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Review Jack Brooks: Monster Slayer

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Monster, schlachtet ihn
von D.S.

Was bitte soll man von einem Film halten, der "Monster Slayer" im Titel trägt - die ersten Monster aber erst nach über einer Stunde zeigt, den Monster Slayer selbst sogar nur in den letzten 15 Minuten in Szene setzt? Richtig: Etikettenschwindel. Und das ist dieses Machwerk auf ganzer Linie: für einen Partyfilm fehlen Party und Lacher, für einen Oldschool-Horrorfilm der Horror, für Spannung die Story, für Unterhaltung ausreichend Action.

Am ehesten würde ich "Jack Brooks" ja noch mit einer alten "Tales from the Crypt"-Folge vergleichen. Was jetzt nicht nur die billigen, naja, schäbigen Handmade-Effekte meint: der Plot entspricht teilweise perfekt dem gelernten Schema. Jedenfalls, was die Haupthandlung betrifft: Der Chemielehrer an Jacks Abendschule buddelt in seinem Garten eine geheimnisvolle Kiste mit menschlichen Überresten und einem schwarzen Herzen aus. Dieses beginnt plötzlich zu schlagen und bahnt sich seinen Weg in des Lehrers Körper (Friday the 13th Part IX, anyone?). Worauf der zu einem recht ungehaltenen Monsterwesen mutiert und damit beginnt, sich seine Schüler einzuverleiben.

Drum herum gestrickt ist die Story um Jack, der als Kind Zeuge wurde, wie ein Buschmonster seine Familie killte. Was Jack zu einem labilen Mittzwanziger gemacht hat, der echte Probleme mit plötzlich ausbrechenden Aggressionen und Gewaltbereitschaft hat. Als Kind konnte er vor dem Monster nur fliehen. Aber jetzt ist es Zeit, sich zur Wehr zu setzen...

Nur, wie gesagt: das dauert bis zum letzten Viertel des Films. Dann wird gematscht und geschlachtet, und das geht auch ok - wenn auch auf allerbilligstem Level, mit Ed-Wood-Tentakeln (ich halte mir den Schlauch um den Hals und bewege ihn selbst - hey, sieht doch echt aus!) und Masken wie aus der Muppetshow, Version Castrop-Rauxel. Aber das könnte man ja noch als Kult-Trash werten, und vor Sichtung des Films hat man vielleicht eh genau das erwartet... nur lag man da dann leider falsch.

Denn zum größten Teil ist "Jack Brooks" kein Trash, sondern nur ein handlungs- und spannungsarmes B-Movie. Das nicht einmal eine einzige interessante Kill-Methode bietet. Und in dem auch sonst deutlich weniger passiert als in den meisten seiner Konkurrenten.

Was nun aber auch nicht heißen soll, dass der Film überhaupt keinen Spaß macht. Man darf nur einfach rein gar nichts aus dem Horror-Fach erwarten. Dann wird man mit einem launigen Robert Englund und einer ganzen Reihe sitzender, schwarzhumoriger Sprüche belohnt und kann "Jack Brooks" durchaus akzeptable Unterhaltungsqualitäten abgewinnen. Der Hauptdarsteller ist in jedem Fall zu gebrauchen und sein Loserleben ist sehenswert inszeniert - mal von der überflüssigen Beziehungsgeschichte und seiner schwer nervenschädigenden Kreischfreundin abgesehen.

Das Problem des Films ist nur, dass er nicht ansatzweise hält, was er verspricht. Und mehr als 4,5 Punkte ist das Dargebotene definitiv nicht wert, denn over the Top ist hier viel zu wenig. Langweilig und blöde leider viel zu viel. Und noch mal, verdammt: ein Monsterfilm braucht Monster. Robert Englund allein reicht nicht.

goutierte im Metropolis 6, Frankfurt

54 Bewertungen auf f3a.net

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Bewertungen

Jack Brooks: Monster Slayer
  • Score [BETA]: 64
  • f3a.net: 5.7/10 54
  • IMDb: 7.1/10
Bewertungen von IMDb werden zuletzt vor dem Festival aktualisiert, falls verfügbar!
© Fantasy FilmFest Archiv 2020-02-24 12:20

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