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Review The Invitation

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Nicht sehr einladend
von D.S.

Ein Haufen aalglatter, überästhetisierter Gestalten, die sich in nichtigen Gesprächen ergehen und dabei tunlichst bemüht sind, den – schmerzhaften – Hintergrund ihres Zusammentreffens nicht zu thematisieren: Von Minute zu Minute wurde die Handlungswelt von THE INVITATION mehr zu einem Ort, an dem ich nicht sein wollte.

Das ist vom Film natürlich genau so gewollt: Es geht ihm um den Aufbau einer maximal unangenehmen, unterschwellig aggressiven Atmosphäre; um wachsende Anspannung, die irgendwann förmlich in einem rabiaten Clash eskalieren muss. Dabei geht die Inszenierung sehr geschickt vor; und im weiteren Verlauf der Handlung erweist sich auch das Drehbuch als überraschend clever, indem es uns gekonnt auf falsche Fährten schickt und darüber zunehmend unsicherer in unserer Einschätzung davon werden lässt, was bei der Dinnerparty und in ihrem Hintergrund tatsächlich vorgeht; was Einbildung und was Realität ist.

Das hat Klasse, ohne Frage. In die allgemeinen Lobeshymnen über den Film kann ich trotzdem nicht so ganz einstimmen. Dazu fand ich sämtliche Charaktere einfach viel zu unsympathisch, ja unerträglich. Sowohl Hauptfigur David, der paranoiaartig überall Verschwörung und Gefahr wittert sowie ununterbrochen jedem unter die Nase reiben muss, dass es ihm ja auch Jahre nach dem Tod seines Sohnes noch extrem schlecht geht und deshalb auch bitte niemand sonst einen netten Abend haben sollte. Als auch die erwähnte Horde seiner früheren Freunde, die bis zuletzt bloße Hüllen gespielter Freundlichkeit und ohne jeden Wiedererkennungswert bleiben. Und erst recht Davids Exfrau Eden mit ihrem neuen Partner Will – und penetrant zur Schau getragener Positivität, die etwas von aufdringlich parfümierter Fäulnis hat. Allesamt furchtbar auf die Nerven gehend.

Zudem fand ich die Auflösung des Ganzen dann leider nicht so clever wie den Weg dorthin. Und so richtig originell leider auch nicht. Zusammengefasst konnte mich THE INVITATION ab ungefähr der Hälfte seiner Laufzeit zwar zunehmend fesseln, mit manchen Finten auch begeistern. Noch einmal ansehen möchte ich ihn mir jedoch definitiv nicht, und damit kann ich ihm auch nicht mehr als 6,5 Punkte geben. Wer den hohen Arschloch-Faktor unter den Protagonisten aber besser tolerieren kann als ich, wird vermutlich deutlich positiver bewerten.

war im Cinestar, Frankfurt

54 Bewertungen auf f3a.net

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Bewertungen

The Invitation
  • Score [BETA]: 72
  • f3a.net: 7/10 54
  • IMDb: 7.3/10
Bewertungen von IMDb, Rotten, Meta werden zuletzt vor dem Festival aktualisiert, falls verfügbar!
© Fantasy FilmFest Archiv 2020-01-20 04:33

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