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Review Maggie

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Düster und deprimierend
von D.S.

Auch, wenn MAGGIE in seiner Rahmenhandlung ein Endzeitfilm ist und es auf der konkreten Ebene um die bekannte Thematik einer sich ausbreitenden Zombie-Epidemie geht: Tatsächlich handelt es sich um einen vollkommen untypischen FFF-Beitrag; in gewisser Hinsicht durchaus vergleichbar etwa mit PERFECT SENSE – ein sehr spezifischer Genrerahmen wird genutzt, um universelle menschliche Fragen aus einem ungewohnten Blickwinkel und mit erweiterten inszenatorischen Möglichkeiten zu erörtern. In diesem Fall geht es um die Bedingungen und Grenzen von Liebe, um Loyalität, Verantwortung, Selbstbestimmung und Würde – und um den Umgang mit Hoffnungslosigkeit; um das richtige Verhalten im Angesicht einer ausweglosen Katastrophe, für die man niemandem die Schuld zuweisen kann. Leider erreicht MAGGIE dabei jedoch bei weitem nicht die emotionale Wucht des erwähnten Films von David Mackenzie, was nicht zuletzt am begrenzten schauspielerischen Potential eines seiner beiden Hauptdarsteller liegt. Berühren kann er allerdings trotzdem.

Schlicht gesagt, handelt es sich bei MAGGIE um nichts anderes als ein schweres, schwermütiges Drama über die bedingungslose Liebe eines Vaters zu seiner todgeweihten Tochter. Zwar ist hier auch die Handlungswelt selbst todgeweiht. Aber, wie schon von anderen Reviewern erwähnt, um Zombies geht es eigentlich nicht im Geringsten. Genauso gut könnte Maggie (gewohnt überragend: Abigail Breslin) in unserer heutigen Welt an einer ansteckenden Form von Krebs leiden, es würde die Story kaum verändern.

Die junge Frau hat nur noch zwei Wochen zu leben, bevor der Virus sie endgültig dahinrafft. Diese Zeit darf sie in vertrauter Umgebung verbringen, auf der Farm ihres Vaters (erwartungsgemäß nur bedingt emotionstief wirkend: Arnold "One facial expression only" Schwarzenegger). Dabei wird sie von den Menschen, denen sie etwas bedeutet, liebevoll empfangen und integriert, während ein großer Teil der Außenwelt sie äußerst misstrauisch beäugt, ihr mit einer Mischung aus Angst und blanker Abneigung gegenübersteht.

Wenn man mag, kann man dies natürlich als Parabel auf den Umgang weiter Teile unserer Gesellschaft mit dem â€×Fremden“, Andersartigen verstehen. Ohnehin wirkt MAGGIE vielfach mehr wie ein verfilmtes Statement als wie eine erzählte Geschichte. Man muss sich also aufs Nachdenken und Mitfühlen einlassen, wenn man dem Film etwas abgewinnen will. Andernfalls könnte er einen mit seinem ruhigen Erzähltempo, den wenigen Handlungshöhepunkten, der blass-erdigen Farbgebung auf lange Sicht auch in ein Gefühl melancholisch akzentuierter Langeweile führen.

Worauf das Geschehen hinausläuft, ist nämlich bald schon klar, und einen gewissen Mangel an Überraschungen kann man dem Film tatsächlich vorwerfen. Was aber nichts daran ändert, dass einem sein Ausgang ziemlich nahegeht. Mich hat das Ganze insgesamt durchaus beeindruckt, völlig hineinziehen in sein Drama konnte mich MAGGIE aber nicht; jedenfalls nicht über seine gesamte Laufzeit. Deshalb nur 6,5 Punkte von mir. Verstehe aber jeden, dessen Bewertung weit darüber liegt.

guckte im Cinestar, Frankfurt

63 Bewertungen auf f3a.net

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Bewertungen

Maggie
  • Score [BETA]: 54
  • f3a.net: 6.5/10 63
  • IMDb: 5.6/10
  • Rotten Tomatoes: 44%
  • Metacritic: 52/100
Bewertungen von IMDb, Rotten, Meta werden zuletzt vor dem Festival aktualisiert, falls verf├╝gbar!
© Fantasy FilmFest Archiv 2020-08-06 23:25

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