s Der Pakt der Wölfe (2001) Review - Fantasy FilmFest Mobil
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Reviews Der Pakt der Wölfe

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Reviewer

Felix Schweiger * 9.0

Feiner FIlm

Das Cinema ist zum Bersten voll, die Luft stickig un der Film Lang (2h20). Und Trotzdem kommt keine Langeweile auf. Gans Bilder fesseln, die Geschichte interessiert und die Schauspieler wirken großteils glaubwürdig. Eine Mischung aus Sleepy Hollow, Der Geist und die Dunkelheit und Gefährlichen Liebschaften wird Serviert, und sie Mundet. Hie und da etwas lang, aber nie völlig unlogisch (jawohl mitraten ist möglich), wird man die ganze Zeit gut Unterhalten.
Fazit:
Gelungene Eröffnung des Filmfestes. Wenn möglich ansehen.

verweste im Cinema, München

Julian Reischl

Der diesjährige Eröffnungsfilm des FFF, Der Pakt der Wölfe, zeichnet
sich durch seine epische Länge ebenso aus wie durch seine stets aufs
neue verwundernde wie bezaubernde Erzählung.

Die Handlung scheint schlicht: Ein Monster unbekannter Bauart treibt
sein Unwesen in einem französischen Landbezirk des Jahres 1764. (war es
1764? ich glaube). Zwei seltsame Gestalten tauchen auf, um der Sache
nachzugehen und es nötigenfalls zu erlegen. Der eine ist Biologe und an
der Natur interessiert, der andere bleibt zunächst mystisch. (und ich
verrate nicht mehr) Nach und nach decken sie seltsame und streckenweise
verwirrende Umstände auf, die schließlich dem Film eine komplette Wende
geben.

Mein Eindruck: Wunderschön komponierte Bilder, die an "Der mit dem Wolf
tanzt" erinnern, ebenso die Musik und die Entwicklung der Hauptpersonen.
Alles in allem ein absolut lohnenswerter Film, dessen vielschichtige
Aussage in allerlei Richtungen gedeutet werden kann und zu heißen
Diskussionen anregt. Ein wenig Grundwissen über die französische
Geschichte ist von Vorteil. Der Film ist deutlich tiefgäniger als "Der
Mann in der Eisernen Maske" (wegen Frankreich zu dieser Zeit), bewegend
wie "Der mit dem Wolf tanzt", nicht so ergreifend wie der
"Elefantenmensch" und nicht ganz so spannend wie "Das Relikt", eher so
wie "Der Geist und die Dunkelheit". Witz: Nein, Charme ein ganz klein
bißchen wie "Highlander".

Gefühl, mit dem man aus dem Film rausgeht: den Tränen nahe, aber sich
dessen bewußt, daß es kaum anders hätte kommen können.

PS: Ein Tip: Erst spät anfangen, was zu trinken. Besser gar nichts essen
(nicht wegen gore, sondern weil's nicht paßt)

saß im Cinema, München

Niki Wurster * 5.0

Poisson sans Boisson, c'est Poison

Die Hoffnung war gross, doch wieder einmal wurde ein potentiell guter Film durch unangebrachte Over-ambition zum annehmbaren Mittelmass verdammt.

DER PAKT DER WÖLFE glänzt vor allem durch sein atemberaubendes Set Design und die stimmungsvollen Locations an denen dieser französische Fantasy/Martial Arts/Horror Cocktail entstand. Allerdings leidet der Film immens an dem immer wiederkehrenden "Michael-Bay-Syndrom" (an dem leider auch Tsui Hark schon seit einigen Jahren kränkelt). Hierbei handelt es sich um den Versuch, nicht vorhandene Action Choreografie und das kämpferisch-körperliche Untalent der Akteure durch das schnelle hin-und-her-schneiden zwischen unzähligen Closeups zu kaschieren und beim Publikum den Eindruck von schnellen, harten und vor allem energiegeladenen Action Szenarien zu hinterlassen. Dazu noch ein aggressives (und zugegebenermassen, exzellentes) Sound Design sowie der Einsatz von Zeitlupe und schon ist die matrixsche Über-Action-Sequenz im Kasten. Was beim ersten Schlagabtausch noch originell erscheint, wirkt spätestens beim dritten Fight nur noch nervtötend, wenn man als Zuschauer nunmehr völlig orientierungslos auf die Leinwand starrt und nicht mal mehr einen Gedanken daran verschwenden möchte, wer denn nun gerade durch die Gegend fliegt und wie zum Teufel es denn überhaupt dazu kam.

