s The Innkeepers (2011) Review - Fantasy FilmFest Mobil
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Reviews The Innkeepers

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Reviewer

Lovecraft * 7.0

Spuk im Hotel

Das "Yankee Pedlar Inn", ein altes, als Spukhaus bekanntes Hotel, steht kurz vor dem Abriss. Gäste sind rar, und die beiden Rezeptionisten Claire und Luke haben nichts zu tun, als gelegentlich mal für Handtuchnachschub zu sorgen und im Internet zu surfen. Da liegt es doch nahe, den spirituellen Phänomenen auf den Grund zu gehen - jedenfalls in einem klassischen Genrefilm auf dem FFF.

Einen solchen serviert uns Ti West hier, im positiven Sinne altmodisch. Wie schon bei "House of the Devil", orientiert sich der Regisseur inhaltlich und stilistisch an bekannten Vorbildern: Da knarzen die Treppen, wimmern die Violinen und zittert die Blondine. Im Gegensatz zur missratenen Teufelsbutze funktioniert die Spukmär aber durchaus ansehnlich. Die Exposition ist zwar etwas lang geraten, dient aber dem Spannungsaufbau und wird (wie der gesamte Film) wunderbar von der sympathisch-natürlichen Sara Paxton getragen. Die Effekte sind handgemacht, CGI sucht man vergebens - welch angenehme Abwechslung. Leider sind die dargebotenen Schocks vom Timing her größtenteils vorhersehbar, zum wohligen Schaudern reicht es aber auf jeden Fall.

Fazit: Nette Gruselmär mit ebensolcher Hauptdarstellerin.

saß im Cinemaxx 7, Berlin

Sonysonic * 4.5

Witzig ist nicht immer auch "geistreich"...

Dieser Kandidat des FFF verfügt durchaus über eine merkliche Priese Wortwitz bzw. "unterhaltsamen" Dialogen, welche meist auch salopp und somit Glaubhaft zugetragen werden. In Kombination mit der gelungenen Kulisse wäre höchstwarscheinlich auch ein sarkastischer Gruselableger möglich gewesen. Diese filmische Rezeptur scheitert also nicht an ihren Ingredienzien, sondern an deren Dosierung.

Die Balance zwischen humoristischen Einlagen und dem Grausen ist extrem unausgewogen, da die "Spannungsspitzen" sehr rar gesät sind und erschwerender Weise keine (oder nur sehr selten eine) unmittelbare Intensivierung sowie Weiterverfolgung erfahren. Folglich ist es unmöglich den Beobachter in eine latent schaurige Grundstimmung zu bringen und eine Beziehung zu ihm aufzubauen.

Für mich persönlich hat es die Intention gestärkt, die Entscheidung zu einer Filmsichtung immer aus der Wichtung von Beschreibung UND TRAILER vorzunehmen.

war im Cinemaxx 7, Berlin

WolpodzillaHasser S * 4.5

Dieser Review enthält SPOILER!
Irgendwie war mein Gedanke: Jaja, ganz nett, ein bisschen schauderschauder, aber... warum wurde dieser Film gedreht? Ich konnte nichts Neues entdecken. Die Schauspielkunst habe ich als sehr mechanisch empfunden. Am ehesten unterhaltsam war noch der männliche Part (der mich irgendwie total an Joseph Hader erinnert hat, rein visuell :-). Den Schauplatz fand ich weder besonders schaurig, noch gut in Szene gesetzt.

Der Film dümpelt belanglos zwischen Ansätzen dahin, die an sich schon wenig Potenzial haben oder mittlerweile eher abgegriffen sind. Akustisch sind die Mikrofonszenen nicht im geringsten ausgekostet. Vielleicht habe ich es nicht mitbekommen, aber irgendwie gab es nicht wirklich ein Geheimnis (war ja alles schon bekannt), und das wurde dann auch nicht aufgeklärt (entschuldigt den Widerspruch, aber das hat der Film auch nicht besser gemacht).

Es fehlte irgendwie das motivierende Element, irgendetwas Besonderes, ein tragender Grundgedanke. So war es einfach irgendeine Tussi mit Rundrücken und Asthma, die erwartungsgemäß draufgeht, weil Geister sie erschrecken. Wäre die Story in den Sechzigern, mit etwas Good-Will noch in den Siebzigern des letzten Jahrhunderts(!) gedreht worden, wär’s okay gewesen. Wenn ich Mike Patton zitieren darf: "What year are we in?!".

Nennt mich einen Nostalgiker, aber ich ziehe Klassiker wie "Das Landhaus der Toten Seelen" oder "Bis das Blut gefriert" irgendwie vor. Trotz ihres Alters haben diese irgendwie mehr Schauderfaktor. Und genau wegen ihres Alters erheblich mehr Charme!

war im Cinemaxx 7, Berlin

wake247 S * 4.5

Dieser Review enthält SPOILER!

