s Hostel (2005) Review - Fantasy FilmFest Mobil
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Reviews Hostel

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Reviewer

Felix Schweiger * 3.5

In der Slovakei ist ein Zimmer Frei

3 Suffköppe (2 Amis und ein Isländer) auf der Suche nach Drogen und Sex bekommen beim Interrailen in Amsterdam den Tipp schlechthin. In einer Jugendherberge im Ostblock soll es richtig zur Sache gehen. Also auf in den Zug, ab nach Osten. Und siehe da, was Anfangs noch das Paradies für die spätpubertierenden Jungs ist wird später zum Folterkeller für reiche Typen, die mal gefahrlos jemand abschlachten wollen.
Unangenehm. Zäh. Brutal. Dunkel. Das sind Schlagworte die einem spontan bei der Betrachtung dieses Werkes einfallen. Leider hat der Film sonst nix zu bieten, die Story lässt einen Bierdeckel als Roman erscheinen, die Brutalität geht in der Dunkelheit verloren und irgendwann hat man es einfach satt den Kerlen beim Leiden zuzugucken. Wer sich dafür erwärmen kann (wir erinnern uns an Ordeal, 2004, da gabs auch Fans und Hasser und dazwischen nix) dem sei das Martyrium angeraten, vernuftbegabte Menschen machen hier ein Bogen drum.
Fazit: Unangenehmer Folterfilm der die Geister scheidet.

Bobshock * 2.0

Titten auf Tortur

Doch der Film hat noch etwas zu bieten. Ein paar angedeutete Sexszenen am Anfang, die Lust auf mehr machen - man hat ja schließlich die Bilder von den gutgemachten Plakaten und Screenshots im Kopf und erwartet jetzt den über-brutalo Schocker aber... nichts passiert! Ein dümmlicher Dialog jagt den nächsten und der Film kommt irgendwann nach der Hälfte dort an wo andere Film anfangen. Beim Folterspaß! Jetzt zieht das Tempo gottseidank etwas an und es gibt auch ein paar nette Einfälle mit Fingern und anderen Körperteilen. Doch geraderaus gesagt: Der Film ist scheiße. Lohnt sich nicht dafür ins Kino zu gehen.

FFFler * 6.0

I’m the King of the Swing

Da waren die Erwartungen wohl eindeutig zu groß! Hostel beginnt sehr gut und führt die Charaktere auch überzeugend ein, fällt dann jedoch im Mittelteil in so ziemlich jedes Klischee das ich so kenne, bevor er gegen Ende dann wieder einiges gut machen kann! Die Geschichte an sich hat mir sehr gut gefallen und wurde auch überzeugend rübergebracht (unter anderem durch das gelungene Cameo von Miike). Spannend ist der Film jedoch nur selten, da er kaum Überraschungen und mit Ausnahme des aberwitzigen Isländers Eythor Gudjonsson nur bescheidene Darstellerleistungen zu bieten hatte. Sehr nett dafür, dass in dem Film acht Sprachen gesprochen werden, die für den Zuschauer durchweg unverständlich bleiben, da der Film keine Untertitel nutzt. Von daher sollte man diesen Film auch in der OV anschauen, da auch Deutsch zu den vielen Sprachen gehört. Insgesamt sicherlich kein schlechter Film, der seine Momente hat, nur leider oft zu genretypisch und spannungslos ist.

Herbert.West * 7.0

Der neue Film von Eli Roth könnte ein richtiger Knaller sein, ein zukünftiger Genreklassiker gar. Ein sehr brutaler Schocker mit satirischen Elementen, der unter der blutigen Oberfläche sogar so was wie einen sozialen Kommentar verbirgt, zumindest ansatzweise und mit etwas Phantasie und gutem Willen beim geneigten Betrachter. Ein bisschen so wie "The People Under the Stairs" von Wes Craven gepaart mit der Härte von "Saw" und "The Devil’s Rejects". Doch Hostel schafft es leider nicht sein Potenzial voll auszuschöpfen, und dafür gibt es eine ganze Reihe von Gründen.