Ein weiteres Problem des Films ist die scheinbar endlose Laufzeit von 2 1/2 Stunden. Ich persönlich habe nichts gegen epische Stoffe, sofern die Minuten auch wirklich dazu genutzt werden die Geschichte und Charaktere sinnvoll voranzutreiben. Dies geschieht bei DER PAKTE DER WÖLFE leider nicht. Stattdessen segnet uns Christophe Gans mit völlig nutzlosen Subplots, wie beispielsweise die Liebesbeziehung zwischen Fronsac und Marianne oder die ständig wieder auftauchende epileptische Zigeunerin, die zwar ein heisser Feger ist, deren Leben aber trotzdem viel zu oft verschont wird. Manchmal wäre weniger eben mehr.

Dieses neue Werk von Christophe Gans beweist wiedereinmal, dass der Mann nur sehr bedingt das Zeug zum Regisseur hat. Zwar hat der Gute ein äusserst scharfes Auge für visuelle Gaumenfreuden, versteht jedoch nichts von Struktur und Schnitt. Das hat sich auch schon bei CRYING FREEMAN und NECRONOMICON gezeigt, in dem Gans' Episode bei weitem die schwächste, aber visuell definitiv die beeindruckendste ist.

Was bleibt ist nur ein weiterer europäischer Film, der sich vom modernen US Kino hat beeinflussen lassen und an den Schwächen seiner Vorbilder zugrunde geht.

Schade, hätte sich Gans der 30 Minuten bemühter, völlig überflüssiger Handlungsstränge entledigt, seinen Darstellern einen Intensivkurs in fernöstlichen Kampfsportarten spendiert (wie es Quentin Tarantino für seinen neuen Rape'n Revenge Streifen mit Uma Thurman getan hat) und es sich dadurch leisten können die Kamera ab-und-zu etwas weiter vom Körper der Akteure zu entfernen, wäre DER PAKT DER WÖLFE ein wirklich schöner, packender, wenn auch nicht besonders origineller Film geworden.

guckte im Metropol, Stuttgart

Alan Smithee S * 8.5

Dieser Review enthält SPOILER!

vielleicht ist der Mani ja gar nicht tot?

Alles in allem Balsam fuer die Augen und Nahrung (Popcorn mit Eingeweiden) fuer die Magengrube.

Allerdings krankt dieser leicht epische Kostuemfilm im Zeichen von 'Sleepy Hollow'/'Matrix' in der Tat daran (siehe auch Vorredner), dass z.B.
- der wackere Mohikaner Mani mit seinem Stoeckle dermassen dreinhaut, dass die verdutzten aber nimmermueden Zigeuner mit den Wolferine-Applikationen meterweit durch die Luefte fliegen und bei ihrem Aufprall auf das harte Moos beinahe mein Trommelfell platzt,
was insofern stoert, als Jet Li und die mit ihm auf der selben strassenseite gehen duerfen, bei den Kampfszenen hoechstens durch die verwirrenden Cuts zu etwas Aufmerksamkeit genoetigt werden duerften;
- die augenscheinlich sprachunbegabte, interessanterweise (1x) zu epileptischen Anfaellen neigende Zigeunerschlampe ohne jeden Sinn durch den Plot torkelt, nur um endlich Manis Tod zu verursachen;
- dass der inzestgeile boese Bruder seinen gesunden Arm mit der peinlichen(???) Loewenbissnarbe an die Seite bindet und sich zur Selbstgeisselung auch nicht mehr die Fingernaegel schneidet;
- dass der gesamte Adel einer ganzen Gegend es fuer aeusserst sinnvoll befindet, die gesamte baeuerliche Bevoelkerung (von der sie leben) dahinzuraffen und auch mal die eigene Tochter zu vergiften, um fuer die Wiederauffrischung der lustigen Weisen des alten Testaments zu kaempfen.

