s Rabies (2010) Review - Fantasy FilmFest Mobil
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Reviews Rabies

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Reviewer

meiklsan * 9.0

Israel’s first-ever Horror-Slasher Comedy!

Ich hatte soeben das genüßliche Vergnügen, mir diese wahrlich kleine israelische Filmperle anzuschauen und ich bin begeistert.
Es gibt leider nur wenig Filme, die es schaffen, den geneigten Filmfreund gleichzeitig voller Spannung und Neugier in den Bann zu ziehen, ihn zu schocken, ihn zu Tränen zu rühren, ihn lauthals auflachen zu lassen und ihn dabei noch kurzweilig zu unterhalten.
Aber RABIES schafft das mit einer Lässigkeit, die ich selten erlebt habe und zwinkert uns dabei immer mit diesem nüchternen Understatement zu.
Der Film macht Laune und erinnert in einigen Sequenzen sogar ein wenig an Tucker & Dale vom letzten Jahr.

Doch hin zu den facts und Details.
Inhaltlich kann ich dem Text des FFF-Programms in diesem Fall ausnahmsweise mal völlig zustimmen.
Kaum sind die Filmverleih-Logos vorüber, befinden wir uns auf BLACK bereits mitten im Geschehen und das Rätselraten kann beginnen.
Nach und nach werden die verschiedenen Personen und Personengruppen vorgestellt, die sich ab dann im Wildreservat mal mehr und mal weniger unfreiwillig näher kommen.
Der brave, frisch verliebte Wildhüter mit seinem Hund Buba, der böse Slasher, die klassischen zwei Jungpärchen auf Abenteuertour und die zwei minderbemittelten Streifencops.
Herausragende Besonderheit dieses Films ist sicherlich die elegante schnitttechnische Verknüpfung der einzelnen Sequenzen mit ihren einzelnen Personengruppen.
Immer dann, wenn es am spannendsten wird und man meint zu wissen was kommt, folgt gemeinerweise der Schnitt auf die nächste Gruppe und deren Handlungsstrang.
Dieses geschickte Hin- und Herschneiden zwischen den Sequenzen steigert die Spannung wirklich ins Unermessliche.
Die Kamera spielt zusätzlich auch noch fröhlich mit, läßt uns mal mehr, mal weniger sehen als der Protagonist weiß oder wir wissen sollten.
Der völlig unscheinbare und zurückhaltende Soundtrack erscheint nur da, wo er nötig ist.
Die Schockmomente und blutigen Splatterspitzen kommen völlig unvermittelt daher, sind manchmal der Brüller schlechthin, aber andererseits auch wirklich traurig deprimierend.
Ich glaube nichts vorwegzunehmen, wenn ich verrate, dass einige gern gesehene Elemente des Slasher-Genres auch hier vertreten sind:
Bärenfalle, Minen, Hammer, fehlende Gliedmaßen, blutverschmierte Körper, kurze Röckchen und ein ständig dringend pinkeln-müssendes Teeny!
Aber wir wissen ja wie das meist endet, grins.
Rundherum also eine absolut sehenswerte Filmperle, die definitiv ihre Karte wert ist und niemanden enttäuschen dürfte.

Edwinita * 7.0

Ein Slasher mit Herz

Diese bis ins letzte Detail durchdachte Slasherperle macht einfach Spaß. Der Humor sitzt, das Blut spritzt, jeder bekommt sein Fett ab und fast alle werden sterben. Die Darsteller sind dabei durchweg glaubwürdig.

Trotz des schwarzen Humors bleibt noch viel Platz für Gefühl zwischen den Protagonisten, so daß man mit den Charakteren mitfiebern und -trauern kann. Einige Tabubrüche wirken zwar etwas aufgesetzt und zuweilen hätte es auch etwas schneller erzählt werden können, aber dafür hat der Film viele andere Qualitäten. Eine Frischzellenkur für das Genre!

war im Cinemaxx 7, Berlin

Theo * 9.5

Wow!!!

