s May (2002) Review - Fantasy FilmFest Mobil
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Reviews May

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Reviewer

crayfish * 7.5

Habe den Film auf dem letztjährigen HamburgerFilmFest gesehen und war sehr positiv überrascht.

Der Film ist eher eine wunderbar böse schwarze Komödie als ein wirklicher Horrorfilm. In den ersten zwei Dritteln des Films geht es (bis auf einen Kurzfilm eines Freundes des Regisseurs, den dieser in seinen Film integriert hat - netter Splatter) bloß um das Leben und Lieben der Protagonistin, die durch eine zu enge Beziehung zu ihrer Puppe leicht verwirrt ist. Im letzten Drittel gibt es dann in angenehmer Weise überzogenen Frankenstein Horror.

Ein intelligentes Independent-Highlight mit vielen schrägen, aber gut integrierten Ideen, das man unbedingt sehen sollte.

war im Cinemaxx, Hamburg

Bobshock * 9.0

Wer ist Angela Bettis?

May ist ein echtes Highlight im blutigem Psycho-Killer-Einerlei. Die Intensität und Hingabe, mit der Angela Bettis (Girl Interrupted, Carrie TV2002) diesen Film trägt, ist absolut sehenswert und wird ihr hoffentlich ein paar weitere gute (Haupt-)Rollen bringen. Der Film selbst ist zwar kein filmisches Meisterwerk wie Brian De Palmas’s Carrie, ist aber höchst vergnüglich anzusehen und wird sicherlich den einen oder anderen Szenenapplaus einheimsen. Frankenstein meets Carrie meets American Psycho. Angenehm war auch die Musik, für die Jaye Barnes-Luckett verantwortlich war und der Wortwitz in den exzellenten Dialogen vom Regisseur und Drehbuchschreiber Lucky McKee. Großartig! Dieser Film ist ein Muss für Fans der symphatischen Weirdokiller.

Eraserhead * 8.5

Indie Rules!

Meistens sind ja die Best of Festivals eher anstrengend und langweilig, da ja Kunst, doch MAY ist ein echtes Highlight. Brilliant inszeniert und gespielt, super Mucke (oh ! Kim ! Kim Kim Deal) und sehr lustig. Irgendwie zwar ne stumpfe und bei weitem nicht zum erstenmal erzählte Story, doch sehr lustig und der Gore-Mensch bekommt auch seine Befriedigung. Unbedingt anschauen.

war im Cinema, München

cinema S * 8.0

Dieser Review enthält SPOILER!

Stille Wasser

May arbeitet bei einem Tierarzt. May lebt allein. Sie hat keinen Freund. Sie hatte nie einen. Nur ihre Puppe. May sucht Nähe. Sie will sich verlieben. Doch der junge Mann (Jeremy "Julius Cäsar" Sisto) versteht sie nicht. Sie ist eben anders. Er sucht sich eine andere Freundin. May wird immer seltsamer und einsamer. May greift zum Messer und schreitet zur Tat...
Eine tolle Charakterstudie, das Porträt einer einsamen, liebesbedürftigen Frau. Sehr romantisch und märchenhaft, aber mit einem hammerharten Ende. Sozusagen vom Kunstfilm zum Splattermovie. Ein echter Geheimtipp!

djurunga S * 9.0

Dieser Review enthält SPOILER!

...ich habe mich selbst gesehen, vor einigen Jahren

...in Erwartung eines spannenden gruseligen Films mit schwarzhumoristischen Einlagen, bin ich konfrontiert worden mit einem unglaublich erschütternden Drama einer jungen, im Grunde genommen hübschen Frau, bei der so einiges im Leben schief gelaufen ist - besonders im Hinblick auf Ihre Mutter, die sie noch darin bestärkte, anders, entstellt und auch in Zukunft einsam zu sein.
Ein wenig erinnerte May mich an Norman Bates, besonders zum Schluß hat sie wohl auch eine Persönlichkeitsspaltung durchlebt, sie wurde zu ihrer - der Welt entrückten unantastbaren perfekten Puppe. Vielleicht nur als solche konnte sie morden, danach war sie wieder die arme einsame May.
Wer jemals in seinem Leben lange allein und unverstanden war, hat mit May fühlen können...und war vielleicht wie ich umso entsetzter über Ihre Wandlung...
Die schauspielerische Glanzleistung ließ keinen Zweifel offen, das IST May.
Schon lang ist es her, dass ich bei einem Film oder einem Buch (Phantom der Oper) so viele Tränen vergossen, und danach noch recht lang aus der Bahn geworfen war...
Leider kam der Film bei vielen Zuschauern in Stuttgart anders an, Gelächter und dumme Kommentare begleiteten dieses Drama bis zum Schluss...
Kein Wunder, sage ich mir da, dass tagtäglich Dramen dieser Art geschehen können. Zum Glück gibt es noch einige wenige, denen diese Perversion der Gefühle bewußt wird.