Aber: alles in allem ein wunderschoener Film, der Spass und Grusel bringt. Jederzeit anschauen!
(habe hoffentlich nicht zu viel verraten)

goutierte im Metropol, Stuttgart

D.S. * 7.0

Zwischen Albernheit und Faszination

Hmmm... zwiespältig!!
Einerseits hinterläßt einen dieser Film definitiv mit weitaufgerissenen Mündern und Augen: wegen seiner schieren visuellen Kraft. Ohne zu übertreiben - jede Sekunde ist ein einziger Genuß für das ästhetische Empfinden und für alle Sinne. Was Gans schon in "Crying Freeman" andeutete, hat er hier zur Perfektion gebracht.

Auch die Story ist durchaus interessant und weitgehend originell, und sie wird unterhaltsam bis fesselnd übermittelt - ich zumindest hatte keine großen Probleme mit der langen Spielzeit (die mich Begleitenden allerdings schon).

Was ist dann das Problem? Wahrscheinlich vor allem, daß sich "Der Pakt der Wölfe" unendlich ernst nimmt, dabei aber einige eher mal peinliche Figuren, Dialoge, Verhaltensweisen enthält. Wirklich: mehrmals wird hier die Grenze zum unfreiwilligen Humor überschritten. Und Mani, der mysteriöse indianische Begleiter der Hauptfigur, weist einen pathetischen Macho-Grad auf, den ich seit den 80ern für überwunden hielt. Und eine ganz bestimmte, durchaus zentrale Figur des Films ... ist leider nur albern bzw. lächerlich, obwohl sie wohl das genaue Gegenteil sein soll.

Ein paar Logikböcke sind, wie von einem anderen Reviewer bereits erwähnt, auch noch vorhanden - ihr Schaden hält sich allerdings in Grenzen. Nein, schlimmer finde ich den merkwürdigen Kontrast von wirklich erstklassiger Kameraarbeit (und genauso großartigem Sounddesign) und teilweise tatsächlich B-Movie-Ebene erreichender Charakterzeichnung und ebensolcher Narration.

Das soll nicht heißen, daß der Film nicht beeindruckend wäre. Genau das IST er nämlich - vor allem, wenn man sich vor Augen ruft, daß das KEIN dicker Hollywood-Streifen ist (und ihn mal mit ähnlich ambitionierten deutschen Filmen vergleicht!). Unterhaltsam ist er auch, zweifellos.

Aber von der Weltklasse leider doch ein ganzes Stück entfernt.

P.S.: Das Ende ist dann wirklich Geschmackssache ... ich fand es doch irgendwie berührend ;-)

Dominic

guckte im Turm-Palast, Frankfurt

Alan Smithee * 9.0

Empfehlenswert

Was soll ich noch sagen??
Die Kamera und Atmosphäre des Films ist grandios, die Actionszenen rasant geschnitten, die Darsteller gut. Die Handlung hinkt ein wenig hinterher und ist einfach zu langatmig, was den einzigen Schwachpunkt des Films ausmacht: die Länge. Weniger wäre hier mehr gewesen!