Erst einmal wären die grenzenlos unsympathischen Hauptdarsteller zu nennen, die man am liebsten schnell wegsterben sehen würde, damit sie einen nicht den ganzen Film durch belästigen können. Der Film braucht außerdem ewig, um mal in die Gänge zu kommen. In der ersten Hälfte gibt es gar keinen Horror, sondern nur reichlich entblößte weibliche Brüste. In der Zeit nerven die männlichen Hauptdarsteller um die Wette, fast fühlt man sich an "Eis am Stiel" erinnert. Hinterher entpuppt sich natürlich schon, dass Roth in der Zeit einige Fährten gelegt hat und dem Zuschauer ein paar Hinweise auf das Kommende anbietet, doch Spannung oder eine beunruhigende Atmosphäre will erst mal nicht aufkommen. Nichts gegen einen langsamen Aufbau bei einem Horrorfilm, aber da muss dann schon die Spannung mit der Zeit gesteigert werden, auch wenn vielleicht nichts "Schlimmes" passiert.

In der zweiten Hälfte wandelt sich der Film fast von einer Minute auf die andere vollkommen und geht über in blutigen, recht spannenden Nonstop-Horror. Die Einschränkung "recht" vor dem "spannend" deshalb, weil man erstens nicht mit den Darstellern mitfiebert und weil zweitens die Handlung im dritten Akt zunehmend unglaubwürdiger wird. Die Bruce-Willis-Attitüde, die einer der Akteure da plötzlich und ziemlich unpassend in seiner Handlungsweise an den Tag legt, ruft manchmal leichte Verwunderung hervor.

Diese Aufzählung erweckt vielleicht einen negativeren Eindruck des Films als beabsichtigt, denn schlecht fand ich Hostel trotzdem nun wirklich nicht. Aber ich hatte mir ehrlich gesagt schon etwas mehr erwartet, nämlich dass Hostel zum Spitzenfeld der Horrorfilme der letzten ein bis zwei Jahre gehören würde, obwohl ich Roths Erstling "Cabin Fever" eigentlich seinerzeit auch nicht gerade sensationell fand. Was übrig bleibt, sind eine Vielzahl von guten Make-up-Effekten und makabren Splatterszenen, ein kultiger Kurzauftritt von Takashi Miike und eine unterhaltsame Achterbahnfahrt in der zweiten Hälfte. Solide und gutklassig, aber leider nicht mehr. 7/10

rezwiebel * 7.5

Hätte mehr werden können...

Der Film ist gut. Sogar sehr gut eigentlich. Das Problem ist nur, er hätte noch viel besser sein können.

Er fängt lustig und für Männeraugen sehr ansehnlich an, die erste halbe Stunde ist eigentlich eher mit einem Augenzwinkern zu sehen. Nach und nach gewinnt der Film dann an Dunkelheit, an Schock und an Folter.

Was man meines Erachtens nach besser hätte machen können, wäre sich auf ein Genre zu versteifen. Entweder drehe ich einen Film der lustig ist oder ich drehe einen Film, der sich vollkommen auf das Thema kranke Folter beschränkt. Dann hätte der Film auch sicher noch mehr Tiefe gewonnen.

Alles in allem aber ein gut gemachter Streifen für Fans des Torture-Movies und gottseidank mal nicht in den USA spielend. Empfehlenswert!

verweste im Cinecitta', Nürnberg

Alexander * 7.0

Mogelpackung - Urlauber in Not , Folge 985

Aus der Reihe "Urlauber in Not", die vor etwa 30 Jahren mit dem für sehr lange Zeit stilprägenden "Texas Chainsaw Massacre" begründet, und in neueren Zeiten mit Streifen wie "Wrong Turn", "Wolf Creek" und dem Remake von "The Hills Have Eyes" fortgesetzt wurde, begegnen wir hier einer Produktion, deren größter Fehler (mal wieder) der Umstand ist, daß sie einfach zu sehr gehyped und mit viel zu hohen Erwartungshaltungen belegt wurde, was schon mit dem reisserischen Filmplakat anfing , durch einen cleveren Trailer fortgesetzt und am Abend der Vorstellung mit der verbalen Ankündigung als "sick motherfucker" abgeschlossen wurde. Bekommt man dann aber eine offensichtlich geschnittene Fassung vorgesetzt, fällt es schwer so eine Produktion vollständig auszuloben, lag doch der ganze Sinn der dünnen Handlung fast ausschließlich darin, eine neue Messlatte in punkto skurriler Gewalt zu legen. Der morbide Ostblockcharm und die hübschen Aktricen lassen einen in den ersten 60 Minuten des Films allerdings eher in Erwägung ziehen den Sommerurlaub in Bratislava zu verbringen, als das auch nur annähernd Grusel aufkommen würde. Bis das geschieht ist der Film dann auch bald schon zu Ende, was wohl daran gelegen hat, daß so manche Szene der Schere zum Opfer gefallen ist. Das ist inkonsequent und einfach nur schade. Nichtsdestotrotz: Für Freunde des Genres sicherlich keine schlechte Wahl.

war im Metropolis, Frankfurt

Triggermike S * 6.0

Dieser Review enthält SPOILER!

