s Demonic (2015) Review - Fantasy FilmFest Mobil
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Reviews Demonic

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Reviewer

Giallorossa * 6.5

Ghosthouse trifft auf Possessed

Zum Schluss des heutigen Filmtages war ich positiv überrascht von "Demonic", eine Mischung aus Geister- und Dämonenfilm. Zwar bewegen wir uns hier überwiegend auf schon bekannten Pfaden (Gruppe junger Leute begibt sich in ein abgelegenes altes Haus, in dem ein schrecklicher Mord passiert ist, um die Umstände näher zu erforschen), jedoch kommen einige Aspekte des Dämonenfilms mit dazu (einige Akteure werden "besessen"). Die Aufklärung erfolgt hier (wie so oft) in Rückblenden, bleibt aber den ganzen Film über spannend. Die schauspielerischen Leistungen haben mich überzeugt, die Musik ist auch passend. Da jedoch einiges schon ziemlich abgedroschen ist, gebe ich bei der Bewertung kein gut, aber deutlich über dem Durchschnitt!

goutierte im Cinecitta', Nürnberg

Janina Himmen * 4.5

Jump Scares vom Fließband

Wenn alle paar Monate mal wieder ein Horrorfilm nach einem bestimmten Muster aus Hollywood zu uns rüberschwappt, sehe ich zuerst nach, ob er aus den Dunstkreisen von Blumhouse Productions oder James Wan stammt. Bingo, hier verrät uns gleich der Vorspann, dass Wan Produzent war. Warum das wichtig ist? Weil ich das Gefühl habe, dass viele Filme aus "dieser Ecke" sich sehr ähneln, und weil sich ihre Formel inzwischen für mich ein wenig abnutzt. Da hilft es nicht, dass DEMONIC außerdem nicht gerade der einfallsreichste oder atmosphärischste Kandidat ist, der in den letzten Jahren auf ein gruselwilliges Publikum losgelassen wurde. Er wirkt durch und durch wie eine Fließbandproduktion.

Es geht um ein leer stehendes Spukhaus, in das eine Gruppe austauschbarer junger Menschen einbricht, um Geister zu filmen. Blöd nur, dass die Geister lieber Besitz von ihnen ergreifen und mit einer Axt ein Massaker anrichten, anstatt brav für Fotos Modell zu sitzen oder über das Dasein im Jenseits zu plaudern. So liegen irgendwann mehrere Leichen herum und die eintreffende Polizei findet nur einen Überlebenden, der sich bruchstückhaft an die Geschehnisse erinnert.

Keine Sorge, ich habe eben nicht das Ende gespoilert. Ein zugegeben interessanter Kniff des Film ist es, die Geschehnisse rückblickend aufzurollen, während man die Polizisten bei ihren Nachforschungen beobachtet. Gleichzeitig ist dies aber auch ein großes Manko, denn sobald in den Rückblenden auch nur ansatzweise Gruselatmosphäre aufgebaut wird, wird man wieder aus der Szene herausgerissen und landet in der harmlosen Gegenwart. Nicht sonderlich effektiv für einen Film, der sich auf den Horror konzentrieren will.

Statt auf Grusel setzt DEMONIC auf das, was man ohne aufwändigen Aufbau erzeugen kann: Erschrecken. Lange habe ich keine so gehäuft eingesetzten und gleichzeitig so stumpfen Jump Scares mehr gesehen! Immer untermalt mit lauten, völlig sinnlosen Sounds. Das kann einem gefallen oder nicht, aber leider ahnt man immer schon vorher, dass es gleich laut wird.

Kann die Story es rausreißen? Es gibt zwar gegen Ende einige nette Elemente, aber da sich mehr auf die schon zig mal gesehenen Spukhaus-Szenen konzentriert wird, machen sie keinen großen Unterschied.

DEMONIC ist liebloser Horror vom Reissbrett, für den ich nur eine Empfehlung aussprechen kann, wenn man totaler Fan von Paranormal Activity 8 1/2 ist.

