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Review Love Bites

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Atmosphäre: gut, Story: schlecht.
von D.S.

Fangen wir mit dem Positiven an. LOVE BITES spielt in Paris und macht ausgiebig Gebrauch davon, genauer: von der einzigartigen Atmosphäre Montmartres. LOVE BITES hat Asia Argento, so sexy wie noch nie (wenn man nicht gerade panische Angst vor S/M hat, zumindest). Und LOVE BITES hat einen recht fähigen Hauptdarsteller: Guillaume Canet (aus THE BEACH), der den Antoine zwar nicht überwältigend, aber zumindest solide spielt. Der Soundtrack schließlich ist auch ganz passabel, vor allem der Schlußsong von Peter Gabriel kommt ziemlich gut.

Leider war's das aber auch ... Das Negative: Der Film kann sich überhaupt nicht entscheiden, wo er hin will. Zum Teil ist er eine Lifestyle-/Atmosphären-Studie, zum Teil eine der "modernen, cool-ironischen" Loser-Komödien, zum Teil ein Actionfilm, zum größten Teil ein flauer X-FILES-Verschnitt, zum allerkleinsten Teil ein Vampirfilm (auch, wenn er vor allem als solcher beworben wird). Das Hin-und-Her der Stimmungen läßt LOVE BITES oft so wirken, als hätte man ihn irgendwie schnell zusammengekleistert, als Budget und Drehzeit überraschend viel zu früh zu Ende gegangen sind. Oder als hätte man bei der Postproduktion plötzlich vollständig das Interersse am Film verloren, und ihn nur noch, egal wie, fertigstellen wollen.

Das führt dann dazu, daß die Story oft, komplett überflüssigerweise, extra-verworren ist, man sich aber auch nicht mehr besonders dafür interessiert - weil man gerade mal wieder mühsam längere Passagen aboluter Inhaltsleere hatte verfolgen müssen. Reichlich störend wirkt auch, daß die Hauptfigur ein TOTALER Loser ist. Was heißen soll: er ist nicht einfach nur jemand, der mit den Regeln der Gesellschaft nicht so klarkommt, aber dafür ein attraktiver Slacker ist. Nein, den Typen will wirklich niemand sehen, auch nicht/erst recht nicht auf seiner Party. Er ist vollständig uninteressant und lebt ÜBERHAUPT kein Leben, erst recht keins, mit dem er Teil der Nightlife-/Party-Crowd sein könnte. Nicht, daß das unbedingt erstrebenswert wäre - aber wenn ein Film, wie LOVE BITES, nunmal hauptsächlich darauf basiert, uns das weiß-Gott-wie abgefahrene, szenige Nightlife von Paris zu zeigen ... und die wirklich begehrenswerte Figur von Asia Argento JEDEN haben könnte, sich dann aber einen kompletten Möchtegern-Typen wie Antoine aussucht (ja: inklusive verkrampftester Anbaggerversuche und Sprüche von annodazumal) ... dann ist das schlichtweg unglaubwürdig.

Weiteres großes Manko: Asia Argento tritt kaum mal auf - da der Film sich hauptsächlich darum dreht, wie Antoine versucht, sie zu finden, sie aber immer wieder verliert. Dafür wird er dauernd verprügelt; versucht, Witze zu reißen; will cool sein, ist aber unglaublich uncool. Die paar Versuche, seiner "Jagd" nach ihr einen Sinn zu verleihen (Verschwörungen ... Sekten ... Vampire?!), wirken vom Rest des Films seltsam abgetrennt - und wohl deshalb bemüht verwirrend, damit man nicht bemerkt, wie belanglos das alles ist.

96 Minuten können ganz schön lang sein. Das einzige, was diesen Film vor der Vernichtung bewahrt, sind die atemberaubende Asia und die Pariser Atmosphäre. Stellenweise ganz unterhaltsam machen ihn auch die Situationen, in die sich Antoine mit seiner anmaßenden Art manövriert - auch wenn sie die Atmosphäre zerstören, unpassend sind, wie Stückwerk wirken.

Muß man nun wirklich nicht sehen, aufgrund persönlicher Präferenzen vergebe ich sehr knappe 60%.

guckte im Turm-Palast, Frankfurt

5 Bewertungen auf f3a.net

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Bewertungen

Love Bites
  • f3a.net: 3.5/10 5
© Fantasy FilmFest Archiv 2020-01-23 02:58

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