s Mirrors (2008) Review - Fantasy FilmFest Mobil
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Reviews Mirrors

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Reviewer

MiniMe69 S * 7.5

Dieser Review enthält SPOILER!

Vorne Hui, Hinten Pfui

Der neueste Film von Alexandre Aja -ein Remake des eher ruhigen aber sehr atmosphärischen Horrorfilms Into the Mirror (Korea 2003)- war nach den teilweise enthusiastischen Reviews aus dem Netz und der Sichtung des äußerst effektiven Trailers einer der Filme, auf die ich auf dem diesjährigen FFF sehr gespannt war.

Und zu Anfang wird der Film seinen Vorschusslorbeeren auch voll und ganz gerecht. Aja geht hier doch mit deutlich mehr Tempo als das Original an die Sache heran. Ich kann mich nicht erinnern, mich in letzter Zeit (außer vielleicht noch bei The Strangers) derart gegruselt zu haben. Aja schafft es hier auch dank des ziemlich genialen Production Designs (das alte Kaufhaus sieht großartig morbide und unheimlich aus - wer schon einmal Condemned am PC gespielt hat, weiß vielleicht, was ich meine), die Spannungsschraube mit Hilfe zahlreicher Schockeffekte im Minutentakt stetig nach oben zu drehen. Man ist hier eigentlich permanent in der Erwartung des nächsten Schocks, der dann auch zuverlässig kommt, aber nichtsdestotrotz (auch dank effektiven Einsatzes der Soundkulisse) heftig wirkt. Auch einige kurze, aber sehr hässliche Mordsequenzen tun ihr übriges, um die Aufmerksamkeit des Zuschauers durchgehend zu halten.

Leider setzt dann irgendwann die zweite Hälfte des Films ein, man könnte sagen, die große Erklärung für das Mysterium hinter den Spiegeln. Und diese Erklärung fällt dann so banal wie konventionell und leider in Teilen (vor allem im Showdown) vollkommen unlogisch aus. Hier bekommt man das Gefühl, dass das Drehbuch mit Gewalt irgendeine Auflösung der Vorgeschichte bieten musste, die dem Gesamten dann aber leider einen Großteil seiner zuvor mühsam aufgebauten Spannung nimmt.
Das Ende schließlich ist zwar vom Original übernommen worden, nur leider passt es in seiner Stimmung eben nur zur ersten Hälfte des Films, dank der zweiten Hälfte wirkt es vollkommen deplatziert (und unlogisch), es bleibt somit weit weniger wirkungsvoll als eben noch im koreanischen Original.

Auch die Besetzung der Hauptrolle mit Kiefer Sutherland (den ich persönlich eigentlich sehr gern sehe) empfand ich hier eher als zwiespältig, auch in diesem Falle vor allem infolge der zweiten Hälfte des Films... Nimmt man Sutherland am Anfang des Films den traumatisierten Ex-Bullen noch ab, mutiert er ab der zweiten Hälfte eben doch wieder zu Jack Bauer, der mit Knarre im Anschlag und markigen Sprüchen die Bösewichter jagt...

Alles in allem ein zu Beginn äußerst spannender, überdurchschnittlicher Schocker, der aber leider durch eine ziemlich misslungene zweite Hälfte wieder in den Durchschnitt heruntergezogen wird.

Da die erste Hälfte des Films jedoch wirklich sehr effektiv war (siehe Einleitung) und man sich doch trotz aller Defizite bis zum Schluss gut unterhalten hat vergebe ich hier noch 7,5 Punkte.

