s Memento (2000) Review - Fantasy FilmFest Mobil
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Reviews Memento

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Reviewer

Alan Smithee * 9.5

I love it

Ich habe diesen Film bereits in London gesehen und ...
es ist wahrscheinlich der beste Thriller, der jemals auf dem FFF zu sehen war. Mit seiner super Geschichte, der innovativen Erzählweise (der Film beginnt am Ende und arbeitet sich dann in 5-Minuten-Abschnitten zum Beginn) und einem Ende (bzw. Anfang) gegen das die von "The Sixth Sense" oder "Fight Club" als vorhersehbar zu bezeichnen sind. Bester Film des Jahres!

Julian Reischl

Momento, da war doch was? Aber besser von vorn: Ein junger Ehemann überrascht einen Fremden bei der Vergewaltigung seiner Frau und versucht, die Tat zu verhindern. Die Frau stirbt, und durch einen Schlag auf den Kopf verliert der Mann für immer die Fähigkeit, neu erworbene Erfahrungen zu speichern: Das Kurzzeitgedächtnis ist hin. Er fängt nun an, sich mit Notizen und Tätowierungen auf dem Laufenden zu halten, was den Stand seiner Ermittlungen angeht. Denn jeden Morgen, wenn er aufwacht, ist es wie ein neues Leben für ihn und die Suche nach dem Täter fällt wirklich schwer. Talk about determination!

Eine geniale Grundidee, sehr ambitioniert umgesetzt durch sich ergänzende Rückblenden in ana­chro­nis­tischer Reihenfolge. Leider etwas zu langsam und mit überraschendem wie verwirrendem Schluß. Sehr gut, doch eben zu lang.

guckte im Cinema, München

Felix Schweiger * 9.0

Back and Forth

Achtung. Hier ist ein Film der mitdenken verlangt. Es erfordert schon Hirn um die Fragmente der chronologischen Story (in Schwarz/Weiß) mit der Rückwärtigen zu verbinden. Spannend (auch wenn es oft schwer fällt zu prognostizieren (eigentlich zurückzuschauen)) und wieder mal was neues. Gut gespielt. Und ich würde gerne wissen wie es weitergeht...
Fazit: Superber Thriller zum mitdenken.

staunte im Cinema, München

Alan Smithee

Alzheimer Cluedo

Nach den saftigen Vorschusslorbeeren war die Erwartung natürlich groß... da wurde von einem unglaublich verschachtelten Plot geredet, der so clever inszeniert wurde, dass hier mit wenig Mitteln ein großartiger Thriller entstand - und tatsächlich ist allein die Idee, mit einer handvoll Schauspieler eine Kurzgeschichte in einen 2 Stunden-Marathon zu verwandeln, recht bemerkenswert! An diesem Film werden sich die Geister scheiden, was normalerweise ein Merkmal für einen Kultfilm ist. Es liegt aber auch nahe, dass die Faszination an MEMENTO hauptsächlich auf das Unvermögen des Zuschauers beruht einer Geschichte zu folgen, die nicht linear erzählt wird. Aber Halt! Natürlich ist das gewollt, denn als Zuschauer soll man die gleiche Verwirrung wie Leonard (Guy Pearce) erleben und den Film wohl auch zweimal sehen. Leider verliert dieses Spielchen etwas seinen Reiz, wenn man mit einem fast emotionslosen Guy Pearce zum 12ten mal diese Kurzepisoden des 'erinnern/vergessen'-Kreislaufs miterlebt. Da sind die tollen Auftritte von Joe Pantoliano ('Teddy' der Cop) eine willkommene Abwechslung.

Die dürftige Handlung (ein an Demenz Erkrankter sucht den Mörder seiner Frau) beruht tatsächlich auf einer Kurzgeschichte von Jonathan Nolan (Bruder vom Regisseur) und lässt sich gut in einem 80 Minuten Tatort verwursten. Das ist an sich kein Nachteil, allerdings ist man dann schon ein wenig enttäuscht, wenn die Essenz des Filmes sich auf die ewig langweilige Frage reduziert: Wer war der Mörder? Der einzige 'Twist' den ich MEMENTO abgewinnen konnte, ist die Tatsache das statistisch gesehen 10% der Zuschauer irgendwann selber an Alzheimer erkranken werden... und das ist wirklich erschreckend.