Trotzdem ein Highlight!


war im Turm-Palast, Frankfurt

Markus Rau

Nach der wie immer symphatischen Eröffnungsrede von Matthias, (selbst Rainer
war relativ locker, ob es wohl so bleibt!?) begann "Le Pacte des Loups", ein
Film, der seinem Status Eröffnungsfilm durchaus gerecht wurde. Fantastische
Bilder, Masken & Kostüme, sehr gute Schauspieler und eine packende Handlung
garantierten einen hochklassigen Kinoabend. Vor allem der Hauptdarsteller
Samuel le Bihan, mir bislang unbekannt, verdient besondere Beachtung, er
hauchte seiner Figur ungeheures Leben ein, man nahm ihm sowohl den
Schwerenöter mit viel Charme als auch den harten Jungen auf dem Kriegspfad
absolut ab, RESPEKT!!! Ansonsten gab es relativ gute SFX, eventuell hätte
man den Film um rund zwanzig Minuten kürzen können, um dem Erzählfluß etwas
mehr Drive zu geben, aber dennoch wie gesagt ein absolut sehenswerter Film,
der hoffentlich in Deutschland noch seinen verdienten Kinostart bekommt.

MaxPayne * 6.0

Sleepy Hollow auf französisch

Ich bin ziemlich enttäuscht aus der Opening Gala gegangen. Besonders nach den sehr positiven Stimmen aus München.
Damit schließe ich mich dem Kommentar von Niki Wurster voll an. Gebe allerdings einen vollen Bonus-Punkt für das aufwendige Kostüm- und Set-Design.
Aber von den Martial Arts-Szenen hatte ich mir wirklich mehr erhofft. Da hat Niki absolut recht. "Matrix" und "Tiger&Dragon" sind hier aktuell die klare Referenz.
Warum aber Julian Reischl meint, vor dem Film nichts zu trinken und zu essen, verstehe ich überhaupt nicht. Vor lauter Gähnen (ernsthaft!) während der Vorstellung blieb mir nichts anderes übrig, als das mitgebrachte Brötchen zu verzehren, weil meine Sinne eben nicht vor lauter Spannung vom Film ergriffen waren und der Hunger sich dafür meldete.
Der Alan Smithee scheint ja der Oberfreak zu sein. Oder ist der vom Verleih gekauft und glaubt, niemandem würde es auffallen, wenn man gleich dreimal den Film in den Himmel hypt? Oder ist alles nur ein großer Zufall? Steckt hier vielleicht zum Jubiläum des FFF ein zu enträtselndes Mysterium dahinter?

saß im Turm-Palast, Frankfurt

jens wittmann S * 7.0

Dieser Review enthält SPOILER!

Zuviel des Guten

Ein würdiger Eröffnungsfilm.
Phantastischer geht es kaum noch. Hier wurde alles reingepackt, was sich das Herz des FFF Besuchers wünschen kann:
Frankreich. 18. Jhd. Schöne Kostüme. Dichte, unheimliche Wälder im Herbst, im Winter und wieder im Herbst. Gutaussehende, gebildete, intelligente und naturverbundene Helden, die nebenberuflich noch Martial-Arts Meister sind.
Böse Frauen. Nette Frauen. Nackte Frauen. Politik. Kirche. Intrigen. Sex. Verrat. Mord. Vergewaltigung. Inzest. Rache. Romantik. Witz. Ed Geins Wohnzimmer. Regen und Schnee.
Böses Monster, das Böse-Monster-Geräusche macht. Anschliessend predator-mäßige Böse-Monster-Jagd.
Super-Ober-Bösewicht inkl. werkseitig mitgelieferter Super-Ober-Bösewicht-Superwaffe "made in HongKong".

Jetzt mal ohne Sarkasmus:
Trotz kleiner Längen ist der Film unterhaltsam, schön photographiert und die Action Sequenzen sind rasant umgesetzt und sehenswert - teilweise allerdings überflüssig und auf Dauer sich selbst wiederholend.
Aber leider war es das auch schon. Das ganze wirkt oft hahnebüchen und die Überraschungen sind vorhersehbar oder unglaublich bis unglaubhaft.
Unter-haltung mit kurzer Halbwertzeit, die nicht lange
vor-hält.
Beim nächsten FFF wird dieser Streifen vergessen sein.

saß im Residenz, Köln

FunkDogg S * 2.0

Dieser Review enthält SPOILER!

