s End of the Line (2006) Review - Fantasy FilmFest Mobil
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Reviews End of the Line

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Reviewer

DelosOzzy * 6.5

Apokalypse Now in der Ubahn

Nach Bug und Ian Stone also noch ein schöner blutiger Splatter-Donnerstag-Abend/Nacht im Cinema München gemeinsam mi’m alten Kumpel Felix Schweiger (der sich immer noch beharrlich weigert, heuer Reviews zu schreiben), dachte ich mir.

End of Line hatte die Qualität einer Digital Beta-Videoprojektion. Irgendwie ein bisschen unscharf....aber war schon okay soweit.

Das Kino war recht gut gefüllt, der Film startet mit einigen Schockern auch recht gut und Paranoia-Feeling in der Ubahn, als das Licht ausfiel, hat’s auch gegeben.

Die religösen Fanatiker geben schnell ordentlich Gas und der Film entwickelt sich eigentlich recht gut. Nach guten 50 Minuten geht den Fantatikern dann aber leider die Puste aus und übrig bleibt ein durchschnittlicher Grusel-Apokalypse-Killer Film mit einem Hang zum Splatter.

Fazit: Durchaus unterhaltsam, aber man hätte aus der Story viel mehr machen können, auch mit niedrigem Budget. Für Nachtschwärmer am FFF geeignet.

war im Cinema, München

misspider * 6.0

Hope is God, God is love *träller*

Kaum hat man es sich im Kinosessel gemütlich gemacht, wird man vom ersten Schockeffekt des Films aufgerüttelt und ist trotz vorangeschrittener Stunde wieder hellwach. Wieso auch lange mit einer Einleitung aufhalten, die ist in wenigen Minuten nebenbei erzählt: eine Horde religiöser Fanatiker und eine Handvoll Leute, die im düsteren U-Bahn-Schacht um ihr Leben kämpfen müssen. Das reicht völlig, um einen stetigen Blutfluss zu gewährleisten und das Publikum bei Laune zu halten. Der Schluss wartet noch mit einer gelungenen Wendung auf und ist optisch sehr nett gemacht. Der Tiefgang des Films reicht vielleicht nur bis zur U-Bahn, aber End of the Line erweist sich als durchaus würdiger Teilnehmer der Midnight Madness.

war im Metropol 1, Stuttgart

T-Killa * 7.0

Hope is god and god is love

Die Idee mit den Fundamentalisten im kollektiven Amoklauf ist echt genial!
Der Film ist gut gemacht und kommt nicht als billiger Trash daher. Die Figuren sind ok, die Effekte schlicht, einige Schocker sind vorhanden, und Blut fließt reichlich, aber es wird nicht wirklich gesplattert. Ekelszenen sind auch nicht vorhanden - sogar die Freundin kann mitsehen.
Klar: auch hier wird das Rad nicht neu erfunden, dennoch ist der Film unterhaltsam.

war im Metropol 1, Stuttgart

Herr_Kees * 7.0

Einmal Kurzstrecke

Endlich mal wieder ein rotziger kleiner Film, der gleich von Anfang an richtig Gas gibt, sich nicht lang um Logik und gute Sitten schert und einfach nur schocken und Spaß machen will. Stilistisch werden Erinnerungen an RE-ANIMATOR wach und in seinen besten Szenen erreicht END OF THE LINE fast die Intensität von Romeros DEAD-Reihe. Verwechslungen mit einem Meisterwerk sind dennoch ausgeschlossen, dafür sorgt allein schon das technisch eher auf Schülertheater-Niveau umgesetzte Finale. Dabei hätte es fast zum Kult-Trash gereicht - schade.
Im Übrigen wird END OF THE LINE als Blue-Ray-DVD vorgeführt, d.h. zumindest in Stuttgart scharfes Bild, aber matte Kontraste und etwas flacher Ton.

Fazit: Spaßig-spannender Splattertrash mit mauem Finale.

7 von 10

guckte im Metropol 1, Stuttgart

Tomalak S * 2.5

Dieser Review enthält SPOILER!

End of the Line

U-Bahn kann ja durchaus interessant sein, gibt es ja viel zu wenige und meist viel zu schlechte Filme.
Da reiht sich End of the line nahtlos ein. Dabei klang die Story doch sehr lustig: christliche Sektierer ziehen mordend, ääh erlösend durch die Welt, respektive U-Bahn.

