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Review Demonic

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Jump Scares vom Fließband
von Janina Himmen

Wenn alle paar Monate mal wieder ein Horrorfilm nach einem bestimmten Muster aus Hollywood zu uns rüberschwappt, sehe ich zuerst nach, ob er aus den Dunstkreisen von Blumhouse Productions oder James Wan stammt. Bingo, hier verrät uns gleich der Vorspann, dass Wan Produzent war. Warum das wichtig ist? Weil ich das Gefühl habe, dass viele Filme aus "dieser Ecke" sich sehr ähneln, und weil sich ihre Formel inzwischen für mich ein wenig abnutzt. Da hilft es nicht, dass DEMONIC außerdem nicht gerade der einfallsreichste oder atmosphärischste Kandidat ist, der in den letzten Jahren auf ein gruselwilliges Publikum losgelassen wurde. Er wirkt durch und durch wie eine Fließbandproduktion.

Es geht um ein leer stehendes Spukhaus, in das eine Gruppe austauschbarer junger Menschen einbricht, um Geister zu filmen. Blöd nur, dass die Geister lieber Besitz von ihnen ergreifen und mit einer Axt ein Massaker anrichten, anstatt brav für Fotos Modell zu sitzen oder über das Dasein im Jenseits zu plaudern. So liegen irgendwann mehrere Leichen herum und die eintreffende Polizei findet nur einen Überlebenden, der sich bruchstückhaft an die Geschehnisse erinnert.

Keine Sorge, ich habe eben nicht das Ende gespoilert. Ein zugegeben interessanter Kniff des Film ist es, die Geschehnisse rückblickend aufzurollen, während man die Polizisten bei ihren Nachforschungen beobachtet. Gleichzeitig ist dies aber auch ein großes Manko, denn sobald in den Rückblenden auch nur ansatzweise Gruselatmosphäre aufgebaut wird, wird man wieder aus der Szene herausgerissen und landet in der harmlosen Gegenwart. Nicht sonderlich effektiv für einen Film, der sich auf den Horror konzentrieren will.

Statt auf Grusel setzt DEMONIC auf das, was man ohne aufwändigen Aufbau erzeugen kann: Erschrecken. Lange habe ich keine so gehäuft eingesetzten und gleichzeitig so stumpfen Jump Scares mehr gesehen! Immer untermalt mit lauten, völlig sinnlosen Sounds. Das kann einem gefallen oder nicht, aber leider ahnt man immer schon vorher, dass es gleich laut wird.

Kann die Story es rausreißen? Es gibt zwar gegen Ende einige nette Elemente, aber da sich mehr auf die schon zig mal gesehenen Spukhaus-Szenen konzentriert wird, machen sie keinen großen Unterschied.

DEMONIC ist liebloser Horror vom Reissbrett, für den ich nur eine Empfehlung aussprechen kann, wenn man totaler Fan von Paranormal Activity 8 1/2 ist.

Erstveröffentlichung

war im Cinestar, Frankfurt

40 Bewertungen auf f3a.net

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Bewertungen

Demonic
  • Score [BETA]: 50
  • f3a.net: 4.7/10 40
  • IMDb: 5.3/10
Bewertungen von IMDb, Rotten, Meta werden zuletzt vor dem Festival aktualisiert, falls verfügbar!
© Fantasy FilmFest Archiv 2020-08-06 23:08

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