goutierte im Cinemaxx 7, Berlin

FFFler * 8.0

Objects in the Mirror are closer than they appear

Es gibt doch noch US-Remakes, die ihr asiatisches Original übertreffen... gut, Alexandre Ajas Neuinterpretation hat außer der Grundidee nicht sonderlich viel mit seinem Vorbild gemein, aber dennoch sollte es mal erwähnt werden. Mirrors ist an sich ein sehr spannender Gruselstreifen mit ein paar wirklich guten Schockern, ein paar sehr netten Kills ... ich sag nur Badewanne und gleichzeitig dazu auch never ever uncut in Deutschland ... und eine gerade für das Genre überraschend stimmige Story mit einem, wie ich finde, ebenso guten Ende. Kiefer Sutherland gefällt zudem in seiner Hauptrolle, auch wenn er ab und an in seinen Jack Bauer-Modus verfällt (You don't want me to torture you), Paula Patton ist wie immer ein Schnuckel und auch sonst gibt's an sich wenig bis gar nichts zu kritisieren.

guckte im Cinecitta' 3, Nürnberg

Timo * 6.0

He's got the look

Nicht so schlecht, wie ich es erwartet hatte. Aber: Alexandre Aja nähert sich weiter dem Mainstream an. Deshalb ist MIRRORS rein von der Erzählung her auch ziemlich Flasche leer. Trotzdem weiß Aja das Ganze optisch weitestgehend ansprechend zu verpacken. MIRRORS ist rasant und spannend, obwohl das Original nicht wirklich viel hergibt, außer ein interessantes Ende, welches Aja lediglich kopiert und nicht neu arrangiert, wie Sean Ellis es in THE BRØKEN tut. Dies spricht ebenfalls für Ajas Inszenierungsstil. Dass die CGI-Effekte stellenweise einen unfreiwillig komischen Ton treffen, tut der Spannung stellenweise leichte Abbrüche. Ob es für Herrn Aja auch in Zukunft ausreicht, eine glatte Materie an der Oberfläche aufzurauen, wird sich zeigen.

war im Metropolis 3, Frankfurt

D.S. * 5.0

Scherben bringen Unglück...

...ist natürlich ein naheliegender Titel für ein Review zu einem Film, der sich um aus Spiegeln kommenden Horror dreht. Daneben ist es aber auch mein unfrommer Wunsch für die Zukunft von Alexandre Aja und allen sonstigen Verantwortlichen für dieses miese, kraftlose, überflüssige Schema-F-Remake eines selbst schon nicht besonders aufregenden koreanischen Films.

Das Kino war sehr gut gefüllt, darunter eine deutlich größere Zahl an "normalen" Kinogängern als sonst beim Festival üblich. Möglich, dass sie vom Namen Kiefer Sutherland angezogen wurden oder von der schon angelaufenen Vermarktungsmaschinerie für den regulären deutschen Kinostart des Films am 30.10. - wie auch immer, sie waren genau das richtige Publikum für einen weiteren Hollywood-Horrorstreifen von der Stange, der in jeder Hinsicht auf Nummer sicher geht, kaum ein Klischee auslässt, sogar eine gewisse Zahl an Peinlichkeiten aufweisen kann und streckenweise zum echten Ärgernis wird. Aber dafür ein paar wenige funktionierende Schockmomente, eine etwas blutigere Szene,
hervorragendes Setdesign und generell hohe Production Values sowie eine routinierte Narration besitzt. Der also sämtliche Mainstream-Erwartungen in Perfektion bedient und deshalb ziemlich sicher bei vielen Zuschauern scoren dürfte.

Für viele Festivalbesucher kann er hingegen eine ziemliche Enttäuschung darstellen, für mich tat er es jedenfalls. Und hier nicht einmal nur, wenn man ihn mit dem Original vergleicht, im Gegensatz etwa zu "The Strangers" (ok, der ist kein wirkliches Remake, aber trotzdem). Nein, "Mirrors" versagt in weiten Teilen auch ganz für sich allein betrachtet. Denn er ist so unglaublich vorhersehbar und mit allen scheinbaren Pflichtbestandteilen amerikanischer Massenfilme gefüllt, von nervigen Ehestreitigkeiten über die x-fache Versicherung, dass die Familie das Wichtigste überhaupt darstellt bis hin zur Entwicklung der Charaktere...