Die Umsetzung lässt nur leider zu wünschen übrig: Maurice Devereaux kann sich zunächst nicht entscheiden, was er so recht möchte: lustiger Fun-Horror, dazu fehlen ihm die Gags, dazu passen dann aber die völlig ironiefreien vorhersehbaren Schockeffekte nicht. (Szenen, die man seit 1985 eigentlich zu den Akten legte, werden hier doch tatsächlich wiederverwertet). Ernst zu nehmen ist der Streifen leider ebenfalls nicht, dazu ist die Umsetzung zu schlampig, die Darsteller einfach nur unterirdisch und eine Story ebenfalls nicht auszumachen.

Bietet End of the Line am Anfang zumindest noch reichlich Gore und Schocks, verflachen selbst diese zunehmend und man wünscht sich, dass die Sektenmenschen nun endlich gewinnen.

Einziger Pluspunkt: Das Ende wartet nochmals mit einer kleinen Überraschung auf.

war im Metropolis 8, Frankfurt

Eraserhead * 8.0

U-Bahn fahrn

Eines vorneweg: Mir fehlt wohl ne halbe Stunde, weil ich eingepennt bin. Aber Anfang und Ende waren super, hab mich wirklich geärgert, aber so was passiert nun halt mal. Schöne Slasher-Einlagen und irre Religionsfanatiker, lustiges Ende. Freu mich schon, wenn der Film auf DVD kommt, also das, was ich gesehen hab, kann ich nur empfehlen.

war im Metropolis 8, Frankfurt

meiklsan * 7.5

Save your souls

Nachdem uns Signal schon 3 Transmissions beschert hat, kommt mit End of the Line jetzt das 4. Signal hinzu. Diesmal ausgesendet von der 'Hope'-Sekte, ganz praktisch per Pieper an jeden Gottesjünger landesweit. Die brav konformen Sekten-Mitglieder haben mit Freudesängen natürlich bereits ungeduldig darauf gewartet. Der Fokus des Zuschauers wird allerdings vornehmlich und leider nur auf die U-Bahn beschränkt. Ohne Umschweife machen sich die gottgetriebenen Weltretter also fortan mit ihren handlichen stichfesten Kruzifixen auf den Weg, ihre Botschaft (Save your souls) unters Volk zu bringen. Meine Seele haben sie mit diesem Film auf jeden Fall gerettet, auch wenn ich noch lebe. Ein großes Maß an Ironieverständnis sollte man als Zuschauer aber schon mitbringen, denn sonst macht’s keinen Spaß.
Was für ein netter kleiner Schocker. Da hat es mich doch tatsächlich nach wenigen Minuten schon aus meiner faulen Mitternachts-Lümmelsitzlage herausgerissen.Und es sollte nicht bei diesem einen Mal bleiben. Ein Lob an den Film, der das bei mir noch schafft. Trotz oder gerade wegen digitaler Projektion gibt’s noch ein gutes akzeptables Bild. Der Sound war kräftig und voluminös, die Story minimalistisch, aber originell, das Umherirren in Gängen und Fluren ziemlich nervig, das Schauspieltalent begrenzt, aber der Splatterfaktor und die oft unfreiwillige Komik hoch. Round about ein würdiger Midnight Madness-Beitrag, aber nicht unbedingt ein Party-Movie.
Und zur Feier des Finales wurde mal eben noch kurz und 'creepy' ein wenig von den Erfolgreichen abgekupfert!

verweste im Metropolis 8, Frankfurt

D.S. * 7.0

Endstation Todessehnsucht

Von seiner Geschichte und seiner Inszenierung her vergleichsweise harter und ernsthafter Endzeit-Horrorfilm, der nach furiosem Auftakt leider merklich an Fahrt verliert, aber in seiner Gänze definitiv zum oberen Drittel beim diesjährigen FFF zählt.

In einer nicht näher definierten, aber wohl nicht allzu fernen Zukunft wird die Gesellschaft von Anschlägen christlicher Extremisten geplagt, es kommt zu Massenselbstmorden und gleichzeitig zu immer größerer Popularität einer Sekte, die das Nahen der Apokalypse predigt. All das vermittelt uns "End of the Line" aber vor allem über Radiomeldungen und ein paar Dialoge - die Handlung des Films spielt zu 90% in einer U-Bahn bzw. in dunklen U-Bahn-Schächten.

Das erinnert vom Setting her vielleicht an "Kontroll", aber gegen das, was hier los ist, wertet man die Budapester Variante wohl eher als Kindergeburtstag: mitten im Tunnel bleibt der mitternächtliche Zug plötzlich stehen, die Lichter gehen aus, und auf ein Signal hin offenbart sich der überwiegende Teil der Passagiere plötzlich als Angehörige der Sekte... die den Auftrag bekommen haben, die Seelen aller anderen zu retten. Darum machen sie nun ziemlich gnadenlos Jagd auf die kleine Gruppe der Ungläubigen, die mit der Situation offensichtlich ein wenig überfordert ist...

