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Review Infini

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Unendliche Langeweile
von ArthurA

Der einzige reinrassige Science-Fiction-Film im diesjährigen Aufgebot spielt in einer Zukunft, die uns aus anderen Sci-Fi-Filmen gut bekannt ist: Im 23. Jahrhundert ist die Erdbevölkerung verarmt (95% leben auf oder unterhalb der Armutsgrenze, wie uns eine Infotafel zu Filmbeginn aufklärt), dafür wurde das Weltall erobert und nachdem die Rohstoffressourcen der Erde scheinbar zur Neige gegangen sind, wird der Bergbau nun in fernen Galaxien betrieben. Gereist wird dorthin aber nicht mit Raumschiffen, sondern per Slipstream, was eigentlich kaum anders ist als das aus Star Trek gut bekannte Beamen. Der menschliche Körper wird in Daten zerlegt und in Sekundenschnelle Lichtjahre entfernt wieder zusammengebaut. Eine solche Reise führt einen schwerbewaffneten Söldnertrupp nach Infini, eine Bergbaustation und der entlegenste Außenposten der Erde im Weltall. Dort müssen sie den einzigen Überlebenden einer mysteriösen Seuche bergen und eine ominöse, gefährliche Ladung sichern. Wer Filme wie Pandorum oder Event Horizon kennt, kann sich ausmalen, wie der weitere Verlauf ist. Infini hat nämlich nicht einen Tropfen Originalität in seiner Handlung. Regisseur und Co-Autor Shane Abbess bedient sich hier ungehemmt bei den oben genannten Filmen, lässt sich aber auch durch Blade Runner (siehe die Kulisse der Megastadt) und Aliens inspirieren, und sogar Erinnerungen an Sphere - Die Macht aus dem All und die Rage-Virus-Infizierten aus 28 Days Later werden hier schnell geweckt.

Doch es ist nicht nur der Originalitätsmangel, der den Film letztlich zu einem Fiasko werden lässt. Mit 110 Minuten Laufzeit hat er einfach nicht genug Geschichte zu erzählen und so darf der Zuschauer lange Passagen ertragen, in denen die Charaktere sich gegenseitig anbrüllen, halluzinieren oder einen langen sinnlosen Kampf gegeneinander austragen, ohne dass der Plot dabei wirklich voranschreitet. Im Gegensatz zum sehr zähen Mittelteil ist der Beginn des Films sehr hektisch und dank zahlreicher Zwischenschnitte zwischen mehreren Locations und Charakteren auch schwer verständlich. Außerdem macht der Film zu Beginn ein Versprechen, das er nie einhält. So erklärt die besagte Infotafel auch, dass der Slipstream-Prozess sehr umstritten und für Datenverfälschung anfällig sei. Dieser Punkt wird jedoch später gar nicht mehr aufgegriffen. Überhaupt spielt der Slipstream, dessen Regeln und Funktionsweise zu Filmbeginn ausführlich erklärt werden, später kaum noch eine Rolle im Handlungsverlauf. Dabei wäre dieser Ansatzpunkt eigentlich deutlich interessanter als der besagte Virus, der die Söldner in den Wahnsinn treibt.

Erstveröffentlichung

saß im Residenz, Köln

50 Bewertungen auf f3a.net

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Bewertungen

Infini
  • Score [BETA]: 50
  • f3a.net: 4/10 50
  • IMDb: 5.3/10
  • Rotten Tomatoes: 56%
Bewertungen von IMDb, Rotten, Meta werden zuletzt vor dem Festival aktualisiert, falls verfügbar!
© Fantasy FilmFest Archiv 2020-01-18 10:10

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