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Reviews Gozu

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Reviewer

hike * 8.0

Got Milk?

Um was geht’s?
Die Handlung vom neuen Takashi Miike ist schnell erzählt. Minami und Ozaki sind Brüder und Mitglied in einer Yakuza-Gang. Ozaki scheint langsam durchzudrehen und sieht überall feindliche Yakuzas. Minami erhällt vom Clan-Boss den Auftrag ihn zu töten. Auf seinem Weg zur Hinrichtung erledigt dies aber scheinbar schon ein Autounfall. Dummerweise verschwindet die Leiche von Ozaki, und Minami macht sich auf einen abgedrehten Trip durch Nagoya, wobei er auf der Suche nach seinem toten Bruder den schrägsten Typen seit der BiFi-Werbung begegnet.

Takashi Miike? Welche Tabus bricht er denn jetzt wieder?
Nach Ichi the Killer noch einen draufzusetzen ging eigentlich kaum. Hat er dann den Gore betreffend auch nicht. Gozu ist zu grossen Teilen ein geradezu meditatives und ruhiges Roadmovie, welches nicht nur von der Suche nach einer Leiche, sondern auch von der Suche Minamis nach sich selbst und der Erforschung und Überwindung seiner eigenen Dämonen handelt. Die lynch-esken Figuren, auf die er trifft, haben grösstenteils den Begriff "Metapher" in Riesenbuchstaben auf die Stirn tätowiert. Nur ab und an gibt es Ekelausbrüche, die dann aber ihn gewohnter Miike-Manier diversen Körperflüssigkeiten fröhnen und vor absurdem Humor nur so strotzen.

Klingt zu anstrengend für den ambitionierten Gore-Hound?
Mag sein. Wer nach der Presseinfo einen Ichi 2 erwartet hat, muss wohl ziemlich enttäuscht gewesen sein. Alle anderen können einen Film mit viel schwarzem Humor und liebevoll absurd gezeichneten Charakteren sehen, der vor originellen Einfällen nur so strotzt.

war im Cinema, München

Felix Schweiger * 5.5

Yakuza sein dagegen sehr.

Ozaki, ein abgebrühter Yakuza, hat den Sinn für die Wirklichkeit verloren. Er sieht sich überall bedroht, und der Boss kann das nicht durchgehen lassen. Also schickt er Minami, Ozakis "Bruder", zusammen mit diesem auf eine letzte Reise zum Schrottplatz. Doch es kommt ganz anders, Ozaki stirbt schon unterwegs, und geht dann noch bei einem kurzen Stopp verloren. Und das ist erst der Anfang von Minamis Reise duch die Welt des bizarren japanischen Hinterlandes.
Takashi Miike ist ein Filmemacher, der Narrenfreiheit genießt und (aus-)nutzt. Mit einem Output von 5 Filmen im Jahr streift er alle Genres und hat vor keinem Tabu Angst. Hier treibt er ein Sammelsurium von Seltsamkeiten vor sich her, wie man es so wohl noch kaum gesehen hat. Doch wer ein Gewaltfest à la Ichi erwartet hat, wird wohl enttäuscht werden: obwohl diverse Löffel in Hintern verschwinden und Muttermilchorgien auch dabei sind, ist hier eher die Skurilität im Vordergrund als die Brutalität. Weiters ist eine gute Portion von Begehr nach japanischem Minimalistenhumor von nöten, um den Film duchzustehen, denn leider ist er auch eine gute halbe Stunde zu lang. So verlässt man das Kino irgendwo zwischen Lächeln und Fragezeichen auf der Stirn.
Fazit: Schäge japanische Groteske, nur begrenzt verdaulich.

verweste im Cinema, München

DaiGoro

Abstrakte Kunst

Miike überrascht einen immer wieder. Bei den Ideen und Geschichten, auf die der Mann kommt, da fragt man sich, was der wohl so in seiner Freizeit macht und von was er nachts sonst so träumt. Ist klar, dass die Botschaft nun erreichbar ist, dass er in der Milch die wohl lebenswerteste Körperflüssigkeit sieht, die man im Film darstellen kann, aber muss man das in jedem Film zeigen? Miike liebt es, mit Körperflüssigkeiten zu spielen, doch origineller wäre doch in diesem abstrakten Stück, wenn ein Mann die Milch geben könnte. Es ist kein Horror, es ist kein Comedy, es ist ein Hin und Her mit Figuren, aus der Mischung von Sesamstrasse, Teletubbies und Daniel Kübelböck.
Es passiert lange nichts, dann aber ordentlich heftig. Dann haben Miike-Fans auch wieder ihren Spaß und erfreuen sich an der Frage: was zur Hölle war das wieder für ein Film?

