s The Plague (2025) Review - Fantasy FilmFest Mobil
Menü

Reviews The Plague

Finden

Reviewer

Leimbacher-Mario * 8.5

Ich kriege keine Luft mehr!

„The Plague" wird 2026 noch bitterböse Wellen schlagen und erzählt aus einem höllischen Wasserballcamp in 2003 für Teenagerjungs in dem klare Hackordnungen, Wettkämpfe, Mobbing und (psychische wie körperliche) Gewalt die Tagesabläufe bestimmen - erst recht, wenn ein Gerücht um eine neue gemeine Hautkrankheit bei einem der Außenseiter der Gruppe in die unfaire Welt gesetzt wird...

Ein direkter Klassiker des Mobbinghorrors

Wie eine jugendlich-jungenhafte Mischung aus "The Substance", "Carrie" und "Black Swan", nimmt "The Plague" einen seelische voll in Beschlag. Ein Trip, den man erstmal wieder aus den Knochen bekommen muss! Die vielen Jugenddarsteller machen ihre Sache glaubhaft, böse, verletzlich und top; das bockstarke Sounddesign und auch die andersweltlichen Bilder (z. T. auch unter Wasser) sickern wortwörtlich unter die Haut; die Bosheiten (wenn auch hoffentlich in kleinerem Maße) kennen viele aus ihrer eigenen Kindheit. Und gerade wenn man einen Softspot eben für Mobbing, Ungerechtigkeit und Außenseiterporträts hat, dann wird man "The Plague" nicht mehr vergessen und auch nur schwer ertragen können. Sowohl thematisch als auch künstlerisch nicht ohne (Anspruch). Aber auch nicht zu arthousig. Eine gelungene Mischung. Eine bestimmte Laufzeit. Der Score ist ein Alltimer. Und eine gemeine Präsenz schimmert bis hämmert die komplette Bahn durch. "The Plague" gehört jetzt schon zu meinen Highlights des jungen Jahres bzw. ist zu Recht auf einigen internationaleren Bestenlisten des letzten Jahres gelandet. Eine totale Dekonstruktion der 00er. Ein Indie- und Festivaldarling, den es sich lohnt auf der Watchlist zu halten. Und wenn er da ist, einzutauchen. Aber sagt dann nicht, ich hätte euch nicht gewarnt... Das ist hartes, schneidendes Wasser mit zerstörerischer Kraft und ein paar der böseren Szenen, Themen, Tönen überhaupt! Und durch diesen akneartigen Ausschlag am Rücken habe ich auch noch einen komplett persönlichen Zugang zu "The Plague", da es bei mir leider nicht ganz unähnlich aussah...

Der Herr des Wassers

Fazit: Intensiv, fies, menschlich, intelligent, abstoßend wie einfühlsam ... Wasser wie Feuer ... Jugend wie Hölle ... Gerüchte wie Stiche ... Full Water Jacket ... "The Plague" ist ein (un)gemeiner Magendreher - besonders für Jungs!

Alexander * 6.0

Viel Geplansche um Nichts

Eine Gruppe Jugendlicher um den „Anführer“ Jake hänseln zum einen den Sonderling Eli wegen dessen Hautkrankheit, als auch den etwas naiven Ben, der gerne „dazu“ gehören würde und nicht versteht, warum er verarscht und zurückgewiesen wird. Während sich Sonderling Eli immer mehr in sich selbst zurückzieht, biedert sich Ben trotz Kränkungen der Clique weiter an. Die Situation schaukelt sich immer weiter hoch, bis sie irgendwann komplett zu eskalieren droht…

Kinder können ja so fies sein. Und Jugendliche auch. Bullys sind selten beliebt. Heulsusen allerdings auch nicht. Einen Film darüber zu machen, wie junge Menschen darunter leiden, von einer Gruppe nicht nur ausgeschlossen, sondern regelrecht tyrannisiert zu werden, ist sicherlich ehrenhaft. Doch blieb „The Plague“ etwas hinter meinen Erwartungen zurück, die bedingt durch diverse Lobpreisungen nicht ganz niedrig waren.

Da ist sehr vieles, das junge Menschen in Schulen an Mobbing erleben müssen, deutlicher fieser und gemeiner, als dieser eigentlich etwas zu zahm geratene Film.