Ab nach Bratislava

Du wirst auf einem dreckigen Fabrikboden, der aus kühlem Metall besteht, von einem sehr wuchtigen, osteuropäischen Mann, so einem Türsteher Typ, dem man Nachts nicht begegnen möchte, an deinen Händen über den blutigen Boden gezogen. Die Versuche durch Schreien und Schütteln wegzukommen schlagen fehl. Der Rücken, das Einzige was du von dem Mann der dich zieht siehst, ist so groß wie der eines Catchers. Ein verzweifelter Blick nach links, aus der Richtung aus der du panische Schreie hörst, und du siehst durch einen kleinen Spalt einer geöffneten Tür einen Mann in einem Fleischeranzug, der gerade mit einem Bunsenbrenner das Auge einer Zimmergenossin zum Schmelzen bringt. Die Todesangst wird größer, doch kommst du nicht frei. Du wirst mit Handschellen an deinen Beinen und Armen an einen metallischen Stuhl gefesselt. Links und rechts von dir befinden sich verschieden grosse Messer, eine Kettensäge und viele chirurgische Geräte, die garantiert nicht sterilisiert sind. Dabei hat doch alles so gut angefangen.

Paxton und Josh sind auf dem Höhepunkt Ihres noch jungen Lebens. Gemeinsam mit Oli, den sie auf Ihrem Trip kennen gelernt haben, reisen die 2 Amis und der Isländer mit dem Rucksack durch Europa. Es gilt nur eins: Spaß haben, mit vielen möglichst wechselnden Geschlechtspartnern der non verbalen Geschlechterkommunikation frönen, Drogen nehmen und hemmungslos feiern. Wer sich jetzt in Teenie Komödien wie "EuroTrip", "American Pie", "Road Trip" oder "Deuce Bigalow 2" versetzt fühlt, der liegt damit gar nicht so falsch.

Angekommen in Amsterdam wird natürlich erstmal gekifft und an komatösen Mädchen rumgefummelt. All das, was man sich in seinen pubertärsten Träumen wünscht, bietet der Film in seiner ersten halben Stunde und irgendwie will man sich gleich zwei Kumpels und einen Rucksack schnappen und sofort durch Europa reisen. Nach einem Geheim Tipp und ein - zwei Beweisfotos von nackten Osteuropäerinnen zieht es die Drei in ein unberührtes Mekka für pubertierende, ausländische Backpacker Touristen. Ein Mekka in dem Frauen noch von allein nackt rumlaufen, wo man noch gebeten wird mit in die gemischte Sauna zu kommen und wo sich Freundinnen ganz ungeniert auch vor allen küssen. Die Rede ist von Bratislava.

Und obwohl alles so gut angefangen hat, wissen die drei nicht, das Bratislava auch andere Touristen anzieht. Touristen wie Takashi Miike, der fröhlich eine Fabrik verlässt und warnt, dass man dort doch sein ganzes Geld lassen könne. In Bratislava bekommt man nämlich für Geld wohl alles. So auch die Chance für eine gewisse Summe Leute zu foltern und zu töten und es machen nicht wenige Gebrauch von dieser durchaus lukrativen Business Idee.
Eli Roth hat 2002 mit "Cabin Fever" ein Tribut an den Camper Film gezollt und hat einen der interessantesten und rentabelsten Horrorfilme des Jahres gedreht. Rotierend auf allen wichtigen Festivals bekam der Film die Anerkennung, die er verdiente. Roth’s Folgefilm "Hostel" will viel sein, vor allem ist er aber 90 minütige, kurzweilige Unterhaltung und hey, der mit dem Leben davonkommende Protagonist, verliert bis zum Ende nur 2 Finger, allein Swetlana bekommt 3 Finger auf meiner Fingerskala, also hat sich der Trip doch irgendwie gelohnt!

BARROCK * 10.0

I want to go to Bratislava, oder doch lieber nicht??