Guter Wille

Am Anfang macht der in drei Kapitel plus Epilog unterteilte Film noch einen überraschend positiven Eindruck.

Ein Angestelltenduo verbringt die letzten Arbeitstage in einer kleinen Pension, bevor diese endgültig geschlossen wird. Was nun folgt, ist ein herrliches Aufgebot an witzigen und peppigen Dialogen über Geister, Hotelgäste und Handtücher, sowie einer gekonnten Portion Situationskomik. Dies ist vor allem der sympathischen Hauptdarstellerin zu verdanken.

Es scheint fast so, als könnte der Film es schaffen das angestaubte Spukhausgenre mit Witz und Ironie aufs Korn zu nehmen.
Doch dann taucht der erste Geist auf und einer der Hotelgäste entpuppt sich als Amateurmedium. Spätestens wenn diese Dame ihre pseudoesoterische Ansprache hält und dazu noch ihr Pendel schwingt, geht der Film schlagartig den Bach runter. Den plötzlich möchte der Film ein waschechter Gruselfilm sein und wirft seine gesamte Originalität über Bord, die er sich bis dahin erarbeitet hat.

Was übrig bleibt ist leider nur ein Standard-Gruselfilmchen, den nur sein gekonnter Einstieg vom völligen Untergang bewahrt.

staunte im Cinemaxx 7, Berlin

Lord_Haelmchen * 7.0

My Hotel is my Castle

Och ja, das ist doch mal ein schönes Gruselmärchen gewesen. Mit zwei sympathischen Hauptfiguren, humorvollen Dialogen und einem spukenden Oldschool-Geist ohne CGI-Schnickschnack. Einzig das Ende kommt ein wenig unentschlossen bis unbeholfen daher. Schade drum, man hätte diesem Duo gerne gewünscht, dass sie als nächstes das Bates-Motel übernehmen oder als Clerks in einer Videothek anfangen...

verweste im Cinecitta' 4, Nürnberg

Michaela * 10.0

Going out of business

war im Cinema, München

Timo * 7.5

look closer.

Nachdem Ti West mit HOUSE OF THE DEVIL mal so mir nichts, dir nichts einen der besten Genrefilme der letzten Jahre hingelegt hatte, war die Fangemeinde natürlich dementsprechend aufgeregt. Im Internet wurde zuvor gehypt, was das Zeug hält. Der neue Film mit dem schönen Namen THE INNKEEPERS kann leider nicht ganz mithalten. Gelungen ist dies aber allemal. Ti West hat heute wie kein zweiter ein unglaubliches Gespür für "storytelling" und den Aufbau von liebenswerten Figuren, mit denen wir gleichermaßen lachen und mitfiebern. In einem ganz strikten Aufbau führt er zuerst die Figuren ein, baut Suspense auf, indem er langsam seine Geschichte entfaltet und beginnt dann mit stilsicheren Schockern und wahnsinnig atmosphärischen Momenten, in denen er uns das Gruseln lehrt. Formal ist THE INNKEEPERS vielleicht sogar der bessere beziehungsweise klassischere Film. Das Feeling - die Komposition aus Darstellerin, Rolle, Musik und Bild - kommt jedoch leider nicht ganz an HOUSE OF THE DEVIL ran. Dort spielte West auch etwas gekonnter mit den Erwartungen und Sehgewohnheiten des Zuschauers. In THE INNKEEPERS läuft alles eher geregelt ab - effektiv und sehenswert bleibt es allerdings zu jeder Zeit.

Erstveröffentlichung

war im Metropolis 8, Frankfurt

D.S. * 6.0

Widersprüchlicher Mix

Mit dem neuesten Werk von Ti West kann ich leider nicht allzu viel anfangen - im Gegensatz zu seinem THE HOUSE OF THE DEVIL. Der stand für einen sehr puristischen Ansatz, eine Behandlung seines Genres, die sich auf seine Kernaspekte reduziert und mithilfe dieser ein Maximum aus Storyidee, Setting und Erzählstruktur zu machen versucht. Keine Gimmicks, keine Unentschiedenheiten, konsequentes Verfolgen eines archetypischen Musters. Vor diesem Hintergrund ließ THE INNKEEPERS eigentlich einen straight forward gehaltenen Geisterhaus-Gruselfilm erwarten - übrigens auch, da ein Großteil von Cast und vor allem Crew identisch mit dem von STAKE LAND ist, der sich ja nun zu 100% genretreu verhält.