...die aber hier in einem entscheidenden Punkt nicht mal funktioniert und schon zu einer der Peinlichkeiten von "Mirrors" hinführt: ich schätze Kiefer Sutherland sehr. Aber er ist mittlerweile offensichtlich wirklich in "24" hineingewachsen. Jedenfalls tritt er in einigen Szenen des Films so extrem wie "Jack Bauer" auf, dass das Kino aus dem Lachen kaum mehr herauskam. Aber selbst, wer die Serie nicht kennt, wird feststellen, dass einige Verhaltensweisen bzw. vor allem Ausrufe unseres Helden im Rahmen DIESER Story deutlich übertrieben wirkten. Für Fans der Serie aber gibt es noch ein weiteres Problem: seine Figur soll im ersten Drittel des Films wachsende Irritation, Zweifel am eigenen Geisteszustand und dann sogar Panik vermitteln. Das kann man diesem Darsteller nach sechs Staffeln "24" aber tatsächlich nur noch ganz schwer abnehmen. Dass alle Zweifel und Ängste seiner Figur ab spätestens der Hälfte des Films wie weggeblasen sind und er nur noch zielstrebig, kämpferisch unterwegs ist, macht das Ganze in Sachen Glaubwürdigkeit nicht besser.

Und das ist fatal, denn die Story handelt schließlich - wie das bei Geisterfilmen nun mal so ist - vom immer massiveren Auftreten übersinnlicher, hier sehr unfreundlicher Phänomene in der normalen Welt; von einer Vermischung aus scheinbarer Halluzination und Realität, vom Wegziehen des Bodens der Naturgesetze und dem Kampf gegen das Irrationale. Ein ganz offensichtlich mit beiden Beinen in der Vernunftwelt stehender Charakter könnte dem Drama dabei zwar theoretisch einiges an Tiefe verleihen: wenn seine innere Auseinandersetzung mit seinem eigenen Glauben und Wissen thematisiert würde, seine schließliche, widerstrebende Akzeptanz des Übersinnlichen. Unser Protagonist aber hinterfragt seinen Geisteszustand nicht weiter, sondern nimmt die Geisterbedrohung bald einfach hin und geht dann entschlossen gegen sie vor.

Das ist nun nichts Ungewöhnliches für diese Sorte Film, man kann "Mirrors" daraus keinen Vorwurf machen - aber er ist ja auch kein wirklich schlechtes Werk, er ist nur eben bis ins Detail genau das: nichts Ungewöhnliches. Was leider auch heißt: es gibt gerade im Mittelteil diverse Längen; es gibt Sprüche, die man schon 100 Mal gehört hat; die Story kommt oftmals überhaupt nicht auf den Punkt - interessanterweise genau in denjenigen Aspekten, die ihr gegenüber dem Original hinzugefügt wurden.

Von Herrn Aja ist man einfach viel mehr Tempo und Konsequenz gewöhnt, nicht eine solche Beliebigkeit - und dermaßen peinliche CGI-Effekte schon gar nicht: die Flammen in einer der ersten Szenen wirken zum Beispiel erschreckend billig. Storyaufbau und -auflösung sind routiniert, aber eben mittlerweile altbekannt. Und ganz ähnlich wie beim "Ring"-Remake wird auch hier eine düstere Atmosphäre gegen knallige Schocks eingelöst. Und eine eigentlich mysteriöse Grundidee wird nicht nur bis ins Letzte aufgeklärt, sondern auch noch um überflüssigen, von ihrem Kern fast ablenkenden Brimborium aufgeblasen.

Typisch Hollywood: niemals absolut auf die Wirkung einer Idee vertrauen, immer zu 100% das liefern, das bei der größten Zahl Menschen funktioniert. Sie also etwa mit jeder Menge technischer Hilfsmittel "unterstützen" - und sie damit extrem verwässern. Subtilität in Lautstärke begraben. Und dabei genau das beschädigen, was ein Filmerlebnis eigentlich ausmacht: Zwischentöne. Die individuelle Interpretation eines Stoffes. Knapp gesagt: die Phantasie.