Ich weiss nicht, wenn ich mir andere Reviews anschaue, habe ich immer das Gefühl, dass sich die meisten nicht mehr schnell und einfach beeindrucken lassen. Man ist vieleicht seit Jahren Horrorfreak, kennt selber vielleicht alle Kniffe um selbst ein Drehbuch zu schreiben, Regie zu führen, neue Ideen zu präsentieren, u.s.w. und ist vieleicht genau deswegen nicht mehr in der Lage, einen solch geilen Film objektiv zu sehen. Sich einfach nur diesen Film über sich ergehen lassen!! Oder liegt es daran, dass man in den einen Städten ein anderes Publikum, vieleicht sogar anderen Humor oder anderes Empfinden hat, als in anderen? Also, dass die Fans pro Stadt anders ticken!?

Das ist nicht böse gemeint, mich verwundert das nur und suche Erklärungen......

Also, ich kann in erster Linie ja nur von mir ausgehen. Ich will nicht sagen, dass ich doof bin aber ich habe mich von diesem Film leicht beeindrucken lassen und auf keine Kritikpunkte achten -wollen-, weil mir das bei diesem Film alles sch....egal war!

Der Film ist sprachlich leicht zu verstehen, hat Sex, Drugs, Rock´n´Roll und eine menge Humor. Und geht dann gegen Mitte auch noch richtig ab. Und die Schauspieler waren cool und haben alles glaubhaft und echt rübergebracht. Und die Idee ist auch klasse!! Deshalb sind für mich Kritikpunkte wie Längen in der Mitte oder ähnliches absoluter Quatsch. Der Film ist ja jetzt schon unterschätzt!

Was ich höchstens verstehen könnte: Vieleicht gefällt -Mann- der Film ob der vielen seeeehr nett anzusehenden nackten Mädels ja besser? ; )

Die Leute bei uns haben alle gelacht, geraunt, gejubelt und am Ende kräftig applaudiert!! Ich hatte das Gefühl, das fast jeder den Film richtig genossen hat. Deswegen hat er wohl auch am meisten Spass gemacht und war für mich und ein paar Kumpels der beste Beitrag der FFF Nights, obwohl diese dieses Jahr insgesamt sehr gut ausgefallen sind!

Für mich gibt es 2 neue Horror-Sternchen, wenn sie denn so weiter machen:

Alexandre Aja (High Tension, The Hills Have Eyes 2006) und Eli Roth (Cabin Fever, Hostel)!!

Und deshalb folgende Punktzahl:

war im Cinedom, Köln

Umelbumel * 1.5

Kindergeburtstag

Puhh... Was wurde dieser Film doch gepusht (trotz des R-Rated). "Versuche nicht zu kotzen" heißt es auf einem deutschen Plakat... tja, ich musste mir das auch echt verkneifen, weil der Film einfach grottig und langweilig ist. Die erste Hälfte des Filmes passiert nichts (rein gar nichts) und das was am Ende kommt kann man getrost ab 16 freigeben. Die Charaktere im Film sind einfach nur dumm und bieten null Identifikationsmöglichkeiten, die Story ist... ähhh gibts ne Story?!? Die Gewalteinlagen sind eigentlich nicht vorhanden und wenn spielt sich alles nur "im Kopf" des Zuschauers ab, was das ganze nicht spannender macht, da das Szenario einfach nur langweilig ist. Einzig und alleine beim Gastauftritt von Takashi Miike musste ich einmal schmunzeln. Der Gute hätte aus dem Szenario wenigstens was gemacht und das Publikum gefordert. Abschließend kann man sagen das Hostel einfach nur unnötig ist, da er nicht mal das Zeug zum billigen Shocker hat. einfach nur öde... pffft! Buuh!

guckte im Cinemaxx, Hamburg

diceman * 7.5

Finsteres Highlight

war im Union 1, Bochum

Braindeath * 1.5

Ho..gähn..stel

Rohrkrepierer

Für die Jugend

Uha...
Da betritt man einen abgedunkelten Kinosaal, randvoll mit von Hormonen übersprudelnden "barely legal males" samt "ziemlichsichernochtnichteinmallegalfemales" in ihren Armen. Und sofort fühlt man sich sogar als Mittzwanziger alt!

