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Review The Hallow

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Im Wald, da sind die Monster
von D.S.

Irischer Oldschool-Monsterhorror, wie man ihn so in den 80ern reihenweise in der Videothek finden konnte – allerdings umsetzungsseitig auf hohem Niveau und in einer zeitgemäßen Inszenierung, die ordentlich Tempo und buchstäblich viel Wumms auffährt.

Irisch, Horror, 80er – ein Leprechaun ist dennoch weit und breit nicht in Sicht. Nein, THE HALLOW gehört zu der mittlerweile fast schon selten gewordenen Sorte Genrefilm, der sich selbst und seine Story vollkommen ernst nimmt. Humor ist hier keiner zu finden, Selbstironie oder eine Metaebene schon gar nicht. Das tut dem Streifen aber durchaus gut, denn so kann er ungestört und effektiv eine sich konsequent intensivierende dichte Horror-Atmosphäre aufbauen, die den Zuschauer unweigerlich in ihren Bann zieht.

Die Hallows sind Waldgeister; dunkle Feen, Banshees und Dämonenwesen, die einst über Irland herrschten, von der Aufklärung und dem zivilisatorischen Fortschritt mit Licht und Eisen aber von ihrem angestammten Grund und Boden vertrieben wurden. Wer heute in ihre wenigen verbliebenen Reservate eindringt, in verwunschene Wälder in der irischen Provinz, der zieht ihren Zorn auf sich und wird ihre Rache zu spüren bekommen.

So wie Adam und seine Familie, die sich erst vor einem Monat berufsbedingt in der Nähe eines solchen Waldes niedergelassen haben und von den Dorfbewohnern alles andere als herzlich willkommen geheißen werden. Als eines Abends das Fenster des Kinderzimmers in Scherben aufgeht, vermuten sie den knurrigen Nachbarn dahinter. Doch schon bald müssen sie erleben, dass die Mythen wahr sind – und die Hallows es auf sie abgesehen haben. Von nun an geht es nur noch ums Überleben der Nacht...

Und das ist zwar keinesfalls originell, aber sehr atmosphärisch, tempo- sowie spannungsreich umgesetzt. Die Hallows machen keine halben Sachen und sind auch nicht gerade wenige an der Zahl, weshalb man sie zu jeder Zeit als ernsthafte Bedrohung wahrnimmt. So entwickelt sich der Film ohne viel überflüssiges Drumherum bald zu einer atemlosen Hatz durch die finstere, baumreiche Nacht, die den Zuschauer garantiert wachhält. Nicht zuletzt, weil er auch ziemlich laut ist.

Die Masken und Make-up-Effekte sind schön handgemacht, das Creature-Design ist aus meiner Sicht aber der Schwachpunkt des Films. Ja, es ist an THE DESCENT angelehnt – im Gegensatz zu jenem sieht man die Monster hier aber häufig und gut, wodurch ein paar Mal zu deutlich wird, dass es sich bloß um Menschen in Latexkostümen handelt.

Davon abgesehen ist THE HALLOW aber nicht viel vorzuwerfen. Im Rahmen dessen, was er sein und erreichen will, macht er seine Sache sehr gut; hat einen schönen Look, viel Atmosphäre und bietet effektiven Grusel. 7 Punkte, für Genrefreunde absolut zu empfehlen.

verweste im Cinestar, Frankfurt

58 Bewertungen auf f3a.net

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Bewertungen

The Hallow
  • Score [BETA]: 69
  • f3a.net: 6.2/10 58
  • IMDb: 6.1/10
  • Rotten Tomatoes: 83%
Bewertungen von IMDb, Rotten, Meta werden zuletzt vor dem Festival aktualisiert, falls verfügbar!
© Fantasy FilmFest Archiv 2020-08-15 21:32

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