Enttäuschend

Mir ist klar, dass ich mit meiner Kritik ziemlich allein auf weiter Flur stehe, aber ich halte "Der Pakt der Wölfe" zusammen mit dem neuen Argento für die größte Enttäuschung des Festivals. Mit 140 Minuten ist dieser Film einfach viel zu lang. Anstatt einen einfachen Monsterfilm zu drehen, hat Gans hier versucht auch den letzten Zuschauer noch zufrieden zu stellen. So fehlt diesem Film der rote Faden und vor allem...der Rhythmus. Nach furiosem Auftakt kehrt eine 60minütige Pause ein, in der alle möglichen subplots eingeflochten werden, die weder irgendeinen Sinn ergeben, noch den Film auch nur irgendwie nach vorne bringen. Nachdem man diese gähnend lngweilige Stunde voller Dialoge und Füllszenen überstanden hat, und es so scheint, als erwarte einen nun der Showdown, bremst Gans erst mal wieder ab und baut einige weitere Dialoge ein, die in ihrer Banalität nicht auszuhalten sind. Hallo, in einem Monster-Film will ich auch ein Monster sehen!!! Der Fairness halber muss man sagen, dass die Action-Sequenzen wirklich schön sind, aber sie sind viel zu sparsam um die Trägheit der Story irgendwie aufzufangen. Das Happy-End setzt dem ganzen dann noch die Krone auf. Ein wirklich ärgerlicher Film aus dem man viel mehr hätte machen können, hätte man sich ein bisschen auf das wesentliche beschränkt.

glotzte im Residenz, Köln

Roughale S * 8.5

Dieser Review enthält SPOILER!

Opening Night

This is always a very crucial point at every year's FFF, the opening of the long expected festival. And this one was a really good one, it combined all segments that would reapper in the films of the festival (quoting the intro from the FFF crew here). We got Martial Arts fighting, we got blood, we got spooks and shocks and...well, we got bad effects. If the monster had only been shown in the dark instead of the badly computer annimated teletubby (I agree, that's a bit too much ;-)) this would have the best chances to get a real top spot in the genre charts, so it still stands as a good picture, but not as masterpiece for me...

Krinda * 9.5

Coming to U.S.A.! HOORAY!

I was fortunate enough to see this MARVELOUS movie at a private screening, here in the United States, and still in French. Just WONDERFUL!

I was really taken with the Director of Photography's splendid work, and the editor did a phenomenal job of piecing together everything so beautifully.

The scenery is divine, and the storyline (although scary, and sometimes violent) is incredible.

But it's the actors and the director (THE Christophe Gans) who pull this into something truly worth seeing. The fight scenes with "Mani" (played by Mark Dacascos) are stunning, and even as a non-martial artist, I was knocked out by the "choreography" this character provided.

This movie is truly worth seeing, in ANY language!

Spike * 10.0

Besser als "Der Herr der Ringe"

Ich weis, das diese Überschrift provoziert und viele sicher nicht meiner Meinung sind.
Vielleicht liegt es auch daran, das "Der Herr der Ringe" so gut er auch ist, nur 98%meiner Erwartungen erfüllt hat. Von "Der Pakt der Wölfe" wusste ich hingegen beinahe nichts. Ich sah einen Trailer und lass keine berichte über diesen Film. Ich hatte also keinerlei Erwatungen diese wurden davür ums 1000fache übertroffen.