Wie inzwischen bekannt, wählt Ti West hier jedoch einen anderen Weg: INNKEEPERS ist zunächst mal eine Slackerkomödie, Elemente des Horrorgenres spielen erst spät im Verlauf des Geschehens eine größere Rolle. Nun unterscheidet sich die Wahrnehmung des Films beim Publikum in diesem Punkt offensichtlich erheblich, für mich aber hat das Ganze genau dieses Drehs wegen nicht funktioniert: Die betonte Albernheit der ersten beiden Filmdrittel verhinderte das Entstehen einer schaurigen Atmosphäre, auf die das letzte Drittel setzt.

Zwar werden einem die Figuren durchaus nahegebracht, sie sind sympathisch gezeichnet und gut gespielt, was vor allem für die weibliche Hauptfigur gilt. Ich hätte auch überhaupt kein Problem damit gehabt, ihren dämlich-amüsanten Dialogen mit ihrem Loser-Kollegen eine Stunde länger zuzuhören: Auch, wenn es noch ein weiter Weg zu CLERKS ist, man schließt sie ins Herz. Dann jedoch entscheidet sich INNKEEPERS plötzlich doch dafür, gruselig sein zu wollen. Wofür meiner Meinung nach aber eben alle Rahmenbedingungen fehlen: Die Stimmung war bislang ausnahmslos fröhlich, die Story hat sich über jeden potentiellen Horror-Aspekt sogar lustig gemacht, zudem ist das Setting dezidiert modern und geheimnislos. Ein Wechsel ins ernsthaft Bedrohliche erscheint also zumindest ambitioniert. Und scheitert letztendlich kläglich.

Kein Wunder, wenn man die Mittel betrachtet, die dafür zum Einsatz gebracht werden. Die sind nämlich Klischee pur und darum in sich selbst auch schon wieder albern. Da haben wir das alternde Medium, das düstere Prophezeiungen von sich gibt. Da haben wir unerklärliche Geräusche und Erscheinungen. Und da haben wir schließlich blass geschminkte Spukfiguren wie aus der Geisterbahn. Beängstigend mag das Spektakel in keiner Sekunde wirken - man fragt sich eher, warum die Protagonisten auf einmal so verschreckt reagieren, wo sie doch vorher so betont lässig drauf waren.

Nichtsdestotrotz hätte (auch) dieser Teil der Handlung von INNKEEPERS für sich genommen ja durchaus funktionieren können. Die klassische Gruselstory im Hintergrund, Schnitt und Sounddesign tun das ihrige, ein paar Jump-Scares gibt es auch - das hätte einigen Logiklücken zum Trotz eine zwar nicht sehr originelle, aber voll akzeptable Geistergeschichte werden können. Durch die vorher explizit vorgenommene Distanzierung davon hat es das Spukgeschehen aber schwer, überhaupt irgendeine Wirkung zu entfalten.

Am Ende bleibt das Gefühl, dass hier zwei Ideen und Genres miteinander vermengt werden sollten, die sich widersprechen: Komödie und ernsthafter Horror. Einzeln betrachtet zwar jeweils adäquat umgesetzt, zusammengenommen aber zu unentschieden und sich gegenseitig schwächend. Der Darstellerleistungen und vor allem des ersten Filmteils wegen noch 6 Punkte, dennoch unbefriedigend.

goutierte im Metropolis 8, Frankfurt

Heidi * 7.0

Welcome in "Yankee Pedlar Inn"

Ein gradliniges, schön erzähltes Horrorfilmchen mit sehr symphatischen Protagonisten. Die oft genannten Parallelen zu "Clerks" kann man bestätigen, was unter anderem auch das Symphatische der beiden Hotelangestellten Luke und Claire ausmacht.

Effekte und Themen alter Horrorklassiker wie die Geschichte einer tragischen Liebe, ein fast leeres Hotel, unheimliche Keller, geisterhaftes Klavierspiel und eine sehr schreckhafte Claire mit Asthmaspray machen den Charme von "The Innkeepers" aus. Der Film hatte Witz und ein bißchen Grusel, im Gegensatz zu anderen FFF-Filmen ein "leiser" Film. Keine Sensation, aber schön und kurzweilig!

war im Cinema, München

MarxBrother81 * 4.0

Negatives Beispiel eines Geisterfilms

Durchwegs genügsame Atmosphäre, getragen durch langsam artikulierende und schlafwandelnde Darsteller in düsteren Räumlichkeiten und kleine Schocks zur Aufheiterung des Gemüts, bilden die Rahmenhandlung dieser Low-Budget-Produktion.
Ich empfehle eher, diesem Machwerk auszuweichen, und sich lieber nochmal "Poltergeist" anzuschauen!

61 Bewertungen auf f3a.net

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Bewertungen

The Innkeepers
  • Score [BETA]: 65
  • f3a.net: 6.2/10 61
  • IMDb: 6.7/10
Bewertungen von IMDb werden zuletzt vor dem Festival aktualisiert, falls verfügbar!
© Fantasy FilmFest Archiv 2020-09-21 07:23

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