s Right at Your Door (2006) Review - Fantasy FilmFest Mobil
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Reviews Right at Your Door

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Reviewer

D.S. * 6.5

Halt dich an deiner Liebe fest

Die Storyidee ist keine neue mehr: in LA gehen ein paar "dirty Bombs" hoch, die Stadt ist in weiten Teilen verseucht, Kontaminierte werden von den Behörden gnadenlos verfolgt. Spätestens Romeros "Crazies" hat dieses Set-Up eindrucksvoll genutzt, und "24" hat es recht glaubwürdig in die Gegenwart geholt.

"Right at your Door" konzentriert sich vor dieser Ausgangssituation in ziemlich intensiver Weise auf die nicht unwahrscheinliche Frage, wie man sich selbst verhalten würde, wenn ein geliebtes Familienmitglied zu den potentiell Verseuchten gehört - man selbst aber in Sicherheit ist: was würde man tun, um sie zu retten? Sich selbst opfern? Unwägbare Risiken eingehen? Oder doch eher auf das hören, was einem in den Medien als richtiges Verhalten vorgebetet wird?

Brad ist arbeitsloser Musiker, seine Frau Lexi erfolgreiche (ja, was eigentlich?)... Angestellte. Die beiden haben vor kurzem eine neue Wohnung in Los Angeles bezogen, um ihre Beziehung steht es nicht mehr zum Allerbesten, Lexi macht sich morgens auf zur Arbeit nach Downtown, Brad bleibt daheim... und muß im Radio plötzlich hören, daß die Stadt Ziel eines terroristischen Angriffs geworden ist. Bald stellt sich heraus, daß bei diesem ein tödliches Nervengas freigesetzt wurde, das sich per Wind und Niederschlag über die ganze Stadt verbreitet. Brads Versuche, Lexi telefonisch zu erreichen oder mit dem Auto zu ihr zu kommen, scheitern, und nach kurzer Zeit sieht er sich in seine luftdicht versiegelte Wohnung eingesperrt - ohne die geringste Idee, wie es seiner Frau geht oder wo sie sich befindet.

Bis dahin und eine Weile weiter funktioniert der Film ausnehmend gut, die sich breitmachende Panik, das Chaos, die gefährliche Hektik werden nachvollziehbar und atmosphärisch dicht vermittelt. Die filmische Umsetzung ist mehr als akzeptabel, die Hauptdarsteller agieren meist glaubwürdig und man fühlt sich des öfteren wie in ihre Situation versetzt; überlegt sich, wie man wohl selbst handeln würde.

Leider aber gleitet "Right at your Door" ab einem gewissen Punkt vorwiegend in ein Dialog-Drama ab. Und gar so tief geht die Identifikation mit den Protagonisten dann auch nicht, daß man jeden Satz der ausufernden Unterhaltungen selbst sprechen oder auch nur hören möchte. Hier hat der Film Längen, die beträchtlich sind - schade, denn die Situation und auch die Storyentfaltung bleiben nachvollziehbar, interessant und dramatisch. Auf Dauer ermüdet der Film aber doch ein wenig, warum ich ihm von meiner Warte aus nur eine knapp überdurchschnittliche Punktzahl geben kann.

Im letzten Viertel legt er allerdings noch einmal deutlich zu und zeigt nicht nur eine Intelligenz, sondern auch eine inhärente Bösartigkeit, die ihn über Vergleichbares doch hinaushebt.

Wer das Thema und die Ausgangssituation spannend findet, sollte den Film deshalb nicht verpassen, er ist über weite Strecken gut inszeniert, stark gespielt und durchaus atmosphärisch. Einige Längen sind allerdings nicht verkennbar, darum von mir nur 6,5 Punkte, aber mit nach oben weisender Tendenz!

war im Metropolis 8, Frankfurt

bigJay * 9.5

Der reale Horror!

Ein weiterer Post-9/11-Film, der das Thema aber von einer ganz anderen Seite angeht als Civic Duty. Außerdem ein Erstlingswerk - unglaublich. Mit einer nervenaufreibenden Intensität schildert der Regisseur hier in einem Art Katasthrophen-Kammerspiel-Drama-Thriller das Schicksal eines Ehepaares, nach Giftgasanschlägen auf Los Angeles. Auf einem Festival wo meist unwirklicher/ unrealistischer Horror im Vordergrund steht, hat mich diese kleine, feine Perle von einem Film, mit ihrem Blick in tatsächlich vorstellbaren Schrecken wirklich das Fürchten gelehrt. Den Splatterfreaks sei allerdings gesagt, dass sie ihre Blut und Zerstörungslust nicht versuchen sollen bei "right at your door" zu stillen. In der Weise bietet der Film nicht viel. Sein "Horror" entfaltet sich auf der dramatischen Ebene, zumindest wenn man sich als Zuschauer in die Protagonisten hineinversetzt (da die meisten FFF-Besucher weibliche Wesen wohl aber nur aus dem Internet oder dem Fernsehen zu kennen scheinen, könnte ihnen die Identifikation mit einem Ehepaar vielleicht wie eine unlösbare Aufgabe vorkommen... Kommt Jungs, versucht es trotzdem! ;-)) Trotzdem (und vielleicht sogar gerade wegen dem Verzicht auf Hau-drauf-Terror): Tolle Idee, toll umgesetzt, toll gespielt. Und ein krasses Ende. HAMMER!!!

