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Review Legion of the Dead

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Ittenbach From Dusk Till Dawn
von Niki Wurster

Da ist er nun, Ittenbach’s Sprung vom 8mm Homemade Küchenkino zum US (B-Movie) Mainstream. Diesen grossen Schritt wollte Ittenbach wohl auf dickem Eis vollführen und beschert uns mit LEGION OF THE DEAD ein Quasi-Remake von FROM DUSK TILL DAWN, komplett mit tarantinoesquen Dialogen und einem Salma Hayek "Santanico Pandemonium" Lookalike.

Und alles hatte so schön begonnen... Zwei lustige Hauptdarsteller, Pothead Luke und Bruce Campbell Impersonator William, die scheinbar ziellos durch die Gegend trampen und von einer unguten Situation in die nächste stolpern. Dann gibt noch die beiden untoten Legion of the Dead Rekruten-Sammler Jeff und Nicholas, die nicht nur eine durchgehend schöne Performance hinlegen, sondern auch noch für jede Menge Comic Relief sorgen, indem sie sich ständig selbst verstümmeln und sich lustige Wortgefechte über die Farbe ihrer Anzüge liefern. Der ist auch bitter nötig, da natürlich, nach alter Ittenbach-Tradition dann und wann ordentlich die Sosse spritzt.

So lange die einzelnen Handlungsstränge noch parallel zueinander verlaufen ist auch alles wunderbar: Jede Menge Spass, stellenweise mal ein dämlicher Witz, der nach hinten losgeht, aber alles im Rahmen des goutierbaren. Doch sobald sich alles zum viel zu langen Showdown in Ittenbach’s Schmalspur-Pendant des Titty Twisters trifft, wird’s arg konfus und langatmig. Kurz gesagt, es geht so rapide den Bach runter, dass auch keine sauber ausgeführte Splatterorgie mehr viel retten kann.

Ganz klar zu erkennen, Ittenbach hat sich storytechnisch da ein bisschen übernommen. Nicht nur das, auch die technische Qualität des Streifens nimmt fortschreitender Laufzeit stark ab. War die Kamera am Anfang praktisch ständig in Bewegung, wird gegen Ende verstärkt mit Stativ gearbeitet.

Das macht dann irgendwann alles keine grosse Freude mehr und man wird so eingeschläfert, dass auch das beinahe-Twist-Ending einen nicht mehr aus den Socken hauen kann. Ausserdem wurde mein Kumpel rausgeschnitten, auf den ich mich die gnze erste Stunde lang gefreut hatte. Bummer.

Alles in allem, Ittenbach’s bis dato bestes Werk. Wenn er sich jetzt noch einen wirklich originellen Stoff aus den Fingern saugen und sich im Schneideraum - oder noch besser schon in der Drehbuchphase - von so mancher überlangen Sequenz trennen könnte, stünde wirklich guter Unterhaltung nichts mehr im Wege.

staunte im Metropol, Stuttgart

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Legion of the Dead
  • f3a.net: 4.7/10 18
© Fantasy FilmFest Archiv 2020-08-07 00:07

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