glotzte im Metropol, Stuttgart

Deutor * 9.5

Fantastisch

Nun, über Geschmack läßt sich bekanntlich nicht streiten, ich bin auch nicht der geborene Filmkritiker und dieses Jahr erst zum zweiten Mal auf dem FFF.
Aber: Dieser Thriller besticht durch eine tolle Grundidee und die konsequente Umsetzung dieser ist gut gelungen. Anfangs fällt es dem Zuschauer vielleicht schwer, den fragmenthaften Erinnerungspassagen zu folgen, aber wer sich darauf einläßt hat garantiert seinen Spaß an einem Puzzle, dessen unerwartete Lösung fast an Ideen wie die von Matrix heranreicht und rauchende Gehirne garantiert. Gute Unterhaltung!

war im Metropol, Stuttgart

Azrael * 8.0

overrated

ich will 'Memento' nicht schmaelern, das sieht man ja an meiner bewertung! dieser film ist ein echter knoten im hirn, sorgt gewaltig fuer gespraechsstoff hinterher und grosse gesichter waehrend er laeuft. die zwei entgegengesetzt verlaufenden handlungsstraenge und wendungen verlangen einem einiges ab und vor allem hab ich an mir beobachtet, dass ich mich hinterher selbst ziemlich verloren vorkam (vor allem aber hinterher in 'Atlantis'), als waere das ganze optisch ansteckend.
wenn man den kompletten brainwash aber dann mal wieder etwas unter kontrolle hat, koennen einem die schwaechen auffallen: jeder film, der eine verwirrende handlung hat, sollt diese dennoch jederzeit unter kontrolle haben. diese scheint mir aber ein wenig entglitten. ausserdem meine ich um ein paar ungereimtheiten zu wissen, die sich nur durch noch groessere ungereimtheiten in der plotlogik beiseite raeumen lassen.
ich denke, dass das einer der filme war, der vielen zu hoch, von diesen (die es nicht zugeben wollten) aber gerade deshalb ueberdurchschnittlich bewertet wurde.

fazit: gute, konsequent durchgefuehrte idee, total brainfuck, aber ein unvorstellbar unverdienter platz 13 in der alltimebestlist der imdb !

glotzte im Metropol, Stuttgart

Niki Wurster * 7.0

Aerobic fürs Gehirn oder Brainfuck?

Es fällt mir wirklich nicht leicht ein Review für MEMENTO zu schreiben, da ich jetzt noch Kopfschmerzen bekomme, wenn ich auch nur an den Film denke. Das ist jedoch nicht irgendein negativ gemeinter Spruch, sondern tatsächlich Fakt.

Ich stimme zu 100% mit meinem lieben Kumpel Azrael (ein Review über diesem) überein, schliesslich haben wir uns noch eine halbe Stunde nach dem Film den Kopf darüber zerbrochen, ob der Film nun Logikfehler hat oder uns nur etwas entgangen ist. In der Tat wurde klar, dass es extrem schwierig war, alle Details und den genauen Ablauf der Handlung nach dem Film zu rekonstruieren. Man fühlt sich ein wenig wie der Protagonist Leonard Shelby, der seit einem Unfall am Verlust seines Kurzzeitgedächtnises leidet. Das bedeutet, dass er sich an alles vor dem besagten Unfall erinnert, jedoch keinerlei neue Erinnerungen machen oder neue Fähigkeiten erlernen kann. Aus diesem Grund schiesst er Plaroids von Personen, Plätzen und Dingen, notiert sich Details und tätowiert sich wichtige Fakten direkt auf den Körper.

Der Film besteht aus zwei Erzählsträngen, einer in Farbe und einer in schwarz/weiss. Das besondere daran ist, dass der Film mit dem Anfang (schwarz/weiss) sowie dem Ende (farbig) beginnt und der farbige Handlungsstrang rückwärts abläuft, so dass sich beide dann in der Mitte treffen. Was wir sehen ist dann praktisch 5 Minute Farbe gefolgt von 5 Minuten Schwarz/Weiss und so weiter. Das hört sich jetzt furchtbar kompliziert an... ist es auch! Das Problem des Zuschauers ist es, sich im Gedächtnis zu bewahren, was beim farbigen Strang passiert ist, sich das dann während des darauffolgen schwarz/weissen Segments alles zu merken, um dann beim nächsten farbigen Teilstück anknüpfen zu können ohne etwas vergessen zu haben. Kein Film für laue Sonntagnachmittage...

