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Review Der Pakt der Wölfe

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Mittelalterliches Kullissen-Festival
von Horowitz

Schon einige Jahre auf dem Buckel, bin auch ich nun endlich in den Genuss gekommen, dem Pakt der Wölfe meine Aufmerksamkeit zu schenken.
An sich reizte mich im Voraus nicht sehr viel an dem Film, da Crying Freeman bereits eher meine Schlafambitionen unterstrich und ich bei diesem Schinken ähnliches erwartete.
Doch im Großen und Ganzen musste ich meine Meinung revidieren, so ein visuelles Fest habe ich nicht erwartet. Auch die Geschichte geht später weiter, als von reinen Monster-jagen-und-metzeln Filmen gewohnt.
Die Erzählweise, bzw. die Schnitte sind so geschickt angesetzt, dass kaum langatmige Szenen zu verzeichnen sind. Einige werden das als MTV-Movie-Unart ansehen und entsprechend verteufeln, aber so weit und schlimm ist es beim Pakt der Wölfe bei weitem nicht gekommen. Ganz im Gegenteil erreicht der Film dadurch eine ganz eigene Aura, da er niemals um den Brei herum redet, sondern stehts die Geschichte voran treibt und Geschehnisse zeigt, die immer von Bedeutung sind, oder bedeutsam werden.
Die visuelle Kraft des Filmes ist wie schon erwähnt extrem beeindruckend.
Die gotischen, adligen, barocken Gebäude, Innenarchitekturen und Naturaufnahmen sind schlichtweg atemberaubend. Ähnliche stillvolle Sets aus mittelalterlicher Zeit habe ich bisher in keinem anderen Film wahrgenommen.
Die Herr der Ringe Sets wirken dagegen wie niveaulos animierte Kindergeburtstage.
Ebenso sind die Masken, Kleidungen und gewählten Charakter-Ausstattungen sehr stilvoll.
Ich hatte ja einen visuell ansprechenden Film erwartet, aber hier wurden noch einige Stufen drauf gesetzt.
Kritisch betrachtet muss man allerdings die Schauspieler zum Teil heftig tadeln. Nicht, dass die Charaktere schlecht gespielt werden, aber hier wird zum Teil so sehr in die Klischee-Kiste gegriffen, dass die Ernsthaftigkeit des Filmes darunter sehr stark in Mitleidenschaft gezogen wird. Insgesamt ist ein leichter Ironie-Touch nicht zu verleugnen, was dem Schrecken im Walde jedoch nicht unbedingt dienlich ist. Dies entzieht dem Film zwar ein Teil seiner Intensität, kann aber seine eigentliche Klasse nicht entstellen.
Letztlich bleibt ein visuell ungemein ansprechendes Werk, mit einer annehmbaren Story und willkommener, epischer Überlänge.

48 Bewertungen auf f3a.net

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Bewertungen

Der Pakt der Wölfe
  • f3a.net: 7.4/10 48
© Fantasy FilmFest Archiv 2020-01-22 00:01

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