Die meisten der Knirpse waren mir dazu auch noch so bock sympathisch und kamen mit ihrem schrägen Humor und grenzdebilen Sprüchen so goldig rüber, das es mir sogar schwerfiel, ihnen alle ihre Taten übelzunehmen. Vielmehr musste ich in der ersten Hälfte des Films sogar oft laut lachen, bei dem Quatsch den die Teenies da trieben. Die Charakterzeichnungen waren einfach nicht fies genug, da gibt es zum Thema Mobbing wahrscheinlich noch deutlich härteres Filmmaterial.

An einer Stelle des Films sagt auch ein Junge zu Ben „Ist es Dir denn nie in den Sinn gekommen, das wir einfach nur Blödsinn machen wollten?“. Gruppenzwang, mangelnde Reife, die Entdeckung des weiblichen Geschlechts, & Witze unter der Gürtellinie. Junge Jungs im „Sommercamp“ ohne Eltern wollen halt auch mal die „Sau“ rauslassen. Manches wird dadurch entschärft, anderes relativiert. Man nimmt den Kids ihre Bösartigkeit einfach nicht ab. So geht einem „The Plague“ zwar ans Herz, nicht aber unter die Haut.

Insgesamt ein recht arthousiger Beitrag mit zahlreichen gewollt künstlerischen Bildern, einer intensiven Tonspur und vielleicht auch einem Schuss lahmen Leerlaufs. Und trotz dieser einen Szene, die physisch sehr weh tut, zumindest psychisch einfach nicht hart und gemein genug, um lange nachzuwirken. Denn echtes Mobbing tut deutlich mehr weh, als dieser Film.

Herr_Kees * 7.0

Full Metal Puberty

Ben ist neu im Wasserball-Camp – und neu in der Stadt. Einige Jungs hier sind schon länger dabei, eine eingeschworene Gemeinschaft von 12- und 13-Jährigen mit ihren eigenen Ritualen. Dazu gehört auch, Eli zu meiden. Der etwas pummelige Junge, der auch im Wasser sein T-Shirt nicht auszieht und sich überhaupt etwas weird benimmt, hat einen heftigen Hautausschlag, sie nennen es „The Plague“. Für den schwächlichen Ben, eigentlich selbst ein potenzielles Opfer mit seinem Boston-Akzent, steht fest, dass er auf jeden Fall dazugehören wird, auch wenn das bedeutet, sich gegen Eli zu stellen. Doch das wird immer schwerer und Ben steht bald vor einer Gewissensprobe, die zeigen wird, was er für ein Mensch ist, beziehungsweise werden will. Eine klassische Coming-of-Age-Problematik.

Dass Kinder grausam sein können, ist bekannt, wie Gruppendynamiken unter Jungs oder Männern funktionieren, auch. Zwar haben wir es hier mit einer eher lockeren Zusammenkunft im Rahmen eines Sommer-Trainingscamps zu tun und nicht mit einer Extremsituation wie eine Drillkaserne in den USA der 70er, aber der Film wirkt in vielen Szenen wie ein Teenie-Remake von FULL METAL JACKET.

Joel Edgerton, der hier auch als Produzent fungiert, portraitiert als einziger Erwachsener einen denkbar ungeeigneten Coach – „that was the worst pep talk ever“, sagt ihm Ben einmal. Die Eltern spielen nur durch ihre Abwesenheit eine Rolle: eine gestorbene Mutter, ein strenger Vater, Erziehungsberechtigte, die froh sind, ihre Problemkinder mal für ein paar Wochen los zu sein. Der ganz normale Horror, subtil, alltäglich. Inszeniert ist das alles für ein Debüt eindrucksvoll stilsicher, untermalt mit einem Soundtrack, der Elemente von Ennio Morricone mit Kinderstimmen umsetzt.

Sehenswert und spürenswert.

war im Gloria 2, Stuttgart

20 Bewertungen auf f3a.net

Zurück

Bewertungen

The Plague
  • Score [BETA]: 76
  • f3a.net: 6.5/10 20
  • IMDb: 6.4/10
  • Rotten Tomatoes: 97%
  • Metacritic: 79/100
Bewertungen von IMDb, Rotten, Meta werden zuletzt vor dem Festival aktualisiert, falls verfügbar!
© Fantasy FilmFest Archiv 2026-11-03 06:37

Archiv Suche


oder ?
crazy