Alle die Miike nicht kennen, flüchteten im 5 min. Takt aus dem Kino, wütend oder genervt, weil die teuren Festivalkarten von 8,50 € es ihnen nicht wert waren.

Miike ist wie Lynch, Cronenberg, Wenders sowie Woo, Bay und Emmerich ;-),
man muss sie mögen und deren Filme kennen, deren Klassiker, dann versteht man alles viel besser bzw. erträgt man alles viel besser.

Schade, dass "Graveyard of Honor" schon so früh veröffentlicht wurde, weil das ein Miike-Klassiker ist, und dem FFF hätte ich es gewünscht, sich mit diesem Film schmücken zu dürfen.

Dragz

verweste im Cinema, München

ZardoZ S * 8.0

Dieser Review enthält SPOILER!
Für mich als Miike-Fan natürlich ein heiß erwartetes Highlight - und ich wurde nicht enttäuscht. Miike präsentiert hier eine mit schwarzem Humor ausgefüllte Groteske, die wieder einmal alles Dagewesene sprengt. Der Film ist fast schon eine Persiflage auf die ganzen Japan-Horror Filme, benutzt er doch die gleichen Stilmittel, Kameraeinstellungen und einen Soundtrack, der unter die Haut geht, jedoch eigentlich völlig unpassend ist. Der Film ist sehr langsam, oft steht die Kamera einfach nur minutenlang still, beobachtet die Protagonisten hinter einem Zaun oder aus weiter Entfernung. Dies erinnert an den typischen Stil Hideo Nakatas. Das Ende des Filmes ist dann wieder eine Explosion an Perversitäten, die alles sprengt was man bis dahin gesehen hat! Es ist so abartig, dass man es kaum glauen kann. Ein weiterer "Meilenstein" in der Filmographie Miikes, die immer wieder überrascht und auf’s neue schockt, egal was man erwartet...

glotzte im Metropol, Stuttgart

Herr_Kees * 9.0

Die Milch macht’s!

Wer von Miike Takashi nur FUDOH, ICHI und AUDITION kennt, sollte sich gleich mal auf etwas gefasst machen. GOZU ("Kuhkopf") hat mit den erstgenannten oberflächlich nur seinen schrägen Humor gemein und ist weder Trash- noch Yakuza-Schocker sondern eine surreale Komödie. Das heißt: keine Shoot-outs, keine Massaker, keine Folterungen, kein Splatter. Naja, vielleicht ein bisschen.

Wer sich nicht davon abschrecken lässt, nicht einen der tabubrechendsten Filme aller Zeiten zu sehen und auf japanischen Humor im Stil von Kitano Takeshis SONATINE (und ein bisschen auch Miikes VISITOR Q) steht, wird vermutlich seinen Spaß haben.

Der Film zeigt die kafkaeske Odyssee eines Yakuzas auf der Suche nach seinem vermeintlich toten Boss, der ihm irgendwie abhanden gekommen ist. Dabei begegnet er zahlreichen skurrilen Charakteren, gerät in äußerst absurde Situationen und erlebt ausgesuchte Seltsamkeiten, von der alternativen Milchproduktion über eine missglückte Geisterbeschwörung bis zur Hausgeburt.

Bestimmt nicht für jedermann, aber für Freunde dieser Art Filme etwas vom Feinsten.

staunte im Metropol, Stuttgart

Eraserhead

Krank, kränker, am besten

war im Turm-Palast, Frankfurt

Umelbumel * 7.5

Miike schafft es wieder!

Miike macht es schon wieder... er macht einen Film, wie es ihn so schnell nicht noch mal geben wird. Auch Gozu ist mal wieder sehr lustig (schon der Anfang ist der Hammer). Mich persönlich ekeln die Szenen im Film nicht und ich kann herzhaft lachen. Gozu ist in meinen Augen eine ziemlich gute Komödie, die vielleicht ein paar Längen hat, zusammenfassend aber doch überzeugen kann.

18 Bewertungen auf f3a.net

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Gozu
  • f3a.net: 6.3/10 18
© Fantasy FilmFest Archiv 2020-09-22 18:54

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