Erstveröffentlichung

war im Cinestar, Frankfurt

D.S. * 6.0

Routiniert inszenierte Genrekost

Filme über Geister und Geisterhäuser haben in den letzten Jahren vermehrt die irritierende Eigenschaft entwickelt, über lange Zeit nicht mit offenen Karten zu spielen: Ist die Tür da eben nun tatsächlich von selbst zugefallen, oder steckt doch eine dämonische Präsenz dahinter? War das auf dem Treppenabsatz gerade wirklich eine enthauptete Frau, oder hat sie sich der Protagonist nur eingebildet? War nun tatsächlich das Übernatürliche am Werk – oder eben doch nur eine wahlweise halluzinierende oder krankhaft gestörte Psyche? Solche Fragen werden mittlerweile im Regelfall erst am Ende des Films klar beantwortet, wenn überhaupt. DEMONIC dagegen bezieht hier erfrischend schnell und erfreulich deutlich Stellung – in welcher Richtung, wird natürlich nicht verraten.

Aber das hat dem Film jedenfalls gleich mal meine Sympathien eingebracht. Vermutlich zu viele, denn bei Lichte betrachtet handelt es sich hier nur um einen Geister- bzw. Dämonenthriller von der Stange, dessen Story auch nicht besonders originell oder clever daherkommt. Was man angesichts des groß auf dem Filmplakat prangenden Namens James Wan (immerhin Erfinder von SAW) ja durchaus hätte erwarten können. Aber er ist hier halt auch nur der Produzent. Vermutlich eher eine Auftragsarbeit als eine Herzensangelegenheit, was auch für die Brüder Weinstein und Dimension Films gelten dürfte, von denen der Film erst über zwei Jahre nach dem Dreh veröffentlicht wurde.

Man muss seine Erwartungen also herunterschrauben, und ob einem DEMONIC dann gefällt, bleibt immer noch eine reine Frage der persönlichen Genrevorlieben. Ich für meinen Teil kann von finsteren Spukgeschichten in noch finstereren Gemäuern, von der Thematik „schieflaufenden Séancen, Besessenheit und bösartige Geister“ kaum genug bekommen. Und da der Film sämtliche Ingredienzen, die in diesem Umfeld nötig sind, zwar keinesfalls revolutionär, aber routiniert effektiv zum Einsatz bringt, hat er mich insgesamt auch sehr passabel unterhalten.

Seine Erzählstruktur mit zwei Zeitebenen – einerseits das Geschehen in der Nacht, als eine Gruppe junger Leute zur Kontaktaufnahme mit der Totenwelt in ein Landhaus eindringt, in dem 1988 ein ritualhafter Massenmord stattgefunden hat, andererseits die Untersuchungen der Polizei mit der Befragung des einzigen (?) Überlebenden direkt im Anschluss –, zwischen denen permanent hin und her gewechselt wird, sorgt für Tempo. Die Hintergründe des Ganzen entfalten sich nur Schritt für Schritt und offenbaren dabei ein immer größeres Ausmaß an Unbehagen. Die Atmosphäre im Geisterhaus ist stimmungsvoll, die Tonalität der gesamten Erzählung im Vergleich zum typischen Teenie-Grusel erstaunlich grimmig.

Die Schauspielerleistungen sind allerdings nur mäßig, und abgesehen von ein paar Jump-Scares gibt es auch inszenierungsseitig keinerlei Höhepunkte zu vermelden. Ebenfalls mangelt es eklatant an Gore. Dass die Story ein paar arge Logikschwächen aufweist, kommt noch hinzu; allerdings fallen diese während des Sehens nicht besonders ins Gewicht – das kommt erst hinterher.

Zusammengefasst bietet DEMONIC also nichts Neues, macht seine klar beschränkte Sache aber dennoch ziemlich gut. Wer das Genre mag, wird sich zumindest nicht über den Film ärgern und zuweilen durchaus angespannt dem nächsten Schockmoment entgegenfiebern. Von mir deshalb knappe 6 Punkte.

glotzte im Cinestar, Frankfurt

Herr_Kees * 5.5

Generic

Klischeehafter Haunted-House-Spuk aus der James-Wan-Fabrik mit billigen (wenn auch meist effektiven) Jumpscares, den üblichen Found-Footage-Elementen und einer Auflösung, die man auch ohne Nachtsichtkamera von weitem kommen sieht.

Einzig positiv ist die Erzählweise in Flashbacks während der laufenden Ermittlungen am Tatort, die so zumindest ein ordentliches Tempo vorlegt, sowie natürlich die immer tolle Maria Bello, der man allerdings dankbarere Rollen wünscht als diese hier.