Hübsches Jungvolk aus neureichem Hause verfährt sich auf der Fahrt zum Tennisspielen und fällt debilem Waldschrat in die Hände ... das Programmheft faselt etwas von "US-Remake" und "überraschenden Wendungen" ... Hallo? geht es noch abgedroschener?

Ich bin hier nur reingegangen, weil ich einfach mal wieder Lust auf einen fff-Film hatte und aus hier nicht weiter interessierenden Gründen in keinen anderen Film gehen konnte/kann.

Und dann kommt so ein Film zum niederknien! Allein schon wie hier die unzähligen Charaktere über kurze, aus dem Leben gegriffene Dialoge glaubhaft eingeführt werden ist eine Meisterleistung. Wie gerade die sympathischsten Charaktere auf so lächerlich groteske Weise ins Jenseits befördert werden, dass man ungewollt lachen muss, auch wenn eigentlich heulen angesagt wäre.

Wie es sich für einen richtig guten Film gehört, funktioniert er auf mehreren Ebenen und lädt zum intellektualisieren ein. Ein wirklich herausragender Film schafft es dann aber sogar noch, diese Meta-Ebenen zu unterlaufen:

Natürlich muss jeder Film aus Israel in irgendeiner Form ein Kommentar zum Nahost-Konflikt sein. Das schafft er locker, da jeder zu Beginn mehr oder weniger unschuldige Charakter am Ende mehr oder weniger Schuld auf sich geladen hat. Um nicht in der Spoiler-Ecke zu landen kann ich das jetzt nicht weiter ausführen, aber man kann den Film problemlos als Parabel über die völlig verkorkste und ausweglose Situation Israels lesen. Gleichzeitig unterläuft der Film diesen naiven, "biographischen" Interpretationsansatz, in dem er jeden naheliegenden Nahost-Klischee-Charakter vermeidet (der fanatische Siedler, der traumatisierte Soldat, der Palästinenser-Freund ...) was ihm eine viel wuchtigere, da universellere Aussagekraft verleiht.

Der Film führt varianten- und einfallsreich vor, wie moderne Kommunikationsmittel die Kommunikation nicht besser sondern komplizierter machen. Aber auch Steinzeit-Technik (=Vorschlaghammer) kann eine (möglicherweise lebensrettende) Kommunikation verhindern...

Klar, dass auch das Ende perfekt ist. Nicht nur, dass er mit einer weiteren "überraschenden Wendung" aufwartet - er baut auch noch einen Frau-Mann-Dialog ein, der fast an einen Loriot-Sketch heranreicht.

Also: reingehen und genießen!

verweste im Cinemaxx 7, Berlin

Sonysonic * 9.0

Manchmal formt sich ein Feindbild auch ohne Feind!

Bereits infolge ersterer Minuten wird dem Zuschauer hier eindeutig vermittelt, dass es sich um keinen "weiteren" konservativen Backwoodklassiker handelt, sondern um eine genrekratzende Interpretation die sich eher dem personifizierten Bösen und Guten im Menschen widmet.

Mein besonderes Augenmerk wendet sich an die beeindruckende Schauspielkunst der (meist) jungen und höchstwahrscheinlich noch filmisch großproduktions-unberührten Darsteller. Dazu beweist dieses Drama, dass auch in diesem Genre keine Abhängigkeit von einer filmischen Konvention wie eines (oder mehrerer) mittelpunktierten Täter bedarf und stattdessen auch schon eine auf einem geschickt unaufhaltsamen Zusammenspiel von Zufall und Missverständniss basierende Eskalation, die entscheidenden Farbtöne für ein malerisches Bild der Formbarkeit des charakterlichen Weichkörpers beinhalten kann.

