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Review Jason X

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Paaaaaartyyyyyy ...
von D.S.

Was erwartet man von einm FREITAG DER 13.-Film? Richtig: Jason in full Effect, jede Menge heftige Morde, Hirn abschalten, Spaß haben.

Genau das liefert JASON X. Und dazu noch eine ganze Menge Jokes, sogar einige selbstreferentielle, nahezu selbstironische. Ein Beispiel: FREITAG DER 13. ist eine 80er-Jahre-Serie aus den USA, und wie kaum ein anderer Horrorfilm ist jeder einzelne Teil dieser Serie dick gebucht auf moralische Werte der MORAL MAJORITY: sei ein "böser" Teenager, hab Spaß, saufe, rauche, kiffe, hab unehelichen Sex - und Du stirbst. Durchgängiges Schema der Jason-Filme. Hier aber, schließlich schreiben wir bereits das Post-SCREAM-Jahr 2001, wird darauf nicht nur ein Scheiß gegeben, sondern sogar - in einer der lustigsten Szenen von JASON X - sich darüber lustig gemacht.

Natürlich ist dieser Film, abgesehen davon, auch ansonsten sehr "futuristisch": schließlich spielt er mehr als 450 Jahre in der Zukunft (nicht ohne uns, analog zu den meisten Jason-Filmen, zunächst ein kurzes Update darüber zu geben, was nach dem Ende des letzten Teils passierte). Wer bösartig drauf ist, kann den Inhalt des Folgenden dann genauso beschreiben, wie zu JASON TAKES MANHATTAN: old Story, new Places.

Aber ich finde, daß sich JASON X nicht nur bezüglich des Settings von allen bisherigen FREITAG DER 13.-Teilen unterscheidet. Sicher, auch hier geht es um möglichst heftige Morde an jungen Leuten durch das krasseste Monster der Filmgeschichte. Wobei die insgesamt nur teilweise ungewöhnlichen Todesarten sicherlich ein Schwachpunkt des Films sind (wer erinnert sich nicht an den dagegen wahnwitzigen Mord per Faschings-Tröte aus einem der ersten Teile??!!). Auch hier ist keine wirkliche Dramatik vorhanden, geht es nur um ein unaufhaltsames Monster, das alle Anwesenden Stück-für-Stück dezimiert.

Aber JASON X hat nicht nur eine Menge Humor. Er zeigt auch, nach all den SCREAM-Cash-Ins, wo wirklich der Hammer hängt. Was die Mutter all der öden neuen Teenie-Slasher-Movies ist. Was mal ein WIRKLICH beängstigender Killer ist. Eben kein fehlgeleiteter Teen, sondern ein echtes Monster, das bestimmt keine Fehler macht, nur weil es von philosophischen, moralischen oder filmtheorie-geschwängerten Fragen geprägt ist.

Klar, mehr darf man auch nicht erwarten. Aber Spaß macht JASON X allemal, weil er brutal, unterhaltsam, teilweise wirklich originell ist. Und weil er einige nette Jokes enthält - samt Anspielungen auf die bisherigen Teile, auf TERMINATOR, auf dutzendweise andere SciFi- und Horror-Filme. Im Vergleich mit den meisten FREITAG ...-Teilen ein absolutes Highlight (wer das anders sieht, hat sicher v.a. noch im Kopf, wie er die alten Filme FRÜHER, als eher unerfahrener Jugendlicher, erlebte ... wenn man sie sich heute ansieht, langweilen sie fast permanent). Aber auch unabhängig davon definitiv guter Fun - hirnlos, blutig, heftig. Das ausverkaufte Kino Kino in Frankfurt war jedenfalls begeistert.

P.S.: Auch der Vorfilm, STAPLERFAHRER KLAUS, ist mehr als sein Geld wert. Erzählt werden uns die Erlebnisse von Klaus an seinem ersten Arbeitstag - begleitet vom superlustigen Kommentar Egon Hoegens, der normalerweise DER 7. SINN spricht. Seine sehr "vernünftigen", auf Arbeitssicherheit abzielenden Kommentare werden von den Handlungen Klaus' aufs absurdeste, und heftig blutigste, konterkariert. Ein hundertprozentiger Lacher, übrigens auch in Cannes sehr erfolgreich, und fast schon englisches Niveau erreichend - DAS nenne ich deutsche Comedy!!!

Insgesamt: ein mehr als würdiger Abschluß des Festivals, auch wenn ich Freddy bei JASON X vermißt habe ...

staunte im Turm-Palast, Frankfurt

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Jason X
  • f3a.net: 6.5/10 36
© Fantasy FilmFest Archiv 2020-01-17 20:01

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