Ok, das sind reichlich große Töne und harte Worte. In gewisser Hinsicht ist "Mirrors" für mich halt nur noch ärgerlich. Aber "objektiv" betrachtet, sind 5 Punkte allemal drin. Kann man also sehen, muss man aber nicht. Wieder einmal.

guckte im Metropolis 3, Frankfurt

Michaela * 9.0

Spieglein, Spieglein an der Wand

Meine Herren, der Film hat's in sich. Bin ja teilweise ziemlich heftig erschrocken, was durchaus auch an der Musik lag. Kiefer Sutherland gewohnt routiniert als Ex-Cop mit Alkohol- und Eheproblemen. Leider ist diese Zeichnung mal wieder das typische Klischee. Gibt es denn keinen glücklich verheirateten Cop ohne irgendwelche Ehe- oder Alkoholprobleme? Der Film ist durchaus spannend, hat auch nette Effekte. Nur die Auflösung fand ich jetzt etwas merkwürdig. Hab's aber eventuell vor lauter Schreck auch nicht richtig mitgekriegt. Tja, und die Verspiegelung im cinema erhält plötzlich eine ganz andere Bedeutung. Mein Angstfilm des Festivals - hinterher folgte zur Entspannung und zum Nachhausetrauen "Jack Brooks - Monsterslayer".

war im Cinema, München

Frank S * 7.0

Dieser Review enthält SPOILER!

Spaßiger Spiegel Spuk

Wieder einmal ist Kiefer Sutherland als Einzelgänger unterwegs.

Als Ex-Cop hat er einen Job als Nachtwächter in einem abgebranntem Kaufhaus angenommen. Sehr schnell muss er feststellen, das dort ein böser Geist sein Unwesen treibt...

Das Set Design ist klasse, denn für Mirrors wurde ein Hauptschauplatz ausgesucht, der wirklich sehr gut zur Story passt. Das Gebäude ist groß und so imposant-erhaben wie düster und bedrohlich, am Tage wie bei Nacht.

Mirrors ist gruselig und fies. Und wenn Kiefer Sutherland als Ben Carson anfängt, die Spiegel zu streichen, wird es sogar richtig komisch.
Das Ableben einer Figur hatte es ziemlich in sich und war offensichtlich ungekürzt - ein Umstand, der mich doch ein wenig erstaunt hat.

Ja, es gibt Dinge, die an Mirrors stören. Dass er das Rad nicht neu erfindet kann ich noch gut verschmerzen. Störender fand ich schon, dass wieder einmal auf die altbewährte Nebengeschichte zurückgegriffen wurde, um ein Bild der Hauptfigur zu skizzieren.
Ex-Cop mit Alkohol- und Eheproblemen, nachdem er jemanden erschossen hat - Puuh, da wäre mehr Fantasie drin gewesen.
Ein paar Ungereimtheiten finden sich dann auch in der Story, wenn es an zwei Fronten gleichzeitig spukt ...
Ein bisschen strange ist außerdem die Tatsache, dass Ben von Beginn an so gar kein Problem damit hat, es hier mit einem Geist zu tun zu haben, geschweige denn sich fragt, ob mit ihm etwas nicht stimmt. Das kann man dem Film wirklich ankreiden. Seine Schwächen liegen eindeutig im Script.

Fazit

Lassen wir die Remake- und Jack Bauer-Problematik mal beiseite; Mirrors ist eine gelungene und spannend inszenierte Geistergeschichte, obendrein mit einem ziemlich coolen Ende, welches noch einmal den Gänsehautfaktor erhöht und nach "to be continued" schreit.
Ich bin mir sicher, dass einige Besucher dieses Films die nächsten drei Tage mit etwas anderem Gefühl in den Spiegel schauen werden.

66 Bewertungen auf f3a.net

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Bewertungen

Mirrors
  • Score [BETA]: 73
  • f3a.net: 6.4/10 66
  • IMDb: 8.1/10
Bewertungen von IMDb werden zuletzt vor dem Festival aktualisiert, falls verfügbar!
© Fantasy FilmFest Archiv 2020-01-24 16:03

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