Es bietet sich ein zwar forciert dramatisierter aber nicht minder eindringliches Exempel für die lebenserhaltene Abhängigkeit von aufopfernder Hingabe und abgrundtiefer Boshaftigkeit!

war im Cinemaxx 7, Berlin

wake247 * 4.5

Billiges Filmchen mit viel Potenzial

Um es kurz zu machen: Die Grundidee des Films liegt darin, den genretypischen, Overall tragenden, Messer schwingenden Backwood-Psycho-Killer gleich zu Anfang aus dem Verkehr zu ziehen. Dies gibt einem entflohenem Geschwisterpaar, einer 4-köpfigen Klischee-Teenie-Clique, einem Wildhüter und einem Good Cop/Bad Cop-Gespann genug Zeit, sich durch eine Reihe von Missverständnissen, Unfällen und Überreaktionen gegenseitig zu liquidieren.

Und das ist bereits die gesamte Handlung. Bis auf ein paar gute Lacher hat der Film nichts weiter zu bieten. Eine Charakterentwicklung, die den Zuschauer an die Protagonisten bindet, findet im Grunde nicht statt. Alle Figuren bleiben dadurch viel zu blass, als dass man sich für ihre Schicksale interessiert. Am Ende fragt man sich nur, wer noch alles übrig ist und ins Gras beißen muss, damit der Film endlich vorbei ist.
Die einzig positive Ausnahme bildet hier der wunderbar eklig gespielte Bad Cop.

Am Ende hinterlässt „Rabies" einen sehr zwiespältigen Eindruck. Einerseits bekommt man eine der originellsten Horrorfilmideen der letzten Jahre präsentiert. Andererseits hat man das Gefühl, nur einen weiteren 08/15 Wald- und Wiesen-Slasher gesehen zu haben.
Und leider überwiegt bei mir das Letztere.

guckte im Cinemaxx 7, Berlin

FFFler * 6.5

Slightly unusual Israeli horror movie

Als eines der großen Highlights des Fantasy Filmfests angekündigt, hat mich der Film am Ende dann doch etwas enttäuscht zurück gelassen. Nicht, dass ich etwas gegen einen Funslasher aus Israel einzuwenden hätte, aber hier wurde in meinen Augen, gerade in Sachen Figurenzeichnung, manchmal deutlich über die Grenzen des guten Geschmacks geschossen. Spannung mag auch nur selten aufkommen, da die Figuren dem Zuschauer sonstwo vorbeigehen und im Grunde alles seinen üblichen Gang geht. Das klingt jetzt sicherlich schlechter als er eigentlich war, denn im Großen und Ganzen war er doch über weite Strecken sehr amüsant, hat einige derbe Spitzen zu bieten und viele gute Ideen, die leider nicht wirklich zu Ende gebracht werden; den dumm agierenden Figuren sei Dank. Rabies lässt sich letzten Endes wohl am ehesten mit Severance vergeichen, ohne jedoch an dessen Qualität heran zu kommen. Wer das Genre mag, kann eigentlich ruhigen Gewissens auf diese kleine Close-Up-Orgie zugreifen. Das erwartete Highlight wird man jedoch nicht finden.

Erstveröffentlichung

war im Cinemaxx 7, Berlin

Lizzie * 5.0

Hätte schön werden können....

... aber dafür fehlt hier einiges. Die Grundidee ist ja ziemlich gut: Die Stammbesatzung der typischen Horrorfilmopfer läuft durch den Wald, wird nach und nach dezimiert, und der ebenfalls anwesende Slasher ist am wenigsten daran schuld. Aber: spannend ist es nicht, weil man mit keinem der kurz eingeführten, blassen Charaktere mitleiden kann (und etliche entscheidene Szenen sich off-screen abspielen, offensichtlich eine Art Running Gag, der aber auch nicht gerade zum Nervenkitzel beiträgt). Und richtig lustig ist es lange Zeit auch nicht, weil dazu die Arten, wie sich hier Blutwunden zugezogen werden, einfach nicht over-the-top genug sind. Etwas Fahrt nimmt der Film erst in der letzten halben Stunde auf.
Immerhin gibt es zumindest zwischendurch ein paar ganz witzige Dialoge. Und einen wirklich erschütternd bösen Bad Cop.