Leonard Shelby versucht den Vergewaltiger und Mörder seiner Frau zu finden, der auch den Zustand seines Gehirns verursacht hat. Seine Krankheit macht ihn zur leichten Beute für jede Art von Hochstapler, da er innerhalb einer Zeitspanne von etwa 5 Minuten all das vergisst, was davor geschehen ist. Genau das ist unseres Erachtens nach ein schwerer Logikfehler. Wie kann es sein, dass er, wo er sich doch an nichts nach dem Unfall erinnern kann, weiss, dass er unter dieser Beinträchtigung leidet? Auch das müsste er immer wieder vergessen und dann wie vom Donner gerührt alle paar Minuten aufwachen ohne jegliche Erinnerung daran, was unmittelbar zuvor passierte und warum er sich nicht daran erinnern kann.

Zusätzlich dazu ist das Ende des Films viel zu konfus. Es ist nicht klar ersichtlich, was denn nun genau pasiert ist und das schadet MEMENTO gewaltig. MEMENTO bleibt dann auch nur ein interessantes Experiment, das den Zuschauer fordert wie kein anderer Film zuvor, aber zum Schluss keine befriedigende Aufkärung bieten kann. Ich kann mir darum auch nicht erklären, warum der MEMENTO so dermassen gehypet wurde. Der beste Film des Jahres ist er definitiv nicht, noch nicht einmal annährend. Vielleicht kommt ein so hohes Rating wie in der Internet Movie Database (momentan Top 250 #12!) deshalb zustande, weil die meisten Leute Angst davor haben, einem scheinbar so intelligenten Film eine schlechte Bewertung zu geben, da sie dann selber unintelligent wirken könnten.

Mir hat MEMENTO durchaus imponiert, aber ich komme einfach nicht mit den Logikfehlern zurecht. Wer weiss, vielleicht klärt sich das ja beim zweiten Anschauen...

goutierte im Metropol, Stuttgart

Kosmas * 9.0

"kennen wir uns?"

hi,
ich denke wenn man erstmal zurechtgekommen ist mit dem Erzählstil,der in der Gegenwart beginnt und mit 2 Vergangenheiten fortgesetzt wird,dann bekommt einen sehr guten Thriller geliefert.

Die erste Vergangehitsform zeigt immer die letzte Szene,ein Beispiel(nicht aus dem film): Ein mann sitzt im Aufzug und unterhält sich mit einer frau,danach sieht man den Mann und was er gemacht hat BEVOR er in den Aufzug ist(er war sagen wir mal in einem Cafe),danach sieht man den Mann beim Supermarkt(da war er bevor er im Cafe war) usw.

Die zweite Vergangenheitsform ist relativ fest.Sie zeigt einen bestimmten Abschnitt,davon immer mal wieder kurze Schnipsel...Dieses ist in einer anderen Farbe gedreht,ist fast wie schwarz/weiß....Sie trägt auch zum Verständinis der Story bei....

Trotzdem gebe ich zu,daß die eine oder andere Sache unklar geblieben ist.Die hoffentlich geklärt werden beim 2ten(oder dritten)anschauen.Die eine oder andere Sache konnte man vorhersehen,aber eben nun mal nicht alles...

Fazit: SEHR Empfehlenswert

war im Metropol, Stuttgart

D.S. S * 9.0

Dieser Review enthält SPOILER!

Believe the Hype.

Ein sensationeller Film. Nicht mehr und nicht weniger.
Dies wird ein kurzes Review, da Inhalt und Erzählweise von MEMENTO von meinen Vorgängern ja bereits ausführlich besprochen wurden.
Festzuhalten bleibt jedoch, daß mir kein anderer Film bekannt ist, der eben einen solchen Erzählstil (dischronologisch, in Versatzstücken, dazu noch in zwei verschiedenen Zeitebenen arbeitend) verwendet - was dafür sorgt, MEMENTO ein Gefühl der wirklichen Neuheit zu verleihen. Man hat das Gefühl, sowas einfach noch nicht gesehen zu haben. Allein das wäre schon ausreichend, um ihm eine hohe Wertung zu verleihen. Denn: wieviele Filme schaffen das heutzutage noch?

Wo wir schon dabei sind: wieviele Filme möchte man unbedingt noch einmal sehen - a) weil man nicht auf eine wirklich befriedigende Lösung der Geschichte kommt UND b) weil sie einem sehr gut gefallen haben?! Da fällt mir im Augenblick nur LOST HIGHWAY ein. Und ebenso, wie es bei diesem der Fall war, wird man auch bei MEMENTO vergeblich darauf hoffen, alle Knoten jemals völlig lösen zu können. Was aber NICHT mit Logikfehlern zu tun hat - es gibt keine. Ich werde hier nicht auf Details eingehen, schließlich erwartet der Genuß diesees Films noch ziemlich viele Leute. Nur soviel zu den von einigen meiner Vorgänger geäußerten Fragen, wie sich die Hauptfigur denn überhaupt an ihren Zustand erinnern könne: KONDITIONIERUNG, you remember? Und natürlich ist da auch die Tätowierung auf der linken Hand mehr als hilfreich ...
Die Geschichte bleibt schlichtweg offen, es GIBT keine Auflösung. Zumindest keine, derer man sich wirklich zu 100% sicher sein könnte, die andere Lösungen ausschließen würde.

