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Review Faust: Love of the Damned

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Total fucking Letdown.
von D.S.

Hm. Bin ich versehentlich im allerneuesten Ittenbach-Streifen gelandet? Nein. So gute Narration, Kameraführung und Setdesign wären bei einem reinen Amateurstreifen nicht drin. Was ist das dann? Brian Yuzna? Der Mann, der RE-ANIMATOR und THE DENTIST erschaffen hat?? No Way!!!!

Okay, auf der Habenseite verbuchen wir mal reichlich Gore, unterhaltsame erste 20 Minuten, wie gesagt die Kameraführung und Schauspieler, die über SCHREI, DENN ICH WERDE DICH TÖTEN-Niveau hinauskommen. Aber verdammt, bei einem alten Helden wie Brian Yuzna, bei Akteuren wie Jeffrey Combs sollte das doch wohl selbstverstädnlich sein, oder???

Also: was bitte ist hier in alle Beteiligten gefahren? Die Kostüme und 90% der Effekte wirkten wie eine alberne BATMAN-Parodie, die Story verlief so überraschend wie eine Folge MARIENHOF, die Verhaltensweisen waren so glaubwürdig wie Helmut Kohl in der Spendenaffäre, die Charaktere und Dialoge stammten aus der dunkelsten Klischeehölle. Und das Frauenbild war direkt aus den 50er Jahren importiert. Ja, Mann, sei richtig mies und demütigend zu den Frauen, und sie werden Dich vergöttern und Deine Füße ablecken! Und wenn sie noch so gut ausgebildete Psychotherapeutinnen sind, zeig ihnen Deine Muskeln (und was für ein echter Kerl Du bist), und sie werden sagen: "I wanted you from the first moment I saw you" - auch wenn Du genau in jenem Moment nur ein katatonischer, sabbernder Freak warst. Ja, Mann, in Wirklichkeit stehen sie eh darauf, vergewaltigt zu werden - und wenn nicht, dann zumindest auf grobschlächtige Monster, die ihnen zu verstehen geben, daß man sie nur aus pathetischem Mitleid am Leben läßt. WAS FÜR EIN SCHEISS!!!!!

Wenn der Film sich dann wenigstens nicht ernst nehmen würde! Wenn das einfach nur ein kleiner, trashiger Fun-Film wäre! Aber nein, wir haben hier einen (von der Story her) sehr ambitionierten Philosophy-goes-Splatter-Movie-Versuch vor uns. Der aber nur in Sachen Splatter die Erwartungen erfüllen kann (obwohl ... auch in dieser Hinsicht ging Yuzna schon mal deutlich heftiger zur Sache!). Was aber die Story (und erst recht die "Philospohie") angeht: dagegen sind ja sogar die "radioaktiv-verstrahlte-Ameisen-erobern-die-Welt-weil-wir-so-böse-sind"-Filme aus den 50ern und 60ern innovativ und fortschrittlich!! Platter und billiger geht das wirklich kaum. Und das einzige, was an diesem Film echt scary ist, ist die Frage, welche Drogen alle Verantwortlichen wohl zu sich genommen haben. Und noch dazu ist das ganze LANGATMIG wie irgendwas!! Ich und alle meine Begleiter sind zwischendurch weggedöst!!!

Nee, also wirklich ... aus Respekt vor Brian Yuzna, wegen der Kameraarbeit und vielleicht wegen der ersten halben Stunde vergebe ich 35% - und das ist mehr als gnädig!!! Wenn Ihr sehen wollt, was Brian Yuzna drauf hat - besucht die Filme der Hommage. Und wenn ihr RE-ANIMATOR 50 x hintereinander seht: das bedeutet Lichtjahre mehr Fun als eine Stunde FAUST. Ernsthaft. Es sein denn, natürlich, ihr tragt jeden Tag Longsleeves mit ach-Gott-wie-furchteinflößenden Schriftzügen peinlicher Death Metal-Bands. Dann ist FAUST wahrscheinlich der Film, auf den Ihr Euer Leben lang gewartet habt. Ist auch echt heftiger als die SESAMSTRASSE. Zum Beispiel.

P.S.: Vielleicht sollte ihm auch mal jemand sagen, daß FEAR FACTORY die personifizierte musikalische LANGEWEILE sind???

war im Turm-Palast, Frankfurt

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Faust: Love of the Damned
  • f3a.net: 4.6/10 18
© Fantasy FilmFest Archiv 2020-01-23 04:20

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