s The Killer Inside Me (2010) Review - Fantasy FilmFest Mobil
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Reviews The Killer Inside Me

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Reviewer

FFFler * 5.5

Mut- und kraftlos, dafür mit genial aufspielenden Affleck

Wurde so ein bisschen als der Skandalfilm der Berlinale verkauft, aber irgendwie war er mir dafür doch zu zahm. Die Geschichte eines Polizisten, der einen Hang zur Gewalt und Mord hat birgt ein Deja Vu und erinnert bisweilen auch in der Herangehensweise der Inszenierung frappierend an Dexter. Dennoch ist der Hauptcharakter alles andere als eine sympathische Figur, eher interessant und das hauptsächlich dank der grandiosen One-Man-Show des Casey Afflecks. Auch die Inszenierung mag über weite Strecken zu gefallen, dennoch fehlt es dem Regisseur scheinbar dem Mut in den gewalttätigen Szenen drauf zu halten. Der Großteil der schockenden Momente besteht entweder im Off oder ist so am Geschehen vorbei geschnitten, dass man auch eine wirtschaftlich rentable Altersfreigabe erzielen kann. Dieser fehlende Mut, sowie das teilweise recht naive Handeln einiger Charaktere ziehen den Film deutlich runter ins Mittelmaß. Hängen bleiben wird eigentlich (in der OV) nur Casey Afflecks grandioses Spiel.

Timo * 6.0

ausbrechen.

Michael Winterbottom schafft mit THE KILLER INSIDE ME einen unglaublich zerberstenden, schroffen Gewaltschinken, der nüchterner nicht vorgetragen werden könnte. Die Leistung vom jüngeren Affleck Sprössling ist wirklich bemerkenswert. Dennoch bleibt der Film immer eine dichte, nebelartige Substanz und wird für den Zuschauer leider nie greifbar. Schnell ertappt man sich deshalb dabei, wie man sich vor dem Film verschließt - der ab einem gewissen Punkt einfach nicht mehr packen kann. Für mich persönlich bislang zwar nicht der beste Film vom Winterbottom, dafür neben CODE 46 sicher der... sagen wir... faszinierendste.

schlemmer * 3.0

Viel Aufregung um wenig

Geschockte Besucher in Sundance, erhitzte Gemüter bei Berlinale-Aufführung...puuh..Skandal hin oder her.. schade ist insbesondere, dass Michael Winterbottom trotz (aufgrund?) eines jährlichen Outputs an Filmen (neuester Film/TV-Serie wird bereits in Toronto zu sehen sein) seit Jahren keinen richtig überzeugenden Streifen mehr hingelegt hat.
In The Killer Inside Me gibt Casey Affleck zwar überzeugend den fiesen und berechnenden Killer, der Film packt einen aber trotzdem keine Sekunde und lässt einen kalt und relativ ratlos, wenn nicht sogar verärgert zurück. Für Fans des Film Noir eine echte Enttäuschung.

T-Killa * 4.0

Einschlafgefahr

Eigentlich wäre es die perfekte Story für einen Film der Coen-Brüder. Ein kleiner Mann will mal das tun, was die großen und mächtigen immer tun: Er hat sich einen todsicheren Plan zurecht gelegt, durch den er seine Lebenssituation verbessern wird. Leider kommt es anders als geplant und der Plan geht total daneben. Wie so oft ist jeder Versuch, doch noch die Kurve zu kriegen oder zumindest den Vorfall zu vertuschen, zum Scheitern verurteilt und macht alles nur noch schlimmer.
Allerdings bietet der Film nicht die geringste Spur von Tragik oder Komik. Vielmehr verläuft der Film von Anfang bis Ende ruhig und nüchtern, zumindest bis auf ein bis zwei recht brutale Szenen - typisch für Winterbottom. Hier wird die klischeehafte Langsamkeit der Südstaaten voll ausgelebt. Stimmige Atmosphäre, aber für mich zu ruhig.
Die schauspielerische Leistungen sind gut, auch wenn mir persönlich das Genuschel von Affleck ziemlich auf den Geist ging.

