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Review Maggie

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Äktsch-Arnie in seiner emotionalsten Rolle
von ArthurA

Machen wir uns nichts vor, Arnold Schwarzenegger ist vermutlich der Hauptgrund, weshalb sich die meisten Leute diesen Film anschauen werde. Deshalb komme ich direkt auf den Punkt: Ja, Arnie zeigt sich hier von einer anderen als seiner Äktsch-Seite, doch von einer oscarreifen Leistung ist er immer noch ein wenig entfernt. Die Rolle des stoischen Beschützers und liebevollen Vaters ist ihm wie auf den Leib geschrieben und statt Muckis lässt er hier Emotionen (und gelegentlich sogar die Tränensäcke) spielen. Doch letztlich verlangt der Part ihm auch nicht allzu viel ab und sobald er den Mund aufmacht, ist und bleibt es eben unmissverständlich Arnie. Obwohl sich die meisten Gespräche um den Film stets auf ihn konzentrieren, ist Abigail Breslin der eigentliche Star des Films. Nicht nur hat sie deutlich mehr Screentime, es ist auch ihre rührende Performance, die einem am meisten in Erinnerung bleibt. Wir durchleben mit ihr die Verzweiflung, die Wut und die Resignation im Angesicht ihrer tödlichen Krankheit. Nichts anderes ist die Zombieplage hier nämlich. Es geht um die Akzeptanz des Unausweichlichen und darum, vom geliebten Menschen Abschied zu nehmen. Man könnte den Zombievirus auch durch eine x-beliebige tödliche Epidemie ersetzen und das Ergebnis wäre kaum anders. Das Problem des Films liegt eher darin, dass seine Grundidee vom schmerzvollen langsamen Verlust und der innigen Vater-Tochter-Beziehung eigentlich schnell ausgeschöpft ist und an und für sich einfach nicht genug Material für die 90-minütige Laufzeit hergibt, sodass einige Passagen sich leider sehr zäh anfühlen. Der Film blüht dann auf, wenn wir Maggie auch außerhalb von ihrem trauten Heim folgen, beispielsweise auf eine Party, auf der es zu einer zarten Annäherung zwischen ihr und ihrem ebenfalls infizierten Ex-Freund kommt.

Entsprechend seiner Thematik ist die Grundstimmung von Maggie durchweg deprimierend und düster und der ganze Film ist in ein lebloses Grau getaucht, was manchmal fast schon zu viel des Guten ist. Gelegentlich sieht man Maggie auch an, dass Erstlingsregisseur Henry Hobson hier mit geringen Mitteln arbeiten durfte, doch alles in allem wird eine durchaus überzeugende Welt erschaffen, die der Apokalypse knapp entgangen ist. Trotz seiner Makel ist Maggie ein sehenswerter Beitrag zum Zombiegenre, in dem der horrorerprobte Zuschauer daran erinnert wird, dass auch jeder Zombie mal ein Mensch war.

Erstveröffentlichung

goutierte im Residenz, Köln

62 Bewertungen auf f3a.net

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Bewertungen

Maggie
  • Score [BETA]: 54
  • f3a.net: 6.5/10 62
  • IMDb: 5.6/10
  • Rotten Tomatoes: 44%
  • Metacritic: 52/100
Bewertungen von IMDb, Rotten, Meta werden zuletzt vor dem Festival aktualisiert, falls verfügbar!
© Fantasy FilmFest Archiv 2020-01-20 03:43

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