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Review Extinction

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Rotkäppchen und der böse Wolf.
von Alexander

Vielleicht habe ich in meinem Leben einen „Endzeit“- oder „Zombie“-Film zu viel sehen müssen und bin deshalb bei der Beurteilung dieser Genre etwas kritischer als sonst. Dennoch meine ich, dass sich ein Film, der sich dieser Themen annimmt, entweder besondere Mühe hinsichtlich der Gestaltung des Drehbuchs nehmen und vielleicht mit ein paar neuen Ideen überraschen sollte, oder wenigstens zumindest des optischen Anspruchs halber den Zuschauer mit entsprechender Opulenz zu beeindrucken in der Lage sein müsste. In beiden Fällen kann man bei Extinction leider nur eines sagen: Fehlanzeige!

Zwar nimmt sich „Extinction“ die nötige Zeit, seine an einer Hand abzuzählenden Charaktere in Ruhe in die Handlung einzuführen, sodass es möglich ist, eine echte Bindung zu ihnen aufzubauen, was bei anderen „Zombie“-Filmen, sieht man vom grandiosen „Maggie“ einmal ab, ja meistens eher selten der Fall ist. Die Story selbst zieht sich allerdings ziemlich spannungsarm wie Kaugummi und für mich lag der Fokus der Handlung viel zu sehr auf der Tochter, die durch die Szenen läuft wie weiland Rotkäppchen auf der Suche nach ihrer Großmutter. Darauf hätte man mit einem kurzen Blick auf das Kinoplakat auch von alleine kommen können.

Achja, die Szenen. Seit Jahrzehnten habe ich keinen Film mehr sehen müssen, dessen Set-Design so wenig überzeugend war. Die Bauten der im Schnee eingeschlossenen Häuschen muten an wie eine putzige Weihnachtskrippe und sehen so billig aus, wie der Film insgesamt auf mich wirkte. Bis auf ein paar Szenen, die offensichtlich vor realem Hintergrund gefilmt wurden, wirkt die Optik von Extinction wie ein langweiliges Bühnenbild, was nicht gerade zur Illusion ewigen Eises und Kälte beizutragen vermag.

Der aufgrund seiner geringen Abwechslung viel zu lange Film wird zwar hier und da mit einem kleinen Monster-shock aufgelockert, versandet aber in Selbstmitleid und weinerlichen Dialogen und letzten Endes dreht sich die Handlung im ständigen Kreis um ein einziges Thema, nämlich die Liebe des Vaters zu seiner Tochter, was aber im zuvor angesprochenen „Maggie“ viel besser umgesetzt wurde und bei Extinction auf Dauer nur nervt. Und obwohl Zeit genug gewesen wäre, die Handlung zu einem passablen Ausgang zu führen, serviert man uns einen so abrupten ***SPOILER***und dabei zuckerklebrigen Zuckerguss-Kitsch-Schluss zum Ende***SPOILER***, dass man nach all dem zuvor gezeigten Elend meinen könnte, die Protagonisten hätten plötzlich die Tür nach Disneyland gefunden und alles war nur ein böser Traum. Was für ein Murks.

glotzte im Cinestar, Frankfurt

56 Bewertungen auf f3a.net

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Bewertungen

Extinction
  • Score [BETA]: 47
  • f3a.net: 6.6/10 56
  • IMDb: 5.9/10
  • Rotten Tomatoes: 17%
Bewertungen von IMDb, Rotten, Meta werden zuletzt vor dem Festival aktualisiert, falls verfügbar!
© Fantasy FilmFest Archiv 2020-01-26 06:33

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