Hatte schon verdrängt, dass ich den Film bei der Berlinale gesehen habe, denn ich bin damals fast eingeschlafen.

landscape * 3.0

Wie man aus einem Jim Thompson wenig machen kann

Korrupte, miese Bullen, die man nicht mögen kann, das ist Jim Thompson. Der kommt auch ein wenig durch hier, aber das Genuschel von Affleck, der wahrscheinlich seine Unterhose drei Nummern zu klein trägt, ist ein absoluter Downer. Charisma hat er nicht, braucht er wohl auch nicht, aber dann muß als Kontrast etwas mehr her als hier zu sehen, also eher so etwas wie American Psycho.
Der Vorspann ist super, aber schon mit der ersten Einstellung in schlimmster Serien-Video-Optik stürzt der Film ab und kriegt den Arsch auch nie mehr richtig hoch.
Nope, dude.

staunte im Cinemaxx 6, Hamburg

Francis S * 8.0

Dieser Review enthält SPOILER!
Schwer verständlich (weil texanischer Akzent) und schwer verdaulich (weil wenige, aber brutale Gewaltszenen), setzt einem dieser Film schon ziemlich zu.
Ein Kleinstadt-Sheriff führt kindsheitsbedingt ein Doppelleben geprägt von Sex und Gewalt. Nahezu aus heiterem Himmel prügelt er "seine" home prostitute zu Tode, erschießt ihren Verlobten und lässt es wie ein Beziehungsdrama aussehen.
Der kleine Bruder von Ben Affleck sieht aber in vielen Szenen auch wirklich fies aus - wie er so die Oberlippe schmal macht -, man wird das Gefühl selten los, gleich schlägt er wieder gewissenlos, aber vor allem auch clever zu.
Leider (für ihn) sind die anderen auch clever und der Zufall hilft ihm nicht immer, und so endet der Film nicht ganz so hoffungslos wie gedacht.

Erstveröffentlichung

guckte im Cinemaxx 7, Berlin

D.S. * 6.0

Texas, eiskalt

Hat was, diese im staubigen West-Texas spielende, spröde Romanverfilmung. Hat zwar weniger Noir-Feeling als propagiert und erwartet, hat dafür mehr Abgründigkeit und Psychose, als auf den ersten Blick anzunehmen. Und hat vor allem deren Personifizierung: Babyface Affleck, der hier aufs Skrupelloseste das zweite Gesicht seiner Figur ausleben darf. Und meiner Meinung nach hat man hier eine Idealbesetzung gefunden, denn seiner abwesenden, unterkühlten Mimik nimmt man jederzeit ab, dass darunter Wahnsinn und Brutalität in Reinkultur lauern.

Seine Ausbrüche gehören denn auch zu den größten Momenten des Films - zu den kleinsten hingegen das mehrfache, sinn- und verstandlose Einblenden von Jessica Alba in Dessous. Weiß Gott kein schlechter Anblick, aber für die Story an jenen Stellen komplett bedeutungslos. Naja, vielleicht dachte man sich: dafür hat das Publikum bezahlt, also geben wir es ihm. Wer also auf Frau Alba in Playboy-Ästhetik steht und unbedingt mal ihren nackten Hintern sehen will, hat hier seinen heiligen Gral gefunden.

Zurück zum Relevanten: der Film lässt sich viel Zeit und man braucht einiges an Geduld, um ihn genießen zu können. Zum einen, um sich an den derb-nuschelnden Akzent sämtlicher Figuren zu gewöhnen. Zum anderen, um sich die teils nur kurz angerissenen Story-Hintergründe und Antriebe verschiedener Figuren zusammenzureimen. Und zuletzt, da sich das Tempo des Films nun mal an die Schwere des Südens anlehnt. Umso wirkungsvoller sind dann die wenigen, aber heftigen Gewaltausbrüche...

Leider kann "The Killer inside me" seinen literarischen Geist hier aber auch nicht ganz verleugnen: die Inszenierung lässt manchmal Fokussiertheit und Stringenz vermissen, man treibt stellenweise in Gedanken und bei Nebenfiguren herum und wünscht sich manche Rückblende anders oder gar nicht platziert. Der Spannungsbogen hängt über einige Strecken des Films zu weit durch, die Geschwindigkeit wirkt nicht immer ausgewogen - und manches wird zu distanziert erzählt, um ein Mitfiebern zu erzeugen. Von Sympathie für auch nur eine der kaputten Figuren mal ganz zu schweigen.

Zusammengefasst kann ich den Film schon empfehlen, denn er zeigt das Böse mal mit einem anderen Gesicht, fast ein wenig an "The Minus Man" erinnernd, aber weniger verträumt, viel kälter und menschenverachtender. Überzeugend besetzt und gespielt ist er auch. Warum dann nur 6 Punkte? Tja, manchmal ist eiskalt eben zu kalt. Und mitgerissen hat er mich zu selten.

goutierte im Metropolis 6, Frankfurt

Alan Smithee S * 7.0

Dieser Review enthält SPOILER!