Hätte ich geahnt, daß dies ein klares Zeichen war. Eine Warnung. Ein untrüglicher Beweis dafür, wie der Horrorfilm an sich schon seinen Weg in die Hochglanzkinderzimmer gefunden hat und auf diesem Weg verstorben sein muß. Ich hätte davon laufen sollen. Weit weg. Ich hätte mich hinter ein finsteres, verstaubtes Videothekenregal flüchten sollen. Dort wäre ich sicherlich verschont worden.

Verschont von diesem Film, der sich sehr windet, um gerade noch dieser Klassifizierung gerecht zu werden. Ein Stück bewegter Bilder, das den Bodensatz heutigen Psychoterrors definiert.

Noch vor wenigen Jahren wäre "Hostel" gerade mal auf Video veröffentlicht worden und wohl in den erwähnten Regalen zu recht verstaubt. Warum Tarantino seinen Namen dafür hergeben mußte und ein Takashi Miike zu einem Cameo bewegt werden konnte, kann wohl nur noch mit einem extremen Fall von Bestechung erklärt, oder als geschickte Marketingidee honoriert werden.

Sex, Gore, Exploitation (jedoch in mainstreamkompatibler Verpackung), Archetypen, Teenager, Kettensäge, Splatter (wenn auch auf Troma-Niveau, leider ohne die Dummdreistigkeit)... all das hatte "Hostel" und doch ist es nicht im Ansatz ein guter Film geworden. Dafür alleine sollte man Eli Roth schon beglückwünschen, denn in diesem eklatanten Umfang ist das kaum einem Regisseur vor ihm gelungen...

Jetzt freue ich mich sogar auf "Saw 27" und das "Suspiria"-Remake... denn schlimmer kann es gar nicht kommen.

goutierte im Cinecitta' 3, Nürnberg

mausi

Aus der Slowakei

:lol: Also, ich bin eine Slowakin.
Der Film Hostel spielt in Tschechien, das kann jeder, der slowakisch spricht, merken. Die Schauspielerinnen sind meist Tschechinnen und Russinnen....
Also, ich denke, es war so: Der Regisseur hat sich wohl gelangweilt und hat die Slowakei gewählt, es hätte ruhig auch über Japan gehen und in Italien gedreht werden können....
Also, so ungefähr ist es ... in Wirklichkeit in der Slowakei ein Fiasko... Sorry, gefällt mir nicht, vor allem wegen Tschechien, das ist doch nicht die Slowakei.

war im Cinema, München

Silke * 1.0

PR ist alles...

Dieser Film ist eine Frechheit, denn er hat N-I-C-H-T-S - außer guten PR-Leuten. Das Prinzip ist einfach und doch genial: Quentin Tarantino lockt mit seinem Namen die Masse der Leute in die Kinos (hat ihm Eli ein Date mit einem Model besorgt oder warum macht der so was?). Auf Veranstaltungen wie dem Fantasyfilmfest ist das Publikum informierter, da kennt man Eli Roth und Takashi Miike und freut sich auf alles, was "nichts für sensible Seelen" ist und "inspiriert von wahren Begebenheiten" (danke, Du stets objektiv formulierte Inhaltsangabe des FFF-Katalogs). Was dem Publikum tatsächlich geboten wird, kann man kaum in Worte fassen. Die erste Hälfte des Films besteht ausschließlich aus Brüsten, dämlichem Gequatsche und Langeweile. Ja, irgendwann wird auch gefoltert - huch, wie schockierend - da müssen wir uns alle mal vorsichtshalber die Hände vor die Augen halten, weil das jetzt bestimmt gleich ganz furchtbar losgeht und uns sicherlich allen ganz schnell schlecht wird, au weia, hoffentlich muss ich nicht den Kinosaal verlassen.... Doch was passiert tatsächlich? Wie? Wieder NICHTS? Gibt’s ja gar nicht! Doch, das gibt es: die Kamera schwenkt - unheimlich, unheimlich - zwischen den großen, bösen Folterwerkzeugen und den kotzenden Studenten und den bösen Metzgern und den Blutpfützen und den flackernden Glühbirnen hin und her und es wird geschrien - hilfe, hilfe - und gestöhnt - ächz, ächz - aber irgendwie kommt das alles nicht an und im Endeffekt kaut sich niemand die Fingernägel ab und keiner schert sich um die armen Jungs, weil die ohnehin degenerierte Arschlöcher waren. Und irgendwann ist ENDLICH der Film zu Ende (nach tatsächlichen knapp 90 Minuten und gefühlten 5 Stunden) und wir gehen nach Hause und ärgern uns. Eli hat einen Haufen guter PR bekommen, wenig Geld ausgegeben und vermutlich viel eingenommen. Danke, Eli, dass Du uns so verarscht hast.