Fazit: UNbedingt ansehen. Nicht betrunken sein - sonst hat man gar keine Chance. Nicht glauben, daß man mit dem Film locker klarkommen würde, wenn man sich erst mal an den Erzählstil gewöhnt hat. Das verhindert schon eine zentrale Figur, die ein notorischer Lügner ist: wie soll man wissen, welche der angenommenen Wahrheiten (die ja auch entscheidend auf ihren Aussagen gründend zunächst als Wahrheiten angenommen werden) nun wirklich Wahrheiten sind?? Das verhindern auch überraschende Twists in der zweiten Hälfte des Films, die das eigene Realitätsempfinden schwer erschüttern - weil man plötzlich anfängt, ALLES in Frage zu stellen. Und vor allen Dingen: nicht enttäuscht sein, wenn man hinterher mit einem böse nagenden Gefühl aus dem Kino kommt (und der folgende Film es einfach nicht mehr schafft, mit voller Konzentration verfolgt zu werden - man hängt noch zu sehr in MEMENTO).

Solch einen Film bekommt man wirklich nicht alle Tage zu sehen. Pflicht!!!!

guckte im Turm-Palast, Frankfurt

jens wittmann * 8.5

backFlash

Die Erzählstruktur ist genial und bisher einmalig.
Die Story schon fast im Stil der klassischen Tragödie.
Die "Schlusspointe" kommt nicht ganz so überraschend wie bei "6th Sense" oder "Fight Club", da der Zuschauer eingentlich von Anfang an drauf vorbereitet wird, dass nicht alles so ist wie es scheint.

Interessantes Projekt für alle, die sich den Film mal auf Video/DVD besorgen werden: so umschneiden, dass er den realen chronologischen Ablauf wiedergibt.
Der Film macht dann bestimmt nicht mehr so viel Spass, aber macht er dann noch Sinn ?

war im Residenz, Köln

Markus Rau

Den Film werde ich mir definitiv noch ein zweites Mal ansehen, nicht, weil die gesprochene Sprache so schwierig war, sondern weil der Film ausgesprochen viele Interpretationsmöglichkeiten zuließ! Ein Freund sagte nach der Vorstellung treffend, der Film sei "Brainfood", besser kann man es nicht ausdrücken! Ob das nun der beste Film aller Zeiten ist, wie von mehreren Leuten hier gepostet!? Meiner Meinung nach nicht, er ist gut, intellligent und man sieht ihn sich sicherlich ohne Reue ein 2. Mal an, ob´s zum absoluten Klassiker reicht kann ich erst nach dem 2. Ansehen entscheiden, ansehen sollte man ihn sich aber auf jeden Fall!

Uliasea * 9.5

Klar, einen Film in der persönlichen Highlight-Liste einzuordnen, wird wohl jedem schwerfallen, der in seinem Leben ein paar 100(1000?) Film der verschiedensten Genre gesehen hat. Deshalb gebe ich auf einen IMDB-Platz unter den Top 20 nix (wie soll man den "Paten" ernsthaft mit "Memento" vergleichen wollen). Aber unter dem eher mäßigen FFF-Programm 2001 war Memento auf jeden Fall herausragend und wird mir persönlich als einer der anspruchsvollsten Thriller der letzten Jahre im Gedächtnis bleiben. Ob der Film bis ins Letzte logisch war, ist mir schnuppe, oberflächlich gesehen war’s er auf jeden Fall.
Wenn jemand erleben möchte, wie man auf den ausgetretenen Pfaden des Thriler-Kinos des 21. Jahrhunderts noch unbegangene Seitenwege einschlagen kann, der MUSS sich diesen Film ansehen. Ihn verpaßt zu haben, heißt, nicht mitreden zu können. Und ihn nur einmal zu sehen, ist mindestens einmal zu wenig, dafür hat er einfach zu viele Wendungen. Möge er auch in den deutschen Mainstream-Kinos wenigstens ansatzweise den Kassen-Erfolg haben, den er verdient!

war im Residenz, Köln

Alan Smithee

I think so I am!