goutierte im Cinemaxx 3, Hamburg

landscape * 7.0

Mäßig spannendes Teil mit Längen und Auflockerungen

Der Score lullte mich ganz schön ein und ließ mich die Längen etwas abwesend durchstehen. Am besten sind die kleinen Jokes, zum Beispiel eine tragikomische Hammerattacke auf den Retter oder der Endlosdialog der einander aushaltenden Eheleute mit dem verschmierten "Tramper".
Deshalb: noch ganz gutes B-Movie mit wenig Neuem, aber durchaus überraschenden Momenten und mitunter wirklich guten Dialogen. Deshalb besser als Mittelmaß, aber kein Knaller.

goutierte im Cinemaxx 3, Hamburg

ritch * 3.0

zusammengeschustert und öde

Um die Länge dieses Filmes irgendwie mit Handlung zu füllen, hat man verschiedene Handlungsstränge miteinander verknüpft. Leider funktioniert dies überhaupt nicht, den keiner wurde vernünftig ausgearbeitet.

Die Figuren bleiben nicht nur oberflächlich, sondern agieren meines Erachtens oft vollkommen unglaubwürdig.

Man will möglichst viele Genres bedienen, kann sich aber für keines wirklich entscheiden. Dadurch ist der Film weder spannend, noch unterhaltsam oder irgendwie anders sehenswert.

Ich war froh, als der Film vorbei war.

Nur die technische Professionalität, mit der der Film gemacht war und ein ab und zu aufblitzender, netter Storyeinfall retten den Film vor dem totalen Desaster.

Allerdings scheint der Film im Kino vielen Gefallen zu haben.

verweste im Cinedom 9, Köln

GeorgeKaplan * 6.0

Martina Navratilova vs. Chauvinistische Polizisten

RABIES hat durchaus Charme. Die Idee, zwischen Menschen, die sich nicht kennen, ein Beziehungsgeflecht zu entwickeln, in dem sie sich hemmungslos verheddern und jeder Versuch, dem Netz zu entkommen, den Knoten nur noch enger um den Hals zieht, ist ziemlich ausgeklügelt.

Leider bleibt RABIES eine Kopfgeburt. Was in der Theorie noch wunderbar funktioniert, hat in der Realität wie im Film kleine, aber fiese Stolperfallen. Es reicht nicht, einfach Menschen in den Wald zu jagen, um dann zu hoffen, sie mögen zufällig aufeinander treffen, und eine Reihe von Missverständnissen erledigt den Rest. Die Inszenierung bleibt an vielen Stellen etwas unbeholfen, richtig zwingend ist das alles nur selten. Was umso schader ist, denn an den wenigen Punkten, an denen genau das gelingt, sind wir überrascht, wie erschreckend simpel sich Gewalt hochschaukeln kann.

Was bleibt? Eine Reihe von gelungenen Einzeleinfällen. Bitter, wenn man die beste Nachricht seines Leben erst dann erhält, wenn genau das vorbei ist. Oder ein Polizist, der wirklich ganz sicher gehen will, dass zwischen den nackten Beinen einer jungen Tennisspielerinnen nicht doch ’ne Waffe versteckt ist. Eine Hetzjagd in High Heels - alle Achtung, Mädel! Ein paar richtig fiese Schläge in die Fresse des Zuschauers. Aber leider auch eine ganze Reihe von nicht genutzten Möglichkeiten. Etwa, warum gibt es eine Bärenfalle in Israel? Und wenn es Bären gibt, ja warum tauchen sie am Ende nicht auf?

war im Cinedom 9, Köln

apfelweiss * 1.0

War ich in dem Film, von dem alle so begeistert sind?

