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Review Extraordinary Tales

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Poe ist zeitlos, Poe ist zäh
von Leimbacher-Mario

Dass Edgar Allen Poes morbide-gruselige Erzählungen eigentlich keine Erläuterung bedürfen, auf Grund ihrer Bedeutung für den Horrorfilm aber jedem Denkmal & jeder Würdigung gerecht werden, ist hinlänglich bekannt. Daher kann ich auch mit den "Extraordinary Tales" mehr als gut leben, auch wenn ich mich selbst alles andere als Fan oder Kenner des wichtigen Meisters nennen würde. Daher war ich hin- & hergerissen zwischen begeistert-andächtigem Genießen & etwas rätselndem Langweilen.

Keine Frage, die 5 Kurzgeschichten sind allesamt wertvoll, spannend (wenn man denn reinkommt in der kurzen Zeit & sich darauf einlässt) & Teil der Popkultur, beeinflussten zahlreiche Filme & Erzählungen. Noch dazu sind sie hier durch die Bank künstlerisch richtig begeisternd, hypnotisch animiert, jede in ihrem Stil. Für die Veredelung der Atmosphäre sorgen legendäre Sprecher wie Del Toro, Cormam, Sir Christopher Lee oder Bela Lugosi, von dem eine alte Aufnahme zurechtgeschnitten wurde. Meine liebste Episode ist die des hypnotisierten Toten, nicht nur künstlerisch, sondern auch vom Gruselfaktor. Aber auch die anderen Geschichten haben Flair & es kommt selten Langeweile, geschweige denn Eintönigkeit auf.

An der Qualität der Kunst, der Sprecher, geschweige denn der Geschichten hat es also nicht gehapert... Woran liegt es dann, dass ich glücklich war, dass der Film nur 70 Minuten ging? Ich kann nicht alles auf die Rahmenhandlung schieben, aber die Geschichte/das Gedicht über den Raben ist nicht nur am schlechtesten animiert & erinnerte mich oft an ein PlayStation-1-Spiel, sie ist schlichtweg als Rahmen misslungen, unnötig & nur Lückenbüßer. Hinzu kommt, dass manche Geschichten natürlich hinlänglich bekannt sind & so Überraschungen verloren gingen, man war eher gespannt auf die optische Umsetzung. Auch die manchmal schwer zu versehenden Sprecher waren ein kleines Hindernis. Hinzu kommt der Fakt, dass die Geschichten heute keinen mehr wirklich erschrecken oder gruseln, sondern eher als Grundbausteine & Pflichtlektüre für Horrorfans gesehen werden sollten. Daher reicht mir einmal schauen mehr als aus!

Fazit: für Poe-Fans ein kurzweiliger Genuss, für den Rest vielleicht sogar langweiliger Verdruss!

war im Residenz, Köln

48 Bewertungen auf f3a.net

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Bewertungen

Extraordinary Tales
  • Score [BETA]: 65
  • f3a.net: 6.1/10 48
  • IMDb: 6.8/10
Bewertungen von IMDb, Rotten, Meta werden zuletzt vor dem Festival aktualisiert, falls verfügbar!
© Fantasy FilmFest Archiv 2020-01-25 00:08

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