Es ist James Wan hoch anzurechnen, dass er mit SAW sowie INSIDIOUS und CONJURING zwei der wichtigsten Horrortrends der letzten Jahre maßgeblich mitgeprägt hat – jetzt wäre es dann mal an der Zeit für etwas Neues.

verweste im Metropol, Stuttgart

ArthurA * 5.5

08/15-Horror

Demonic mag von James Wan produziert worden sein, doch an seine toll inszenierten und ins Mark treffenden Gruselstreifen kommt er nicht heran, obwohl der Regisseur die gesamte Horror-Trickkiste hier durchgeht: Zufallende Türen, schreckliche Visionen in Spiegeln, Geisterwesen, die man nur durch die Kamera sieht und „Da ist etwas hinter dir“-Momente kommen allesamt zum Einsatz. Manches davon funktioniert und ich werde nicht leugnen, dass der Film einige spannende Stellen und gelungene Jump-Scares aufweist. Doch Will Canon, der mit dem Thriller Brotherhood beim Fantasy Filmfest vor einigen Jahren einen sehr gelungenen Einstand feierte, ist so sehr mit Horroreffekten beschäftigt, dass die Charaktere dabei völlig auf der Strecke bleiben. Insbesondere das Schicksal der jungen Leute, zu denen auch die eigentlich sympathische Cody Horn (Magic Mike) gehört, kümmern einen nicht die Bohne und erprobte Darsteller wie Maria Bello und Frank Grillo sind in ihren Rollen sträflich unterfordert. ***SPOILER***Der finale Twist ist zwar durchaus überraschend, doch andererseits erwartet auch jeder genreerprobte Zuschauer, dass ein Twist kommen würde, denn der Film befolgt haargenau das abgenutzte „Geisterfilme für Dummies“-Handbuch.

Erstveröffentlichung

war im Residenz, Köln

Leimbacher-Mario * 3.0

Kräht kein Geist nach

Ein altes Haus, in dem schon mal grausame, übersinnliche Morde geschahen, Kids, die Jahrzehnte später mit einer Séance samt Kameras den Spuk festhalten wollen... Blah Blah Kotz. Beurteile niemals einen Film nur auf Grund einer einfallslosen Inhaltsangabe schlecht. Habe ich nicht getan. Der Film ist aber trotzdem ziemlicher Mumpitz, selbst für Freunde des Fachs weit weg von einer Empfehlung, von einem Tipp, von einem naja, von einem kann man machen. Ok, kann man gucken vielleicht gerade noch so... aber mal ehrlich: was soll dieser Jumpscare-Quatsch? Warum produziert James Wan so einen generischen Müll?

Ein paar Fratzen, extrem laute Geräusche bei Jumpscares, die im Kino gleichzeitig weckten wie nervten wie schockierten, ein vorhersehbares Billigende & kein einziger Charakter, dem man das Überleben wünscht. Selbst die Polizisten verhalten sich arschig, wollen wohl, ähnlich wie die Darsteller, schnellstens Feierabend haben oder gar sterben. Eine Szene könnte man als Hommage auf "Blair Witch" deuten & war ganz nett, aber selbst das würde ich den Machern nicht unbedingt zutrauen & eher geklaut nennen. Und das Ende, oh man, das war einfach nur Wow - so unglaublich schlimm! Der Mix aus Handheld-Kamera, Erzählung & normalem Filmstil setzt dem Ganzen zusammen mit fehlender Härte die Krone auf. Da fand ich den ähnlich angesiedelten "Grave Encounters" wesentlich stärker, mit einem wesentlich kleineren Budget. Aber ehrlich gesagt gibt es dutzende bessere Haunted-House-Filme, selbst im DTV-Bereich. Wieder mal ein Film der Kategorie "nicht gesehen, nichts verpasst"! Einer der wenigen Enten auf den Midnight-Spots des diesjährigen FFF!

Fazit: Haunted-House-Murks, der keinen mehr aus den Stühlen reißt, es sei denn, die Lautstärkeregler sind zu hoch aufgedreht. Wan als Produzent kann man vergessen & ist fast schon ein Gurkengarant!

war im Residenz, Köln

40 Bewertungen auf f3a.net

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Bewertungen

Demonic
  • Score [BETA]: 50
  • f3a.net: 4.7/10 40
  • IMDb: 5.3/10
Bewertungen von IMDb, Rotten, Meta werden zuletzt vor dem Festival aktualisiert, falls verfügbar!
© Fantasy FilmFest Archiv 2019-12-16 06:27

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