war im Metropolis 6, Frankfurt

FFFler * 6.5

Ein bisschen zu lang

Alleine schon von der Thematik her sicherlich ein guter Film, dazu intensiv gespielt und von der Optik her sehr beklemmend. Jedoch hatte er meines Erachtens im Mittelteil so einige Längen und nach und nach habe ich mir wirklich ein Ende herbeigesehnt. Als dies auch kam, war ich direkt danach ziemlich begeistert und zugleich überrascht, jedoch im Nachhinein betrachtet ergibt sich durch dies einiges an Logiklöchern. Trotzdem ein ergreifender Film, der jedoch ein paar kleine Schwächen hat.

war im Metropolis 8, Frankfurt

Herr_Kees * 5.5

Wolle mer se reilasse?

Ein Psychothriller mit aktuellem Thema und deutlichen Defiziten im Handlungsverlauf:

Pluspunkte des Films sind seine Grundidee und die Umsetzung, die das Beste aus dem offensichtlich niedrigen Budget macht: Gemeinsam mit dem Protagonisten bleibt unsere Perspektive auf einige wenige Locations beschränkt, das Bombenattentat wird in wenigen, sehr wirkungsvollen Szenen anhand der verrauchten Skyline LAs unangenehm spürbar gemacht und nur in einer kurzen (unnötigen) Szene "schwebt" der Zuschauer über dem Geschehen.

Beträchtliche Minuspunkte macht RIGHT ON YOUR DOOR im langgezogenen Mittelteil, in dem viel, wenn nicht gar alles von der Chemie zwischen den Hauptdarstellern und den Einfällen des Drehbuchs abhängt und hier knistert es leider auf keiner Ebene.

Als der Film sich gegen Ende dann mit thematisch verwandten Vorbildern wie George A. Romeros bitterbösem CRAZIES messen lassen muss, bleibt RIGHT AT YOUR DOOR leider vollends auf der Strecke.

Fazit: Gut gemeint ist noch lange nicht gut gemacht. Interessante Grundidee, aus der ein packendes Endzeitdrama hätte werden können und die an fehlenden Einfällen und bräsiger Regie scheitert.

war im Metropol 2, Stuttgart

landscape S * 5.0

Dieser Review enthält SPOILER!

Kammerspiel

Der Einstieg ist richtig packend, vor allem die Szenen, wie er verzweifelt versucht, Lexi in der City zu finden. Da denkt man nicht lange darüber nach, dass JEDER in die Stadt will, um seine Familie zu "retten".
Warum er sie dann vor der Tür lässt (den Hispano dagegen lässt er in der Wohnung) und Lexi später, als sie endlich wenigstens im Haus ist, wieder ziehen lässt, habe ich überhaupt nicht nachvollziehen können.
Außerdem versuchen sie nie, aus der Stadt zu entfliehen.
Da habe ich nur noch zugeschaut, Story im Leerlauf.

war im Cinemaxx 2, Hamburg

QuintenQuist S * 8.5

Dieser Review enthält SPOILER!

WCS

Also, was wäre wenn ? Plötzlich ist es da, passiert, naja, war ja auch dieser Tage fast soweit, wenn die Flieger planmäßig hätten fliegen können und die tödlichen Gemische hätten angerührt werden können...was nicht passiert ist und doch dem Film einen Background verleiht, der seine Wirkung ungleich verstärkt.

Ein Film ohne große Effekte, kreisend um ein Paar, sie ist in der Stadt, er kann sie nicht finden, die Straßen werden abgeriegelt, Rauchschwaden steigen von Downtown L.A. hoch, was, kleine unkorrekte Randbemerkung, richtig stinken muss, denn Downtown L.A. ist schon ziemlich, naja, nicht schön... und Radiodurchsagen, immer Radiodurchsagen, panische Reporter, niemand weiss irgendetwas und unser "Held" kehrt in sein Haus zurück, wartet, versucht zu telefonieren, Stimmen, die sagen, die Leitung sei überlastet oder einfach nur keine Leitung, hautnah dabei, wie ein Mann aus der Umgebung ins Haus kommt, weil er es nicht nach Hause schaffen wird, wie sie das Haus versiegeln und wie sie, die Freundin (Ehefrau ? ich weiss nicht mehr) doch noch kommt.
Also, wie würden Sie entscheiden ?
Ihre Hysterie, als er sie draußen lässt, ihre Resignation, ihre Wut, ihre Trauer, später ein Telefonat mit dem Bruder, nur, um nochmal seine Stimme zu hören, Männer in Schutzanzügen kommen vorbei, ein kleiner Junge auf der Straße, den sie zum Hospital bringen und damit retten wird.
Eigentlich eine "Heldentat", aber hier so ohne Pathos inszeniert, dass es nicht ablenkt vom Szenario, Worst Case Scenario, Er und Sie entfernt durch Glas oder Plastikfolie, eine unüberwindbare Nähe und so geht Tag für Tag dahin, bis Hilfe kommt...

