gerade zu Anfang einige male ordentlich in den Sitz gehauen - die Verfolgung auf dem Parkdeck war bsplw. kamera- und spannungstechnisch brilliant. Auf der großen Leinwand kommt "Death Sentence" sicherlich besser rüber als später auf Video im heimischen Sesselfurz-Kino.

Werde aufgrund des Spaß-Faktors wohl wieder öfter in die Sneak gehen, das Stammpublikum scheint voller Idealismus und gespannter Freude zu sein. ;)

* Gang = Vollassis, Familie = Eierkuchen und getrauert wird bei strömendem Regen

35 Bewertungen auf f3a.net

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Bewertungen

Death Sentence
  • Score [BETA]: 70
  • f3a.net: 7/10 35
Bewertungen von IMDb werden zuletzt vor dem Festival aktualisiert, falls verfügbar!
© Fantasy FilmFest Archiv 2020-09-19 04:13

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