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Review Memento

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Alzheimer Cluedo
von Alan Smithee

Nach den saftigen Vorschusslorbeeren war die Erwartung natürlich groß... da wurde von einem unglaublich verschachtelten Plot geredet, der so clever inszeniert wurde, dass hier mit wenig Mitteln ein großartiger Thriller entstand - und tatsächlich ist allein die Idee, mit einer handvoll Schauspieler eine Kurzgeschichte in einen 2 Stunden-Marathon zu verwandeln, recht bemerkenswert! An diesem Film werden sich die Geister scheiden, was normalerweise ein Merkmal für einen Kultfilm ist. Es liegt aber auch nahe, dass die Faszination an MEMENTO hauptsächlich auf das Unvermögen des Zuschauers beruht einer Geschichte zu folgen, die nicht linear erzählt wird. Aber Halt! Natürlich ist das gewollt, denn als Zuschauer soll man die gleiche Verwirrung wie Leonard (Guy Pearce) erleben und den Film wohl auch zweimal sehen. Leider verliert dieses Spielchen etwas seinen Reiz, wenn man mit einem fast emotionslosen Guy Pearce zum 12ten mal diese Kurzepisoden des 'erinnern/vergessen'-Kreislaufs miterlebt. Da sind die tollen Auftritte von Joe Pantoliano ('Teddy' der Cop) eine willkommene Abwechslung.

Die dürftige Handlung (ein an Demenz Erkrankter sucht den Mörder seiner Frau) beruht tatsächlich auf einer Kurzgeschichte von Jonathan Nolan (Bruder vom Regisseur) und lässt sich gut in einem 80 Minuten Tatort verwursten. Das ist an sich kein Nachteil, allerdings ist man dann schon ein wenig enttäuscht, wenn die Essenz des Filmes sich auf die ewig langweilige Frage reduziert: Wer war der Mörder? Der einzige 'Twist' den ich MEMENTO abgewinnen konnte, ist die Tatsache das statistisch gesehen 10% der Zuschauer irgendwann selber an Alzheimer erkranken werden... und das ist wirklich erschreckend.

war im Metropol, Stuttgart

54 Bewertungen auf f3a.net

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Memento
  • f3a.net: 9/10 54
© Fantasy FilmFest Archiv 2020-07-02 23:49

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