"Right at your Door" inszeniert seine Geschichte ohne Action oder Explosionen und konzentriert sich fast gänzlich auf den attackierten Raum, den privaten Raum, den einzelnen Menschen.
Keine Massenszenen stören das Bild, man selbst bleibt in Unklarheit, was passiert, ob geholfen wird, aber man erfährt auch nie, wer da Giftgas gemischt hat, was in diesem Szenario auch keine Rolle spielt, um Schuldige geht es nicht, keine verkleisternde Symphonik stört und nimmt dem Film den Ernst und die Kraft.

In seiner konsequenten Erzählart mit einem bösen Ende ohne Pathos ein sehr guter Film.

saß im Cinemaxx 2, Hamburg

kinokoller S * 5.0

Dieser Review enthält SPOILER!

Wer klopft denn da?

In L.A. explodieren mehrere sogn. dreckige Bomben und hüllen die Stadt in eine Wolke aus biologischen und chemischen Giften. Nachdem Brad vergeblich versucht seine Gattin Lexi zu erreichen, die sich zum Zeitpunkt der Anschläge in der Innenstadt befand, riegelt er, den Warnungen aus dem Radio folgend, das Haus hermetisch ab - gerade noch rechtzeitig bevor die herab regnende Asche die umliegenden Bezirke erreicht. Doch die konterminierte und geschwächte Lexi schafft es nach Hause und möchte natürlich hinein..

Chris Gorak hat sein technisches Handwerk bei zig Regisseuren gelernt bevor er mit RIGHT AT YOUR DOOR seinen ersten eigenen Spielfilm realisierte. Der Post-9/11-Film funktioniert zu Beginn sehr gut, ist spannend und macht die aus heiterem Himmel ausbrechende Panik deutlich. Die Welt steht plötzlich Kopf, die Sorge um seine Frau lässt Brad nicht mehr rational handeln. Doch mit der Angst vor einer möglichen Infektion, kehrt auch die Vernunft zurück. So weit so gut.

Senators Indie-Label Autobahn glänzt im Kino nach einem wirklich guten Start -mit Filmen wie HARD CANDY und BRICK- momentan nur durch Abwesenheit. Wenn man sich die Qualität der letzten DVD-Veröffentlichungen anschaut, ist dies nicht weiter verwunderlich. Daß man es hier mit einem Low-Budget Streifen zu tun hat, merkt man an vielen Stellen, worüber man aber mit Wohlwollen hinwegsehen kann.

Leider kippt der Film nach kurzer Zeit bereits in’s kammerspielartige und hält den Zuschauer nicht weiter bei Laune. Diese Längen und der unsagbar schlecht begründete Plot-Twist am Ende brechen RIGHT AT YOUR DOOR schlußendlich das Genick. Schade, ist die Ausgangslage doch interessant und hätte ein schonungsloses Bild darüber liefern können, wie sich Otto Normalbürger in einer Ausnahmesituation seinen Mitmenschen gegenüber verhält.

funky_mariechen * 7.0

gefällt

Der Film lag nun schon ewig bei mir rum und irgendwie hatte ich nie die Muse mir den endlich mal anzuschauen. Schade das ich so lange damit gewartet habe.
Der Film kommt ohne viel Federlesen direkt zur Sache und hält sich nicht lange mit der Einführung auf. Ich fand den Film sehr glaubwürdig gespielt, und man fragt sich schon manchmal wie man selber in so einer Situation handeln würde. Sooo abwegig ist das ganze ja nun leider auch nicht.
Mittendrin hatte der Film schon paar kleinere Längen und es wird das Tempo ein wenig zu sehr herausgenommen, aber alles in allem fand ich den Film gut und spannend (im Anbetracht der Tatsache das der Film ja quasi nur in dem Haus spielt).

Die Schlusspointe ist ziemlich fies, verleiht dem Film aber ein würdiges Ende.

25 Bewertungen auf f3a.net

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Bewertungen

Right at Your Door
  • f3a.net: 6.9/10 25
© Fantasy FilmFest Archiv 2020-09-22 23:33

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