Der Film ist für mich einfach alles wofür das FFF steht. Es gibt selten Filme, die alles haben. Dieser ist einer davon. Technisch in allen bereichen herrvorragend. Die darsteller Perfekt. Die Geschichte wurde spannend und flüssich erzählt. Keine Minute zu lange. (Ich weis sowieso nicht was die Leute immer mit der Länge haben. Mann muss nicht immer mit vollgas durch die Handlung rasen. Ich mag es, wenn sich ein Film Zeit nimmt. Zeit um Atmosphäre zu schaffen, Haupt und nebenfiguren zu entwickeln und manchmal nur um in schönen Bildern zu schwelgen.)

Der film hatte Action vom feinsten, erotik, humor, horror und abenteuer. Aber der Film ist mehr als nur die Summe seiner Teile. Er hat, was vielen Filmen heutzutage fehlt: Eine Seele. Gans hat es verstanden den ganzen leben einzuhauchen. Und für Filmliebhaber wie mich, ist das, dass schönste Geschenk das es gibt.

Nachdem ich aus dem Kino kahm, wusste ich wieder warum ich hergekommen war.

glotzte im Cinema, München

Horowitz * 8.0

Mittelalterliches Kullissen-Festival

Schon einige Jahre auf dem Buckel, bin auch ich nun endlich in den Genuss gekommen, dem Pakt der Wölfe meine Aufmerksamkeit zu schenken.
An sich reizte mich im Voraus nicht sehr viel an dem Film, da Crying Freeman bereits eher meine Schlafambitionen unterstrich und ich bei diesem Schinken ähnliches erwartete.
Doch im Großen und Ganzen musste ich meine Meinung revidieren, so ein visuelles Fest habe ich nicht erwartet. Auch die Geschichte geht später weiter, als von reinen Monster-jagen-und-metzeln Filmen gewohnt.
Die Erzählweise, bzw. die Schnitte sind so geschickt angesetzt, dass kaum langatmige Szenen zu verzeichnen sind. Einige werden das als MTV-Movie-Unart ansehen und entsprechend verteufeln, aber so weit und schlimm ist es beim Pakt der Wölfe bei weitem nicht gekommen. Ganz im Gegenteil erreicht der Film dadurch eine ganz eigene Aura, da er niemals um den Brei herum redet, sondern stehts die Geschichte voran treibt und Geschehnisse zeigt, die immer von Bedeutung sind, oder bedeutsam werden.
Die visuelle Kraft des Filmes ist wie schon erwähnt extrem beeindruckend.
Die gotischen, adligen, barocken Gebäude, Innenarchitekturen und Naturaufnahmen sind schlichtweg atemberaubend. Ähnliche stillvolle Sets aus mittelalterlicher Zeit habe ich bisher in keinem anderen Film wahrgenommen.
Die Herr der Ringe Sets wirken dagegen wie niveaulos animierte Kindergeburtstage.
Ebenso sind die Masken, Kleidungen und gewählten Charakter-Ausstattungen sehr stilvoll.
Ich hatte ja einen visuell ansprechenden Film erwartet, aber hier wurden noch einige Stufen drauf gesetzt.
Kritisch betrachtet muss man allerdings die Schauspieler zum Teil heftig tadeln. Nicht, dass die Charaktere schlecht gespielt werden, aber hier wird zum Teil so sehr in die Klischee-Kiste gegriffen, dass die Ernsthaftigkeit des Filmes darunter sehr stark in Mitleidenschaft gezogen wird. Insgesamt ist ein leichter Ironie-Touch nicht zu verleugnen, was dem Schrecken im Walde jedoch nicht unbedingt dienlich ist. Dies entzieht dem Film zwar ein Teil seiner Intensität, kann aber seine eigentliche Klasse nicht entstellen.
Letztlich bleibt ein visuell ungemein ansprechendes Werk, mit einer annehmbaren Story und willkommener, epischer Überlänge.

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Bewertungen

Der Pakt der Wölfe
  • f3a.net: 7.4/10 48
© Fantasy FilmFest Archiv 2019-12-06 04:00

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