Das erste Drittel von "End of the Line" ist fantastisch. Es gibt eine ganze Menge perfekt sitzender Schockmomente, das Tempo ist recht hoch, das Setting ziemlich klaustrophobisch, die Storyidee leidlich originell. Dazu werden uns neben einigen kaum erinnernswerten Figuren auch ein paar echte Charaktere präsentiert, die schauspielerischen Leistungen gehen zumeist in Ordnung und vor allen Dingen ist die Flucht unserer Protagonisten vor den irren Gläubigen tatsächlich ziemlich spannend inszeniert.

Leider läßt der Film dann jedoch ein wenig die Zügel schleifen. Nachdem die verfolgte Gruppe zum ersten Mal ein wenig Luft holen konnte, landen wir in ziemlich vielen Diskussionen, die nach Schema F ablaufen ("Wir müssen hier bleiben!" - "Nein, wir müssen Hilfe holen!" usw.); es schleichen sich die üblichen Logikböcke im Verhalten der Figuren ein; das Tempo des Anfangs wird nicht gehalten. Als der Höhepunkt der Story näher rückt, wird das zwar wieder etwas besser - zumindest, was den Actionanteil angeht. Dafür fällt jener Höhepunkt dann von der Umsetzung her extrem aus dem Rahmen - und zwar leider auf negative Weise. Das Budget des Films kann nicht hoch gewesen sein, aber über die weiteste Strecke fällt das nicht wirklich ins Gewicht. Beim Ende dann leider schon, und das zieht auch den Gesamteindruck etwas herunter.

Nichtsdestoweniger macht "End of the Line" verdammt viel Spaß; er kommt zur Sache, er ist mit dem nötigen Schuß Zynismus ausgestattet und zieht sein Ding in aller Konsequenz durch. Gore ist zwar nicht gerade in Übermaßen vorhanden, aber das wird durch die Atmosphäre mehr als wettgemacht. Ein erfrischender kleiner Film und eine klare Empfehlung! 7 Punkte.

verweste im Metropolis 8, Frankfurt

LeslieVernon * 10.0

Eat this!

Meine Fresse was für ein geiles Teil...

Der Film bietet schon anfänglich Schock auf Schock, hat einen spannenden Hauptteil und ein schönes splattriges Finale, so dass er meiner Meinung nach das Thema Midnight Madness perfekt verkörpert. So muss ein Film aussehen: Schnell, fetzig, kurzweilig und voller verrückter FX, dann klappts auch mit dem Nachbarn!

Ich bin von diesem Film so begeistert, dass ich ihm erstens die Höchstwertung gebe und zweitens auch 100% dazu stehe...

war im Metropolis 8, Frankfurt

GeorgeKaplan * 8.0

Apocalypse now!

Den Film hatte zu Beginn des Festivals sicher niemand auf der Rechnung. Dabei ist das eine der großen Überraschungen. Ein echter Schocker, der gleich Fahrt aufnimmt und den Zuschauer aus dem Dämmerzustand herausholt (wenn man ihn um Mitternacht sieht und schon so einiges hinter sich hat).

Der Film hat - trotz oder vielleicht wegen bescheidenen Budgets - eine irre, panikmachende Atmosphäre. So viel Angst in die Dunkelheit zu schauen, wie in den letzten fünf Minuten des Films, hatte ich schon lange nicht mehr.

Schade nur, dass dann doch noch das Budget Grenzen gesetzt hat, da wäre etwas mehr drin gewesen, und es trübt ein wenig den Gesamteindruck. Dennoch, bis dahin ist das Teil ganz schön zum Fußnägelhochklappen.

Und jeder, der danach noch mit der U-Bahn alleine nach Hause muss, wird den Film ein zweites Mal vor dem geistigen Auge sehen... und vielleicht ein Taxi nehmen.

war im Cinedom 9, Köln

FFFler * 7.0

Das ist Midnight Madness!!

