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Review Frankenstein

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One-Frankenstein-Show
von Leimbacher-Mario

Mary Shelleys Frankenstein ist mit Sicherheit eine der am meisten verfilmten Geschichten. Der neue "Frankenstein" von Candyman-Haudegen Bernard Rose ist mit Sicherheit die bis dato modernste & auch brutalste Interpretation. Wird die Massen & strengen Anhänger der Vorlage spalten, aber da es eine Indie-Produktion ist, wird sie leider gar nicht erst so viele Leute erreichen oder hohe Wellen schlagen. Schade eigentlich, denn ich habe den Mythos selten so lebendig & mitreißend erlebt. Könnte eine ganz neue Generation mit dem Geist infizieren - wird aber leider nur einen harten Kern erreichen. Frankenstein-Experte würde ich mich zwar nicht nennen, aber es hat mir gefallen!

Die Bilder waren fast immer standbildreif, der Goregehalt überraschend hoch & konsequent, die Effekte sehr gut. Dazu ein genialer Gastauftritt des Candyman höchstpersönlich & für mich eine gewisse Sogwirkung. Am Anfang war ich verwirrt & wusste nich so richtig, wann & ob mich das Ganze packt. Aber dann war ich drin, litt meist mit dem Monster & erkundete die moderne, ziemlich ekelhafte Welt, am perfekten Negativbeispiel von Los Angeles. Poetisch, intim, traurig - genau wie Frankenstein sein sollte. Manchmal beabsichtigt, manchmal unbeabsichtigt komisch, dasselbe gilt für eklig & hart. Schön sind auch viele neuinterpretierte Szenen, die man wiedererkennt & die einfach dazugehören, wie die Szene mit dem ertrinkenden kleinen Mädchen.

Ein besonders großes Lob gilt nach "The Loved Ones" mal wieder Xavier Samuel - für mich eines der größten Talente Hollywoods & kommender Superstar. Er geht vollkommen auf in seiner Rolle als Mischung aus Monster & Baby, das eigentlich keinem wehtun will, aber einfach nicht in diese dreckige Welt passt. Während man immer mehr mit der Kreatur leidet, schüttelt man über die Oberflächlichkeit einer reaktionären, oft abartigen Gesellschaft immer mehr den Kopf. Die eine oder andere Entwicklung ist an den Haaren herbeigezogen & mutig***SPOILER***, wie z.B. das Monster per GPS an seinen Ursprungsort zurückzuführen, & für das Finale wird sich nicht genug Zeit genommen, aber der Rest des Films war absolut eine positive Überraschung. Denn seien wir mal ehrlich: von langweilig & tausendmal gesehen bis komplett daneben hatte ich alles erwartet - aber keinen mitreißenden, guten Film!

Fazit: Frankenstein mal ganz anders & modern - keine einfache Kost, bei mir hat's funktioniert!

saß im Residenz, Köln

37 Bewertungen auf f3a.net

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Bewertungen

Frankenstein
  • Score [BETA]: 61
  • f3a.net: 5.5/10 37
  • IMDb: 6.6/10
Bewertungen von IMDb, Rotten, Meta werden zuletzt vor dem Festival aktualisiert, falls verfügbar!
© Fantasy FilmFest Archiv 2020-01-26 07:19

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