Nach den überwältigenden Rezensionen hatte ich mich wirklich auf diesen Film gefreut... Was ich gesehen habe, war für mich eine der Festivalgurken. Völlig unnötige und unglaubwürdige Nebenhandlungsstränge, absolut bescheuerte Dialoge, hirnrissig agierende Figuren, unglaubwürdige Charaktere. Der Film will wohl alles bieten, etwas Comedy, etwas Slasher, etwas Drama, ist dadurch aber in jedem Genre fehl am Platz, weil von allem etwas, nichts aber richtig gut und schon gar nicht konsequent. Applaus gab es, als das Dezimieren losging, nicht weil das besonders gut war, sondern man wusste, dass nun ein Ende in Sicht war.

glotzte im Cinedom, Köln

Lord_Haelmchen S * 2.0

Dieser Review enthält SPOILER!

10 kleine Israelis...

Sodele, nun wissen wir also, dass auch in Israel Slasher-Filme gedreht werden. Nach dem üblichen "10 kleine Negerlein"-Baukasten für Anfänger...
10 kleine Israelis verliefen sich im Wald.
Mit Waffen, Bomben, Axt und Stein verschwanden sie eiskalt

Und das ging so:
10 kleine Israelis konnten sich nicht freu’n
Der böse Bulle griff in’ Schritt, da waren’s nur noch neun

9 kleine Israelis stritten um die Schlüssel-Macht,
der Tennis-Freund gab sie nicht raus, da waren’s nur noch acht

8 kleine Israelis rächten sich mit Hieben
Dumm nur, dass der Falsche stirbt, da waren’s nur noch sieben

7 kleine Israelis sind noch ganz perplex,
Die sexy Braut streift Tellermine, da waren’s nur noch sechs

6 kleine Israelis irren wie die Schlümpf’
Braut 2 stellt sich Bulle 2 in den Weg, da waren’s nur noch fünf

5 kleine Israelis bluten wie ein Tier,
die Bauchverletzung ist zu stark, da waren’s nur noch vier

4 kleine Israelis geben nun klein bei,
ein Feuer kommt und brutzelt schön, da waren’s nur noch drei

3 kleine Israelis wollen heim zur Liebelei,
der Bulle 2 wurd’ durchgesiebt, da waren’s nur noch zwei

2 kleine Israelis überleben diese Qual,
der eine ist der Killer selbst, doch das ist schon egal!

So sinnlos wie dieser Abzählreim, kommt der ganze Film daher. Null Story, müde Gags, unglaubwürdige Charaktere. Da hilft auch die recht gute filmische Umsetzung nix...

goutierte im Cinecitta' 3, Nürnberg

D.S. * 7.0

Erfrischend

Nach dem Lesen einiger Reviews hatte ich erwartet, dass RABIES in erster Linie eine Komödie sein würde - aber das ist er nicht. Überwiegend geht es hier sehr ernsthaft zur Sache, mit einem grimmigen Unterton, heftigen Gewaltspitzen und einigen emotional erstaunlich bitteren Sequenzen.

Tatsächlich liegt hierin aber vielleicht genau das Problem des Films begründet: Er kann sich in diversen Szenen und auch übergeordnet betrachtet nicht ganz entscheiden, was er eigentlich sein möchte. Es gibt nämlich durchaus ebenso eine Menge Gags, Slapstick-Momente und alberne Dialoge zu erleben. Das passt nicht immer ganz zusammen, die Stimmungslage wechselt manchmal viel zu abrupt und stellenweise übertrieben: Wenn nach einem schwarzhumorig inszenierten „versehentlichen" Mord plötzlich ein schonungslos deprimierender Off-Text dem Betrachter in die Magengrube tritt, fühlt man sich leicht etwas überfordert. Mal davon abgesehen, dass man dank wenig tiefgehender Zeichnung zu kaum einer der Figuren eine größere Bindung aufbauen kann und solche Ernsthaftigkeit dann auch ein bisschen über das Ziel hinaus schießt.

