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Review Kill Your Friends

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Gute Pointen, aber man hat es bereits (besser) gesehen
von ArthurA

Kill Your Friends schlägt in den ersten Minuten ein wie eine Bombe und macht sehr schnell klar, dass das die Nicholas-Hoult-Show ist. Hoult, der bislang vor allem nette Kerle spielen durfte und sich dieses Jahr bereits in Mad Max: Fury Road von einer überraschend anderen Seite zeigte, schlägt sich in der Rolle blendend. Steven ist ein Arschloch und ein Soziopath, doch wenn er aus dem Off über die Musikindustrie, seinen Job oder den Massengeschmack herzieht, kann man ihm schwer widersprechen. Koksend, saufend, fluchend, intrigierend, manipulierend und auf seinen Kollegen buchstäblich urinierend fegt Hoult wie ein Tornado durch die frühen Szenen des Films und nimmt keine Gefangenen. Ein ganz besonderes Highlight stellt auch der Kurzauftritt von Moritz Bleibtreu als ausgelassener deutscher Musikproduzent Rudi dar, der ein eigenes Spin-Off verdient hat.

Das alles ist sehr unterhaltsam anzusehen und die Britpop-Sounds betten den Film wundervoll in seine Ära ein, doch nach diesem grandiosen Einsteig und der furiosen Vorstellung von Stevens Welt baut der Film merklich ab und verlangsamt beträchtlich das Tempo. Neue Einfälle oder wirkliche Überraschungen liefert er nicht, sondern wandelt auf üblichen Pfaden. Letztlich ist Stevens Welt nicht anders als Octave Parangos in 39,90 oder Patrick Batemans in American Psycho. Es geht nur um Drogen, Spaß, Sex, Eskapaden, Erfolg, Angeberei und alle zwischenmenschlichen Kontakte bleiben im höchsten Maße unpersönlich (der Titel Kill Your Friends ist auch ironisch zu nehmen, denn Freunde hat Steven keine und er will auch keine). So gut Hoult in der Rolle auch ist, an Dujardins und Bales umwerfende Darbietungen kommt er nicht ganz heran, und während die anderen beiden Filme ihren Biss bis zum Ende beibehalten, schleicht sich bei Kill Your Friends etwas Langatmigkeit ein.

Erstveröffentlichung

verweste im Residenz, Köln

69 Bewertungen auf f3a.net

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Bewertungen

Kill Your Friends
  • Score [BETA]: 71
  • f3a.net: 7.1/10 69
Bewertungen von IMDb, Rotten, Meta werden zuletzt vor dem Festival aktualisiert, falls verfügbar!
© Fantasy FilmFest Archiv 2020-08-06 23:48

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