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Review Maggie

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Ein beeindruckender Zombie-Downer
von Leimbacher-Mario

Was haben Zombies & Arnie gemeinsam? Nein, nicht nur, dass beide gerne Berge an Proteinen essen. Beide erleben seit einigen Jahren auch ihren gefühlten 7. Frühling. Keine Überraschung also, dass die zwei irgendwann aufeinandertreffen mussten. Umso überraschender ist aber "Maggie" als Film. Was für ein depressives, realistisches Zombie- & Familiendrama. Da war ich emotional doch ganz schön durchgewrungen nach dem Kinobesuch. Und was bin ich froh, ihn überhaupt im Kino sehen zu dürfen, denn was Regieneuling Henry Hobson hier gezaubert hat, ist auch visuell eine Wucht. Als DTV-Premiere zu enden hat er sicher nicht verdient, aber so ist das nun mal momentan in Deutschland.

Wir folgen einem Familienvater & dessen von einem Zombie gebissener Tochter in ihren letzten Wochen, Tagen, Stunden. Die Welt versucht mit Quarantänelagern, Ausblendung & Improvisation die Zombiekrankheit zu stoppen oder zumindest einzudämmen. Aber die eigentlichen Dramen spielen sich innerhalb der Bevölkerung, der Familien ab. Und genau so einem zerreißenden Schicksal wohnen wir mit ruhigen, grauen, hoffnungslosen Bildern bei. Wenn nicht der Untergang der Welt, dann zumindest die letzten Tage einer starken Liebe zwischen Vater & Tochter.

Arnie war schon immer ein Sympathieträger. Auch hier ist er einer, aber auf eine Art & Weise wie nie. Ruhig, realistisch, hoffnungsvoll, liebend, verzweifelt. Ich hab ihm trotz seines unabschaltbaren Akzents alles abgekauft, er hielt mit der unglaublich talentierten Abigail Breslin mit - eine fantastische Vater-Tochter-Chemie & das wortwörtliche Herz des Films, trotz noch einiger anderer bewegender & interessanter Nebengeschichten. Daneben geht die unmotivierte Stiefmutter mehr als unter.

Der Film ist unglaublich ruhig, fast melancholisch & irgendwie verloren, da wird jeder Actionfan in großem Stil enttäuscht. Für jeden Filmfan & auch Zombiefan gilt aber das Gegenteil! Erinnerte mich zum Teil an mein wohl liebstes Videospiel "The Last of Us", was nur ein weiteres Kompliment ist. Und wer dachte, "Walking Dead" bläst realistisch & dramatisch Trübsal, hat wohl noch nicht "Maggie" gesehen. Für mich eines der vielen Highlights des FFF 2015 & das mit Ansage. Hohe Erwartungen erfüllt, träumerisches Zombiedrama abgeliefert. Das i-Tüpfelchen auf dem Zombie-Boom & ja vielleicht so etwas wie der emotionale Schlusspunkt.

Fazit: Arnie hat man noch nie so gesehen, Zombies hat man noch nie so gesehen. Emotional & wunderschön, nur manchmal etwas sehr langsam. Wer wach & mit offenem Herzen guckt, wird aber reichlich belohnt!

war im Residenz, Köln

62 Bewertungen auf f3a.net

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Bewertungen

Maggie
  • Score [BETA]: 54
  • f3a.net: 6.5/10 62
  • IMDb: 5.6/10
  • Rotten Tomatoes: 44%
  • Metacritic: 52/100
Bewertungen von IMDb, Rotten, Meta werden zuletzt vor dem Festival aktualisiert, falls verfügbar!
© Fantasy FilmFest Archiv 2020-01-24 23:19

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