Ich weiß wer ich bin aber ich weiß nicht was ich vor fünf Minuten gedacht oder gesagt oder getan habe...
Gestern habe ich einen Kardinalfehler begangen und bin in Memento gegangen, obwohl ich kurz vorher etwa vier Tüten geraucht habe. Ich kannte den Film schon, aber wer kann von sich behaupten, ihn so gut zu kennen, das er nicht in breitem Zustand sich in dem Erinnerungsgeflecht verirren würde?! Als wir dann gegen Ende des Films noch eine Tüte anzündeten (der Film wurde in einem Hörsaal gezeigt), war ich genauso verplant wie der Protagonist und habe mir die ganze Zeit ins Handy getippt was gerade passiert ist um nicht den Anschluß zu verlieren. Was Christopher Nolan uns da kredenzt ist zwar realistischer bzw. realitätsnaher als die pure Verstörung, die ein Lynch verbreitet, aber der Neuroplexus in meiner Birne, den ich mir gestern eingefangen habe, war gewaltiger als nach "lost highway" und "Mulholland Drive" zusammen. Eine Reise in ein verletztes Gehirn, die packender kaum sein könnte! So etwas wird es wahrscheinlich nie wieder geben!

guckte im Residenz, Köln

Leimbacher-Mario * 10.0

Brainfuck der aufregendsten Sorte

Einmaliger Film. So etwas gab’s noch nie. Außergewöhnlich mutig & genial. Unwiederholbar & einzigartig. Wird nie wieder getoppt.

Alles Sätze, die in Verbindung zu Filmen fallen können. Zu Manchen passen sie mehr, zu Anderen weniger. Jedoch zu keinem so sehr, wie zu Christopher Nolans Neo-Noir "Memento", der auf ewig ein geheimes Meisterwerk bleiben wird.

In der komplex verschachtelt erzählten Geschichte geht es um einen Mann, der kein Kurzzeitgedächtnis besitzt & daher nie weiß was gerade als letztes passiert ist. Seine letzte richtige Erinnerung ist die, dass seine Frau von Einbrechern umgebracht wurde & er sich auf der Suche nach dem einen überlebenden Killer gemacht hat, um Rache zu nehmen. Nun erfahren wir als Zuschauer in einer teilweise rückwärts erzählten Geschichte, wie der arme, kranke Irre, immer wieder neuen Hinweisen nachgeht, um den Mörder seiner Frau & Vergeltung zu finden.

Jeder der den Film noch nicht kennt, merkt sofort: besser Inhaltsangaben meiden, Kritiken nur überfliegen. Denn es ist quasi unmöglich ohne zu spoilern, die kopfverdrehende Krimigeschichte anzuschneiden. Einfach selbst erleben & auf sich wirken lassen - man wird nie wieder der Alte sein & seine Sehgewohnheiten, Ansprüche an Filme ebenso wenig. "Memento" ist eigentlich noch immer Nolans Meisterwerk, was bei den Filmen, die da folgen sollten, ein doppelt so großes Lob ist. Ein Must-See für jeden & einer der besten Filme der letzten 20 Jahre.

Meine liebste Szene ist z. B., wenn unser Protagonist (& wir auch), mitten in einer Verfolgungsjagd sein Gedächtnis verliert & dann nicht mehr weiß, ob er nun verfolgt wird & ob er jemanden verfolgt. Witzig, intelligent & süchtig machend gut. Der komplizierte Film ist jedoch alles andere als eine Komödie, eher ein deprimierender Thriller, um eine verlorene Seele auf der Suche nach dem Sinn des Lebens. Außerdem ein Gedankenexperiment zum Thema Erinnerungen, Wahrheit, Verdrängung & Reflexion. Nach dem Film fühlt man sich durch den Mixer gedreht, sowohl emotional wie rational - und trotzdem glücklich, sicher etwas Einmaligem beigewohnt zu haben. Nichts ist vergleichbar mit dem Gefühl, das erste Mal "Memento" zu sehen. Was jedoch nichts von seiner Faszination, seinem Mysterium & Deutungsmöglichkeiten bei weiteren Durchgängen nimmt.

Fazit: Nolans schwer zu beschreibendes & nahezu unmöglich nicht zu spoilerndes Verwirrspiel. Der beste, cleverste & schlauste Noir der Geschichte - man wünscht, die Zeit liefe rückwärts oder man habe Alzheimer, sodass man dieses einmalige Rätsel immer wieder neu erfahren könnte. ;) Verkopft, nie überfordernd. Schlau, nie eingebildet. Komplex, nie unlogisch. Ein Kunststück in Sachen Geschichten erzählen.

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  • f3a.net: 9.1/10 56
© Fantasy FilmFest Archiv 2020-09-30 17:31

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