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Review Hyena

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Ganz harter Stoff.
von Alexander

hyena
(hahy-ee-nuh)
noun

a doglike carnivore of the family Hyaenidae, of Africa, southwestern Asia, and south central Asia, having a coarse coat, a sloping back, and large teeth and feeding chiefly on carrion, often in packs.


Dieser Film ist böse, gnadenlos böse.

Und die Grenzen zwischen Gut und Böse verwischen, wenn in unterkühlten Bildern die in die Crime Scene eingeschleusten, harten Cops versuchen, die Unterwelt von London hochzunehmen und dabei immer mehr die Züge derer annehmen, die zu bekämpfen sie einst ausgezogen sind.

In jeder zweiten Szene ziehen sich endfertige Männer mehr Koks durch die Nase und Alkohol in den Schlund als man es jemals vorher gesehen haben dürfte, doch wird das Gangsterleben nicht in rauschenden Bildern glorifiziert, sondern in elendigen Szenen bis zum Erbrechen abgearbeitet, so das man irgendwann nur noch kotzen möchte. Und mehr als einmal muss man sich fragen wer hier kaputter ist: Die Bullen oder die Gangster?

Über allem schwebt während der ganzen Zeit eine Art unheilschwangerer Nebel aus Elend & Trostlosigkeit, Frauen sind sowieso nur Ware und werden nach Belieben missbraucht und verkauft. Brutalität wird nicht nur angedeutet, sondern ist zu jeder Sekunde des Films spürbar und wird exzessiv und rauschhaft zelebriert, wenn sie einmal ausbricht. Diese Szenen wirken dann durch den lauten, harten Soundtrack wie eine Art perverser Videoclip und vermögen nachhaltig zu verstören.

Zugegebenermaßen mag der auch in diesem Film stark ausgeprägte â€×East London“ Slang, dem der Zuschauer ausgesetzt ist, nicht jedermanns Sache sein, doch ist er notwendig um zum gnadenlos dogmatischen Feeling dieses Meisterwerks beizutragen, so wie auch die um wirklich jedes unnötige Make-Up und jeder Politur beraubten Szenen.

Kriminalität dürfte hier so gezeigt werden, wie sie ist, und genau das ist das Erschreckende an Hyena und macht das Filmerlebnis so intensiv. Der Mensch ist hier des Menschen ärgster Feind und unbarmherzig macht man sich gegenseitig das Leben zur Hölle.

Hyena ist das krasse Gegenstück zu bekannten Crime Thrillern aus den USA. Kein einziges Szenenbild wird bemüht aufgehübscht, Kanten und Ecken bleiben stehen, nichts wird gefällig für den Mainstream glattpoliert, alles wirkt so echt, rauh, hart und abgefucked wie es ist.

Hyena könnte für lange Zeit als die Mutter aller nihilistischen Crime Movies einen gewissen Kultstatus unter Fans einnehmen. Am besten geht man in diesen unkonventionell gemachten Film ohne jegliche Erwartungshaltung an Handlungsaufbau und gewohnter Bilder, auch wenn manches zunächst bekannt erscheinen dürfte.

Für Freunde harter, britischer Kriminalfilme ist Hyena auf jeden Fall ein absolutes Muss.

46 Bewertungen auf f3a.net

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Bewertungen

Hyena
  • Score [BETA]: 64
  • f3a.net: 6.2/10 46
  • IMDb: 6.2/10
  • Rotten Tomatoes: 75%
  • Metacritic: 56/100
Bewertungen von IMDb, Rotten, Meta werden zuletzt vor dem Festival aktualisiert, falls verf├╝gbar!
© Fantasy FilmFest Archiv 2020-08-07 00:26

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