Out here you’re either a man or a gentleman or nothing at all

"The Killer Inside Me", Michael Winterbottoms neuester Film (Noir), war für mich der nachgelagerte Eröffnungsfilm des diesjährigen Fantasy Filmfests. Die Hauptfigur ist Lou Ford (grandios gespielt von Casey Affleck), ein äußerlich sehr sympathisch wirkender und von seinen Mitbürgern geschätzter Deputy Sheriff in einer texanischen Kleinstadt Mitte der 50er Jahre. Der Zuschauer lernt schnell die Abgründe seines Charakters kennen, denn als Lou den Auftrag erhält gegen die Prostituierte Joyce zu ermitteln, kommt es zu einer handgreiflichen Auseinandersetzung, aus der die beiden als heimliches Paar hervorgehen, das von nun an regelmäßig seine brutalen Vorlieben miteinander auslebt. Heimlich, weil Lou eigentlich mit Amy zusammen ist, die von Hollywood-Sunshine Kate Hudson gespielt wird (und über deren Auftritte ich mich seit "Almost Famous" immer wieder freue, obwohl sie in ihren größeren Rollen leider auf Romanzen und Komödien festgelegt zu sein scheint). Lou und Joyce erpressen Elmer Conway, den Sohn eines lokalen Bauunternehmers, den Lou für den Unfalltod seines Bruders Mike verantwortlich macht (und mit dem ihn ein dunkles Geheimnis verbindet..). Die heimliche Liebe zwischen Lou und Joyce ist allerdings nur von kurzer Dauer, denn Lou, sofern er überhaupt zu tieferen Gefühlen fähig ist, kann nichts dauerhaft lieben, ohne es zerstören zu wollen, und so beginnt eine Serie gewalttätiger Akte, an deren Ende mehr als nur eine Leiche Lous Weg pflastern wird.

"The Killer Inside Me" ließ mich insgesamt etwas gespalten zurück, auch wenn ich ihn insgesamt empfehlenswert finde. Positiv ins Auge fielen das wunderbar eingefangene Flair der 50er Jahre, der interessante Plot und durchweg überzeugende Darstellerleistungen, allen voran Casey Affleck und Elias Koteas als scharfsinniger Gewerkschaftsboss (seit Malicks Antikriegsepos "The Thin Red Line" für mich einer der interessantesten Nebendarsteller überhaupt). Allerdings war es sehr schwer mich auf einer emotionalen Ebene in das Szenario des Films hineinzuversetzen, da er derart distanziert erzählt ist, dass man fast den Eindruck hat, Winterbottom verneigt sich im Geiste vor einigen Autorenfilmern der 70er Jahre, die das Credo verfolgten, dass eine emotionale Distanz zu den Figuren nötig sei, um ihre Handlungen angemessen bewerten zu können. Alles in allem bleibt Lou als Charakter rätselhaft. Seine gewalttätige Neigung wird in Rückblenden mit entsprechenden Kindheitserfahrungen und einem gewalttätigen Vater erklärt, nicht aber, wie er zu dem eiskalten Killer wurde, der Frauen gegenüber eine so exzessive Gewalt an den Tag legt, dass eine besonders brutale und in ihrer Ausführlichkeit beinahe voyeuristische Szene des Films für mich allein schon schmerzhaft ist, wenn ich nur an sie zurückdenke... Vermutlich war es eine bewusste Entscheidung Lou mit einem Mangel an psychologischer Durchdringung noch erschreckender wirken zu lassen. Aus diesem und den vorher angeführten Gründen wird der Film aber wohl leider kein größeres Publikum erreichen können.

glotzte im Metropolis 6, Frankfurt

Hondo * 2.0

Diese Geschichte eines Kleinstadt-Bullen mit Serienkiller-Ambitionen ist zwar schön ausgestattet und hübsch fotografiert, aber so belanglos und einschläfernd erzählt, daß selbst die relativ brutal dargestellten Morde nicht weiter berühren oder gar schockieren.
Weiterhin lässt sich das Verhalten einiger Personen (speziell Jessica Alba) schwer nachvollziehen.

Das Ganze hat mich weder berührt, gethrillt oder gar schockiert,sondern einfach nur gelangweilt.

war im Metropol 1, Stuttgart

44 Bewertungen auf f3a.net

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Bewertungen

The Killer Inside Me
  • Score [BETA]: 59
  • f3a.net: 5/10 44
  • IMDb: 6.7/10
Bewertungen von IMDb werden zuletzt vor dem Festival aktualisiert, falls verfügbar!
© Fantasy FilmFest Archiv 2019-12-14 18:57

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