saß im Metropol, Stuttgart

ichi * 9.5

Amelie trifft Hannibal Lecter

saß im Turm-Palast, Frankfurt

D.S. * 7.5

Anders als die anderen...

Ja, May Kennedy ist wirklich ein wenig "anders" drauf. Seit frühester Kindheit wegen eines Augenfehlers (ihre rechte Pupille bewegt sich nur sehr langsam) weitestgehend ausgeschlossen und allein, hat sie sich zu einer scheuen, ängstlichen, sozial inkompetenten jungen Frau entwickelt. Zwar lassen spezielle Brillengläser und Kontaktlinsen ihr Leiden im Verborgenen, aber trotzdem hatte sie noch nie einen Freund - weder im Bett noch im Leben. Abgesehen natürlich von einer ziemlich häßlichen und bedrohlich wirkenden Puppe, die ihre Mutter ihr vermacht hat - aber selbst die durfte May noch nie berühren.

Sie sehnt sich so sehr nach Nähe und Zuneigung, daß sie schließlich sogar ihre Angst überwindet und Schritte unternimmt, einem jungen Mann näher zu kommen. Dieser ist Argento- und Splatterfreak und sowieso vom "Andersartigen" fasziniert. Zumindest behauptet er das. Genau wie mehrere andere Menschen, die sich zunächst von May angezogen fühlen: sie sagen ihr immer wieder, daß sie ja auf "weird things" stünden - und darum auch auf May. Bis sie dann mit der kleinsten echten Andersartigkeit in Mays Verhalten konfrontiert werden woraufhin sie sich sofort zurückziehen. Und May noch mehr verletzen. Irgendwann hat sie genug - und ergreift Maßnahmen, um das ewige Verlassen-Werden zu unterbinden...

In allererster Linie ist MAY eine Charakterstudie - ein sehr ruhiger Film, der die Probleme zwischenmenschlicher Kontakte und Beziehungen aus der Sicht einer verstörten Außenseiterin betrachtet. Dabei wird aber keine Problemfilm-, sondern eine sehr abgründige Herangehensweise genutzt - May tappst immer tiefer in Verhaltensmuster, die den Rest der Welt schließlich schockieren und abstoßen MÜSSEN. Wobei der Film in weiten Teilen schwarzhumorig und skurril ist, seine Hauptfigur aber immer mit Respekt behandelt - und es so vielleicht tatsächlich schafft, den einen oder anderen Betrachter zum Hinterfragen seiner Sicht auf "merkwürdig" scheinende Menschen zu bringen. Er erweckt Verständnis und Sympathie für seine Protagonistin - ohne auch nur ein mal den moralischen Zeigefinger zu erheben. Selbst, als May dann im letzten Drittel des Films ein für ihre Umwelt recht schmerzliches Verhalten an den Tag legt, erscheint sie niemals als Monster. Sie wurde, so der Film, von der Außenwel zu ihrem Verhalten getrieben - und ihre verstörte Persönlichkeit scheint ihr kaum eine andere Handlungsoption offenzuhalten.

Obgleich MAY ein Film über eine seltsame Frau und ihre noch viel seltsameren Taten ist, ist er ein sehr warmherziger Film. Mehr Drama als Freakshow. Mir persönlich etwas ZU ruhig, und teils doch zu vorhersehbar. Darum "nur" 7,5 Punkte. Aber in jedem Fall: ein Film, den man gesehen haben sollte - nicht nur, wenn man selbst ein wenig "anders" als die anderen ist.

saß im Cinemaxx, Berlin

31 Bewertungen auf f3a.net

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Bewertungen

May
  • f3a.net: 7.3/10 31
© Fantasy FilmFest Archiv 2021-05-18 12:23

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