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Review The Hallow

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Folklore trifft auf Wissenschaft in dieser grundsoliden Schauermär
von ArthurA

Jeff Marlow spielt in Corin Hardys atmosphärischem Regiedebüt Adam, einen "Baumdoktor", der als Umweltexperte im Rahmen eines Forschungsauftrags mit seiner jungen Ehefrau Clare (Bojana Novakovic) und ihrem Baby aufs irische Land zieht, wo die Einheimischen ihnen alles andere als freundlich gesinnt sind und sie vor mythischen Kreaturen im Wald warnen, in dessen Lebensraum Adam angeblich eindringt. Spätestens seit American Werewolf in London sollte man eigentlich wissen, dass man auf die Warnungen von finster dreinblickenden Einheimischen besser hören sollte. Auch Adams Entdeckung von einem aggressiven, ekligen Pilz macht die Gegend nicht gerade angenehm, doch er ist da, um einen Job zu tun. Nicht lange dauert es, bis die Ereignisse eskalieren – doch sind es die Einheimischen, die die "Eindringlinge" vertreiben wollen, oder etwas Übernatürliches aus dem Wald?

Jeder Genrekenner kennt natürlich die Antwort auf diese Frage und bei The Hallow haben wir es mit einem Vollblut-Horrorfilm mit sehr gelungenen Creature-Feature-Effekten zu tun, bei denen zum Glück auf den Einsatz unnötiger Computereffekte verzichtet wurde. Die Inszenierung ist sehr schnörkellos, dicht und auch wenn der Film nicht so gruselig ist, wie er gerne wäre, mangelt es ihm nie an Atmosphäre. Die Herangehensweise an irische Volkssagen ist hier sehr originell – sie erweist der Folklore Respekt und nimmt dennoch einen modernen, wissenschaftlichen Ansatz, ohne dass beide Elemente sich widersprechen. Leider lässt sich der Film trotz seiner durchaus originellen Ideen viel zu häufig zu Genrekonventionen verleiten, wenn er den Zuschauer erschrecken möchte. Die Jump Scares wirken dadurch meist erzwungen, vorausschaubar und in einem besonderen Fall am Ende schlicht überflüssig und wie aus einem anderen, "billigeren" Film. Zum Glück sind diese plötzlichen Schreckmomente hier nicht inflationär eingesetzt und wenn der Film bei seinen sympathischen Charakteren bleibt und ein wenig der irischen Mythologie auf den Grund geht, entfaltet sich seine eigentliche Stärke. Für Regisseur Corin Hardy, der einst der Regiekandidat für das Remake von The Crow war, ist es kein perfektes Debüt, aber dennoch ein sehr beachtlicher Genre-Einstand, nach dem man ihn auf jeden Fall im Auge behalten sollte.

Erstveröffentlichung

war im Residenz, Köln

58 Bewertungen auf f3a.net

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Bewertungen

The Hallow
  • Score [BETA]: 69
  • f3a.net: 6.2/10 58
  • IMDb: 6.1/10
  • Rotten Tomatoes: 83%
Bewertungen von IMDb, Rotten, Meta werden zuletzt vor dem Festival aktualisiert, falls verfügbar!
© Fantasy FilmFest Archiv 2020-08-07 02:18

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