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Review Martyrs

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Dieser Review enthält SPOILER!

von Alexander
Ich sehe ihn noch vor mir, den FFF-Organisator, auf der Bühne, blasses Gesicht, gedämpfte Stimme. Er sagte: „Es gibt schlimme Filme. Es gibt sehr schlimme Filme. Es gibt extrem schlimme Filme. (an dieser Stelle senkte er den Tonfall noch ein weiteres Mal!): Und dann gibt es noch Martyyyyrs!".

Ich will es kurz machen. Ich finde, es gibt schlimmere Filme. Ich finde Martyrs künstlerisch wertvoll. Allerdings steht er bei den „Indizierten" in der Videothek neben den Pornos und dahin schaffen es dann aus gutem Grunde doch nur sehr wenige.

Das Ding mit Martyrs ist, daß er eben nicht so ist, wie man ihn sich vorstellt. Die schlimmsten Dinge spielen sich eh im Kopf ab, daß weiß jeder, der in seiner Sturm- und Drang-Zeit mal ne Überdosis einer Droge genommen hat. Martyrs geht halt über eine Grenze die echt weh tut. Und eigentlich gibt es dann einen Punkt wo man sich sagt „Muss ich nicht sehen, ich stehe jetzt auf und gehe". Und viele gingen. Oder kotzten. Ich blieb. Anschliessend haben sie dann Zettel verteilt auf denen das Publikum darüber abstimmen konnte, ob man solche Filme zeigen sollte. Auch eine Art von Perversion.

Ehrlich gesagt finde ich gut gemachte Horrorfilme wie Martyrs geschmackvoller und harmloser als das Vorabendprogramm der Privatsender, wo man sich daran ergötzen kann wie Heinz K. aus W. mit seiner zutätowierten Prolette von Castrop-Rauxel nach Neu-Kaledonien auswandert und dabei die unterbelichtete Tochter (wahrscheinlich heisst sie Mandy) pausenlos Fäkalworte und Konsonanten auskotzt und man miterleben muss, wie diese Menschen sehenden Auges in ihr Verderben rennen ohne dabei auch nur eine einzige gebotene Geschmacklosigkeit, Perversion oder Peinlichkeit auszulassen.

Achso, die Handlung. Ist doof darüber zu sprechen ohne die Spannung zu versauen. Sagen wir, es gibt Menschen die herausgefunden haben, daß man ein Tor zu einer Dimension öffnen kann. Aber leider kommt man an dieses Tor nur durch extreme Grenzerfahrungen, die nicht wirklich schön sind. Aber dies alles entblättert sich nur sehr, sehr langsam und allmählich und vorher wird man piece-by-piece mit wirklich Unfassbarem konfrontiert.

Solltest Du den auf DVD holen, sollte es die uncut Version sein. Sonst dürfte der Film nach 12 Minuten zu Ende sein. Kotztüten bereit stellen und vielleicht nicht gerade dann schauen, wenn die Freundin zu Hause ist. Sie könnte an Dir zweifeln.

Ich fand das Ding so beeindruckend das ich 7.5 Punkte gebe.

Bestes Zitat: Keines. Hier wird nur sehr wenig geredet...

85 Bewertungen auf f3a.net

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Bewertungen

Martyrs
  • Score [BETA]: 65
  • f3a.net: 7/10 85
  • IMDb: 5.9/10
Bewertungen von IMDb werden zuletzt vor dem Festival aktualisiert, falls verfügbar!
© Fantasy FilmFest Archiv 2020-02-22 09:00

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