s Heartless (2009) Review - Fantasy FilmFest Mobil
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Reviews Heartless

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Reviewer

Francis S * 6.0

Dieser Review enthält SPOILER!
oh ha. also. wo fange ich an? und wie ende ich hier?
das müssen sich die macher dieses films auch gefragt haben und wählten einen direkten einstieg aber leider auch ein wendung um wendung hingezogenes ende.
jamie, fotograf mit einem herzförmigen muttermal im gesicht, durchstreift london auf der suche nach spannenden motiven. hinterm fenster eines verlassenen hauses entdeckt er eine gestalt und fotografiert diese. später in der dunkelkammer erscheint das gesicht als dämonische fratze. fortan lässt ihn der gedanke an die gestalt nicht mehr los. er sucht das haus auf und folgt einem der dämonen in einen hinterhof.
wie gesagt, der direkte einstieg.
im laufe der handlung werden die begegnungen mit den gestalten immer häufiger bis es nach nur wenigen tagen zum brutalen mord an seiner mutter kommt, während er tatenlos - weil festgehalten - zusehen muss.
ab da wird es konfus. der neue nachbar wird ermordet und die story wird, wenn sie nicht so gruselig und brutal wäre, glatt zum fantasy-märchen. wenn ich jetzt mehr verrate, dann wäre es unfair. wie gesagt, es folgt ein von wendungen hingezogenes ende. und das ist dann noch nicht mal berauschend gut, sondern einfach nur herzlos dahingerotzt.

ps: vielleicht habe ich aber auch nicht alles verstanden. vielleicht habe ich einen entscheidenden satz überhört. wer weiß.

war im Cinemaxx 7, Berlin

Lovecraft * 7.0

I open up the window and madness flies in

Eine düstere Wundertüte serviert Regisseur und Autor Philip Ridley den Zuschauern mit "Heartless". Die anfänglich scheinbar simple Story um den von Jim Sturgess ausgezeichnet verkörperten Außenseiter Jamie schlägt im Verlauf der 110 Minuten deutlich mehr Haken, als man dies zu Beginn des Streifens vermutet hätte. Ein sonderlich hohes Tempo schlägt der Film dabei nicht an, rückblickend dürfte es aber kaum einen Meter Zelluloid geben, der nicht der Charakterentwicklung gedient hätte.

"The darker it gets, the more you see."

Überraschungen gibt es eine Menge: Seien es die schmuddeligen Ecken Londons, in die sich kein Tourist verirren wird, die bizarren Typen und Charaktere (großartig: Der mysteriöse "Weapons Man"), oder auch die Stationen, auf die sich Jamie auf seiner Suche nach Erkenntnis und Erlösung begibt. Gleiches gilt auch für die sichtbare Gewalt, während die ersten Todesfälle noch zurückhaltend im Off passieren, zieht der Film nach der Hälfte deutlich die Gewaltschraube an, was so einen tieferen Eindruck hinterläßt als 90% der Splattergewitter der letzten Jahre. Der Filmtitel ist im übrigen wörtlich zu nehmen...

Zuletzt blieben bei mir doch ein paar inhaltliche Fragen offen, was aber auch am streckenweise schwer verständlichen Londoner Akzent der Darsteller liegen kann. Positiv zu erwähnen ist die Filmmusik, die sich sehr gelungen aus einem zurückhaltenden Score von David Julyan und mehreren vom Hauptdarsteller gesungenen Songs zusammensetzt.

Insgesamt dürfte "Heartless" bestimmt nicht jedem Zuschauer gefallen, wer sich aber auf die Story einläßt, wird sich mit Jamie auf eine Tour de force begeben, die noch einige Zeit nachklingt.

war im Cinemaxx 7, Berlin

Alexander * 8.5

Herztod

Diese kleine Perle lief mal auf den Filmfestnights, wo ich seinerzeit leider auch nicht hingegangen bin. Als ich ihn holte stand meine Lieblings-Aushilfskraft hinter der Theke, die meinen Geschmack ganz gut kennt, und meinte so „Bist Du jetzt sicher das Du Dir den geben willst ? Der ist soooowas von schräg!". Aber sie meinte das jetzt nicht negativ. Gute Frau. Heartless erinnert zunächst ein bisschen an diese so einmaligen Geschichten von Clive Barker, diese feinstofflichen Charaktere in bedrohlichem Setting (Wer jetzt nicht kapiert was ich meine, dem empfehle ich eines der Frühwerke von Barker, vielleicht „WeaveWorld"). Scheinbar normale Menschen laufen irgendeine Gasse einer britischen Großstadt entlang und finden sich plötzlich dem blanken Horror ausgesetzt, ohne das dieser jedoch richtig greifbar und zu verstehen wäre. Das Entsetzen ist viel feiner verwoben als man zunächst annehmen mag. Der für das Genre „Horror" recht angenehm lange Film nimmt sich Zeit eine düster-komplexe, dabei vollkommen undurchsichtige und unvorhersehbare Geschichte zu erzählen. Ein junger Aussenseiter hat das Gefühl, die Welt nicht zu verstehen und fühlt sich von seinem Umfeld zusehends bedroht. Leidet er nur an Halluzinationen, an Depressionen oder ist er wirklich in der Lage das Böse zu demaskieren? Dieser vielschichtig interpretierbare, wunderbare Film ist wirklich ziemlich schräg und hat einen kongenialen, melancholischen Britpop-Soundtrack, der zauberhaft zur Geschichte passt und niemals aufgesetzt wirkt. Man langweilt sich keine Sekunde in diesem stimmungsvollem Schauerstück. Achja, und eine ultraperversbrutale Szene gibt es auch. EINE. Aber die reicht. Uneingeschränkt empfehlenswert!

Für soviel Kunst gibt’s dann auch 8.5 Punkte!

Bestes Zitat : „Es sind keine Masken!"

34 Bewertungen auf f3a.net

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Bewertungen

Heartless
  • Score [BETA]: 70
  • f3a.net: 6.8/10 34
  • IMDb: 7.1/10
Bewertungen von IMDb werden zuletzt vor dem Festival aktualisiert, falls verfügbar!
© Fantasy FilmFest Archiv 2020-11-27 00:55

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