Leimbacher-Mario * 8.5

Initialzündung des Torture-Porn

Eli Roth sollte die Verrisse & das Nicht-Wirklich-Ernst-Nehmen von einigen "seriösen" Kritikern eher locker & mit Humor nehmen - denn auch, wenn ihm vielleicht noch unumstrittene Meisterwerke oder Kultfilme fehlen, anders als bei seinen Freunden Tarantino & Rodriguez, ist er für jeden Genrefan & Anhänger härterer Kost doch eine Bereicherung. Sowohl als Regisseur, aber vielleicht in Zukunft noch eher als Produzent mit dem richtigen Riecher - was tolle gesponserte Indie-Projekte à la "Clown" oder "The Stranger" in jüngster Zeit zeigen. Credits also zum "Bärenjuden", denn ein paar schön-perverse Stunden hat er uns allen beschert. Er ist noch recht jung, hat die besten Jahre (hoffentlich) noch vor sich & ist eine treibende Kraft im Horrorbereich. Hochglanzschund, den ich mag.

Das Highlight in seiner Filmographie ist & bleibt für mich "Hostel". Dreckig, hart, krank, durchdachter als man glaubt. Zusammen mit "Saw" einen neuen Stil im Horrorbereich lostretend, wenn auch zugegebenermaßen qualitativ keinen allzu ertragreichen. Dennoch eine Perle des schlechten Geschmacks, die dem Wort Horrormeisterwerk wohl noch am nächsten kommt. Jedem mit ähnlichem Sicko-Verstand & Herz für C-Movie-Grindhouse-Ware aus den 70ern/80ern gehen da schon mal Herz & Hose auf. Kein Wunder, dass Tarantino angetan war & gerne seinen Namen als Produzent gab. Jeder, der das Gebotene allerdings zu ernst nimmt, zart besaitet ist oder seinen Kopf nicht ausschalten kann, der kann eigentlich nur verzweifeln. Kaum zu glauben, dass sein Release schon über 10 Jahre her ist - man, werde ich alt. Trotzdem mag ich "Hostel" & mit etwas mehr Abstrichen seinen Nachfolger auch heute noch recht gerne. Nicht zuletzt, weil sie die Goregrenzen in Hollywood neu ausgelotet haben. Und richtig viel Härteres kam aus der Stadt der gefallenen Engel seitdem auch nicht wirklich.

Ein paar notgeile, recht stumpfe & unsympathisch dargestellte Ami-Rucksack-Touris in Osteuropa - und ein Hostel, in dem nicht geschlafen & relaxed wird, sondern gefoltert & qualvoll gestorben. Das ist eigentlich inhaltlich alles, was es braucht - der Rest hing an den Effekten, der Stimmung & der abgefuckten Idee. Punktlandung, würde ich sagen. Natürlich ist der Film nicht wirklich spannend & selbst ein überraschend langer Party & Titten-Prolog macht die Amis nicht sympathischer - trotzdem wünscht man selbst diesen einfältigen Jungs natürlich nicht die trashige Hölle auf Erden, die auf sie in der Slowakei wartet. Keine Werbung für das Land, welches glaube ich sogar rechtliche Schritte einleitete. Irgendwie verständlich ^^. Der Film lebt vom schaulustigen Perversen in uns, der nur die nächste Foltermethode & den nächsten qualvollen Tod herbeisehnt - auch wenn er eigentlich weiß, wie krank dieser Gedanke & dieses Verhalten ist. Aber ist doch nur ein unrealistischer, fast schon zwinkernder Film... oder doch nicht? ;)

Fazit: der (Mit)Begründer des berühmt-berüchtigten Torture-Porn-Subgenres & für sich genommen ein verdammt guter, harter & kranker Horrorfilm aus Eli Roths B-Movie-Hit-Hirn - besser als 99,99% aller Nachfolger, den eigenen wie seinen Kopien. Geht dahin, wo es weh tut & gleichzeitig Spaß macht.

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  • f3a.net: 5.6/10 55
© Fantasy FilmFest Archiv 2020-09-20 00:14

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