Ich wär fast gestorben bei diesem Film. Gut, es gab nur zwei richtige Schocker, aber die hatten es wirklich in sich. Normalerweise erschrecke ich ja nur sehr selten im Kino, zuletzt The Descent, davor Signs. Regisseur Maurice Devereaux weiß jedoch genau wie er seinen Zuschauer schocken kann; er lenkt den Zuschauer ab, er soll sich auf etwas Bestimmtes konzentrieren und genau dann schlägt er zu ... wie gesagt: Beim ersten Mal hätte es mich wirklich fast aus dem Sitz gehoben. Aber nun zum eigentlichen Film... der war trotz seines sichtbar niedrigem Budget durch die Bank gelungen. Denn neben seinen Schockmomenten besticht er vor allem durch eine aberwitzige Story, sympathischen Charakteren und ein Ende, das mehr als nur überzeugend ist. Für Genrefans ein Muss und auch hier ist eine Aufwertung bei zweiter Sichtung durchaus wahrscheinlich.

saß im Metropolis 8, Frankfurt

zoulwags S * 6.0

Dieser Review enthält SPOILER!

Hölle, Hölle, Hölle

Nachdem ich jetzt so unterschiedliche Stimmen zu "End of the Line" gehört habe, muss ich doch endlich auch mal meine Meinung verewigen und den fehlenden Review nachreichen.
Zunächst mal war "End of the Line" einer der wenigen Filme, von denen ich im Vorfeld einen Trailer gesehen hatte. Und von dem war ich begeistert. Nächtliche U-Bahnen finde ich per se gruselig, Teufelsanbeter und religiöse Fanatiker allemal und so richtig subtil schien das ganze auch nicht zu sein. Yippieh!!
Der Anfang des Films entsprach dann auch voll meinen Erwartungen. In einer Traumsequenz, sitzt Heldin Karen nachts in einem U-Bahn-Wagen, an dessen anderem Ende vier Leute stehen, die ihr den Rücken zuwenden. Sie findet neben sich einen Umschlag, aus dem sie ein gemaltes Bild zieht, auf dem genau diese vier Leute in ihrem U-Bahn-Wagen zu sehen sind. Überrascht blickt sie hoch und schaut in die unwirklichen Fratzen der vier, die inzwischen vor ihr stehen. Meine Fresse, hab ich einen Schreck bekommen! Allein dafür werde ich "End of the Line" nicht vergessen.
Leider hält der Film aber auf Dauer nicht das, was er verspricht. Die anfängliche Exposition in der U-Bahn, in der die religiösen Fanatiker das Zeichen zur Erlösung (=Ermordung) der ungläubigen Umstehenden bekommen, ist temporeich und spannend, doch sobald die U-Bahn zum Stehen gebracht wurde und die potentiellen Opfer durch den U-Bahnschacht fliehen, verkommt der Film zu einer vorhersehbaren Chase-and-Run-Geschichte. Es folgt das übliche "10 kleine AfroamerikanerInnen"-Spiel und die "Normalos" sterben einer nach dem anderen. Da hilft auch das originelle Ende nicht mehr viel, denn "End of the Line" arbeitet zudem mit ziemlich kleinem Budget, so dass sich die Schwächen des Films (Schauspieler, Ausstattung, Effekte) im zunehmenden Leerlauf des Mittelteils des Films besonders auffällig werden. Das war wohl auch Regisseur Devereaux bewusst, denn anders kann ich mir nicht erklären, warum in dieser Leerlaufphase ein Mann seine hochschwangere Frau erstechen muss und ein blutverschmiertes Baby auf die Leichen des Paares geworfen wird. Solch abgeschmackte Wichtigtuerei und Sensationsgeilheit um von den Mängeln der Geschichte abzulenken kannte man bisher eher von den einschlägig vorbelasteten Herren D’Amato oder Lenzi. Doch was in deren Blütezeit vielleicht noch provokant sein konnte, wirkt in "End of the Line" einfach nur hilflos.
Schade. Vermutlich wäre ein Kurzfilm, die bessere Entscheidung gewesen. Wer sich übrigens mal so richtig vor religiösen Fanatikern gruseln will, sollte sich den Film "Jesus Camp" anschauen. Da findet er die Sektierer aus "End of the Line" wieder. In einem Dokumentarfilm.

war im Cinedom 9, Köln

QuintenQuist S * 6.0

Dieser Review enthält SPOILER!

Wieso so kompliziert?

Am Anfang hat das was von "Dawn of the Dead", wie da mit wenigen Pinselstrichen eine Umwelt kreiert wird, in der religiöse Sektierer zu einer ernstzunehmenden Gefahr geworden sind, was mich dann doch überraschte, da ich mit einem straighten Splatterfest gerechnet habe, ein paar bekloppte Fanatiker metzeln in der U-Bahn Leute nieder und werden dann selbst plattgemacht.

Leider ist es dann nicht so straight und leider treten zum Ende hin noch einige Dämonen auf.
Leider.