Trotzdem ist RABIES insgesamt absolut empfehlenswert. Denn er erzählt eine auf den ersten Blick sehr abgenudelte Storyidee auf erfrischend andere Weise, Klischees sind hier oft nur Tarnung und führen zu Konsequenzen, die man so noch nicht allzu oft gesehen hat. Auch hat er nur wenige Längen aufzuweisen und geht, wie erwähnt, meist reichlich krass zur Sache - was nicht nur die Todesfälle angeht, sondern auch die Ausgestaltung mancher Charaktere, etwa einen der beiden vermeintlichen Freunde und Helfer in Uniform.

Sicher gibt es Logiklücken und Glaubwürdigkeitsdefizite, aber auch Spannung, Spaß und vor allem Schmerzen. Wäre er entschlossener darin, wo er eigentlich hin will, wäre RABIES vielleicht ein echter Kultfilm geworden - dafür reicht es am Ende dann doch eindeutig nicht. Nicht nur angesichts der Tatsache, dass es sich wohl um den ersten israelischen Genrebeitrag handelt, wird allerdings eine erstaunlich reife, originelle und auch filmisch sehr gelungene Leistung abgeliefert. Sollte man sich nicht entgehen lassen!

goutierte im Metropolis 8, Frankfurt

glorrk * 8.0

Ein Slasher aus Israel... da darf man gespannt sein.
Der Film beginnt ohne lange Vorgeschichte, man wird gleich in die Handlung mit reingezogen.
Und nicht alle Figuren entwickeln so, wie man es sich vorgestellt hat. Klar, sie sind alle etwas schablonenhaft gezeichnet, jedoch kann man durchaus zum Teil davon ausgehen, dass dies so geplant war. Und irgendwie passt es ja auch zur Handlung.

Ein überraschender Film, der ohne besondere Plottwists mehrfach seine Richtung ändert und stets unterhaltsam bleibt mit einer kräftigen Prise Gore, einem schönen Schuß schwarzen Humor und wieder Momenten, in denen man es erst einmal sacken lassen muss.

8 von 10 nicht funktionierenden Handys

verweste im Cinema, München

mdbnase S * 8.0

Dieser Review enthält SPOILER!

Interessant

Nachdem ich die Vorstellung verlassen hatte, habe nicht nur an die Mentalität der Israelis und ihr punktuell hitziges Gemüt gedacht, auch wenn das in der anschliessenden Fragestunde auch erläutert wurde. Nein ich habe als erstes an den Hit vom letzten Jahr gedacht: 'Tucker & Dale vs. Evil'. Wie man weiß, beruht auch dort alles nur auf Missverständnissen. Hier wird der Gaul aber von hinten aufgezäumt. Und genau das ist die Stärke des Films. Zwar gibt es einen Killer bzw. Entführer, dieser greift aber gar nicht in die Handlung ein. Man spielt mit den Erwartungen des Zuschauers und schafft so viele Storytwists - obwohl es eigentlich gar keine gibt! Der Zuschauer fällt nämlich genau so auf die 'Kommunikationsfehler' der Protagonisten herein, wenn aus Sicht der einzelnen Gruppen das Geschehen beleuchtet wird. Dadurch werden die Sympathien sehr variabel.
Leider wirkt im Mittelteil die ein oder andere Szene zu lang (z.B. die Leibesvisite des Polizisten). Auch sind ein paar handwerkliche Schwächen auszumachen, tut dem Gesamteindruck aber kaum einen Abbruch. Denn die Story kann fesseln und überrascht immer wieder. Es gibt ein paar blutige Effekte, aber nicht im Übermaß. Etwas Humor bzw. Sarkasmus ist auch auszumachen, auch wenn der eher im Hintergrund schwelgt. Allerdings war das hebräisch mit englischen UT nicht immer ganz einfach.

Fazit: Wendungsreicher und unterhaltsamer Anti-Slasher!

war im Metropol 1, Stuttgart

78 Bewertungen auf f3a.net

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Bewertungen

Rabies
  • Score [BETA]: 67
  • f3a.net: 6/10 78
  • IMDb: 7.3/10
Bewertungen von IMDb werden zuletzt vor dem Festival aktualisiert, falls verfügbar!
© Fantasy FilmFest Archiv 2020-09-20 03:18

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