Nett anzusehen ist "End of the Line" sicher, aber so richtig in Fahrt kommt er nur in der ersten Hälfte, was er dann im zweiten Abschnitt locker wettmacht, erfrischende Brachialität wie die Axt im Kopf bleibt Ausnahme, da die Idioten bis auf einen mit Schwert bewaffneten nur öde Messer mit sich rumtragen und so ist auch das erwartete Gesplatter wenig aufregend.

Hätte der Film nun einfach den Kram mit der Apokalypse weggelassen und ein sauberes Gekloppe inszeniert wäre das Ding ein Kracher, aber das war dann wohl zu einfach und so ists keine Gurke, aber auch nicht mehr als sympathischer Durchschnitt, dank ein paar charismatischer Figuren, auch etwas mehr.

Letztlich saubere Genrekost, optisch eigentlich prima, auch dank des fehlenden Budgets mal wieder mit der Form näher am dreckigen Inhalt.

Aber auch nicht mehr.

war im Cinemaxx 3, Hamburg

Volker Bartheld S * 8.0

Dieser Review enthält SPOILER!

Bibelfreunde am Langschwert

Hallo Kinofreunde!

Zu nachtschlafender Zeit hatte ich gestern noch das Vergnuegen mit dem kanadischen Low-Budget Slasher "The End of the Line". Prophylaktische Massnahmen wie ein tiefer Schluck aus der Cola-Buddel erwiesen sich, ebenso wie Befuerchtungen, angesichts der im 24-Frame-Takt leicht ruckelnden HD-to-Analog-Kopie an einen geduldsstrapazierenden Langweiler geraten zu sein, als aeusserst unbegruendet.

Der dunkle und etwas koernige Film mit unverbrauchten Gesichtern spielt in den U-Bahn-Katakomben einer nicht naeher bekannten aber nichtsdestotrotz schmuddeligen Grossstadt und garniert mit psychedelischen Horrorflashbacks und naegelkauender Spannung setzt sich der Splatterzug alsbald in Bewegung. Schreckhafte Gemueter duerften spaetestens hier erstmals einen Rueckzug in die sichere Welt des Mainstream erwogen haben.

Die Frage nach dem Sinn und Zweck der etwas merkwuerdig im Zeugen-Jehova-Stil gekleideten und durch alle Abteile verstreuten Bibelfreunde wird spaetestens in dem Moment obsolet, als reihenweise Pager mit der Ankuendigung des nahenden Armageddon klingeln und Kreuze mit Dolchspitze, sogar Langschwerter gezueckt werden - sehr zum Missvergnuegen der anderen Fahrgaeste, die sich in einem von Pannen gebeutelten Abteil zusammenscharen und auf Flucht sinnen.

Die Charaktere kann man nicht anders als glaubhaft-abgedreht bezeichnen, in einer nachvollziehbaren und im alltaeglichen Wahnsinn der religioesen Extreme durchaus denkbaren Handlung toben sich die Meister der Prothesentechnik und Special Effects nach Lust und Laune aus. Fast koennte man glauben, Tom Savini, Gottvater etlicher Zombiestreifen und selbst Maskenbildner sei hier augenzwinkernd Pate gestanden.

Was als Aufruhr verdrehter Kirchgaenger begann, weitet sich alsbald zu einer waschechten Strassenschlacht aus und die sich mit humorvoll-sarkastischen Momenten abwechselnde Hieb- und Stichorgie duerfte wohl jeden Splatterfreund zufriedenstellen.

Der Spuk endet so schnell wie er beginnt, via Pager bzw. SMS naemlich und hinterlaesst eine deutlich dezimierte Riege der Protagonisten sowie einen schmunzelnden Kinogaenger, der nach kurzweiligen 90 Minuten voll auf seine Kosten gekommen ist.

Die 7.1/10 auf der IMDB sind vor dem Hintergrund des breiten Publikums verstaendlich, als FFF-Freund wuerde ich durchaus eine Acht auf Volkis 10-Finger-Skala geben.

27.07.2007, Volker Bartheld, www.bartheld.net

saß im Cinema, München

sandroxyz S * 1.0

Dieser Review enthält SPOILER!

Ich fasse es nicht!

54 Bewertungen auf f3a.net

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Bewertungen

End of the Line
  • Score [BETA]: 71
  • f3a.net: 7.1/10 54
Bewertungen von IMDb werden zuletzt vor dem Festival aktualisiert, falls verfügbar!
© Fantasy FilmFest Archiv 2020-09-19 07:45

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